PODCAST · society
Wieso? Weshalb? Warum? - Der Podcast über Kindermedien
by Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum
»Wieso? Weshalb? Warum?« ist ein Podcast über Kindermedien. Zu Gast sind Menschen, die sich professionell mit Medieninhalten für Kinder auseinandersetzen. In ausführlichen Gesprächen richtet Gastgeber Thomas Hartmann seinen Blick auf Medienangebote, die sich bewusst und wohltuend vom Mainstream abzusetzen versuchen. Und auf Expert*innen, die mit ihrer Arbeit mehr erreichen möchten, als Kinder einfach nur zu unterhalten. Sein Ziel ist es, eure Neugier auf besondere Medieninhalte für Kinder zu wecken.Thomas Hartmann ist Kulturwissenschaftler und Medienpädagoge. Die Auseinandersetzung mit Medienangeboten für Kinder gehört seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Sieben Jahren lang war er als wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) beschäftigt und hat in dieser Funktion auch den Podcast "Wieso? Weshalb? Warum?" ins Leben gerufen. Im Mai 2023 hat Thomas die Leitung des KJF übernommen.Das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentr
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45. Norbert Lechner (Kinderfilm-Regisseur)
Mein heutiger Gast ist Norbert Lechner. Norbert ist Film-Regisseur und bringt mit „Das geheime Stockwerk“ in wenigen Tagen seinen vierten Kinderfilm in die Kinos. Der Film erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Karli, der in dem Grandhotel seiner Eltern mit Hilfe eines alten Lastenaufzugs in der Zeit reisen kann und ziemlich unvermittelt im Jahr 1938 landet. Dort lernt Karli das jüdische Mädchen Hannah und den Schuhputzerjungen Georg kennen und beginnt vor dem Hintergrund dieser unerwarteten Begegnung, sich mit der Geschichte, der Entwicklung und den schrecklichen Folgen des NS-Regimes in Deutschland auseinanderzusetzen. Angesichts dieser Themensetzung wird klar, dass es sich bei „Das geheime Stockwerk“ um einen Kinderfilm mit einem gewichtigen Anliegen handelt. In der Directors-Note zum Film schreibt Norbert: „Mit dem Verlust der letzten Zeitzeugen wird das Dritte Reich von einer geteilten, lebendigen Erinnerung zu Geschichte. Und es ist sicher kein Zufall, dass plötzlich rechtsradikale Strömungen in ganz Europa wieder einen Zulauf bekommen wie lange nicht. Mit dem Verblassen des Schrecklichen wird rechtes Gedankengut plötzlich wieder salonfähig. Umso wichtiger ist es, den Kindern von heute eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus nahe zu bringen und Toleranz und Akzeptanz für andere Kulturen, Ethnien und Lebensgestaltungen früh zu thematisieren.“ Wie sich Norbert dieser Aufgabe genähert hat, wie Spannung, Unterhaltung und Aufklärung in „Das geheime Stockwerk“ zusammengeführt werden und warum auch Kinderfilme politisch sein können, um all das geht es im nun folgenden Gespräch mit dem Kinderfilm-Regisseur Norbert Lechner. Die Aufzeichnung des Gesprächs fand am 19. Februar 2026 statt.
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44. Helga Kleinen (Seitenstark e.V.)
