PODCAST · society
WDR 5 Denk' ich an Europa
by WDR 5
Ein besonderer Blick auf Europa: Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erzählen im Gespräch, welche Sorgen, Hoffnungen und Visionen sie mit Europa verbinden.
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Stefan Lock: "Europa ist eine Herzensangelegenheit"
"Mit Herzblut europäische Themen vermitteln", so beschreibt Stefan Lock seinen Job als Leiter der EU-Regionalvertretung in Bonn. Europa ist für ihn ein Grund zu feiern, speziell am Europatag. Große Sorge bereitet ihm allerdings die sicherheitspolitisch bedrohliche Situation: "Europa muss sich weiter finden - und ein Stück weit auch wiederfinden." Von Stefan Lock.
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50
Kay Voges: "Theater ist grenzüberschreitend in Europa"
"Ein Ort für Europa, ein Theater, das sich den Grundwerten der EU verpflichtet sieht und nach einer progressiven Europa-Erzählung sucht", so beschreibt Kay Voges seine Idee als Intendant am Schauspiel Köln. "In der heutigen Zeit ist der europäische Zusammenhalt extrem wichtig - der kulturelle Zusammenhalt wird dabei oft vernachlässigt." Von Kay Voges.
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49
Helga Schmidt: "Deutschland ist das Problem Europas"
"Alle unterliegen der Macht des Rechts - für mich die zentrale Idee Europas", sagt die Journalistin Helga Schmidt, langjährige Leiterin des ARD-Studios in Brüssel (Hörfunk). In der jetzigen Krisenzeit lähme die Selbstbezogenheit der deutschen Politik das europäische Miteinander: "Den Perspektivwechsel auf die Interessen der Anderen in Europa kriegt die deutsche Politik nicht gut hin." Von Helga Schmidt.
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Jan Richarz: "Aachen mit dem Dom - ein Kern Europas"
"Ich bin ein Baustellenkind - und ich bin ein Kind Europas", sagt Jan Richarz, geboren 1981, Bauhistoriker und Dombaumeister in Aachen. Der Aachener Dom sei ein Symbol Europas; das Leben in Freiheit, die wichtigste Errungenschaft der europäischen Vereinigung. "Die Freiheit wird uns in Europa in die Wiege gelegt - das ist das größte Geschenk, das man sich nur vorstellen kann." Von Jan Richarz.
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Achim Steiner: "Europa hat Macht und Möglichkeiten"
"Europa ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt", sagt der Diplomat Achim Steiner, der viele Jahre in leitender Funktion für die UN gearbeitet hat. Heute ist er Senior Fellow an der Universität Oxford und Vorsitzender der "Hamburg Sustainability Conference"; er beschäftigt sich mit systemischen Risiken und nachhaltiger Entwicklung. "Europa kann ein enormer Faktor für die Gestaltung der globalen Zukunft sein - wenn es sich so ausrichtet." Von Achim Steiner.
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Claus Kreß: "Europa muss das Völkerrecht hochhalten"
"Ist die europäische Lage wirklich so desaströs, dass wir Alles mitmachen müssen? Das ist die entscheidende Frage", so Professor Claus Kreß, Experte für Völkerstrafrecht an der Universität zu Köln und Richter am Internationalen Gerichtshof, mit Blick auf die internationale Machtpolitik. "Europa ist derzeit nicht als Stimme des Völkerrechts wahrnehmbar." Von Claus Kreß.
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45
Herfried Münkler: "Europa wehrt sich gegen Provinzialisierung"
"Es gab zu viel bräsige Sorglosigkeit in Europa, jetzt ist Gefahr in Verzug", sagt der Politologe Herfried Münkler mit Blick auf die neu entstehende Weltordnung. Es brauche eine Aufholjagd. "Die Europäer haben es selbst in der Hand, welche Rolle sie in Zukunft spielen werden." Das sei trotz allem auch ein Grund zu politischer Zuversicht. Von Herfried Münkler.
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44
Christian Kohlund: "Europa ist die Lösung für die Zukunft"
"Die geglaubte Sicherheit war ein Wolkenschloss, auch hier in Europa", sagt der Schweizer Schauspieler Christian Kohlund. Er ist fassungslos und manchmal wie gelähmt, angesichts der Entwicklung der Weltgemeinschaft. Um so wichtiger sei es, gemeinsame Lösungen zu schaffen. "Das ist die einzige Chance - wenn das alte Europa sich zusammenrauft." Von Christian Kohlund.
