PODCAST · arts
Pur und Ungesüßt - Der Künstler*innen Talk
by Stefan Pauser
In Pur und Ungesüßt - Der Künstler*innen Talk treffe ich spannende Persönlichkeiten aus der österreichischen Kunst- und Kulturbranche und spreche mit ihnen über ihr künstlerisches Schaffen, Höhen und Tiefen ihrer Karriere und über das Menschsein in all seinen Facetten. Was bewegt sie? Was treibt sie an? Wie sehen sie die Welt? Persönliche und politische Gespräche, die emotional berühren, unterhalten und zum Nachdenken einladen. Pur und Ungesüßt wird auf Radio Orange 94.0 ausgestrahlt und ist als Podcast auf allen gängigen Plattformen verfügbar.
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Matthias Gaeta: Content Creator, Influencer, Aktivist
Gute Laune und knallharter Aktivismus – geht sich das aus? Oh ja. Und wie!Online ist Matthias Gaeta längst eine fixe Größe mit stetig wachsender und sehr treuer Fanbase. Inzwischen ist er auch öfters im TV unterwegs und dabei immer laut, wenn’s unbequem wird.Was passiert, wenn ein Mitte-30-jähriger mehrgewichtiger, schwuler Influencer auf einen 72-jährigen pensionierten Personalberater mit zweifelhaften Wertvorstellungen trifft? Das war kürzlich in der ORF-Sendung “Ansichtssache - Was ist schon normal?” zu sehen. Eine echte Herausforderung für Matthias bei den queer-feindlichen, misogynen und rassistischen Aussagen seines Gegenübers ruhig zu bleiben: “Abseits einer Fernsehsendung diskutiere ich mit solchen Menschen ganz einfach nicht!”“Raw. Ungefiltert. Good Vibes. Mit Tiefgang.” So beschreibt Matthias sein Insta-Profil. Dass er ein grandioser Geschichtenerzähler ist und Menschen begeistern und mitreißen kann, stellt er regelmäßig in seinen Stories und Reels unter Beweis. Wohin geht seine Reise? “Am allerliebsten hätte ich eine Gute-Laune-Talk-Show mit Gästen und Musik!”photo credit (c) thecreatorsat
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Sophie Eidenberger: Kostüm- und Bühnenbildnerin
Was haben „Aal-Golf Hitler“, die Wiener Festwochen und ein post-apokalyptisches Wien gemeinsam? Richtig: Sophie Eidenberger hat bei allem ihre Finger im Spiel. Als Kostüm- und Bühnenbildnerin erzählt sie Geschichten über Bilder, Räume und Körper – ganz ohne Worte.Originalität und “harte Kunst”? Völlig überschätzt, findet Sophie. Entscheidend sind Konzept und Kontext. “Ich glaub immer weniger an diese Originalität. Wir leben ja nicht im luftleeren Raum. Wir leben mit den Referenzen und werden von ihnen beeinflusst.“ Eigentlich wollte Sophie Drehbuchautorin werden, doch ein Uni-Kurs bei einem Szenenbildner aus dem Umfeld von Werner Herzog machten Kostüm- und Setdesign zum Zentrum ihrer Arbeit.Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen führte sie ihr Weg u.a. zum ZDF Neo Magazin Royale, zum Thalia Theater Hamburg und zur Neuen Staatsoper Wien. Aktuell bereitet Sophie die zwei Nesterval-Produktionen "WALLDEN" und "DONAUGOLD" vor, die beide im Frühling Premiere feiern werden.photo credits (c) Nikolaus Adler
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Anne Wieben: Opernsängerin
Anne Wieben ist Opernsängerin, Schauspielerin, Executive Director einer Operncompany, Festivalleiterin von “Opera on the Lake” und Teil des legendären Nesterval-Ensembles. Dieses Jahr stand sie an der Neuen Staatsoper Wien auf der Bühne, tourte mit dem Orchester der Wiener Volksoper – und 2026 erscheint ein neuer Opernfilm mit ihr in der Hauptrolle.Im Gespräch erzählt sie, wie sich ihre Stimme über die Jahre entwickelt hat: „Mit 18 hast du keine reife Stimme. Ich habe 100 % stimmliche Sicherheit gefunden, als ich 30 war, aber in der Oper bist du als Sopranistin mit 35 schon alt. Das ist ein Problem.”Wie sie mit Kritik und veralteten Erwartungshaltungen umgeht? „Ich bin nicht hier, um jedem zu gefallen!“Anne schafft sich ihre eigenen Bühnen - sie bewegt sich mühelos zwischen Hochkultur und Kleinkunst und begeistert ihr Publikum auf großen Opernbühnen und in kleinen Off-Spaces. “Ich liebe beides und ich brauche beides!"photo credit (c) Kati Vertigo / Studio Yeah
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MARINA & THE KATS: Indie Swing Band
Marina & The Kats touren mit ihrem ganz speziellen Indie-Swing Sound durch die ganze Welt und katapultieren Swing-Musik in die Jetztzeit. Dieses Jahr war "die kleinste Bigband der Welt" für einen Amadeus Austrian Music Award nominiert. Die Band teilt nicht nur gemeinsame Werte, sondern auch das Schlagzeug: 3 von 4 Bandmitgliedern spielen Drums. Das Konzept “Shared Drums” ist inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden.Was sie an der Swing-Musik so fasziniert? "Dass die Schönheit und die Schirchheit so gut miteinander funktioniert. In der Swingmusik wurden sozialkritische Themen angesprochen und gleichzeitig wurde dazu getanzt."Die Blütezeit des Swing in den 1930ern und 1940ern war geprägt von weltpolitischen Turbulenzen - Parallelen zum aktuellen Weltgeschehen drängen sich auf. Ob jetzt wieder die Zeit für kritische Texte und tanzbare Sounds gekommen ist? "Haltung zeigen kommt nie aus der Mode!"photo credits (c) Tim Cavadini
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Stella Maria Barghouty: Sängerin
Mit 16 auf dem Weg nach ganz oben: Sängerin Stella Maria Barghouty. “Egal wo ich bin, ich suche immer die Bühne.”Und genau dadurch hat sich ihr Leben inzwischen komplett verändert. Auf einem Norwegen-Urlaub mit ihrer Familie singt Stella spontan bei einer Open-Mic-Night in einer Bar. Der Musikproduzent Martin Kleveland, der schon mit Lionel Richie, Jessie J und den Sugababes zusammengearbeitet hat, sitzt just an diesem Abend im Publikum und wird auf sie aufmerksam.Wenige Monate später ist das gemeinsame Werk fertig: 2026 erscheint Stellas Debütalbum mit Pop-Balladen und knalligen Dance Tracks.