Mein heutiger Gast ist Helga Kleinen. Wenn es um gute Websites für Kinder geht, ist Helga wahrscheinlich eine der besten Gesprächspartner*innen, die sich hierzulande finden lassen. Denn sie ist Mitbegründerin, ehemalige Vorstandsvorsitzende und amtierende Geschäftsführerin von Seitenstark, einem Verein, der sich seit fast 20 Jahren für ein kinderfreundliches Internet einsetzt und die Vernetzung engagierter Anbieter und Content-Creator fördert. Mit einer Sammlung kindgerechter Websites und dem Seitenstark-Gütesiegel machen sich Helga und das Seitenstark-Netzwerk für die digitale Teilhabe von Kindern stark und stellen den großen Digitalkonzernen mitsamt ihren mächtigen Plattformen ein zielgruppengerechtes und pädagogisch wertvolles Angebot an die Seite. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Nicht-kommerzielle Kinderwebsites sind nämlich meist kein lukratives Geschäftsmodell und das freie Internet, für das sich Helga und ihr Team seit vielen Jahren überzeugt engagieren, ist inzwischen mehr Utopie als Realität. In der Folge wird die öffentliche Debatte über Onlineangebote für Kinder immer stärker von Reglementierungen und Verbotsforderungen dominiert – ein nicht nur von Medienpädagog*innen teils scharf kritisierter Ansatz. Denn Kinder haben ein Recht auf digitale Teilhabe, müssen aber natürlich auch sichere und altersgerechte Angebote zur Verfügung gestellt bekommen, um digitale Souveränität erlernen zu können. Wie das gelingen kann, zeigt unter anderem das Verbundprojekt KUCOBINA, das der Seitenstark e.V. gemeinsam mit dem Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Technischen Hochschule Köln umgesetzt hat. Was gute Internetangebote für Kinder ausmacht, warum nicht-kommerzielle Websites für Kinder wichtig sind und wie die bestehenden Online-Bildungsangebote ganz gezielt an Ganztagsschulen genutzt werden können – all das erfahrt ihr in dieser Folge.
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43. Alice von Gwinner (Mitmalfilm)
Mein heutiger Gast ist Alice von Gwinner. Nachdem es im letzten Gespräch mit Vreni Hockenjos über Kinderfotobücher etwas theoretischer zuging, wird es mit Alice in dieser Folge wieder sehr „hands on“. Denn mit dem „Mitmalfilm“ haben Alice und ihr Partner Uli nicht nur ein tolles Medienprodukt für Kinder an den Start gebracht, sondern vor allem auch einen spannenden Weg beschritten, um als Mediengestalter*innen und Filmschaffende in der Kindermedienbranche selbstständig Fuß zu fassen. Der „Mitmalfilm“ ist ein Malbuch, das sich mit Hilfe einer App in wenigen Sekunden in einen kurzen Zeichentrickfilm verwandelt. Er motiviert Kinder also nicht nur zum Malen, sondern auch zum kreativen und selbstbestimmten Experimentieren mit digitalen Medien. Genauso faszinierend wie das Produkt selbst, ist aber auch der Entwicklungsprozess, den Alice und Uli mit dem „Mitmalfilm“ durchlaufen haben. Im Gespräch erzählt Alice nicht nur von verschiedenen Förderprogrammen, für die sie sich beworben haben, sondern auch von einem Auftritt in der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ und ihrer Teilnahme am Stipendienprogramm der Akademie für Kindermedien. Die Geschichte des „Mitmalfilms“ ist also auch eine Art Best Practice-Beispiel für die eigenständige Entwicklung eines Kindermedienangebots. Wie genau der Weg von der ersten Idee zu einem marktreifen Produkt verlaufen ist, welche Hürden es dabei zu überwinden galt, wie die sinnvolle Verbindung von analoger und digitaler Welt gelingen kann und welche Rolle der „Mitmalfilm“ im Kontext von Medienbildung in Kita, Kindergarten oder Grundschule spielen kann, all das erfahrt ihr in dieser Folge mit Alice von Gwinner.