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Martin Schulze Wessel: "Eine europäische Schicksalsfrage"
"Ich verstehe mich als Europäer - sehr nachdrücklich", sagt der Historiker Martin Schulze Wessel, der im Münsterland aufgewachsen ist, unter anderem in Prag und Moskau studiert hat. Als Professor für die Geschichte Osteuropas lehrt er seit 2003 in München. Der Krieg in der Ukraine treibe ihn seit 2014 täglich um, sagt Schulze Wessel: "Das Schicksal der Ukraine ist auch für die Freiheit und Sicherheit Europas entscheidend." Von Martin Schulze Wessel.
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Nathanael Liminski: "Europa vertiefen, vertiefen, vertiefen"
"Europa ist Schutzraum für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie", sagt Nathanael Liminski, Minister für Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Landes NRW. Europas Geschichte ist für ihn Mahnung und Auftrag zugleich, gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen: "Europa ist kein Verwaltungsprojekt. Es ist eine Schicksalsgemeinschaft." Von Nathanel Liminski.
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Lina Muzur: "Wer gehört dazu in Europa?"
"Die große Vielfalt der Sprachen und Kulturen Europas ist toll - nicht so toll ist, dass immer auch Einige außen vor bleiben", sagt die Verlegerin Lina Muzur, die in Bosnien, Österreich und Tschechien aufwuchs, in Deutschland und Schottland studierte, heute in Berlin lebt. "Ich würde mir wünschen, dass weiter die Vielfalt das ist, was zählt für Europa - und nicht die Ausgrenzung." Von Lina Muzur.
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40
Karl Schlögel: "Europas Kräfte bündeln"
"Es gibt eine Resilienz in Europa, an die ich glaube", sagt Professor Karl Schlögel, der Osteuropa-Historiker und Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels. Bei aller Dramatik eröffne die geopolitische Situation auch Chancen. "Es ist eine Lehre aus der Geschichte Europas, dass es sich in scheinbar ausweglosen Situationen immer wieder aufgerappelt hat." Von Karl Schlögel.
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39
Golo Maurer: "Europa ist der beste Platz zu leben"
"Das Besondere an Europa ist seine kulturelle Engmaschigkeit", sagt der Kunsthistoriker Golo Maurer, Leiter der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Kunstgeschichte in Rom, der "Bibliotheca Hertziana". Die aktuelle geopolitische Krise sei ein "Sprengsatz für die EU: Wir haben nur eine Chance: Dass wir ein stärkeres Selbstwertgefühl entwickeln." Von Golo Maurer.
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Ulrich Pfeil: "Versöhnung ist Europas Stärke"
"Früher war Versöhnung Vergessen, heute ist Versöhnung Erinnerung", sagt Ulrich Pfeil, Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine in Metz/Frankreich. Institutionelle Versöhnung sei die Basis der deutsch-französischen Freundschaft und damit auch ein Motor Europas. Um so wichtiger sei die Pflege dieser Freundschaft in schweren Zeiten für Europa: "Die Beziehungen haben sich wieder erwärmt, aber es gibt weiterhin Probleme." Von Ulrich Pfeil.
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37
Jana Puglierin: "Europa gemeinsam verteidigen"
"Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft", sagt die Politologin und Sicherheitsexpertin Jana Puglierin, Leiterin des Berliner Büros des Thinktanks European Council on Foreign Relations. Sie fordert Geschlossenheit und Gemeinschaftlichkeit in der Sicherheitspolitik. "Europa muss das hinkriegen - es gibt keine strategische Alternative." Von Jana Puglierin.
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36
Heino Falcke: "Kooperation ist Europas Stärke"
"Es braucht mehr europäisches Selbstbewusstsein", sagt der Astronom und Publizist Hanno Falcke, geboren 1966, mit Blick auf Forschung und Wissenschaft. Falcke lebt nahe Köln und lehrt als Professor in Nijmegen; Grenzkontrollen kritisiert er deutlich: "Die Menschen, die gerade mitten in Europa leben, werden plötzlich an den Rand eines Landes gedrängt, das ist diskriminierend." Von Heino Falcke.
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Dimitré Dinev: "Wir können stolz sein auf Europa"
"Ich bin durch und durch Europäer", sagt der bulgarisch-österreichische Schriftsteller Dimitré Dinev, denn als Europäer könne er die Widersprüchlichkeiten seiner bulgarischen und seiner österreichischen Identität in einem Ganzen aufheben. "Europa ist nichts Statisches, sondern ein Prozess, mit vielen Widersprüchen - davon zeugt auch mein Schreiben." Von Dimitré Dinev.
