Jan Weiler: Mein Leben als Mensch

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Jan Weiler: Mein Leben als Mensch

Jan Weiler berichtet über Selt- und Wundersames aus dem ganz normalen Leben. Das ist lustig und absurd, manchmal aber auch meinungsstark und entschieden, meistens komisch und immer neugierig in der Beobachtung seiner Umwelt – und der der Hörerinnen und Hörer.

  1. 619

    Auf mich mit Gebrüll

    Vor mir steht ein Männlein und schreit mich an. Es hat dafür extra bei mir geklingelt. Ich bin von der Zeitungslektüre aufgestanden und habe die Tür geöffnet. Nun steht es da und brüllt pointenlos in meine Richtung. Interessanterweise hört der kleine…

  2. 618

    Die Zukunft der Zukunft

    Nick hat die Prüfung zum Bachelor erfolgreich absolviert und ist nun Akademiker. Er gedachte, diese Krönung mit einem größeren Event zu begehen und orientierte sich bei der Planung der Feierlichkeit an jener zur Eröffnung des Suezkanals im Jahre 1869…

  3. 617

    Googeln im Zug

    Wie viele Eier die Deutschen wohl essen, so an einem Tag? Das ist eine Frage, die sich in früheren analogen Zeiten gar nicht so einfach beantworten ließ. Man kann sich das nicht mehr vorstellen, aber es gab einmal ein Leben vor Google und ChatGPT. Es…

  4. 616

    Lumbago am Lago

    Das ist mir noch nie passiert. Zwar habe ich durchaus schon anstrengende Dinge getan und ich kenne und schätze einen ordentlichen Muskelkater. Aber das hier ist mir völlig neu: Ich habe mir einen richtig amtlichen Hexenschuss eingefangen. Beim Sport.…

  5. 615

    Im Übergangszeitalter

    Vor kurzem stellte meine Tochter mir ihren neuen Freund vor. Später rief sie mich an und fragte, wie ich ihn finde. Ich sagte „nett.“ Jede andere Antwort birgt erhebliches Explosionspotential. Wenn ich ihn mag, ist in ihren Augen etwas verkehrt an ih…

  6. 614

    Späte Beichten

    Ich saß mal wieder mit meinen Kindern in der Küche und wir aßen Pasta. Das wird seltener und auch untereinander sehen sich Carla und Nick nicht oft, obwohl wir alle in der gleichen Stadt leben. Sie entfernen sich so ganz allmählich von mir. Ich bin n…

  7. 613

    Auserplanmäsischer Halt

    Auf der Fahrt von Mannheim nach Koblenz sieht man aus dem Fenster und kann sich endlich einmal alles an dieser wertvollen Gegend genau einprägen. Die Landschaft bewegt sich nämlich nicht wie sonst bei Zugfahrten. Sie hält still, denn der Zug fährt ni…

  8. 612

    Garri Özdemir und Anatoli Hagel

    Es war knapp. Sehr knapp, beinahe hätte es gar keinen Sieger gegeben, damals 1985 bei der Schach-Weltmeisterschaft. Der Russe Anatoli Karpow galt damals als praktisch unschlagbar und vielleicht nahm er seinen Herausforderer und Landsmann Garri Kaspar…

  9. 611

    Mikrofonie und Demarchie

    Kurze Frage in die Runde: Warum halten die vielen Irren, die andauernd Kurzvideos von sich aufnehmen und bei Instagram hochladen, immer diese albernen Minimikros in der Hand? Ich habe auch schon gesehen, dass die Dinger auf Kochlöffel oder andere Hau…

  10. 610

    Fernreisen und Eierspeisen

    Der Koch im Hotel in Dresden hält ein Impulsreferat über ethische Grundsätze im Gastronomiewesen und erklärt, dass man kundenorientiert arbeiten müsse. Immer die Wünsche der Leute im Auge behalten. Ständig auf dem nicht immer einfachen Kurs der unbed…

  11. 609

    Warten auf Gernot

    Wenn ich durch unser kleines Land reise, lerne ich immer eine Menge über die Deutschen. Die Begegnungen mit meinen Landsleuten sind aber auch Begegnungen mit mir selbst, denn man spiegelt sich ja immer in den Anderen. Zum Beispiel in Hamburg-Harburg.…

  12. 608

    Die Granny-Verschwörung

    Zu den größten Missständen einer verwöhnten Gesellschaft auf der Talfahrt zur Hölle gehört die zweifelhafte Ausstattung von Frühstücks-Büffets mit Obstsalat. Da ist immer Granny Smith drin, der bei weitem unbeliebteste Apfel der Welt. Immer. Ursache …