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42. Vreni Hockenjos (Kinderfotobuch-Expertin)
Mein heutiger Gast ist Vreni Hockenjos. Vreni ist Medienwissenschaftlerin, Autorin, Kuratorin, Projektentwicklerin und Expertin für Kinderfotobücher. Als selbsternannte Fotobuch-Enthusiastin beschäftigt sie sich im Rahmen der Fotobuchforschung mit der Geschichte, der Entwicklung und dem kulturellen Stellenwert von Fotobüchern. Wie ich im Gespräch mit Vreni gelernt habe, ist die Fotobuchforschung eine noch relativ junge wissenschaftliche Disziplin, aber wie so oft spielt das Fotobuch für Kinder auch in diesem Kontext leider eine ziemlich untergeordnete Rolle. Umso wichtiger war es mir, diese literarische Gattung im Rahmen dieses Podcasts einmal deutlich ins Rampenlicht zu rücken. Ich muss allerdings zugeben, dass die Wahl dieses Themas auch nicht ganz uneigennützig war. Vor wenigen Tagen haben wir im Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum nämlich wieder den Deutschen Jugendfotopreis ausgeschrieben – den bundesweit größten Wettbewerb für junge Fotografie. Bis Anfang Februar können junge Fotografinnen und Fotografen nun wieder ihre Bilder einreichen, Preise gewinnen, sich vernetzen und mit etwas Glück bei der Ausstellung und der Preisverleihung im Herbst 2026 in Düsseldorf dabei sein. Kleiner Spoiler: Fotobücher sind im Wettbewerb übrigens auch zugelassen. Warum das alte Medium Fotografie heute vielleicht relevanter ist denn je, was genau mit Visual Literacy gemeint ist, was die Faszination von Fotobüchern für Kinder ausmacht und was es mit Vrenis eigenem Kinderbuch über die Geschichte der Fotografie auf sich hat – all das erfahrt ihr in dieser Folge.
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41. Isabel Galfe (Storybook Studios)
Mein heutiger Gast ist Isabel Galfe. Isabel arbeitet als Family Entertainment Produzentin und AI-Content-Spezialistin bei Storybook Studios, einer Schwesterfirma der 2011 von Matthias Schweighöfer gegründeten Filmproduktionsgesellschaft Pantaleon Films. Sie ist also auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Filmproduktionen spezialisiert und hat gemeinsam mit ihren Kolleg*innen die weltweit erste, komplett KI-generierte Animationsserie für Kinder entwickelt. Die Pilotfolge von „Space Vets“ wurde letztes Jahr veröffentlicht und hat – zumindest unter Kindermedienschaffenden – für Aufsehen gesorgt. Wenn ihr euch ein bisschen mit Animationsfilmen auskennt, dann wisst ihr, was für ein Meilenstein die Produktion eines Animationsfilms mit Künstlicher Intelligenz ist. Vermutlich ist für die meisten von uns aber auch unstrittig, dass mit der Nutzung von KI, gerade im Kontext von Kindermedien, eine besonders große Verantwortung einhergeht. Deshalb ging es im Gespräch mit Isabel viel um das Thema Verantwortung – vor allem gegenüber der Zielgruppe, aber auch gegenüber den Menschen in den Kreativberufen. Das übergeordnete Anliegen von Storybook Studios hat mich aber natürlich ebenso interessiert. Denn eine Firma, die sich auf die Herstellung von KI-generierten Filmen spezialisiert, tut das sicher nicht nur aus der Freude am Umgang mit der neuen Technologie. Welche Idee steckt also hinter der Gründung von Storybook Studios? Wie ernst ist es Isabel und ihrem Team mit der Herstellung von Kindermedienangeboten? Und wie blickt eine AI-Content-Spezialistin auf die Zukunft der Filmproduktion insgesamt? All das und noch vieles mehr erfahrt ihr in dieser Folge von „Wieso? Weshalb? Warum?“ mit Isabel Galfe von Storybook Studios.
