Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

PODCAST · society

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

"Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über ihre Erlebnisse sprechen. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.

  1. 11

    Folge 11: Verurteilt ohne Knast - Auf Bewährung

    Bewährung statt Knast: Wie Bewährungshilfe undTäter-Opfer-Ausgleich wirklich wirkenBewährung ist mehr als ein juristischer Begriff, sie entscheidet oft darüber, ob ein Leben stabil bleibt oder endgültig aus der Spur gerät. In dieser Folge von Mitbestraft spricht Monika Fröwis mit einem Experten der Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg über die Bewährungsstrafe, den Alltag der Bewährungshilfe und die Frage, was passiert, wenn Auflagen nicht eingehalten werden. Es geht um Kriminalprognose und Sozialprognose, um Rückfallrisiken, Widerruf und darum, warum Täterarbeit immer auch Opferschutz bedeutet. Dazu gibt es Einblicke in das Entlassmanagement nach der Haft und warum Resozialisierung häufig schon vor der Entlassung beginnt.Zu Gast: Herr Topolic von der Bewährungs- und Gerichtshilfe FreiburgHerr Topolic arbeitet seit 2009 in der Bewährungshilfe und ist damit seit vielen Jahren nah dran an den Bruchstellen und Chancen im Leben Verurteilter. Er ist nicht nur in der Bewährungshilfe tätig, sondern auch in der Gerichtshilfe, im Täter-Opfer-Ausgleich und war zeitweise in einem Projekt zur Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen eingebunden. Als Multiplikator verantwortet er zudem das Thema Schuldenregulierung, ein Bereich, der in vielen Bewährungsverläufen eine zentrale Rolle spielt. Sein Arbeitsalltag: viele Gespräche, ein klarer Rahmen und der ständige Balanceakt zwischen Hilfe und Kontrolle.Was Bewährung leistet und wo es kritisch wirdKlar wird: Eine Freiheitsstrafe kann nur dann zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn sie nicht über zwei Jahre liegt, alles darüber muss in der Regel vollstreckt werden. Entscheidend ist die Prognose des Gerichts, also ob jemand sich künftig straffrei führen wird. Herr Topolic beschreibt die Bewährungshilfe als Spagat zwischen Unterstützung und Berichtspflicht an das Gericht, setzt aber auf Transparenz, damit Verantwortung beim Klienten bleibt. Besonders eindrücklich ist seine Einordnung: "Wenn wir Täterarbeitbetreiben, betreiben wir gleichzeitig damit auch immer automatisch einen gewissen Teil an Opferschutz." Auch Zahlen werden genannt: In Baden-Württemberg lag die Widerrufsquote 2024 bei 17,1 Prozent, also schaffen es über 80 von 100 Bewährungsprobanden, die Bewährungszeit ohneWiderruf zu bestehen. Gleichzeitig wird deutlich, wie riskant mehrere parallele Bewährungen sein können, weil bei Widerruf schnell ein Dominoeffekt entsteht und aus wenigen Monaten Haft mehrere Jahre werden.Weiterdenken: Täter-Opfer-Ausgleich, Entlassmanagement und EhrenamtDie Folge gibt außerdem einen praxisnahen Einblick in den Täter-Opfer-Ausgleich als freiwilliges Verfahren, meist beauftragt durch die Staatsanwaltschaft. Ziel ist eine außergerichtliche Einigung, Verantwortungsübernahme und Wiedergutmachung, im besten Fall kann das Verfahren eingestellt oder strafmildernd berücksichtigt werden. Thema ist auch das Entlassmanagement mit der JVA Freiburg, um Übergänge aus der Haft in Wohnen, Beratung und Alltag besser zu organisieren. Zum Schluss weist Herr Topolic auf die ehrenamtliche Bewährungshilfe hin: In Baden-Württemberg gibt es fast so viele Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, sie übernehmen echte Fallverantwortung und werden dafür sorgfältig ausgewählt und begleitet.Erwähnte Kontakte und Verweise aus der Folge- Podcast-E-Mail für Rückmeldungen: [email protected] Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg (Anlaufstelle und Infos, unter anderemzu Außenstellen und Aufgabenbereichen): Homepage der Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg- Hinweis aus dem Gespräch: Kontakt zur ehrenamtlichen Bewährungshilfe kann über die Einrichtung hergestellt werden: [email protected] Einrichtungsleiter Herr Markus Lausch