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Mademoiselle Giselle: Drag Queen
"Drag hat mich gefunden!" Offen und mit einem Augenzwinkern spricht Mademoiselle Giselle über die Geschichte hinter ihrem neuen Namen, den Verlust ihres "Bordells" und ihren unermüdlichen Einsatz für die Wiener Drag-Szene. Als Mitbegründerin des Vereins rund um den „Lipstick Ball“ und die legendäre „Drag Of The Night“-Wahl fördert sie gemeinsam mit Sassica Rabbit, Lexi Labor und Miss Patty Fanny die nächste Generation queerer Kunst. Eine Folge über Glamour, Zusammenhalt und die Kraft, sich immer wieder neu zu erfinden.photo credits (c) Kevin Tuider/Uschi Pix
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Ruhmer: Musiker
Ruhmers musikalische Laufbahn begann am Schlagzeug – heute steht er ganz vorne auf der Bühne. Ruhmer war Live-Drummer bei der Band Oehl und tourte als Support Act mit Herbert Grönemeyer. 2023 veröffentlichte er sein Debütalbum "Cherryland", vor kurzem folgte das zweite Album: "Masterplan". Doch gibt es den eigentlich - den Masterplan für sein Leben?In dieser Folge sprechen wir über einschneidende Lebensentscheidungen, darüber, wann ein Werk wirklich fertig ist und Songs wie "Kill Me Now", die von toxischen Beziehungen erzählen und wie man sich davon befreit. Außerdem erzählt Ruhmer, wie er heute mit der Energie bei Live-Auftritten umgeht und warum er es liebt, sein Publikum zu erobern.
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Andreas Födinger / AF90: Musiker
Er ist seit zwei Jahrzehnten ein fixer Bestandteil der österreichischen Musikszene: Andreas Födinger ist Mitbegründer der legendären Band "Bilderbuch", langjähriger Schlagzeuger und Gitarrist und seit 2022 mit seinem neuen Projekt "AF90" unterwegs.Andreas weiß, was es für einen Hit braucht: "Das richtige Timing. Ich bin überzeugt, zwei Jahre früher hätte "Maschin" nicht den gleichen Impact gehabt."Wie man es nach so vielen Jahren im Geschäft schafft, die Leichtigkeit zu behalten? "Jeder Künstler hat Selbstzweifel, aber den Druck macht man sich ja nur selbst. Es ist ok einen Song nur für sich zu haben. Scheiß drauf, ob der im Radio gespielt wird oder ob jemand anderer ihn gut findet."Sein Geheimrezept: "Weniger darauf schauen, was anderen gefallen könnte oder gerade dem Zeitgeist entspricht, sondern das tun, was man selber geil findet!"photo credit (c) Liebentritt
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Tereza Kotyk: Regisseurin und Drehbuchautorin
„Ich hab manchmal das Gefühl, ich könnte aus allem eine Geschichte erzählen“, sagt Regisseurin und Drehbuchautorin Tereza Kotyk über ihren unbändigen Erzähldrang. Am 9. Mai kommt ihr neuer Film “Nebelkind - The End of Silence” in die österreichischen Kinos.Bildgewaltig und berührend erzählt Tereza die Geschichte von drei Frauen. Auf den Spuren eines entlaufenen Wolfes begibt sich die Wolfshüterin Hannah nur widerwillig in das tschechische Heimatdorf ihrer Großmutter, nahe der österreichischen Grenze. Hier lebt Hannahs Mutter, die sich mit der versuchten Aufarbeitung der traumatischen Familiengeschichte keine Freunde im Dorf gemacht hat. Auch Hannah kann sich der tabuisierten Vergangenheit nicht länger entziehen.„Wir erzählen einander Geschichten, um anderen näher zu sein und uns zu verbinden.“ Ihre Filme entstehen aus dieser Sehnsucht nach Nähe, nach dem Unsagbaren, nach dem, was unter der Oberfläche liegt.Für Tereza ist klar: „Das Leben ist wie ein Kreis und niemals linear.“ Und Kunst? „Kunst kann verändern und Perspektiven öffnen.“
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Christopher Wurmdobler: Schriftsteller & Performer
Auf der Waldorfschule wurde Christopher Wurmdobler eigenen Angaben zufolge fast alles beigebracht - außer seinen Namen zu tanzen. Er hat Angewandte Theaterwissenschaft studiert, schreibt Bücher, ist Ensemblemitglied bei Nesterval und war mehrfach für den Wiener Theaterpreis nominiert.Im März ist sein neuer Roman “Felix Austria” erschienen, eine berührende queere Liebesgeschichte zwischen Felix und dem Zirkusartisten Jack. “Ich hatte in meiner Biografie als schwuler Mann das Glück, keine Ahnung zu haben, dass Homosexualität geächtet wird”. Als junger Mann, erzählt Christopher, strotzte er nur so vor Selbstbewusstsein und dieses Gefühl von Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit wollte er auch seiner Romanfigur mitgeben.“Ich mag es nicht, wenn über uns Schwule immer nur Trauergeschichten erzählt werden. Ich bin für meine Homosexualität mehr als einmal blutig geschlagen worden, aber es ist doch mehr als absurd, dass ein so wertvolles Gefühl wie Liebe überhaupt bestraft wird. Ich kann sagen, ich hatte deshalb nie Schuldgefühle oder gar Minderwertigkeitskomplexe. Warum denn?”Dieses Originalzitat eines Überlebenden (Friedrich Paul von Großheim, 1906-2006) steht auf der letzten Seite von Christophers neuem Buch “Felix Austria” und es findet sich auch in der Nestroy-nominierten Theaterproduktion “Die Namenlosen” des immersiven Theaterensembles Nesterval wieder. Christopher spielte seit der Premiere 2023 den schwulen Boutiquebesitzer “C”, der von den Nationalsozialisten aufgrund seiner sexuellen Orientierung verfolgt und von einem Wehrmachtssoldaten auf der Flucht erschossen wurde. Mit Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen und Angriffe gegen die LGBTQIA+ Community sagt er: “You can't take our pride! Wir müssen dagegen halten und aufstehen gegen das, was gerade passiert!”photo credit (c) Julia Fuchs
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Claudia Six: Bildende Künstlerin & Performerin
Große Bekanntheit hat Claudia Six durch ihre Puppen und Figuren erlangt, die nicht nur in Ausstellungen, sondern auch auf wichtigen Bühnen im deutschsprachigen Raum zu sehen sind. Ihre Arbeiten sind subtil politisch und spiegeln ihre tiefgehende Auseinandersetzung mit der Welt wider.“Ich hab mir immer gewünscht, dass meine Kunst Unbehagen auslöst”. Claudia erschafft mit ihren Puppen düstere Welten, die gleichzeitig aber auch Geborgenheit und Sicherheit bieten - Safe Spaces, in die man sich zurückziehen kann, wenn einem die "echte" Welt zu viel wird. Kunst ist für Claudia keine Einbahnstraße, sondern vielmehr ein interaktiver Dialog zwischen Kunstschaffenden und Rezipient:innen, die sie ganz bewusst und mit großer Freude an ihren Werken mitgestalten lässt.Ob es sie stört, dass sie damit Deutungshoheit über ihre Kunst abgibt? "Nein, ich liebe es loszulassen!" Das Interpretieren ihrer Kunst überlässt sie gerne anderen, nämlich dem Publikum.photo credit (c) Claudia SixÜbermalt - credit: Erik Jan Rippmann