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40. Elisabeth Wenk (Goldener Spatz)
Mein heutiger Gast ist Elisabeth Wenk. Seit drei Jahren ist Elisabeth die künstlerische Leiterin des Kinder Medien Festivals Goldener Spatz das ab dem 01. Juni wieder in Gera und Erfurt stattfinden wird. Wenn es um gute Filme, Serien und Digitalangebote für das junge Publikum geht, dann führt an diesem Festival kaum ein Weg vorbei. Denn der Goldene Spatz ist nicht nur ein wunderbarer Kulturort für Kinder und Jugendliche, sondern hat sich über die vielen Jahre seines Bestehens auch zum größten Branchentreffen für audiovisuelle deutschsprachige Kindermedien entwickelt. Jahr für Jahr treffen dort Kinder, Filmemacher*innen und Medienprofis zusammen – und das auf eine Art, die nicht nur Spaß macht, sondern auch richtig was bewegt. Der Goldene Spatz ist also ein spannender Lernort für alle Menschen, denen gute Kindermedienangebote am Herzen liegen. Als Leiterin des Festivals bringt Elisabeth nicht nur viel Erfahrung, sondern vor allem großen Enthusiasmus für Kindermedien und Kindermedienschaffende mit. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie man ein Festival so organisiert, dass die Stimmen von Kindern und Jugendlichen nicht nur gehört werden, sondern konsequent im Mittelpunkt stehen. Wir sprechen aber auch darüber, was es braucht, damit Kinderfilme nicht einfach nur „nett“, sondern wirklich relevant sind. Elisabeth hat dabei nicht nur ein gutes Gespür für die Herausforderungen der Branche, sondern gemeinsam mit ihrem Team auch wirksame Formate entwickelt, um diesen Herausforderungen konstruktiv zu begegnen. Mich haben ihr fachlicher Blick und ihre klare Haltung zum Thema sehr beeindruckt und ich bin mir sicher, dass es euch beim Zuhören ähnlich gehen wird.
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39. Hartmut Rosa (Soziologe)
Mein heutiger Gast ist Hartmut Rosa. Im Kontext dieses Formats ist Hartmut ein vergleichsweise exotischer Gast, denn mit der Entwicklung von Kindermedieninhalten hat er im Grunde genommen gar nichts zu tun. Als Soziologe lehrt Hartmut seit vielen Jahren an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, außerdem ist er Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt. International bekannt wurde er aber vor allem durch sein fast 800 Seiten umfassendes Buch „Resonanz“, in dem er eine Soziologie des guten Lebens entworfen hat. Und weil zu einem guten Leben möglicherweise ja auch gute Medienangebote für Kinder einen wertvollen Beitrag leisten können, habe wir uns zu einem Gespräch über Kindermedien verabredet. Ich hatte die Gelegenheit, Hartmut am Rande einer Tagung zum Thema „Resonanz“ am Standort des KJF, in der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid zu treffen und im Gespräch mit ihm habe ich versucht, sein Resonanzkonzept auf Medienangebote für Kinder zu übertragen. Das ist zugegeben nicht ganz einfach, denn nicht nur sein Theoriemodell, sondern auch seine Gedankengänge dazu sind zum Teil ziemlich komplex. Da Hartmut aber nicht nur ein sehr kluger, sondern auch ein überaus unterhaltsamer Gesprächspartner ist, eröffneten sich im Austausch mit ihm viele spannende und zum Teil auch neue Perspektiven auf das Feld der Kindermedien. Wie Medienangebote für Kinder beschaffen sein sollten, damit sie Resonanzerfahrungen begünstigen, warum Resonanz per se aber unverfügbar ist und ob Medien womöglich auch Resonanzverhinderer sein können – all das erfahrt ihr in dieser Folge mit dem Soziologen Hartmut Rosa.
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38. Florian Sump (Deine Freunde)
Mein heutiger Gast ist Florian Sump. Meiner Generation ist Flo womöglich noch als Schlagzeuger der Band „Echt“ bekannt, mit der er als Teenager eine zwar kurze, dafür aber umso steilere Karriere hingelegt hat. Kindern und Familien dürfte er heute aber vor allem als eines von drei Mitgliedern der Band „Deine Freunde“ bekannt sein. Als die selbsternannte „coolste Kinderband der Welt“ vor rund 13 Jahren die Kindermusik-Bühne betrat, atmeten Eltern und Medien gleichermaßen erleichtert auf: Endlich mal richtig gute Musik für Kinder! Dabei sind „Deine Freunde“ gar nicht die erste und ganz sicher auch nicht die einzige Band, die moderne Kindermusik macht, zweifellos aber die bekannteste und erfolgreichste. In ihren Liedern greifen Flo und seine Bandkollegen Lukas und Pauli alle möglichen Themen aus dem Familienalltag auf, beweisen dabei stets einen guten Humor und unterlegen das Ganze mit den – wie sie selbst sagen – „dicksten Bässen der Branche“. Mit diesem Erfolgsrezept sind „Deine Freunde“ inzwischen regelmäßig in den größten Konzerthallen des Landes unterwegs und haben sich einen festen Platz in den Ohren und in den Herzen junger Familien erspielt. In wenigen Wochen startet die Band nun ein ganz neues musikalisches Experiment. Zusammen mit der Stüba-Philharmonie gehen „Deine Freunde“ im April auf große Orchester-Tour und präsentieren ihre Musik dabei nicht nur in einem ganz neuen Sound, sondern auch in ausgewählten Konzerthäusern in ganz Deutschland. Grund genug, Flo für ein Gespräch in diesen Podcast einzuladen. Was das Geheimnis ihres Erfolgs ausmacht, was man Kindern inhaltlich zutrauen darf und wieso sie das coolste Publikum der Welt sind: All das erfahrt ihr in dieser Folge von „Wieso? Weshalb? Warum?“ mit Florian Sump von der Band „Deine Freunde“.