  2. 10

    Folge 10: In Beziehung trotz Knast – Eine (Ex-) Partnerin erzählt

    Wenn der Partner in Haft ist: Zwischen Hoffnung, Alltag und NeuanfangPlötzlich steht die Polizei vor der Tür, und von einem Moment auf den anderen ist alles anders: In dieser Folge von Mitbestraft, dem Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg, erzählt Frau L. offen, was es heißt, wenn der Partner in Haft ist und man als Angehörige scheinbar gleich mit verurteilt wird. Es geht um Schock und Organisation im Ausnahmezustand, um Kontakt zur JVA unter Corona-Bedingungen, um finanzielle Unsicherheit, Patchwork-Alltag mit kleinen Kindern und die große Frage: Wie lange trägt eine Beziehung trotz Inhaftierung und was braucht es, damit Kinder in dieser Zeit gut begleitet werden?Frau L.: Patchwork-Mama zwischen Baustelle, Baby und BehördenFrau L. lernt ihren damaligen Partner über eine Baustelle kennen, ein Jahr später folgt die Inhaftierung, für sie völlig unerwartet, hochschwanger und mit zwei Kindern aus erster Ehe. Während ihr Partner direkt in Strafhaft kommt, organisiert sie Unterlagen, Anwalt, klärt parallel Alltag und Betreuung. Später kommen zwei gemeinsame Kinder dazu, dazu das Leben als große Patchworkfamilie mit insgesamt fünf Kindern. Frau L. schildert, wie sie versucht, Stabilität zu halten, Verantwortung zu tragen und zugleich nicht sich selbst zu verlieren.Was bleibt, wenn Hoffnung an Grenzen stößtIm Gespräch wird deutlich, wie schwer Vertrauen wiegt, wenn Straftaten, Schulden und frühere Bewährung erst nach und nach sichtbar werden. Frau L. beschreibt ihre Hoffnung, dass Haft ein Wendepunkt sein könnte: „Meine Hoffnung war mit der Inhaftierung, dass er es vielleicht merkt, dass es so nicht weitergeht." Gleichzeitig erlebt sie, wie sich Gespräche und Einsichten im Vollzug später nicht im Alltag fortsetzen. Besuche sind wegen Corona kaum möglich, stattdessen gibt es Skype-Termine und viele Briefe, die teils verschwinden oder verzögert werden. Beeindruckend ist ihr Durchhaltevermögen: Sie schreibt wiederholt ans Justizministerium, weil sie Verlegung und Umgang als willkürlich empfindet. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Unterstützung auch Klarheit schaffen kann, inklusive Trennung, und dass Ruhe für die Kinder manchmal der größte Gewinn ist.Erwähnte Anlaufstellen und Hinweise aus der Folge- SKM Freiburg Straffälligenhilfe, Podcast „Mitbestraft" (Kontakt): [email protected] JVA Freiburg und Offener Vollzug Emmendingen (Themen: Freigang, Verlegung, Telefonie, Skype-Regelungen)- Rechtsanwalt für Strafrecht als frühe Unterstützung bei Haftantritt und Verfahren- Justizministerium: schriftliche Beschwerde kann Wirkung zeigen, wenn Angehörige Unstimmigkeiten vermuten- Paarberatung und systemische Familienhilfe als Unterstützung in der Patchwork- und Krisensituation- Schule, Lehrer, Betreuung: informiertes Umfeld entlastet Kinder und schafft Sicherheit

  3. 9

    Folge 9: Therapie hinter Gittern - Der Maßregelvollzug

    Eine schwere Straftat und plötzlich taucht ein Begriff auf, der viele erst einmal ratlos macht: Maßregelvollzug. In dieser Folge von Mitbestraft erklärt Danny Ochs aus der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Emmendingen, was hinter dem Maßregelvollzug steckt, wie sich dieser von der Inhaftierung in der JVA unterscheidet und warum es dabei nicht um Strafe, sondern um Besserung und Sicherung geht. Es geht um Schuldunfähigkeit, um den Weg vom Ermittlungsverfahren über die Unterbringung nach StPO bis zur Entlassung, und um die Frage, was Angehörige wissen sollten, um besser einordnen zu können, wie Krankheit, Tat und Rückfallrisiko zusammenhängen.Gast: Danny Ochs, Sozialarbeiter und systemischer Therapeut in der ForensikDanny Ochs arbeitet seit zehn Jahren in der Forensik, zunächst im forensischen Sozialdienst, seit fünf Jahren in therapeutischer Funktion. Er beschreibt, wie ihn das Feld gepackt hat: die Kombination aus Psychiatrie, juristischen Rahmenbedingungen und der zentralen Frage, wie sich Lebensgeschichten so zuspitzen können, dass es zu schweren Straftaten kommt. Seine Perspektive ist geprägt von beidem: therapeutischer Straftatbearbeitung und sozialarbeiterischer Praxis, die beim Übergang in ein stabiles Leben nach der Unterbringung oft entscheidend wird.Was im Maßregelvollzug zählt und warum das Ende nicht im Kalender stehtEin Kernsatz der Folge: Im Maßregelvollzug geht es nicht um Bestrafung. Stattdessen greift der Staat ein, wenn jemand wegen einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war, aber weiterhin eine Gefährlichkeit bestehen kann. Danny Ochs macht deutlich, wie stark gerade Psychosen die Wahrnehmung verändern können, bis hin zu scheinbar logischen Reaktionen auf eine krankhaft erlebte Realität. Wichtige Aussagen aus dem Gespräch: „Das sind keine Monster, das sind Menschen mit Lebensgeschichten." Und über den therapeutischen Auftrag: „Das Ziel meiner Arbeit ist, dass der Mensch versteht, wie kam es zu dieser Straftat und was hat es mit der Erkrankung zu tun." Daraus entsteht Rückfallprävention ganz praktisch, etwa durch passende Lebensgestaltung, Medikamenten-Compliance oder das Vermeiden destabiliserender Faktoren wie Nachtarbeit. Auch die Unterschiede der Paragrafen werden greifbar: §63 StGB (psychiatrische Erkrankung, Dauer nach oben offen, jährliche Prüfung) und §64 StGB (Sucht, auf zwei Jahre begrenzt, Erfolgsaussicht erforderlich).Hilfreiche Verweise und Anlaufstellen aus der Folge• Podcast-Kontakt: [email protected]• Begriffe zum Nachlesen: Maßregeln der Besserung und Sicherung, §63 StGB, §64 StGB, Unterbringung nach Strafprozessordnung (U-Haft-ähnlich)• Genannter Fall zur Einordnung von Verhältnismäßigkeit und externen Gutachten: Fall Mollath (zur eigenen Recherche)