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Daniel Grossmann : "Europa als kultureller Raum -das ist Heimat"
"Der Wert von Freiheit und Frieden in Europa muss uns immer bewusst sein", sagt der deutsch-ungarische Musiker und Dirigent Daniel Grossmann. "Mich treibt die Sorge um, dass das endlich sein könnte." Mit seinem Jewish Chamber Orchestra macht Grossmann insbesondere jüdisch-europäische Musiktraditionen hörbar und sichtbar. Er kritisiert den wachsenden Antisemitismus in Europa. Von Daniel Grossmann.
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Stephan Werhahn: "Europa vollenden!"
"Wir müssen Europa konsolidieren", sagt der Jurist und Wirtschaftsberater Stephan Werhahn. Europa sei für ihn ein Lebensthema, so der Enkel Konrad Adenauers, auch im Sinne der Europapolitik seines Großvaters. "Wir müssen in Europa jetzt auf eigene Beine kommen, sonst fallen wir in Zeiten zurück, die wir längst überwunden glaubten." Von Stephan Werhahn.
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Carolin Mues: "Noch mehr Gemeinschaft für Europa"
"Das Jahr 2025 hat uns vor Augen geführt, warum es die EU gibt - und dass sie nicht selbstverständlich ist", sagt die Juristin Carolin Mues, NRW-Vorsitzende der Jungen Europäischen Föderalist:Innen. Sie fordert eine Rückbesinnung auf die Ideen des Miteinanders, die Europa im Kern ausmachen. "Die EU muss zusammenrücken. Für gemeinsame Probleme kann es nur gemeinsame Lösungen geben." Von Carolin Mues.
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31
Christopher Hein: "Wer soll in Zukunft in Europa leben?"
"Die Abschottungspolitik ist im Grunde europafeindlich", sagt der Jurist Christopher Hein, der sich an der LUISS Guido Carli Universität in Rom mit Migrationspolitik beschäftigt. Durch den Geburtenrückgang und die Überalterung sei Einwanderung unverzichtbar - die EU sei strategisch für diese Entwicklung nicht gerüstet. "Europa muss offen sein nach Außen wie nach Innen." Von Christopher Hein.
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30
Konstantia Gourzi: "Die EU ist nicht Europa"
"Europa hat eine ungeheure kulturelle Vielfalt, im Gegensatz zu den anderen Kontinenten", sagt die griechisch-deutsche Komponistin und Dirigentin Konstantia Gourzi. Sie kritisiert, dass die EU zu stark ökonomisch orientiert ist. "Wir müssen mehr darüber nachdenken, was Europa sonst noch bedeutet. Die EU tut das zu wenig." Von Konstantia Gourzi.
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29
Carla Cugini: "Europa ist gelebte Differenz"
"Wir fühlen uns der europäischen Idee zutiefst verbunden", sagt die Kunsthistorikerin Carla Cugini, geschäftsführende Vorständin der Aachener Stiftung und Kunstsammlung Ludwig, mit vielen Kooperationen in Europa und weltweit. Brücken bauen, Verständigung suchen, aber auch ein stetes Ringen um Ausgleich, das mache Europa aus. "Europa muss sich immer wieder neu erfinden." Von Carla Dr. Cugini.
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28
Valery Tscheplanowa: "Europa steht für Freiheit - absolut"
"Die Bedeutung von Europa ist für mich noch viel größer geworden", sagt die Schauspielerin und Schriftstellerin Valery Tscheplanowa mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. "Handlungsfreiheit und Meinungsfreiheit, das bedeutet Europa und ein friedliches Miteinander der verschiedensten Kulturen. Ich lebe europäisch, ich reise europäisch - ich esse sogar europäisch." Von Valery Tscheplanowa.
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27
Stephan Lamby: "Europa ist die Antwort"
"Ich bin ein glühender Anhänger des Friedensprojekts Europa", sagt der Journalist und Filmemacher Stephan Lamby, geboren 1959. Europa nach dem Zweiten Weltkrieg - das belege, dass man auch die größten Krisen über Grenzen hinweg gemeinsam lösen könne. "Hier kann Europa der Weltgemeinschaft auch etwas vorleben, indem es die eigenen Probleme bewältigt." Von Stephan Lamby.