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37. Sebastian Gutknecht (Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz)
Mein heutiger Gast ist Sebastian Gutknecht. Sebastian ist Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) und damit Leiter einer Behörde, die für die Förderung, die Durchsetzung und nicht zuletzt auch für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes in Deutschland zuständig ist. Er hat also gar nicht direkt mit der Produktion von Kindermedienangeboten zu tun, kennt sich als Jurist dafür aber sehr gut mit den gesetzlichen Grundlagen für die Mediennutzung junger Menschen aus – und diese Expertise ist für das Thema der heutigen Folge überaus hilfreich. Bestimmt habt ihr es auch mitbekommen: Ende letzten Jahres hat die australische Regierung ein Gesetz verabschiedet, dass Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu Sozialen Medien zukünftig verbieten soll. Hintergrund für diese Entscheidung ist die wachsende Sorge um die Sicherheit und die psychische Gesundheit junger Menschen. Denn neben vielen Möglichkeiten zu Austausch, Kommunikation und Kreativität, heizen Soziale Medien nachweislich auch polarisierende Debattenkulturen an. Sie tragen zur Verbreitung von Fake-News bei, befördern Phänomene wie Cyber-Mobbing oder Cyber-Grooming und können im schlimmsten Fall auch Suchtpotential entfalten. Kein Wunder also, dass nach der Entscheidung in Australien auch bei uns in Deutschland eine Debatte darüber in Gang kam, ob so ein Gesetz nicht auch hier sinnvoll sein könnte. Als Direktor der BzKJ hat sich Sebastian sehr schnell öffentlich zu dieser Frage positioniert und gesagt, dass er das völlige Verbot von Social Media für unter 16-Jährige für „zu weitgehend“ hält. Warum er sich so positioniert hat, welche gesetzlichen Grundlagen schon heute in Deutschland bzw. in Europa gelten, welche Handlungsmöglichkeiten sie der BzKJ geben und wie die jüngste Entscheidung des Meta-Konzerns, die Faktenchecks bei Facebook und Instagram in den USA zukünftig einzustellen, die Debatte ganz aktuell beeinflussen – all das erfahrt ihr in dieser Folge mit Sebastian Gutknecht von der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz.