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Sassica Rabbit: Drag Queen
Sassica Rabbit ist ein Urgestein der österreichischen Drag Szene und mitverantwortlich für den Boom, der in den letzten Jahren entstanden ist. Manche mag es verwundern, aber: "Wien ist zu einem Hotspot für Drag Artists geworden".Body Standards, das perfekte Make-up und bestimmte Kleidergrößen findet Sassica uninteressant . Vielmehr geht es ihr darum, das Publikum mit ihrer positiven Energie mitzureißen und dabei selbst Spaß zu haben. Diesen Spirit gibt sie auch an die nächste Generation weiter.Als Begründerin des legendären Lipstick Balls bietet sie aufstrebenden Nachwuchstalenten eine Bühne. Unterstützt wird sie dabei von ihren Freundinnen Mademoiselle Giselle, Lexi Labor und Miss Patty Fanny.Wie schaut es eigentlich mit fairer Bezahlung im Kulturbereich aus? Schwierig, aber es wird langsam besser. Ihren Kund:innen richtet Sassica augenzwinkernd aus: „Du willst Qualität, ich geb dir Qualität. Und dann musst du dafür zahlen!". photo credit (c) Uschi Straight
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Lukas Mayer: Musicaldarsteller
Wie fühlt es sich eigentlich an, tot zu sein, Lukas? Der Shootingstar Lukas Mayer übernimmt eine der legendärsten Rollen der Musicalgeschichte und begeistert uns als “Tod” im Kultmusical “Elisabeth”. In China wurde er wie ein Popstar empfangen. Bis August 2025 ist er nun auf großer Deutschland-Tournee. Und dennoch plagen auch ihn manchmal Selbstzweifel: “Vor jedem neuen Engagement bin ich mir sicher, dass jetzt auffällt, dass ich eigentlich gar nicht singen kann.” Das Theater sieht er als einen besonderen Ort mit gesellschaftspolitischer Relevanz: “Als Schauspieler:in auf der Bühne ist es unsere Aufgabe, ein Spiegel der Gesellschaft zu sein und für eine Katharsis zu sorgen.” Darf Entertainment politisch sein? “ In der Zeit, in der wir leben, muss man fast ein politischer Mensch sein, um sich zu bewegen.” photo credit: (c) shadow
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Lily Ringler: Drehbuchautorin
"Als Drehbuchautorin ist der Plot und die Figurenführung immer das erste, worauf ich schaue. Aber ein Film ist so viel mehr." Aktuell arbeitet sie mit Regisseur Sebastian Brauneis an einem neuen Film: "AMS - Arbeit Muss Sein". Nach dem Erfolgsfilm "Die Vermieterin" der nächste Film über prekäre gesellschaftliche Zustände. "Uns ist es wichtig, dass die Figuren in unseren Filmen verschiedene Aspekte repräsentieren, ohne die Menschen, die es tatsächlich betrifft zu stereotypisieren." Der wichtigste Rat für junge Kunstschaffende? "Tu es einfach! Je mehr du machst, desto mehr kannst du herzeigen. Go where the people are und schau wen du dort findest!" Ihr Wünsche für die Zukunft? Das queere Kino erlebt gerade eine Hochphase und davon möchte Lily in Zukunft noch mehr sehen. Und sie fordert mehr Förderungen für angehende Filmemacher:innen. "Nicht, um teurere Filme zu machen, sondern damit mehr Menschen Filme machen können."
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Julia Fuchs: Fotografin und Performerin
Warum werden Männer und Frauen so anders betrachtet? Warum werden ihren Körpern und ihren Wesen andere Eigenschaften zugeschrieben? In ihren fotografischen Arbeiten beschäftigt sich Julia Fuchs mit Genderfragen, Nacktheit und Scham. In ihren Fotografien bricht sie ganz bewusst mit unseren Sehgewohnheiten und mit tradierten Rollenbildern und stellt dabei in Frage, ob das binäre System aus "männlich" und "weiblich" überhaupt noch zeitgemäß ist. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie, absolvierte sie ihre Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste und machte etliche Ausstellungen, u.a. Kunsthalle Exnergasse, MUMOK, Ateliertheater, Kunsthistorisches Museum Wien, Künstlerhaus Bregenz und Queer Art Spaces im Wiener WUK. Julia ist seit vielen Jahren Mitglied des queer-feministischen NESTERVAL-Ensembles und hat sich zudem in der Wiener Drag- und Performance Szene einen Namen als "Frieda Boobs" gemacht. photo credit (c) Julia Fuchs
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Sophie Augustin: Soul & Blues Sängerin
"Dance roles do not equal gender roles". Für Sophie Augustin geht es beim Singen, wie auch beim Tanzen darum, Beziehungen aufzubauen. Ihr Tanz Event "Blues at Heart" ist von Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Alle tanzen mit allen - unabhängig von Gender, Herkunft oder sexueller Orientierung. Ein radikaler Ansatz mit subversivem Potential? "Ja, aber in meiner Vision ist das irgendwann ganz normal!" Nach einer klassischen Gesangsausbildung hat die studierte Soziologin ihre Liebe zum Blues gefunden. "Singen ist etwas total Befreiendes, es kommt von innen". Bei ihren Konzerten spricht sie über Body Positivity, den Kampf um Gleichberechtigung und die Liebe zu sich selbst. Unterhaltung mit Haltung. The Cooltrains:Vocals – Sophie AugustinTrumpet - Peter DobiaschDrums – Thomas HaberlGuitar – Christoph HolzhauserSaxophone - Noël KrižnikHarps – Helmut NeuberPiano – Magdalena PlattnerBass – Gerhard Wisshaupt Instagram: @thecooltrainsFacebook: The Cooltrains Blues-Tanz Abend „BLUES AT HEART“Jede zweite Woche am Dienstag im Spitzer beim Odeon Theater19-20 Uhr beginner-friendly Taster Class20-23:30 Uhr TanzenSolidaritätsbeitrag 5 Euro photo credit (c) Maximilian Fuchs
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BRO HOMO: Das Wiener Drag-Kollektiv
Dixi Glow und Karl Klit vom Wiener Drag Kollektiv Bro Homo sind politische Aktivist:innen ohne Scheu vor Konflikten. »Meine Figur Karl Klit hat sich ursprünglich aus purem Männerhass heraus entwickelt”, erzählt Karl im Gespräch. Missstände, auch in der eigenen Community, werden schonungslos angeprangert. Zum ersten Mal sorgte das Kollektiv bei der Besetzung der Hauptuni Wien im Dezember 2022 für großes Aufsehen. Seitdem ist Bro Homo aus der Wiener Drag Szene nicht mehr wegzudenken. Neben klassischen Drag Shows, liegen die Schwerpunkte auf Bildungsarbeit, Awareness und Repräsentation von Gender-Identitäten abseits von Cis-Männlichkeit. Insta: @brohomo.drag, @dixi.glow, @karl.klit
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Anja Salomonowitz: Filmemacherin
Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin und Drehbuchautorin Anja Salomonowitz präsentiert mit ihrem neuesten Film "Mit einem Tiger schlafen" erneut ein Meisterwerk. Das Biopic über die berühmte österreichische Malerin Maria Lassnig begeistert durch technische Raffinesse und ganz viel Gefühl. In der Hauptrolle: Birgit Minichmayr. Kinostart in Wien ist am 12. April 2024.