  13. 607

    Erneut präsentieren

    Es gibt Formulierungen, die man zwar häufig liest oder hört, aber selbst niemals verwendet. Dazu gehört die Aufforderung: „Karte erneut präsentieren“. Sie erfolgt, wenn man seine Kreditkarte falschrum irgendwo reingesteckt hat oder zu kurz an etwas g…

  14. 606

    Eine Nacht mit der Zahnfee

    Wenn Freunde Erzählungen mit den Worten einleiten: „Bin mal gespannt, was Du dazu sagst,“ muss man sich sehr konzentrieren. Man soll dann eine Meinung haben und gerät unter Leistungsdruck. Das fällt mir zunehmend schwer. Mir gehen langsam die Meinung…

  15. 605

    Smoke on the Goldwater

    Und wenn wir doch mal über Donald Trumps Geisteszustand reden? Die Qualitäts-Medien informieren uns zwar über jede noch so seltsame Volte des amerikanischen Präsidenten, aber in der Bewertung seiner politischen Eskapaden fehlt: eine klinische Einordn…

  16. 604

    Komplizierte Komplexität

    Leute, die die Orientierung verloren haben oder aktuelle Zusammenhänge nicht verstehen oder nicht wissen, wie man nach ISO 9000 einen Aktuator intuitiv an generativen Gleichrichtern internalisiert, behaupten gerne, früher sei alles besser gewesen. Ge…

  17. 603

    Spendenziel erreicht!

    Es kann sein, dass ich an der Trennung von Johanna und Martin schuld bin. Jedenfalls hat er seine Sachen geholt und den Schlüssel auf ihren Küchentisch gelegt. Und es ist absolut möglich, dass es wegen mir ist. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass…

  18. 602

    Die Fondue-Krise

    Auf Silvester lag wieder ein gewisser Druck. Mir persönlich gibt dieser Tag ja gar nichts. Als Kind fand ich den Jahreswechsel unbeschreiblich aufregend. Es fühlte sich an, als erreichte man um Mitternacht das Ufer eines unentdeckten Landes. Aber irg…

  19. 601

    WhatsWheinacht

    Der so genannte Zeitenwechsel bringt enorme Veränderungen mit sich. Zum Beispiel gilt Empathie unter den Anhängern der amerikanischen MAGA-Bewegung als etwas geradezu Gefährliches. Die Christ-Nationalen in den USA halten christliche Werte wie Mitgefü…

  20. 600

    Bravo revisited

    Wer sich den Tag versauen möchte, muss nur Mitteilungen des amerikanischen Präsidenten abonnieren. Seine Äußerungen zum Tod des Regisseurs Rob Reiner und seiner Frau waren so dumm und bösartig, dass man anschließend regelrecht verbittert in die Kokos…

  21. 599

    Ein Bein aus Bethel

    Zurzeit bin ich eingeschränkt, was meine Mobilität betrifft. Ich hinke stark. Treppen sind schwierig und wenn ich ins Auto steige, sieht das aus, als würde jemand versuchen, eine ausgeklappte Haushaltsleiter auf den Fahrersitz zu bugsieren. Außerdem …

  22. 598

    Akute Zeitenwende

    Vieles ändert sich gerade, wir befinden und vor dramatischen Umwälzungen. Zum Beispiel wird in knapp drei Wochen keine fünf mehr am Ende der aktuellen Jahreszahl stehen, sondern eine sechs. Damit muss man erst einmal klarkommen. Ich habe Monate gebra…

  23. 597

    Reisen mit Raschlern

    Was die Wiedereinführung der Todesstrafe betrifft, habe ich eine klare Haltung: Ich bin dagegen. Das ist ja keine Bestrafung nach rechtsstaatlichen Prinzipien, sondern nur primitive Rache. Es ist eine große Errungenschaft der modernen westlichen Zivi…

  24. 596

    Gestern dauert länger als heute

    Vorgestern wachte ich auf und dachte an das Zeitstrahl-Paradox. Den Begriff habe ich selbst kreiert. Aber ich halte es für möglich, dass die Wissenschaft sich auch mit dem Thema befasst und ein Wort dafür erfunden hat. Es geht dabei jedenfalls um das…

  25. 595

    Furor oder Humor?