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36. Sarah Ziegler (Maus-Radio | WDR)
Mein heutiger Gast ist Sarah Ziegler. Sarah ist nicht nur Redakteurin beim Kinderhörfunk des WDR, sondern seit vielen Jahren auch als Autorin und Moderatorin für das Programm tätig. Sie kennt das Hörfunkangebot für Kinder also aus ganz unterschiedlichen Rollen. Früher hat die Kinderhörfunkredaktion im WDR mehr oder weniger autark gearbeitet. Vor wenigen Jahren wuchs das Radioprogramm für Kinder dann aber mit dem Fernsehprogramm für Kinder zusammen. Das Kinderradio und die Sendung mit der Maus wurden unter einem gemeinsamen Markennamen gebündelt und seitdem gibt es im WDR das Maus-Radio. Ausgerechnet das Kinderprogramm hat also eine Blaupause für die Schaffung sinnvoller Synergien und crossmedialer Strukturen innerhalb eines der größten Medienhäuser Europas geliefert. Die Arbeit der Kinderhörfunk-Redaktion ist aber auch in vielen anderen Bereichen vorbildlich. Ich persönlich kann und ich will auch gar nicht verleugnen, dass ich ein großer Fan von diesem Programm bin und auch Sarah ist diesbezüglich eine echte Überzeugungstäterin. Kein Wunder also, dass im Austausch mit ihr vor allem die Potentiale des Kinderradios zur Sprache kamen: Wie Partizipation von Kindern gelingen kann, warum man ihnen herausfordernde und komplexe Themen nicht vorenthalten sollte, wie man diese Themen trotzdem kindgerecht aufarbeiten kann und warum das Radio – allen technischen Innovationen zum Trotz – ein nicht totzukriegendes Medium ist, all das erfahrt ihr in dieser Folge mit Sarah Ziegler vom Maus-Radio des WDR. Viel Spaß!
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35. Ferdinand Lutz (Kindercomic-Zeichner)
Mein heutiger Gast ist Ferdinand Lutz. Als Comiczeichner beschäftigt sich Ferdinand mit einer sehr besonderen, oft aber leider auch viel zu wenig sichtbaren Sparte von Kinderkultur. Schon in seiner Kindheit hat Ferdinand die Faszination für das Zeichnen gepackt, doch erst viele Jahre später hat er den Entschluss gefasst, das Comiczeichnen auch zu seinem Beruf zu machen. Eine gute Entscheidung, denn mit ihm wird die Comicwelt um einen überaus engagierten Kreativtäter bereichert. Angefangen hat seine Karriere als Szenarist für Käpt’n Blaubär-Geschichten. Die Comic-Serie Q-R-T im Kindernachrichten-Magazin Dein SPIEGEL war schließlich Ferdinands Sprungbrett in das Leben als professioneller Zeichner. Als Co-Herausgeber des Kindercomic-Magazins Polle, das in seinem eigenen Verlag erscheint, kennt sich Ferdinand aber auch bestens mit der Entstehung, der Entwicklung und den Besonderheiten des Kindercomics aus und ist gut mit der Szene vernetzt. Kein Wunder also, dass er viel über Comics erzählen kann und auch erzählt hat. Ich hab mich von Ferdinands Begeisterung für das Thema regelrecht mitreißen lassen und die Uhr dabei zeitweilig aus dem Blick verloren. Dafür wurde ich aber auch mit vielen aufschlussreichen Einblicken in ein für mich größtenteils unbekanntes Universum belohnt und war erstaunt darüber, wie viele spannende Verknüpfungen und Verbindungen zwischen dem Medium Comic und anderen Kindermediensparten sichtbar wurden.
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34. Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend & Film)
Mein heutiger Gast ist Reinhold Schöffel. Seit mehr als 30 Jahren ist Reinhold inzwischen als Geschäftsführer des Bundesverband Jugend und Film (BJF) tätig und hat in dieser Rolle die Filmkultur für Kinder und Jugendliche in besonderer Weise geprägt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist nämlich die BJF-Clubfilmothek, in der vom Blockbuster bis zum kleinen Independent-Streifen rund 500 Filmtitel für die nicht-gewerbliche Filmarbeit angeboten werden. Falls ihr also mal Lust habt, eine öffentliche Filmvorführung für Kinder und Jugendliche in einem Jugendzentrum, in einer Schule, einem kommunalen Kino oder an irgendeinem anderen ausgefallenen Ort realisieren zu wollen und in diesem Rahmen nicht irgendeinen belanglosen Quatsch zeigen möchtet, dann seid ihr bei Reinhold und dem BJF genau an der richtigen Adresse. Doch nicht nur mit dem Angebot der Clubfilmothek, sondern auch mit vielen anderen Projekten, trägt der BJF schon seit 1970 zur Demokratisierung von Filmkultur bei. Und wie ihr im Gespräch mit Reinhold feststellen werdet, gibt es ein paar spannende Parallelen zwischen seinem persönlichen Werdegang und der Entwicklung des Hauses. Hervorgegangen aus der Bewegung der Jugendfilmclubs, verdankt der BJF die enge Verbindung zwischen filmkultureller Arbeit und politischem Engagement nicht zuletzt sicher auch der politisierten Haltung von Reinhold selbst. Welche Kraft besondere Filme entfalten können, wie sich die Arbeit des BJF in den letzten Jahrzehnten verändert hat und warum sie heute vielleicht wichtiger ist denn je: All das erfahrt ihr im Gespräch mit Reinhold Schöffel vom Bundesverband Jugend und Film. Viel Spaß!