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Jerôme Knols: Regisseur und Choreograf
Alles für die Kunst? Knochenbrüche und Schimpftiraden - das war in Jerômes Karriere als Musicaldarsteller Normalität. Inzwischen beobachtet er einen Wandel in der Unterhaltungsbranche und Regisseur:innen nehmen zunehmend Rücksicht auf die psychische und körperliche Unversehrtheit ihrer Darsteller:innen. Jerômes unkonventionelle Choreografie der legendären Rocky Horror Show hat das Publikum begeistert. Zuletzt choreografierte er in Deutschland die Arena-Tour der Verdi-Oper "Aida" und die Nesterval-Produktion "Das Festbankett" im Wien Museum. Als nächstes geht's für ihn ins Salzkammergut: Im Rahmen der Kulturhauptstadt Bad Ischl/Salzkammergut 2024 feiert diesen Frühling das Musical "Wolf" auf der neu errichteten Bühne am Wolfgangsee Premiere.
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Lavinia Lanner: Bildende Künstlerin und Schmusechor-Mitglied
Mit dem ersten queer-feministischem Neujahrskonzert hat der Schmusechor Anfang des Jahres für viel Aufsehen gesorgt. Die Schmusis begeistern ihr Publikum mit opulenten Kostümen, energiegeladenen Performances und stimmlicher Perfektion. Ihre Shows sind innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Neben musikalischer Brillanz, glänzt der 50-Personen-Chor auch als starke und unmissverständliche Stimme für Diversität, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Themen, die in der gesamten Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein sollten. „Es braucht nicht immer ein radikales Neudenken oder das Verwerfen von Altem“, findet Schmusechor-Mitglied Lavinia Lanner. Aber Missstände und Ungerechtigkeiten müsse man immer ansprechen, auch wenn man damit aneckt. Songs: Flowers - Miley Cyrus Composed by Gregory "Aldae" Hein, Michael Pollack, Miley Cyrus Arrangement by Sebastian Abermann Land Of All – Woodkid Composed by Joann Lemoine Transcribed for Schmusechor by Viorel Oncea inspired by London Contemporary Voices Sonatina BWV 106 – interpretiert von Martha und György Kurtág CVNT – Sophie Hunter Photo credit © Simon Krimplstätter
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Elisabeth Schweeger: Kulturmanagerin & Intendantin der Kulturhauptstadt 2024
„Die ganze Menschheit befindet sich immer im Wandel. Das ist ja nichts Neues. Jetzt sind aber große Umbrüche, die wir erleben!“ Sie ist promovierte Philosophin, Theatermacherin und Kulturmanagerin. 2024 sind Bad Ischl und die Region Salzkammergut europäische Kulturhauptstadt. Elisabeth Schweeger verantwortet als Intendantin das künstlerische Programm. An der Region schätzt sie den Eigensinn und die Widerstandfähigkeit, auch wenn das ihre Arbeit als Intendantin nicht einfach macht. Diskussion und konstruktiven Streit sieht sie als elementare Pfeiler unserer Demokratie. Und welche Rolle spielt die Kunst dabei? „Ohne Kunst können wir keine zivilen Gesellschaften bauen“ Elisabeth Schweeger blickt auf eine lange Karriere zurück, zuletzt war sie Chefdramaturgin am Bayerischen Staatsschauspiel und Künstlerische Leiterin der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Ob sie sich und ihr Tun in dieser Zeit jemals fundamental hinterfragt hat? „Jeden Tag! Ich bin nie überzeugt, dass es absolut richtig ist. Selbstkritik ist der Ausgangspunkt, dass du dich überhaupt nach vorne bewegst.“ photo credits (c) die arge lola
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Steffi Stanković: Stand-up Comedian
„Könnt ihr bitte alle mal die Fresse halten?“ Stand-up Comedian Steffi Stanković sagt ungefiltert, was sie sich denkt. So etwas wie eine innere Stimme hat sie eigenen Angaben zufolge nicht. Und das, was sie sagt, gefällt nicht immer allen. „Fakt ist, dass viel zu viele Leute nichts zu sagen haben oder das, was sie sagen kompletter Müll ist“. Steffi ist zu einer Gallionsfigur der alternativen Stand-up Comedy Szene avanciert und in der österreichischen Öffentlichkeit eine der lautesten Stimmen gegen Hass und Diskriminierung. Ob ihre Comedy politisch ist? „Ich kann gar nicht nicht politisch sein. Alles an mir ist politisch!“ Und ihren Kritiker:innen richtet sie aus: „Ich wäre viel ruhiger und würde viel weniger meine Meinung sagen, würde es andere Meinungen nicht geben…“ photo credit (c) Zoe Opratko
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Julia Kautz: Sängerin
Sie war die Gesangslehrerin von Wincent Weiss und hat mit Lady Gaga im berühmt-berüchtigten Berghain in Berlin gefeiert: Julia Kautz. Nach ihrem Germanistikstudium in Wien, ist sie als Chefreporterin des legendären Jugendmagazins BRAVO um die halbe Welt gereist, um Bruno Mars, Katy Perry und Justin Bieber zu interviewen. Inzwischen hat Julia die Seiten gewechselt und steht nun selbst auf der Bühne. Dieses Jahr erscheinen ihre neuesten Songs "Bengalos", "Utopia" und "Kaputt", in denen sie über Gefühlschaos, Selbstsabotage und ihren großen Weltschmerz singt. Als Songwriterin schreibt sie Songs für Max Mutzke, Tina Naderer oder Ina Regen. 2015 landet ihr Song "Music is my life" der koreanischen Boyband "My Name" auf Platz 1 der japanischen Charts. 2018 wird Julia mit Platin ausgezeichnet. In ihren Songwriting Sessions mit Musiker:innen wird viel geweint: "Als Musikerin öffnest du dein Herz und gibst alles von dir". Diesen Prozess empfindet sie als kathartisch und heilsam. Kein Wunder also, dass Julia bei einigen in der Musikszene auch als "Therapeutin Kautz" bekannt ist. photo credit (c) Steffen Wagner
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Lotte de Beer: Direktorin der Wiener Volksoper