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26
Katja Gloger: "Europa muss entschiedener handeln"
"Putin hat Europa den Krieg erklärt, und der ist - hybrid - längst in Gang", sagt die Journalistin Katja Gloger. Zusammen mit Georg Mascolo hat sie in dem Buch "Das Versagen" neue Erkenntnisse zur Russlandpolitik recherchiert. "Frieden ohne Russland in Europa ist nicht möglich - aber das ist derzeit nicht in Sicht. Europa muss resilienter werden und konsequent gegenhalten." Von Katja Gloger.
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25
Hans-Werner Sinn: "Europa jetzt neu gründen"
"Europa muss sein Schicksal endlich selbst in die Hand nehmen", sagt der Ökonom Hans-Werner Sinn, mit Blick auf die geopolitische Lage. Sinn schlägt einen neuen europäischen Bund parallel zur EU vor: "Wenn Europa nun nicht endlich eine Politische Union gründet und seine Streitkräfte unter einem einheitlichen, demokratisch legitimierten Oberkommando bündelt, kommt es unter die Räder." Von Hans-Werner Sinn.
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24
Prof. Jörn Leonhard: "Europa ist ein Friedensraum"
"Europa ist ein Herzensthema für mich", sagt der Historiker Jörn Leonhard. Europa sei seit Jahrhunderten Raum von Kriegen und Konflikten gewesen, der sich in einen Friedensraum verwandelt habe. "Das steht im Moment auf dem Spiel - Europa muss darum kämpfen, den Friedensraum zu verteidigen!" Von Jörn Prof. Leonhard.
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23
Maria Kampp: "Triest - Europa als Konzentrat"
"In Triest spiegelt sich Europa in all seiner Komplexität und Ambivalenz, das ist faszinierend", sagt Maria Kampp, die gerade ein vielschichtiges Portrait der Stadt veröffentlicht hat. "Vielleicht kann Triest in Krisenzeiten ein Vorbild für Europa sein." Von Maria Kampp.
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22
Martin Brambach: “Europa ist gelebte Gemeinschaft“
„Europa ist mir eine absolute Herzensangelegenheit“, sagt der Schauspieler Martin Brambach. Noch Jahrzehnte nach seiner Übersiedlung vom Osten in den Westen genieße er die Reise- und Aufenthaltsfreiheit aus vollen Zügen. “Schon immer haben sich Menschen in Europa ausgetauscht – es ist herrlich, so über den Tellerrand schauen zu dürfen und macht unser Leben so viel bunter und reicher.“ Von WDR 5.
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21
Giovanni Maio: "Verletzlichkeit ist ein europäischer Wert"
"Europa ist eine kulturelle Wertegemeinschaft, die Wurzeln reichen zurück bis in die Antike", sagt der deutsch-italienische Medizinethiker Professor Giovanni Maio. Aus diesen Werten speist sich auch seine Ethik der Verletzlichkeit: Der Mensch ist grundsätzlich vulnerabel, also brauche es eine Kultur der Sorge. Das sei auch ein europäischer Gedanke: "In Europa zählt der Einzelne, als Individuum." Von Giovanni Maio.
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20
Martin Richenhagen: "Europas Schwierigkeiten machen mir Sorgen"
"Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa, mit gemeinsamer Armee und Steuersystem - auch wenn das meilenweit entfernt scheint", sagt Prof. Martin Richenhagen, Deutsch-Amerikaner, ehemaliger Manager und Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Europa müsse sich besser positionieren in der Welt. "Was wollen wir von Europa, was will Europa? Ich weiß nicht, wie im Moment die Vision von Europa aussieht." Von Martin Prof. Richenhagen.
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19
Veronika Siska: "Unbekannte Schätze Europas"
"Stimmen aus ganz Europa sichtbar machen, deren Sprachen und Perspektiven im deutschsprachigen Raum unterrepräsentiert sind" - darum geht es Veronika Siska mit ihrem Verlag. Die tschechisch-deutsche Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin sieht die europäische Wertegemeinschaft bedroht: "Die europäischen Werte sind nicht angeboren, sie müssen immer wieder neu verteidigt werden." Von Veronika Siska.
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18
Michel Friedman: "Gefahr für das freie Europa"
"Europa ist kaputt", so kommentiert der Anwalt und Publizist Michel Friedman die Absage eines Konzerts der Münchener Philharmoniker mit ihrem Dirigenten Lahav Shani wegen dessen israelischer Herkunft in Belgien. - Grundsätzlich warnt Friedman dringlich vor einem "Zerbröseln" der liberalen Demokratien in Europa: "Die Demokratie in Europa ist sehr bedroht." Von Michel Friedmann.