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33. Kinderfilmförderung in Deutschland
Für die inzwischen 33. Ausgabe dieses Formats habe ich mir passenderweise gleich drei Gesprächspartner*innen eingeladen. Gemeinsam mit Petra Rockenfeller, Philipp Budweg und Margret Albers spreche ich über den zur Zeit auf Hochtouren laufenden Reformprozess für die Filmförderung des Bundes. Das klingt erstmal nicht unbedingt nach einem spannenden Kindermedien-Thema, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich das genaue Gegenteil. Denn ohne ein gut aufgestelltes Filmförderungssystem wäre es unter anderem auch um den deutschen Kinderfilm schlecht bestellt. Margret, Petra und Philipp beobachten den aktuell laufenden Reformprozess zwar aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Allen drei gemeinsam ist aber ihr Engagement und ihre Leidenschaft für eine vielfältige und qualitativ hochwertige Kinderfilmkultur – und genau die steht im Reformprozess gerade auf dem Spiel. Im Vergleich zu den Themen, über die in diesem Format sonst gesprochen wird, ist das Thema Filmförderung vergleichsweise abstrakt – unter anderem deshalb ist diese Folge auch etwas länger geworden. Exemplarisch zeigt das Gespräch aber eben auch, dass der Erhalt vielfältiger, werteorientierter und qualitätsbewusster Kindermedien eben kein Kinderkram, sondern ganz im Gegenteil eine hochpolitische Angelegenheit ist, der wir uns als Erwachsene - stellvertretend für die jüngste Generation - mit Engagement, Haltung und Überzeugungskraft zu widmen haben. Und genau das tun Margret Albers, Petra Rockenfeller und Phillip Budweg. Ich wünsche euch anregende Erkenntnisse beim Gespräch über die Reform der Filmförderung des Bundes und ihre möglichen Folgen für die Kinderfilmkultur in Deutschland.
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32. Tobias Krell (Checker Tobi)
Mein heutiger Gast ist Tobias Krell. Als „Lehrer der Nation“ hat die Süddeutsche Zeitung Tobias einmal bezeichnet – und das aus gutem Grund. Denn in seinem Fernsehformat „Checker Tobi“ beantwortet er Kindern seit mehr als zehn Jahren die großen und kleinen Fragen des Lebens. Sein Film „Checker Tobi und das Geheimnis der fliegenden Flüsse“ war 2023 für den Deutschen Filmpreis nominiert und zählte zu den erfolgreichsten Kinoproduktionen des vergangenen Jahres. Als Co-Programmleiter des Cinekindl – der Sektion für das junge Publikum beim Filmfest München, das in wenigen Tagen wieder beginnen wird – hat Tobias aber auch einen ziemlich guten Überblick über das internationale Kinderfilmangebot. Er kennt sich also sowohl vor als auch hinter der Kamera mit Medienangeboten für Kinder aus und hat dementsprechend viel darüber zu erzählen. Normalerweise ist es Tobias, der als Reporter anderen Leuten neugierige Fragen stellt, doch für diesen Podcast durfte ich ihn nun mit Fragen löchern: Wie wurde er überhaupt zu „Checker Tobi“? Welche Zutaten machen den Erfolg des Formats aus? Und wie beeinflusst seine Arbeit für‘s Fernsehen seine Rolle als Programmleiter eines Filmfestivals für Kinder? Wir sprechen über die vielbeschworene Authentizität im Kinderfernsehen, über gut gesetzte Überforderungen, den Mainstream-Begriff, den politischen Anspruch seiner Arbeit und die oft mangelnde Wertschätzung von Medienangeboten für Kinder. Ob er sich allerdings auch selbst als Lehrer der Nation versteht? Das alles und manches mehr erfahrt ihr in dieser Folge.