  4. 8

    Folge 8: Der Vater meiner Tochter in Haft – Eine Mutter erzählt

    „Ich kann nichts dafür – warum sollte ich mich schämen?"Frau B. berichtet, wie sie schon Jahre vor der Inhaftierung als alleinerziehende Mutter zwei Kinder großgezogen hat und dennoch den Kontakt zwischen Tochter und Vater konsequent gefördert hat. Obwohl die Paarbeziehung längst beendet war, war ihr wichtig, dass die Tochter „ihren Papa lieben darf". Sie beschreibt den Moment, als sie von der Inhaftierung erfuhr, die schweren ersten Tage zu Hause auf dem Sofa mit ihrer völlig aufgewühlten Tochter und warum für sie von Anfang an klar war: Es wird nichts erfunden, es gibt keine Ausreden, keine Schein-Geschichten. Haft, Gefängnis und Tat werden benannt – altersgerecht, aber ehrlich. Parallel dazu ringt sie mit eigener Wut: darüber, dass der Vater seiner Verantwortung gegenüber Partnerin und Kindern nicht gerecht wurde und „nichts an seinem Lebensstil geändert" hat. Zwischen Wut, Verantwortung und Ehrlichkeit: Wie eine Mutter die Haft des Ex-Partners mit ihrer Tochter bewältigtWie geht man als Mutter damit um, wenn der Vater des eigenen Kindes im Gefängnis landet – und man selbst trotzdem Brücke und Halt für das Kind bleibt? In dieser Folge von „Mitbestraft – im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" erzählt Frau B., wie sie ihre Tochter durch die Inhaftierung des Vaters begleitet hat. Es geht um die besondere Belastung von Angehörigen, um Scham, Wut und Loyalitätskonflikte, um offene Kommunikation mit Kindern über Haft und Kriminalität und um das, was sie heute als wichtigste Ressource sieht: Selbstfürsorge und Klarheit in der eigenen Verantwortung.Offene Worte statt Lügenmärchen – wie Kinder Wahrheit aushalten könnenZentral in diesem Gespräch ist der Umgang mit der Frage: Sagt man Kindern, dass der Vater im Gefängnis ist? Frau B. schildert, warum sie sich bewusst gegen Vertuschen und „Auslands-Storys" entschieden hat und wie sehr sie ihrer damals elfjährigen Tochter vertraut hat. Sie beschreibt, wie ihre Tochter zunächst vorsichtig mit Freundinnen umging, nach und nach aber selbst offen über die Inhaftierung sprach – ein Prozess, der auch durch den ehrlichen Umgang in der Familie und gegenüber der Schule (bis hin zu Freistellungen für Besuche) möglich wurde. Gleichzeitig wird deutlich, welche emotionalen Spuren U-Haft hinterlässt, wenn sich Vater und Kind nur hinter Glas sehen können und körperliche Nähe fehlt.„Es ist nicht meine Schuld" – Wichtige Sätze für AngehörigeIm Rückblick formuliert Frau B. klare Botschaften für andere Angehörige von Inhaftierten. Sie beschreibt, wie sie sich zeitweise schuldig fühlte („Wenn ich nicht auf dieses Wochenende bestanden hätte..."), und wie wichtig es war, sich innerlich davon zu lösen: Verantwortung für die Straftat liegt allein beim Inhaftierten. Sie betont, wie entscheidend Selbstfürsorge ist, um nicht völlig auszubrennen: eigene Bedürfnisse wahrnehmen, Grenzen setzen, sich nicht in die Verantwortung für die Tat hineinziehen zu lassen. Neben der emotionalen Belastung spricht sie auch über finanzielle Folgen der Inhaftierung, Spannungen in der Pubertät der Tochter, Rollenwechsel und Ablösungsprozesse – und darüber, dass eine enge Mutter-Tochter-Beziehung durch Ehrlichkeit zwar konfliktreich, aber auch tragfähig bleiben kann.Für alle, die mehr Unterstützung brauchenIm Gespräch wird auf verschiedene Unterstützungsangebote für Angehörige von Inhaftierten hingewiesen, die in den Shownotes der Podcastreihe näher verlinkt werden:- Spezialisierte Beratungsstellen für Angehörige von Inhaftierten (z. B. Straffälligenhilfe des SKM Freiburg: https://www.skm-freiburg.de)- Online-Beratungs- und Chatangebote für Angehörige:https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/straffaelligkeit/start- https://www.juki-online.de/- https://www.knastforum.de/