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17
Julia Melchior: "Die Königshäuser sind europäisch orientiert"
"Die Königshäuser prägen ihre Länder - aber auch Europa", sagt die Dokumentarfilmerin Julia Melchior. Es gebe viele enge Verbindungen, historisch, aber auch aktuell. "Europa ist wie eine Familie für die Königshäuser, weil man viel gemeinschaftlich teilt - und gemeinsame Wurzeln hat." Von Julia Melchior.
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16
Anja Kohl: "Europa hat alle Möglichkeiten"
"Europa sollte selbstbewusster agieren, nicht wie ein Kaninchen vor der Schlange", sagt Anja Kohl, die Wirtschafts- und Börsenexpertin der ARD, mit Blick auf die US-Zollpolitik und auf die ökonomische Kraft der EU. (Da sieht sie ein Grundsatzproblem:) "Die Europäer denken zu viel darüber nach, was sie nicht können - sie sollten sich viel mehr mit den Chancen und mit dem Potential Europas beschäftigten." Von Anja Kohl.
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15
Minna Ålander: "Europa braucht strategische Autonomie"
"Europa muss sein Schicksal in die eigene Hand nehmen", sagt die finnische Politikwissenschaftlerin und Sicherheitsexpertin Minna Ålander. Die jetzige Strategie, Donald Trump bei Laune zu halten, stoße längst an ihre Grenzen: "Mit den USA ist es erst einmal vorbei, das ist klar." Kann Europa strategische Autonomie erreichen? "Die Möglichkeiten sind da - es fehlt nur noch an Überzeugung." Von Minna Ålander.
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14
Joachim Sina: "Über die Vereinigten Staaten von Europa reden!"
"Wir sollten uns trauen, größer zu denken in Europa", sagt Joachim Sina von der Bürgerbewegung Pulse of Europe, die den europäischen Gedanken sichtbarer und hörbarer machen will. Sinas Vision ist eine gemeinsame Republik Europa: "Auch wenn es Lichtjahre entfernt scheint - wir müssen gerade jetzt darüber sprechen." Von Joachim Sina.
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13
Daniel Froschauer: "Musik verbindet Europa über Grenzen hinweg"
"Wir wollen Europa feiern", sagte der österreichische Violinist Daniel Froschauer, erster Geiger und Vorstand der Wiener Philharmoniker, einmal im Rahmen einer "europäischen Nacht". Das so traditionsreiche wie bedeutende Orchester versteht sich als Teil der Identität und als Botschafter Europas. Die Musik sei eine "Symbolik für Wiederzusammenkommen", so Daniel Froschauer. Von Daniel Froschauer.
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12
Flogerta Krypi: "Europa ist Heimat für mich, nicht Albanien"
"Hätte die Welt die Form eines Körpers, wäre Europa der Kopf für mich", sagt Flogerta Krypi, geboren 1993. In Albanien ist sie als Autorin und Antikorruptionsaktivistin bekannt. Seit 2020 lebt Flogerta Krypi in NRW, seit 2024 mit deutschem Pass. "Europa hat für mich zwei Blickwinkel, als Albanerin und als EU-Bürgerin, ein himmelweiter Unterschied." Von Flogerta Krypi.
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11
Matthias Horx: "Europas Zukunft ist ein Muss"
"Ich bin einer, der primär Europäer ist", sagt der Zukunftsforscher Matthias Horx, der aus Deutschland stammt, in Österreich und Irland lebt und mit seiner "The Future: Family" in ganz Europa aktiv ist. Seine Prognose: Mehr europäische Gemeinschaftlichkeit wird trotz aller Differenzen durch die geopolitischen Turbulenzen geradezu erzwungen - "Europa ist ein Überlebenskontext". Von Matthias Horx.
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10
Ole von Uexküll: "Europa muss an der Seite der Schwachen stehen"
"Europa hat einen unglaublichen Reichtum an Vielfalt zerstört", sagt Ole von Uexküll, Umweltwissenschaftler und Direktor der Right Livelihood Award Foundation, mit Blick auf den Kolonialismus und dessen Folgen. Uexküll empfiehlt Demut, Aufarbeitung und Kooperation: "Das ist für Europa auch von geopolitischem Interesse." Von Ole von Uexkül.