Lotte de Beer ist aktuell eine der gefragtesten Opernregisseurinnen unserer Zeit. 2015 wird sie bei den International Opera Awards in der Kategorie Newcomer ausgezeichnet. Seit einem Jahr ist Lotte de Beer nun Direktorin der Wiener Volksoper und stellt dort so ziemlich alles auf den Kopf. Das Regietheater hält Einzug in die Wiener Volksoper. Schmalzgetränkte Operetteninszenierungen? Nein danke! Lotte de Beer durchbricht eine lange Tradition der Wiener Operetteninszenierung, in der sexistische Rollenbilder, patriarchale Machstrukturen und veraltete Moralvorstellungen unreflektiert übernommen und auf der Bühne gezeigt werden. Nicht allen war das anfangs recht. „Wenn man Sachen neu machen will, dann kommt da eine Menge Widerstand – besonders in Wien!“ Doch der Erfolg gibt ihr recht: Die Auslastung ist hoch, die Abo-Verkäufe nehmen zu und der Anteil des jungen Publikums ist auf 25% gestiegen. Darauf ist sie besonders stolz, denn das sei keine Selbstverständlichkeit für ein Musiktheater. Diesen Erfolgsweg möchte Lotte auch in den kommenden Spielzeiten weitergehen, denn für sie bedeutet Theater konstante Erneuerung und Veränderung: „Wenn wir stehen bleiben und es wie ein Museum behandeln, dann stirbt das Theater! photo credit (c) Andreas Jakwerth
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CineCollective
Die Filmexpertinnen Djamila Grandits und Doris Posch sind Teil des CineCollectives und Organisatorinnen des Freiluft Filmfests "Kaleidoskop" am Wiener Karlsplatz. Von 30. Juni bis 14. Juli 2023 sind 15 Filme aus der ganzen Welt zu sehen - open air und bei freiem Eintritt. Ein Thema zieht sich dabei durch alle Filme: Die Stadt als vielfältiger Lebens-, Begegnungs- und Kulturraum, der allen Menschen gehört. Was es bedeutet und bedeuten kann, wenn die versprochene Freiheit und Teilhabe verwehrt bleiben, ist die zentrale Fragestellung, denen die Kuratorinnen mit ihrer Filmauswahl nachgehen. Das Freiluft Filmfest "Kaleidoskop" wird auch 2024 wieder auf dem Wiener Karlsplatz stattfinden. photo credit (c) Peter Griesser
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TAY-LAH: Sängerin
"In Österreich ist noch viel Platz nach oben was Kreativität und Musik angeht". 2021 erscheint ihre Debut Single "Y U Trippin", kurz darauf ein ganzes Album - feinster Dance Pop mit inhaltlichem Tiefgang. TAY-LAH ist mit Balkan Beats und afrikanischer Musik aufgewachsen, zu ihren musikalischen Vorbildern zählen Amy Winehouse, Adele, Doja Cat, Ice Spice und (the queen!) Beyoncé. Wenn sie neue Songs schreibt, kommt immer zuerst der Beat - "der Beat muss mich catchen" - danach folgt der Rest. Wir sprechen außerdem über Erfolgsdruck, ihren Traum vom großen Ruhm und über notwendige Veränderungen in der österreichischen Musikbranche: "Viele Leute, die in der Musikbranche arbeiten, sind schon sehr lange dabei und denken, dass die Art wie das Musikbusiness jetzt geführt wird, in Ordnung ist und nicht geändert werden muss." Was sie diesen Leuten sagt? "Old school alles schön und gut. Aber there's new school as well, so let's try it!" photo credit (c) Monika Jankovic
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Peter Spindler: Theaterpädagoge und Clown
Als Dr. Benjamin Powidl ist er für die Clini Clowns in Wiener Spitälern im Einsatz. Clowns sieht er dabei aber nicht nur als Spaßmacher, sondern vor allem auch als Begegnungskünstler:innen. "Ein guter Clown ist jemand, der andere in den Arm nimmt und ihnen einen schützenden Mantel umlegt und nicht einen nassen Fetzen ins Gesicht schnalzt." Was wir von Clowns lernen können? "Clowns sind Weltmeister des Scheiterns. Für Clowns ist das eigene Scheitern nie das Ende, sondern immer der Beginn von etwas Neuem." Als Theatermacher möchte er Möglichkeitsräume eröffnen. Das institutionalisierte Theater hält er vielfach für zu elitär und abgehoben. Peter Spindler versteht Theatermachen vor allem als Handwerk und plädiert dafür, statt künstlich Probleme für die Bühne zu konstruieren, die echten Probleme der Welt zu benennen und künstlerische Antworten darauf zu finden. Zudem ist es ihm ein Anliegen, das kulturelle Angebot niederschwelliger zu gestalten: "Theater muss inklusiver und bunter werden. Wir müssen neue Publika ansprechen, die Türen aufmachen und auf die Menschen zugehen. Da braucht's neue Wege und die gibt es auch." photo credit (c) Petra Rautenstrauch
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Rahel: Sängerin
Innerhalb kürzester Zeit gelingt es Rahel sich als fixe Größe der österreichischen Musiklandschaft zu etablieren. Ihre erste Single "Tapp Tapp Tapp" steigt vor zwei Jahren direkt in die FM4 Charts ein und hält sich dort für mehrere Wochen in den Top 10. Es folgen zahlreiche Releases und eine Nominierung bei den Amadeus Austrian Music Awards. Wer einem die Erlaubnis gibt, gesehen und gehört zu werden? "Vor allem man selbst!" Denn: "Man muss nicht perfekt sein, um sich auf eine Bühne zu stellen. Wenn man irgendwas hat, das die Leute anspricht, dann reicht das schon." Rahels Texte sind literarische Meisterwerke. Musikalisch bewegt sie sich zwischen New Wave, Dream Pop und Neue Deutsche Welle und beweist damit eindrucksvoll wie wunderschön knallharte Gesellschaftskritik klingen kann. photo credits (c) Gwen Meta
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Raphael Miro Holzer: Choreograf
"Zeitgenössischer Tanz bedeutet, mich mit den Themen auseinander zu setzen, die mich persönlich gerade beschäftigen." 2021 gründet der gebürtige Wiener Raphael Miro Holzer in Spanien seine eigene Tanzkompanie. Dieses Jahr zeigt er seine Arbeiten erstmals hierzulande. Im März 2023 hatte er mit vanholzers Österreich Premiere am Posthof in Linz. Inspiration findet der mehrfach ausgezeichnete Contemporary Choreograf in der Architektur, im Film oder in surrealistischen Gemälden. Sein aktuelles künstlerisches Projekt: "Barocktanz aus dem 18. Jahrhundert, der akrobatische Bewegungen aus dem Zirkus trifft".