    Neulich wieder Generationengeballer an meinem Esstisch. Der Anlass war klein, aber es geht ja immer gleich ums große Ganze bei uns. Jedenfalls erzählte ich einen Witz. Er geht so: Mitten in der Nacht klingelt es an der Haustür. Erwin wird wach und w…

  26. 594

    Frittiertes Hirn

    Jede Zeit hat ihre Sprache und weil das Leben immer bunter und vielfältiger wird, wachsen ihr ständig neue Ausdrücke zu. Ein Beispiel ist das „Rabbithole“, in welchem man sich verlieren kann, wenn man einmal im Internet auf etwas gestoßen ist, was ei…

  27. 593

    Am goldenen Drücker

    Letzte Woche will ich als braver Mieter die Toilette im Bad entkalken, wofür ich an den Spülkasten muss, welcher sich in der Wand befindet. Dafür muss man erst diesen Drück-Apparat abbauen und da wäre es ganz gut, wenn man eine niedrig dosierte Fach…

  28. 592

    Angriff der Killerviren

    Nicht nur Menschen, auch Erkältungsviren erleben im Verlauf eines Kalenderjahres gewisse Höhepunkte. Manchmal finden diese sogar bei Mensch und Virus zur selben Zeit statt. Im Herbst treffen sich zum Beispiel Erkältungsviren aus der ganzen Welt in De…

  29. 591

    Der Buchmessen-Zug

    Die literarische Welt trifft sich in Frankfurt. Genauer gesagt im Zug nach Frankfurt. Alle Waggons vollgerammelt mit Künstlerinnen und Künstlern, Agentinnen und Agenten und zahllosen Verlagsmenschen aller Gewerke: Verlegerinnen, Lektoren, Presse-Mita…

  30. 590

    Stimmungsmache

    Lars Klingbeil hat gesagt, der Hauptgegner der Bundesregierung sei die Laune, Aber er hat nicht gesagt, welche. Kann sein, dass er die gute Laune meint. Dann hat er seit Amtsantritt schon eine ganze Menge dafür getan, gegen sie zu gewinnen. Ich verm…

  31. 589

    Bernds Krisensack

    Am Mittwoch traf ich beim Einkaufen meinen Nachbarn Bernd. Er baggerte Raviolidosen und Toilettenpapier in seinen Einkaufswagen und begrüßte mich mit den Worten: „Hast du ein Bag-out-Bag?“ Ich wusste nicht einmal, was das ist, so sehr habe ich keins.…

  32. 588

    Die Tragik mit der Logik

    Manchmal fällt mir erst nach Jahren auf, dass etwas nicht stimmt. Dass also irgendwas faul ist. Komisch. Irgendwie nicht richtig richtig. Zum Beispiel die Sache mit Rotkäppchen. Ich habe das nie hinterfragt und es über ein halbes Jahrhundert einfach …

  33. 587

    Auf nach Gammalland

    Ein ganzes Wochenende hatte Finn mit seinen Großeltern verbracht, nun saß er mit meinem Sohn in meiner Küche und war buchstäblich am Ende. Zuerst hatte er es noch eine schöne Idee gefunden, dass sie auf der Reise nach Italien bei ihm Station machen u…

  34. 586

    Alle Regler nach rechts

    Da möchte man einfach mal in Ruhe auf dem Balkon seine Positionen darlegen und ein wenig über Politik sprechen, da dröhnt plötzlich ohrenbetäubender Krach durch die Nachbarschaft. Jede Verständigung wird unmöglich, wirklich unfassbarer Lärm ist das. …

  35. 585

    Meine Bonus-Tasche

    Was ist normal? Das ist eine sehr schwere Frage, denn heute ist vieles normal, was noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar war. Und andersrum ist Vieles nicht mehr normal, was früher als selbstverständlich galt. Zurücktreten zum Beispiel. Eigentlic…

  36. 584

    Im Pub mit Amy

    Es ist immer ein Vergnügen, sich auf Reisen mit Menschen aus anderen Gegenden der Welt zu unterhalten. Man lernt dabei so viel, man erweitert seinen Horizont, es ist herrlich. Da stand ich also letzte Woche an einem Tisch in einem irischen Pub, trank…

  37. 583

    Motten und Marotten

    Im Leben liegen Sieg und Niederlage oft dicht beieinander. In meiner Küche zum Beispiel. Dort habe ich inzwischen die Fruchtfliegen ausgerottet. Sie haben keine Chance gegen mich. Sobald ich sehe, dass welche da sind, installiere ich eine todbringend…

  38. 582

    Raus aus der Komfortzone

    Es gibt drei Dinge, die ich an Männern im Sommer kaum verkraften kann: Umhängetaschen, kurze Hosen und Sandalen. Eher soll mir das Skrotum beidseitig abfaulen, als dass ich jemals eines dieser drei Dinge oder gar alle drei gleichzeitig besitze und tr…