  5. 7

    Folge 7: Auszeit für Kinder von Inhaftierten - die Ferienfreizeit des SKM

    Ferien vom Gefängnisalltag: Wie Kinder von Inhaftierten in der Freizeit aufblühenMitten im Schwarzwald, ohne Handyempfang, dafür mit Kuhweiden, Lagerfeuer und viel Lachen: In dieser Folge von „Mitbestraft – im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" spricht Monika Fröwis mit Ramon vom SKM Bruchsal über die Ferienfreizeit für Kinder von Inhaftierten.Seit fast 20 Jahren bietet diese Ferienfreizeit Kindern aus belasteten Familiensituationen eine Woche Auszeit, Abenteuer und Gemeinschaft – kostenlos, gut betreut und fernab von Stigma und Scham. Es geht um Beziehungsarbeit, Freundschaften, kreative Werkstätten, um Heimweh und Vertrauen, um die Rolle der Straffälligenhilfe und darum, wie wichtig solche stabilen, wiederkehrenden Angebote für Kinder aus Familien mit Haft-Hintergrund sind. Familien, die einen Bezug zu einer JVA oder zum SKM haben, sind ausdrücklich eingeladen, ihre Kinder anzumelden.Ramon – vom Zeltlagerkind zum Herz der KinderfreizeitRamon arbeitet in der Straffälligenhilfe des SKM Bruchsal und organisiert inzwischen maßgeblich die Kinderfreizeit, die von seiner Vorgesetzten Petra Schaab ins Leben gerufen wurde. Geprägt durch eigene Erfahrungen in Jugend- und Zeltlagern, ist ihm die Ferienfreizeit zur echten Herzensangelegenheit geworden. Er koordiniert die Anmeldungen, hält Kontakt zu Familien aus Bruchsal, Freiburg, Mannheim und Offenburg, plant Programm und Betreuungsteam und begleitet die Kinder vor Ort. Besonders berührt ihn, wie Kinder, die mit sieben oder acht Jahren starten, über Jahre immer wiederkommen, später als Hilfsbetreuer*innen mitfahren und so ihren Weg in Richtung sozialem Engagement finden.Mehr als Basteln: Angebote, Aktivitäten und der Wert von ErfolgserlebnissenÜber viele Jahre war die Kinderfreizeit durch die Kinderlandstiftung gefördert und daher stark handwerklich geprägt. Entstanden ist ein vielseitiges Programm mit Nähwerkstatt, Holzbau, Schmuckwerkstatt, Speckstein und Batiken. Kinder nähen Kissen, Turnbeutel oder riesige Kuscheltiere, bauen Vogelhäuser, schleifen Steine oder gestalten eigene Projekte – bis hin zur selbstgenähten Stoff Toilette. Ramon betont, wie wertvoll diese Erfolgserlebnisse für Kinder sind, die im Alltag oft wenig Anerkennung erfahren. Daneben sorgen Outdoor-Pädagog*innen für Kletteraktionen im Wald, Seilbahnen und eine heiß umkämpfte „Bogenschieß-Weltmeisterschaft", bei der jedes Kind für ein selbst gewähltes Land antritt. Der Tagesablauf verbindet Struktur und Freiheit: vormittags Werkstätten oder Programm, nachmittags Aktionen, abends gemeinsame Rituale. Die Kinder helfen beim Kochen, Abwasch und Aufräumen – „wie auf einem großen Familienausflug" – und lernen nebenbei Verantwortung und Alltagskompetenzen.So können Familien ihr Kind anmelden und weitere Infos finden:Ansprechpartner ist der SKM Bruchsal, e-mail: [email protected] Familien können sich direkt dort melden oder über ihren örtlichen SKM (z.B. Freiburg, Mannheim, Offenburg).Es gibt ein erstes Kennenlerngespräch, in dem Abläufe, Besonderheiten, Allergien und Medikamentengabe besprochen werden. Die Freizeit findet jeweils im August statt (Termin 2026:17.–24. August, Montag bis Montag). Die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos; Eltern tragen nur das Taschengeld (ca. 10 Euro) und die An- und Abreise zum gemeinsamen Bus. Kontakt zum Podcast: per E-Mail an die im Abspann genannte Adresse [email protected] um Fragen zu stellen oder an Ramon weitervermittelt zu werden.

  6. 6

    Folge 6: Strafe muss sein! - Muss Strafe sein?