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Markus Freistätter: Schauspieler
"Wenn es ungerecht und unehrlich wird, kann ich wirklich grantig werden." Seine Stimme in der Öffentlichkeit setzt der beliebte Schauspieler regelmäßig für Gleichberechtigung, Toleranz und einen respektvollen Umgang miteinander ein. Die mediale Aufmerksamkeit möchte er auch weiterhin nutzen, um auf gesellschaftspolitisch relevante Themen und Missstände hinzuweisen. "Ich finde es wahnsinnig schlimm, dass es noch immer Equal Pay Days gibt. Nicht, dass es sie gibt, sondern dass es sie geben muss. Dass Frauen in gleichen Positionen weniger verdienen. Das kann's nicht sein!" Der große Durchbruch gelingt Markus 2018 mit der Hauptrolle im Kinofilm Erik & Erika, der ins Rennen um die Golden Globes geschickt wird und ihm eine Nominierung für die Romy und für den Österreichischen Filmpreis einbringt. photo credit (c) Philine Hofmann
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Melanie See: Sängerin
Als Radiomoderatorin und Sängerin begeistert uns Melanie See mit ihrer kraftvollen und sympathischen Stimme. Umso erstaunlicher: Für sie selbst war es ein langer Prozess sich mit der eigenen Stimme anzufreunden. 2022 erscheint ihre erste Single "Für dich renn ich los". Ob der Song als Schlager oder Deutschpop zu bezeichnen ist, da gehen die Meinungen auseinander. Aber wozu braucht's diese Einteilung überhaupt? "Für die Platzierung am Markt ist es leider schon wichtig, dass deine Musik gelabelt ist." Sie selbst verwehrt sich aber vehement gegen Schubladendenken und möchte sich auch weiterhin nicht von Genregrenzen einschränken lassen. Das Leben sieht sie als Prozess, in dem man sich ständig weiter entwickelt und verändert. Dafür muss man auch an sich selbst arbeiten: "Ich bin lange Zeit verbissen an meine Träume rangegangen und vielleicht haben bestimmte Dinge aus genau diesem Grund nicht funktioniert. Ich versuch jetzt auch in meiner Musik meinen Perfektionismus so gut es geht wegzulassen, was sehr schwierig für mich ist." Melanies neuer Song "Alles so leicht" erscheint im Februar 2023 und ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit und ein Aufruf einander wieder mit mehr Liebe zu begegnen. photo credit (c) Rebecca Dimény
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Jaqueline Scheiber aka MINUSGOLD: Autorin
"Es ist absurd, dass sich so viele Menschen dafür interessieren, was ich zu sagen hab". Es sind viele und es werden täglich mehr. In Jaquelines neuem Buch "Ungeschönt" geht es um gesellschaftliche Tabus, Bodyshaming und psychische Gesundheit. Die Kernbotschaft: "Es ist möglich sich der Welt und dem eigenen Leben zuzumuten." Mit ihrer künstlerischen Arbeit möchte uns die Autorin ermutigen unsere Scham hinter uns zu lassen und aufzeigen, dass es möglich ist, sich über Konstrukte und Normen hinwegsetzen. Das Ziel? "Frei werden und für sich selbst ein gutes und glückliches Leben schaffen." Große Emotionen sieht Jaqueline als Kraftquelle. Und so verwundert es nicht, dass sich die tiefsinnige und warmherzige Autorin danach sehnt, nahbare und zugängliche Kunst zu schaffen und sich auch nicht davor scheut mit rohen und großen Emotionen zu arbeiten. "Kunst ist dann Kunst, wenn es irgendetwas bewegt." photo credit (c) Sophie Narwatil
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Nikolaus Habjan: Regisseur und Puppenspieler
"Als Regisseur ist man der größte Dilettant von allen". Er muss es wissen. Nikolaus Habjan gehört zweifelsohne zu den größten Theatermachern unserer Zeit und ist längst in allen großen und kleinen Theaterhäusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu Hause. Mit der Inszenierung der Zauberflöte ist für ihn dieses Jahr ein lang gehegter Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Die Zauberflöte stand zuletzt aufgrund frauenfeindlicher Textpassagen vermehrt in der Kritik. Zurecht? Nikolaus Habjan hat dazu eine ganz klare Meinung. Er erklärt, wie er Mozarts bekannteste Oper sieht und was der Science-Fiction-Horrorfilm "Alien" von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 mit den emanzipatorischen Ansätzen der Zauberflöte zu tun hat. Nikolaus ist nicht nur ein brillanter Künstler, sondern auch ein glühender Kämpfer für Menschenrechte. Gleichberechtigung? Zu langsam! Er stellt große Forderungen an die Politik, denn für Diskriminierung egal welcher Art hat er keinerlei Verständnis: "Alle Menschen scheißen braun und das macht uns alle gleich". Ein respektvoller Umgang ist ihm auch mit seinen Künstler*innen bei der Erarbeitung neuer Stücke besonders wichtig, denn "Probenzeit ist Lebenszeit". Und die soll für alle so angenehm wie möglich sein. Foto: (c) Sebastian Fröhlich
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Mathias Hanin: Intermedialer Künstler
"Den Sinn kann ich alleine finden. Sinnlichkeit beinhaltet etwas Gemeinsames." Der ausgebildete Schauspieler ist heute als bildender Künstler und Performance Artist aktiv. Er versteht sich als intermedialer Künstler, der sich nicht auf ein einziges Medium beschränken möchte und in seiner künstlerischen Arbeit auf verschiedene Materialien setzt. Sein Anspruch? "Wenn ich Kunst sehe und in meinem Kopf eine weitere Türe geöffnet wird, die davor verschlossen war, dann hat der Künstler/die Künstlerin alles richtig gemacht." Wir sprechen über seine Begegnungen mit Schauspiellegende Elfriede Ott. "Mathias, aus dir wird was" hat sie ihm als Widmung in ihr Weihnachtsbuch geschrieben und sie sollte recht behalten. Seine Pläne für die Zukunft? Weiterhin erfolgreich scheitern! "Wenn du nur Ideen im Kopf hast und sie nicht umsetzt, wirst du die Erfahrung des Prozesses nicht machen. Aus dem Scheitern gewinnt und lernt man so viel Neues, das einen stärker macht für die nächsten Aufgaben im Leben." Foto: (c) Mafalda Rakos