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9
David Spencer: "Kooperation ist ein europäisches Prinzip"
"Die Wissenschaft profitiert enorm vom europäischen Miteinander", sagt der Biologe und Publizist David Spencer. Vater Engländer, Mutter Deutsche, zu Hause in Belgien, Schule, Uni und wissenschaftliche Tätigkeit in Aachen - Spencer ist selbst ein europäisches Gewächs. "Wir können viel voneinander lernen - Europa ist für mich das Zusammenwirken verschiedenster Ideen und Traditionen." Von David Spencer.
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8
Martin Erdmann: "Europas Stärke ist Geschlossenheit"
Wie steht es um Europa in der komplexen geopolitischen Gemengelage? Martin Erdmann, ehemaliger Diplomat, Botschafter in der Türkei und bei der Nato tätig, sieht trotz allem einige Gründe für Optimismus: "Europa ist stabil und einig in schwierigen Zeiten - das macht mir Hoffnung in dieser völlig verrückten Welt." Von Martin Erdmann.
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7
Nell Zink: "Europa ist so viel auf einmal"
"Europa in seiner Vielfalt ist für mich fast unerschöpflich", sagt die US-amerikanische Schriftstellerin Nell Zink, die seit vielen Jahren in Bad Belzig bei Berlin lebt. Die EU fasziniert sie, als Friedens- und Gemeinschaftsprojekt, in dem Streit mit Argumenten ausgetragen werde, nicht mit Waffen. "Die Wertschätzung jedes Einzelnen - das ist für mich ein zentrales europäisches Kulturgut." Von Nell Zink.
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6
Arno Kompatscher: "Südtirol als Labor für Europa"
"Die Grenzregionen profitieren sehr von Europa", sagt Arno Kompatscher, Landeshauptmann von Südtirol. Europa sei nicht nur ein Friedens-, sondern auch ein Wohlstandsprojekt - "ich halte das für eine geniale Idee." Südtirol könne heute ein Modell für Europa sein: "Unsere Autonomie, die regionale Selbstverwaltung, könnte eine gute Lösung für Europa insgesamt sein." Von Arno Kompatscher.
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5
Nora Osagiobare: "Europa verursacht Unbehagen"
"Europa macht mir Bauchschmerzen", sagt die Schriftstellerin Nora Osagiobare, deren satirisch-sarkastischer Debütroman "Daily Soap" derzeit in der Schweiz für Furore sorgt. Der Rechtsruck bereite "Leuten wie mir" - also nicht-weißen Menschen - größte Sorge. Und es sei längst nicht mehr klar, für welche Werte Europa eigentlich stehe. "Europa fühlt sich an, als würde ein Hafen, der immer sicher schien, plötzlich zerschellen." Von Nora Osagiobare.
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4
Ebbe Volquardsen: "Für Grönland ist Europa ambivalent"
"In Grönland gibt es Sympathien für die EU, aber auch eine gewisse Skepsis", sagt der Kulturwissenschaftler Ebbe Volquardsen, der an der Universität von Grönland Kulturgeschichte lehrt. Als Grund für die Skepsis nennt er die Kolonialgeschichte: "Will Europa sich in der Arktis engagieren, muss es sich damit beschäftigen. Selbstkritisch und auf Augenhöhe." Moderation: Judith Schulte-Loh Von Ebbe Volquardsen.
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3
Elżbieta Opilowska: "Europa braucht Kooperation"
"Der Enthusiasmus der Nuller Jahre hat nachgelassen, weil das gemeinsame Europa selbstverständlicher geworden ist", sagt Elżbieta Opiłowska. Die Soziologin ist Expertin für Border Studies an der Universität Wrocław/Polen, hat aber zur Zeit die "Europa-Gastprofessur 2025" an der Universität des Saarlandes inne. "Europa darf seine Offenheit nicht wieder verlieren." Von Elżbieta Opilowska.
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2
Cay Rademacher:"Europäischer Alltag ist wichtig"
“Der europäische Idealismus ist ein bisschen verloren gegangen“, sagt der Schriftsteller und Journalist Cay Rademacher, der mit seiner deutsch-französischen Familie in Salon-de-Provence lebt. Das Hin und Her in Europa sei längst so selbstverständlich, dass man fast vergesse, was für eine Errungenschaft es doch sei. "Das ist das gelebte Europa, nicht das der Sonntagsreden." Von Cay Rademacher.
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