    In dieser Folge begrüßen wir Humberto, einen ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Straffälligenhilfe und Juristen mit Schwerpunkt Strafrecht. Gemeinsam sprechen wir über die verschiedenen Dimensionen von Strafe, deren Entwicklung im historischen und internationalen Vergleich sowie die oft unsichtbaren Folgen für die Angehörigen von Inhaftierten.Beschreibung des GastesHumberto stammt ursprünglich aus Kolumbien, hat dort Rechtswissenschaften studiert und sich schon früh auf das Strafrecht spezialisiert. Nach einem Jahr in der kolumbianischen Justiz wechselte er für ein Masterstudium nach Deutschland. Derzeit promoviert er zum Thema Strafmaß in Deutschland, engagiert sich ehrenamtlich beim SKM Freiburg und bringt durch seine internationale Perspektive spannende Einblicke in die Diskussion um Strafe und Resozialisierung.Die wichtigsten Themen der FolgeStrafe im Wandel der Zeit: Wir beleuchten, dass Strafe historisch und kulturell sehr unterschiedlich verstanden und ausgestaltet wurde. Die gängigen Freiheits- und Geldstrafen sind vor allem im westlichen Raum und in der Moderne verbreitet.Westlicher versus lateinamerikanischer Strafvollzug: Humberto erklärt die Unterschiede zwischen dem deutschen und kolumbianischen System. Während auf dem Papier vieles ähnlich geregelt ist, gibt es in der Praxis – etwa bei der Höhe des Strafmaßes und den Haftbedingungen – gravierende Abweichungen.Rolle der Angehörigen – Mitbestrafung: in zentrales Thema unseres Podcasts: Welche Auswirkungen hat Inhaftierung auf das Umfeld des Täters, insbesondere auf Familienangehörige und Kinder? Humberto schildert seine Erfahrungen, die er bei der Betreuung der Kinder macht und wie sich sein Blick auf das Thema Strafe erweitert hat.Resozialisierung und Sinn der Strafe: Wir diskutieren, wie sich der Gedanke der Resozialisierung erst relativ spät herausgebildet hat und warum eine humane Perspektive in der Justiz wichtig ist. Themen wie Abschreckung, zweite Chancen und gesellschaftlicher Umgang mit Straffälligen werden kritisch beleuchtet.Der Ermessensspielraum von Richtern: Humberto erläutert, wie im deutschen, aber auch im kolumbianischen Strafrecht das genaue Strafmaß oftmals im Ermessen des Richters liegt – und wie dies zu unterschiedlichen Urteilen führen kann.Prägnante Zitate aus dem Podcast„Die Angehörigen sind definitiv mitbestraft."„Das, was wir heute unter Strafe verstehen, ist historisch betrachtet eine Besonderheit."„In Kolumbien sind die Gefängnisse überfüllt – echte Resozialisierung ist dort kaum möglich."„Eine Strafe ist für mich kein endgültiges Urteil über eine Person."„Kinder sind trotz dieser schwierigen Situation einfach Kinder – voller Lebensfreude."Im Podcast angesprochene Links und WebseitenSKM Freiburg - Straffälligenhilfe: https://www.skm-freiburg.deKontakt per E-Mail:[email protected] zur JVA Freiburg: https://www.jva-freiburg.deÜber den PodcastIm Podcast „Mitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" sprechen wir über die Auswirkungen der Inhaftierung auf Familien, Partner*innen und Kinder. Wir geben Raum für persönliche Erfahrungen, stellen Hilfsangebote vor und diskutieren gesellschaftliche Hintergründe. Unser Ziel ist es, Betroffene zu vernetzen, Verständnis zu schaffen und auch die juristischen und sozialen Fragen rund ums Thema „Mitbestraft sein" zu beleuchten.

  7. 5

    Folge 5: Mein Vater zum zweiten Mal in Haft – Eine Tochter erzählt

    In dieser Folge von „Mitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" sprechen wir mit Frau B., einer jungen Frau, die bereits zweimal die Inhaftierung ihres Vaters als Kind und als Erwachsene miterlebt hat.Gemeinsam reflektieren wir, wie sie diese Zeit als Kind und später als Erwachsene erlebte, welche Herausforderungen auf sie und ihre Familie zukamen und wie sie es geschafft hat, trotz aller Belastungen ihren Weg zu gehen. Im Zentrum steht der Umgang mit Scham, die offene Kommunikation in der Familie, die Bedeutung von Unterstützung und wie sich Beziehungen durch die Haft verändern.Unser Gast: Frau B.Frau B. ist mittlerweile Ende zwanzig und arbeitet im sozialen Bereich. Sie ist Tochter eines mehrfach inhaftierten Vaters und berichtet offen über ihre Erfahrungen als Kind und als erwachsene Frau. Nach der zweiten Inhaftierung suchte sie Unterstützung beim SKM Freiburg und engagiert sich für einen offenen Dialog über die Auswirkungen von Haft auf Angehörige. Frau B. gibt im Gespräch sehr persönliche Einblicke in familiäre Dynamiken und den Einfluss der Haftzeit auf ihr eigenes Leben und ihr Erwachsenwerden.Die wichtigsten Themen der FolgeOffenheit in der Familie: Wir sprechen darüber, wie in Frau B.s Familie von Anfang an offen mit der Inhaftierung des Vaters umgegangen wurde. Ihr wurde die Wahrheit altersgerecht vermittelt, was ihrer Entwicklung und dem familiären Zusammenhalt geholfen hat.Kindliche Entzauberung und Erwachsenwerden: Frau B. beschreibt, wie durch die Haft der „Heiligenschein" des Vaters verloren ging und sie gezwungen war, ihren Vater und ihre Familie neu zu betrachten und als Tochter erwachsen zu werden.Herausforderungen und Belastungen für Angehörige: Die Folge beleuchtet eindrücklich, wie viele organisatorische, emotionale und bürokratische Herausforderungen mit einer Inhaftierung verbunden sind. Frau B. berichtet, wie sie als erwachsene Tochter zur zentralen Ansprechpartnerin und „Kümmerin" wurde.Vorurteile, Scham und Umgang im Freundeskreis: Wir gehen darauf ein, welche Ängste es geben kann, wenn im Umfeld bekannt wird, dass ein Elternteil inhaftiert ist, und wie wichtig ein tragendes soziales Netzwerk und positive Erfahrungen mit Offenheit sind.Strategien und Unterstützung: Neben familiärem Rückhalt spricht Frau B. über die Bedeutung von Beratung und Therapie. Wir stellen heraus, dass externe Unterstützung, professionelle Hilfe und der Mut, Grenzen zu setzen, für Angehörige entlastend und bestärkend sind.Würdigung von Krisenkompetenz und Selbstfürsorge: Frau B. berichtet darüber, wie sie gelernt hat, zwischen Nähe und Distanz zu pendeln, abzuschalten und sich trotz eigener Belastung immer wieder Rückzugsräume zu schaffen.Prägnante Zitate aus dem Podcast„Ich glaube, jedes Kind erlebt irgendwann mal eine Entzauberung, was die Eltern angeht und der erste Schritt dieser Entzauberung war: Hey, dein Papa ist im Gefängnis und ist kein Heiliger."„Die Welt geht nicht unter. Selbst bei uns ist die Welt nicht untergegangen und es war wirklich kompliziert."„Der offene Umgang hat mir geholfen – und der Kontakt. Aber auch der Abstand."„Mir hat vor allem die Unterstützung durch den SKM und die Therapie geholfen, da durchzugehen."Im Podcast angesprochene Links und Webseitenwww.skm-freiburg.de (Straffälligenhilfe SKM Freiburg)Kontakt und Feedback: [email protected]Über den Podcast „Mitbestraft"Wir sprechen mit Angehörigen von Menschen in Haft über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Wege, sich Hilfe zu holen. Gemeinsam wollen wir Betroffenen eine Stimme geben, für Offenheit sorgen und Ressourcen zur Verfügung stellen. Jede Folge greift neue Themen und Fragestellungen auf – immer mit dem Ziel, Austausch und Unterstützung zu fördern.Abonnieren Sie unseren Podcast, um keine Folge zu verpassen.