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Katharina Mückstein: Filmregisseurin und Drehbuchautorin
"Mich ärgert, wenn so getan wird, als ob feministische Themen keine Expertise bräuchten". Die Arbeit der mehrfach ausgezeichneten Filmregisseurin und Drehbuchautorin Katharina Mückstein war von Anfang an geprägt von Feminismus, sowie Fragen der Identität und Fragen der Gerechtigkeit. "Mich interessiert wo sich das Politische und das Persönliche treffen." Anfang 2023 kommt ihr Dokumentarfilm Feminism WTF in die Kinos, mit dem sie einem breiten Publikum näher bringen will, womit sich queer/feministische Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen aktuell auseinandersetzen. Foto: (c) Elsa Okazaki
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Verena Giesinger: Dirigentin und Chorleiterin
Mit ihrem Schmusechor will die studierte Musiktherapeutin Verena Giesinger vor allem eines: Lust und Leidenschaft am gemeinsamen Singen vermitteln. Was als Hobbychor im WG-Zimmer begann, ist inzwischen drauf und dran ein etablierter Profichor und eine Größe der österreichischen Musiklandschaft zu werden: FM4 Session mit Oehl, Konzerte im ORF Radiokulturhaus, Popfest in Wien, Schäxpir Festival in Linz, Poolbar Festival in Feldkirch, Filmpreis-Gala in Grafenegg. Die Mitglieder des Schmusechors genießen es Genregrenzen auszuloten, etwa wenn sie in Kooperation mit dem immersiven Theaterensemble Nesterval zu singenden Schauspieler*innen und Tänzer*innen werden. Verena ist eine Visionärin und Mutmacherin, die als Leiterin des Schmusechors die Erfüllung ihrer Träume erlebt. Vor politischen Aktivist*innen hat sie größten Respekt, denn öffentlich für die eigene Meinung einzutreten erfordere viel Mut und Überwindung. Ihr größtes Anliegen im feministischen Diskurs? "Dass wir uns irgendwann nicht mehr damit beschäftigen müssen, sondern dass es ein ganz klares Verständnis von Gleichberechtigung gibt!" Foto: (c) Sophie Kirchner
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Michael Buchinger: Kabarettist und Entertainer
"Die Angst zu scheitern ist immer da" verrät Michael Buchinger im Interview. Und dennoch geht er unbeirrt weiter seinen Weg. Das Lampenfieber vor Auftritten ist über die Jahre weniger geworden, negative Kritik prallt inzwischen völlig an ihm ab. Er ist ein getriebener Geist, der immer nach neuen Herausforderungen sucht und vor allem Eines möchte: Uns mit seinen spitzen Beobachtungen zum Lachen bringen. 2022 wird Michi für seinen Podcast "Buchingers Tagebuch" mit dem Ö3 Podcast Award ausgezeichnet. Vor zwei Jahren schafft er den Sprung ins begehrte "30 unter 30" Ranking des Wirtschaftsmagazins Forbes. In seinen Büchern, auf der Bühne, im Podcast und auf Instagram lässt er uns humoristisch und hautnah an seinem Leben teilhaben. Die gesellschaftlichen Umbrüche, die er seit seinen Anfängen vor 13 Jahren beobachtet, sind auch in der Comedy Szene spürbar: "Was Comedians in den 2010er Jahren von sich gegeben haben, geht heute einfach nicht mehr. Da hat sich einiges getan - zum Glück." Im Interview spricht der vielseitig begabte Künstler über das Streben nach Ruhm, Erfolgsdruck, Misserfolge und warum es ihm so schwer fällt nichts zu tun. Foto: (c) Dominik Pichler
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Vera-Lotte Boecker: Sopranistin
"Frauenfiguren in der Operngeschichte sind als moderne Frau manchmal schwer zu ertragen. Ich möchte keine Opfer portraitieren" stellt die Sopranistin, die seit 2020 im Ensemble der Wiener Staatsoper singt, klar. Zur Aufgabe der Oper hat sie eine klare Meinung: "Oper ist keine reine Unterhaltungsform, sondern nimmt am Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen teil." Das stellte Vera-Lotte zuletzt in 'Bluthaus', der neuen Oper von Georg Friedrich Haas, eindrucksvoll unter Beweis. Das Thema: Sexueller Missbrauch. Vor der Gesangskarriere und Engagements an der Königlichen Oper in Kopenhagen, an der Bayrischen Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen, studierte Vera-Lotte Literatur und Analytische Philosophie. Sie ist ein Entdeckergeist und erzählt leidenschaftlich gerne Geschichten - sei es auf der Bühne oder im Interview. Foto: (c)Philipp Schnönauer
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Martin Finnland: Theatermacher und Nesterval Regisseur
"Der unspannendste Ort im Theater ist für mich die Bühne" verrät Regisseur Martin Finnland. Ein visionärer Geist, der mit seinem preisgekrönten Theaterensemble Nesterval die Grenzen des klassischen Theaterbegriffs aus den Angeln hebt. Bei Nesterval gibt es weder eine Bühne, noch einen abgegrenzten Publikumsbereich. Die Zuschauer:innen bewegen sich während der Vorstellung frei im Areal, können mit den Figuren interagieren und aktiv ins Stück eingreifen. Die Herausforderung dabei? "Unsere Charaktere müssen tatsächlich leben. Und zwar in jeder Situation, in die uns das Publikum bringt". 2021 wird das Ensemble für seine herausragende Leistung mit dem österreichischen Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet.
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Simon Stockinger: Musicaldarsteller
Ob an der Volksoper in Wien oder im Admiralspalast in Berlin: Simon Stockinger erobert die Herzen der Zuschauer:innen im Sturm. Kein Wunder, dem Zauber seiner Bühnenpräsenz kann man sich nur schwer entziehen. Was er an seinem Beruf so liebt? "Musical ist der perfekte Kanal für meine Energie." Und davon hat er viel - sehr viel! Das wird auch während des Gesprächs klar, wenn er voller Begeisterung über die musikalische und lyrische Vielfalt des Musiktheaters schwärmt. Ein Plädoyer für ein Genre, das aus seiner Sicht oft missverstanden wird.