  39. 581

    Mission unmöglich

    Dieser Film ist ein einziges Getöse und Gerüttel und Geballer. Die Handlung ist im Grunde egal. Es geht darum, gleich mehrere Gegenstände zu finden, um die Zerstörung der Welt zu verhindern. Außerdem müssen Atombomben entschärft werden, alles unter e…

  40. 580

    Beschützt die Kunst

    Der Umgang mit Kunst erfordert ein gewisses Feingefühl, und zwar gerade dann, wenn man keinen Zugang dazu hat. Man setzt sich sonst dem Vorwurf des Banausentums aus. Und das manchmal völlig zurecht, wie das jüngst bekannt gewordene Schicksal der Venu…

  41. 579

    Zwangsbeglückung

    Seit ein paar Wochen bekomme ich Post von Schülerinnen und Schülern. Das hat es auch früher schon mal hier und da gegeben, aber die Anzahl der Mails und Direktnachrichten aus sozialen Netzwerken hat geradezu explosionsartig zugenommen, denn mein vorl…

  42. 578

    Donald-Detox

    Und wenn man doch mal für eine Weile nicht mitmacht? So wie Henriette das schon seit über dreißig Jahren hinbekommt. Sie hat sich damals in der italienischen Provinz ein Häuschen gekauft und das einzige Kommunikationsmittel, das sie besitzt, ist ein …

  43. 577

    Liberace und Honecker

    Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, meine neuen Untermieter. Jahrelang standen die beiden kleinen Wohnungen in meinem Haus leer, nun zogen im Frühjahr gleich zwei Familien ein. Alte italienische Häuser haben nämlich häufig kleine Höhlen im Maue…

  44. 576

    Psychologie für jedermann

    Man weiß es nicht. Man wird es nie erfahren. Die Welt ist voller Rätsel. Warum gibt es zum Beispiel in Italien keinen anständigen Apfelsaft? Im Supermarkt haben sie eine sehr eindrucksvolle Auswahl an Birnensaft und Pfirsichsaft, aber Apfelsaft ist h…

  45. 575

    Eine wichtige Petition

    Bisher habe ich nicht angenommen, dass man Pflanzen hassen kann. Ja, man kann Pflanzen nicht mögen wie Koriander. Oder hässlich finden wie Gummibäume. Man kann sie überschätzt finden wie die Physalis, die sich inzwischen auf jedem Eisbecher breit mac…

  46. 574

    Glaube, Liebe, Hörnchen

    Man sollte annehmen, dass sie es in Italien mit dem Katholizismus wirklich ernst meinen. Wenn man zum Beispiel das kirchliche Merchandising in Rom als Maßstab für die Popularität des Glaubens heranzieht, verhält sich die Beliebtheit von Taylor Swift …

  47. 573

    Die Last mit der Post

    Wenn ich länger weg bin, muss jemand regelmäßig die Post aus dem Briefkasten holen und ein paar Blumen gießen. Das ist machbar. Auch für Studenten. Man kann sich zwei Mal in der Woche einen Wecker stellen. Oder einen Kalendereintrag machen. Oder von …

  48. 572

    Send in the Clones

    Es wird erst besser, wenn es vorher ganz schlimm war. Oder so ähnlich. Wie diese Redewendung ganz genau lautet, fiel mir nicht mehr ein, ich wusste ohnehin nicht, was ich meiner Tochter sagen sollte, als sie neulich bei mir anrief und wirklich verzwe…

  49. 571

    The Art of Reising

    Obwohl ich ein fabelhafter Reisevorbereiter bin, vergesse ich manchmal was. Das geschieht, wenn der Kopf nicht richtig sortiert ist. Wenn da zu viele kleine Gedanken herumsausen, die sich überlagern, ihre Wege kreuzen und in unterschiedlichen Geschwi…

  50. 570

    Angenehm angenadelt

    Es kommt ja gar nicht mehr so häufig vor, dass man noch ein neues Wort lernt. Wobei es ziemlich viele gibt. Man geht bei unserer Sprache von etwa einer halben Million Begriffe aus, von denen der oder die Deutsche durchschnittlich 16 000 verwendet. We…

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Jan Weiler berichtet über Selt- und Wundersames aus dem ganz normalen Leben. Das ist lustig und absurd, manchmal aber auch meinungsstark und entschieden, meistens komisch und immer neugierig in der Beobachtung seiner Umwelt – und der der Hörerinnen und Hörer.

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