  8. 4

    Folge 4: Partner*in im Knast…was nun? Erste Hilfe für Angehörige von Inhaftierten

    1. Kurze Zusammenfassung der Folge:In dieser Folge von „Mitbestraft im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" beschäftigen wir uns mit den wichtigsten ersten Schritten, die Angehörige nach der Inhaftierung eines Familienmitglieds unternehmen sollten. Wir möchten Betroffenen praktische erste Hilfestellungen geben, um Krisensituationen besser bewältigen und existenzielle Unsicherheiten abfedern zu können. Im Zentrum der Folge stehen sowohl emotionale als auch organisatorische Herausforderungen, die die Inhaftierung eines nahen Angehörigen mit sich bringt.2. Über die Beraterin Die Sozialarbeiterin und systemische Beraterin Monika Fröwis ist langjährige Mitarbeiterin der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg. Sie hat umfassende Erfahrung in der Begleitung und Beratung von Menschen, deren Angehörige inhaftiert wurden, und gibt in dieser Folge praxisnahe und einfühlsame Hinweise.3. Die wichtigsten Themen der FolgeSchock und Orientierungslosigkeit meistern: Wir sprechen darüber, wie die Nachricht von der Inhaftierung eines Familienmitgliedes oft als Schock erlebt wird und wie wichtig es ist, sich Zeit für die Verarbeitung zu nehmen, Unterstützung im nahen Umfeld zu suchen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.Über den Umgang mit Kindern: Wir geben Empfehlungen, wie Eltern mit ihren Kindern über die Inhaftierung offen und altersgerecht sprechen können und wie Routinen Sicherheit geben. Literaturtipps für Gespräche mit Kindern finden Sie in den Shownotes.Existenzsicherung: Wir erklären, wie wichtig es ist, Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld oder Unterhaltsvorschuss zu überprüfen und bei den zuständigen Stellen die Inhaftierung rechtzeitig mitzuteilen. Wir erläutern, wie und warum eine Haftbescheinigung benötigt wird und worauf bei der Krankenversicherung zu achten ist.Kommunikation und Kontakt zur inhaftierten Person: Wir stellen die Unterschiede zwischen Untersuchungs- und Strafhaft vor und geben Hinweise zu Besuchsmöglichkeiten, Briefkontakt und aktuellen Möglichkeiten für Videotelefonate. Außerdem erklären wir, warum zunächst häufig keine Informationen zur Inhaftierung herausgegeben werden können.Unterstützende Materialien: Wir geben hilfreiche Literatur- und Broschürenempfehlungen und weisen auf Angebote für Beratungen und Netzwerke für betroffene Familien hin.4. Im Podcast angesprochene Links und WebseitenOnline-Beratung für Angehörige von Inhaftierten:www.caritas.de/angehoerige_von_straffaelligenhttps://treffpunkt-nbg.assisto.online/https://www.gesaonline.de/unterstuetzungsangebote/navi-navi-projekt/Literaturempfehlung :Heike Clephas „Mann im Knast – Was nun?  Ratgeber für Angehörige von Inhaftierten und Haftentlassenen“, zu beziehen über den Verein Chance Münster: www.chance-muenster.deKinderbücher:- „Wie Schokopudding und Spaghetti“ (Treffpunkt e.V. Nürnberg)- „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“ (Europäisches Forum für angewandte Kriminalpolitik, ISBN 978-3-00 051117-2), ein Bilderbuch zum Lesen mit Kindern von 3 bis 7 Jahren- „Dinos Papa lebt auf einer einsamen Insel“ (Herausgeberin Stadt Freiburg, psychologische Beratungsstelle) von 3 bis 7 Jahren- „Im Gefängnis“ ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus, empfohlen für Kinder ab 8 JahrenBroschüre „Partner in Haft. Was nun?“Netzwerk Kinder von Inhaftierten/kvi des Vereins Treffpunkt Nürnberg e.V.: www.netzwerk-kvi.de/haft/ Informationen zu Besuchen und Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen JVA:Homepage der jeweiligen Justizvollzugsanstalt (JVA), Rubrik „Informationen für Angehörige"SKM Freiburg:www.skm-freiburg.deKontakt zum Podcast:E-Mail: [email protected]