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Verena Altenberger: Schauspielerin
Der Durchbruch gelingt Verena Altenberger mit dem vielfach ausgezeichneten Kinofilm "Die Beste aller Welten" unter der Regie von Adrian Goiginger. Seither ist sie in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. Im Sommer spielt die preisgekrönte Schauspielerin zum zweiten Mal in Folge Jedermanns Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Seit 2021 ist sie zudem Präsidentin der Akademie des Österreichischen Films. Im Interview spricht sie über strukturelle Ungleichheiten, warum eine patriarchale Gesellschaftsordnung auch für Männer nachteilig ist und wie gelebte Frauensolidarität das Patriarchat brechen kann. "Die Welt, in der wir leben, bevorzugt Männer. Es kann ja nicht sein, dass fünfzig Prozent der Gesellschaft schlechter gestellt ist als der Rest." Ein intimes Gespräch über die große Schauspielkunst, politische Visionen, Angst, Hass und die Liebe zu sich selbst. photo credit: (c) Klara Leschanz
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MIBLU: Sängerin
Mit ihrer unverkennbaren Stimme und einem untrüglichen Sinn für gute Beats, mischt MIBLU die österreichische Musiklandschaft gehörig auf. Seit 2018 geht es für die Senkrechtstarterin Schlag auf Schlag. FM4 kürt sie als 'Soundpark Act of the Month', sie performt als Support Act für Star-DJ Elderbrook und veröffentlicht laufend neue Songs. Ihre Debut-EP wird von Pete Maher gemastert, der schon mit U2, Lana Del Rey und den Rolling Stones zusammengearbeitet hat. Wie fühlt es sich an zum ersten Mal im Radio gespielt zu werden? Wie kann man sein Publikum berühren? Und wie schafft man es seine inneren Dämonen zu bezwingen? Ein Gespräch über Musik, Selbstliebe und das gute Leben. photo credit: (c) Dragan Dok
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Luna Al-Mousli: Autorin
"Ich lese Bücher nicht, wenn sie nicht schön sind", verrät die Preisträgerin des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2017. Dass die ausgebildete Grafikdesigner inzwischen hauptberuflich als Autorin arbeitet, nennt sie einen "glücklichen Unfall". In ihrem aktuellen Buch "Klatschen reicht nicht" portraitiert Luna Al-Mousli die Systemheld:innen, die unser Land während der Pandemie am Laufen halten. Im Interview spart sie nicht mit Kritik an patriarchalen Strukturen, der ungerechten Verteilung von Care Arbeit und mangelnder Wertschätzung für Menschen in systemrelevanten Berufen. photo credit: (c) Julius Hirtzberger
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Raphael Kovarik: Puppenspieler
Mit seinem Kasperltheater tourt der 22-jährige Volkschul-Lehramtsstudent erfolgreich durch Österreich und zaubert Lächeln in begeisterte Kindergesichter. Wir sprechen über die Faszination vom "großen Theater auf kleiner Bühne", werfen einen Blick hinter die Kulissen einer Puppenbühne und erfahren was die freche Radio-Ratte Rolf Rüdiger mit Raphaels Karriere zu tun hat.
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Miriam Hie: Moderatorin und Schauspielerin
Miriam Hie kannte man bisher vor allem als erfolgreiche TV-Moderatorin. Inzwischen ist die ausgebildete Schauspielerin auch in zahlreichen Fernsehproduktionen und auf der Bühne zu sehen. In ihrem neuen Kabarettprogramm "Who is Hie" erzählt sie von ihrer Kindheit als Tochter von "Integrationsextremisten" in Oberösterreich. Im Interview spricht sie erstmals öffentlich über ihren Sohn, wir erfahren, warum sie vehement für eine Frauenquote eintritt und wie sie mit ihrer Art zu leben ein Vorbild für junge Frauen sein möchte. photo credit: (c) Stefan Diesner
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Thomas Kirchgrabner: Modedesigner
Für Modedesigner Thomas Kirchgrabner ist es "am frustrierendsten, wenn etwas langweilig dahin plätschert". Ob er gerne auf Konfrontation geht? "Mein ganzes Leben war eher rebellisch ausgerichtet, weil ich sichtbar machen wollte, dass es mehr gibt als nur Schwarz und Weiß." Wir sprechen über sein kontrastreiches modisches Schaffen zwischen Tradition und Rebellion, die langjährige Zusammenarbeit mit Stardesignerin Lena Hoschek und warum Menschen in kreativen Berufen manchmal mehr geben müssen, als sie wollen. photo credit: (c) Inge Prader
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Ryta Tale: Drag Queen
Zu Gast in der neunten Folge ist Drag Queen Ryta Tale. Wir sprechen über den Bruch mit sozialen Konventionen, ihr Verständnis von Drag als anspruchsvolle Kunstform und wie sie es schafft nicht jede Meinung an sich ranzulassen.
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Kathi Harder: Rocksängerin
Zu Gast in der achten Folge ist Rocksängerin Kathi Harder. Wir sprechen über ihre Angst vor Texthängern, wie ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper aussehen kann und warum der Feminismus noch lange nicht alles erreicht hat.
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Adam Lukas: Kulturmanager
Zu Gast in der siebten Folge ist Kulturmanager Adam Lukas. Wir sprechen über seine Fluchterfahrung als Kind, die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, Angst vor Umbrüchen und seine Rolle als Vater.
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DJ Hymlisch: Der Veranstalter von SONNTAGSTANZEN
Zu Gast in der sechsten Folge ist DJ Hymlisch, der Veranstalter von SONNTAGSTANZEN. Wir sprechen über ABBA, queere Tanzlocations und wie man es trotz aller Krisen schafft positiv in die Zukunft zu blicken.
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ABOUT THIS SHOW
In Pur und Ungesüßt - Der Künstler*innen Talk treffe ich spannende Persönlichkeiten aus der österreichischen Kunst- und Kulturbranche und spreche mit ihnen über ihr künstlerisches Schaffen, Höhen und Tiefen ihrer Karriere und über das Menschsein in all seinen Facetten. Was bewegt sie? Was treibt sie an? Wie sehen sie die Welt? Persönliche und politische Gespräche, die emotional berühren, unterhalten und zum Nachdenken einladen. Pur und Ungesüßt wird auf Radio Orange 94.0 ausgestrahlt und ist als Podcast auf allen gängigen Plattformen verfügbar.
HOSTED BY
Stefan Pauser
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