  9. 3

    Folge 3: Drinnen und Draußen – Dazwischen die Mauer

    In dieser Folge sprechen wir mit Frau K., deren erwachsener Sohn inhaftiert war. Sie berichtet offen und eindrucksvoll von ihren Erfahrungen als Mutter eines Gefangenen und schildert, mit welchen Herausforderungen Angehörige konfrontiert sind – von der ersten Nachricht über die Festnahme bis hin zur Organisation und Durchführung von Besuchen während der Haftzeit. Dabei beleuchten wir besonders die Informationslage, bürokratische Hürden und die emotionale Belastung für die Angehörigen.Beschreibung des GastesUnser heutiger Gast ist Frau K., Mutter eines erwachsenen Sohnes, der inhaftiert war und inzwischen auf Bewährung entlassen ist und eine Therapie statt Strafhaft absolviert. Frau K. gewährt uns einen ehrlichen Einblick in die Gefühle, Sorgen und praktischen Schwierigkeiten, mit denen sie als Mutter konfrontiert war – von der überraschenden Festnahme bis zur Organisation des Alltags für ihren Sohn hinter Gittern.Die wichtigsten Themen der FolgeDie erste Konfrontation mit der Situation: Frau K. schildert anschaulich, wie plötzlich und für sie völlig unerwartet die Inhaftierung ihres Sohnes erfolgte, inklusive Hausdurchsuchung und der schwierigen ersten Informationsbeschaffung.Informationsfluss und bürokratische Hürden: Wir sprechen über die Schwierigkeiten, Auskünfte zu Aufenthaltsort, Anwälten und Abläufen zu bekommen. Frau K. berichtet von den Unsicherheiten bei Geldüberweisungen, dem Kontakt zum Anwalt und den bürokratischen Stolpersteinen bei Behördenanträgen und Paketversand.Kontaktaufnahme und Besuchsmöglichkeiten: Wir thematisieren, wie wenig Kontaktmöglichkeiten es zunächst gibt – etwa, dass Angehörige oft wochenlang auf Besuchsgenehmigungen warten müssen. Auch das Briefeschreiben, Telefonieren und die strengen Regeln für Besuche in Untersuchungs- und Strafhaft werden detailliert besprochen.Emotionale Belastungen: Frau K. berichtet, wie sie als Mutter mit Gefühlen wie Schuld, Trauer und Ohnmacht ringt, und wie wichtig es ist, die Verantwortung beim/bei der Inhaftierten zu lassen. Trotz aller Schwierigkeiten erzählt sie, wie ihr Sohn durch die Haft neue Perspektiven entwickelte und die Zeit als Chance begreifen konnte.Praktische Tipps für andere Angehörige: Im Gespräch gibt Frau K. zahlreiche Hinweise, etwa zur Paketgröße, zum Geldtransfer, zum Mitgeben von Briefmarken oder zu den Internetseiten der JVA. Sie plädiert für Gelassenheit und die Hoffnung, dass schwierige Situationen besser werden können.Prägnante Zitate aus dem Podcast„Das war eine Katastrophe, es ist unerwartet passiert."„Für alles muss er eine Genehmigung bekommen. Und diese Genehmigungen, das braucht ja alles Zeit."„Man kann den Häftling nicht anrufen. Der Häftling kann nur jemanden draußen erreichen, telefonisch."„Ruhe bewahren. Das ist doch nicht das Ende der Welt. Auch wenn man es so empfindet."„Man gibt sich selber auch Schuld. Und das sind sehr bohrende und zehrende Fragen."„Es gibt für alles eine Vorschrift – aber niemand weiß alles und die Uhren gehen drinnen anders."Im Podcast angesprochene Links und WebseitenJVA Freiburg (Informationen für Angehörige zu Besuchen und Geldüberweisungen):www.jva-freiburg.deStaatsanwaltschaftFreiburg (Beantragung Besuchserlaubnis U-Haft)[email protected] Freiburg - Straffälligenhilfe:www.skm-freiburg.deFür E-Mail-Kontakt zum Podcast: [email protected]Über den PodcastMitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten ist der Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg. Wir sprechen mit Angehörigen von Menschen in Haft über deren Erlebnisse und Herausforderungen.

  10. 2

    Folge 2: Papa im Knast – (Wie) sag ich´s meinem Kinde?

    In dieser bewegenden zweiten Folge sprechen wir mit einer betroffenen Mutter darüber, wie sie und vor allem ihre zwei kleinen Kinder die plötzliche Inhaftierung des Familienvaters erlebt haben. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie spricht man kindgerecht über die Inhaftierung eines Elternteils, wie bewältigt man die Situation und wie können Kinder damit aufwachsen, ohne seelischen Schaden zu nehmen? Wir geben ganz praktische Einblicke und wertvolle Tipps für betroffene Familien und Fachkräfte.Kurzbeschreibung unseres Gastes:Unser Gast Frau K. ist Mutter von zwei Kindern und berichtet aus eigener Erfahrung, wie sie und ihre Familie die Haftzeit ihres Partners und Vaters ihrer Kinder bewältigt haben. Sie erzählt offen und ehrlich, wie sie mit ihren Kindern über die Inhaftierung gesprochen hat, welche Herausforderungen es gab – und welche Wege für sie hilfreich waren.Die wichtigsten Themen der Folge:Die Inhaftierung aus Sicht der Angehörigen: Frau K. schildert emotional, wie die Verhaftung ihres Partners sie und ihre Kinder überrascht und überrollt hat. Sie thematisiert den ersten Schock und die praktischen Fragen, die direkt danach auftauchen – aber auch die eigene Überforderung und Unsicherheit.Offener Umgang mit Kindern: Wir sprechen darüber, ob, wann und wie man kleinen Kindern die Wahrheit sagt. Frau K. berichtet, warum es ihr wichtig war, ehrlich zu ihren Kindern zu sein und wie sie kindgerechte Worte fand – unterstützt durch spezielle Kinderbücher zu dem Thema.Unterstützungsangebote und Bücher für betroffene Familien: Vorgestellt werden hilfreiche Materialien und Kinderbücher wie „Wie Schokopudding und Spaghetti“, „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“ und „Dinos Papa lebt auf einer einsamen Insel“. Diese unterstützen Eltern, mit Kindern über das schwierige Thema Gefängnis kindgerecht ins Gespräch zu kommen.Besuchsalltag und Corona-Krise: Wir sprechen über die, organisatorischen und emotionalen Hürden der ersten Gefängnisbesuche, wie Corona den Familienkontakt erschwerte, welche Rolle Videoanrufe gespielt haben und wie wichtig regelmäßige Kontakte für die Kinder waren.Umgang mit dem Umfeld und Institutionen: Offenheit als Chance: Wir diskutieren, wie viel Offenheit gegenüber KiTa, Familie und anderen Bezugspersonen möglich und hilfreich ist – und welche Erfahrungen Frau K. mit ihrer Haltung gemacht hat.Prägnante Zitate aus dem Podcast:„Ich wollte wirklich vermeiden, dass mein Kind denkt, der Papa hat kein Interesse mehr an ihm oder hat es nicht mehr lieb.“„Für mich war es eine Erleichterung, ehrlich zu sein – dem Kind ein Bild zu geben, wie es dem Papa geht.“„Ich denke, Kinder spüren ganz viel – auch, wenn man ihnen etwas verschweigt.“„Im Nachhinein bin ich froh, dass ich zu meiner Tochter ehrlich war – die Haftzeit hatte ein Ende, und wir konnten immer Kontakt halten.“„Es ist wichtig, dass Kinder sich nicht für die Situation ihrer Eltern schämen müssen.“Links und Materialien aus dem Podcast:Treffpunkt e.V. (Nürnberg) – Materialien für Angehörige: https://www.treffpunkt.nuernberg.de/Kinderbücher:- „Wie Schokopudding und Spaghetti“ (Treffpunkt e.V.)- „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“ (Europäisches Forum für angewandte Kriminalpolitik, ISBN 978-3-00-051117-2)- „Dinos Papa lebt auf einer einsamen Insel“ (Herausgeberin Stadt Freiburg, psychologische Beratungsstelle)Kontakt zur Straffälligenhilfe des SKM Freiburg: [email protected] oder [email protected]

  11. 1

    Folge 1: Warum diesen Podcast

    In der ersten Folge des Podcasts „Mitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten“ gibt Monika Fröwis, systemische Beraterin und Sozialarbeiterin beim SKM Freiburg, eine Einführung in das Thema.Der Podcast beleuchtet die oft unbeachtete Situation von Familienangehörigen Inhaftierter, die durch die Inhaftierung eines Familienmitglieds resultierenden Herausforderungen und die emotionale Belastung der Angehörigen.Der Podcast zielt darauf ab, das Tabuthema Inhaftierung in den gesellschaftlichen Diskurs zu bringen.Statistiken und RealitätenIn Deutschland gibt es etwa 180 Justizvollzugsanstalten, der Großteil der Inhaftierten sind Männer. Angehörige, insbesondere Frauen, bleiben oft im Verborgenen und müssen mit Scham und Schuldgefühlen umgehen.Emotionale Belastung der AngehörigenDie Inhaftierung eines Familienmitglieds hat weitreichende Auswirkungen auf das soziale Umfeld, was zu Veränderungen in den Lebensumständen führt. Besonders herausfordernd ist die Situation für die Kinder, die oft mit Unwahrheiten über den Verbleib eines Elternteils konfrontiert werden.Unterstützungsangebote für BetroffeneDer SKM Freiburg bietet Einzelberatungen und Gruppentreffen für Angehörige von Inhaftierten an. Diese schaffen eine wertvolle Möglichkeit für Austausch und Unterstützung in einem vertraulichen Rahmen.Webseite des SKM : www.skm-freiburg.deÜber den Podcast„Mitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten“ ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen der Betroffenen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über Ihre Erlebnisse sprechen und so anderen Betroffenen Mut machen können. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.

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"Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über ihre Erlebnisse sprechen. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.

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