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31. Susanne Risch (brand eins | weil.)
Mein heutiger Gast ist Susanne Risch. Seit 25 Jahren arbeitet Susanne für das Wirtschaftsmagazin „brand eins“, wo sie für das Corporate Publishing verantwortlich ist. Im letzten Jahr ist für sie aber noch eine neue Aufgabe hinzugekommen. Gemeinsam mit dem Carlsen-Verlag hat die brand eins Medien AG nämlich das erste Wirtschaftsmagazin für Kinder auf den Markt gebracht – und Susanne ist die Co-Chefredakteurin dieses Magazins. Es heißt "weil." und es ist ein Magazin übers Machen und Wollen, Tauschen und Haben, Verhandeln und Überzeugen, Kaufen und Verdienen, Gewinnen und Verlieren. So zumindest steht es auf der Website der Zeitschrift. Doch was heißt das genau? Im Gespräch mit Susanne wollte ich mehr darüber herausfinden, welcher Anspruch hinter "weil." steckt. Wie zum Beispiel definiert sie den Begriff Wirtschaft? Wie lassen sich wirtschaftliche Themen so aufbereiten, dass sie auch für Kinder interessant und verständlich sind? Und warum sollten sich Kinder überhaupt mit Wirtschaftsfragen beschäftigen? Susanne hat dazu eine sehr klare Haltung. Immer wieder kommt sie im Gespräch auf das Thema Selbstermächtigung zurück und verweist damit auf die Verantwortung von uns Erwachsenen, Kinder in ihren Lebenswelten zu empowern. Jenseits aller inhaltlichen Fragen ist die Geschichte von weil. aber auch eine Geschichte über die Wirkmächtigkeit gelungener Kooperationen. Denn erst die Zusammenarbeit zwischen „brand eins“ und dem Carlsen-Verlag machte es möglich, die seit vielen Jahren bestehende Idee zu diesem Magazin endlich in die Tat umzusetzen und so zum Beispiel auch Schulen und Lehrer*innen besser zu erreichen. Viel Spaß beim Hören!
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30. Sukini (Kindermusikerin)
Mein heutiger Gast ist die Kindermusikerin Sukini. Als Sookee hat sie mit ihrem queer-feministischen Rap über viele Jahre die deutsche, ziemlich männlich dominierte Hip Hop-Szene aufgemischt. Als Sukini tummelt sie sich nun in der nicht weniger männlich dominierten Kindermusikszene. Sie hat also den mutigen Schritt gewagt, sich mit ihren Erfahrungen aus dem professionellen Musikbusiness für Erwachsene bewusst der Zielgruppe Kinder zuzuwenden und so viel frischen Wind in die oft belächelte Kindermusikszene gebracht. „Schmetterlingskacke“ und „Da haben wir den Salat“ heißen ihre zwei bislang erschienenen Alben, auf denen Sukini sanft und doch mit klarer Haltung zu gesellschaftspolitischen Realitäten Position bezieht und so eher ungewöhnliche, bisweilen auch schwierige Themen im Kinderlied platziert. Schon früh hat Sukini ihr künstlerisches Handeln in politische Kontexte eingebunden, ganz egal ob es dabei um Gender, Feminismus, Sexismus, Anti-Rassismus oder auch Anti-Kapitalismus ging. Dass sie das nun auch als Kindermusikerin tut, mag erstmal überraschen, denn die meisten Menschen verbinden mit dem Kinderlied definitiv andere Themen. Gerade dieser vermeintliche Widerspruch macht ihre musikalische Arbeit für Kinder aber eben auch so interessant. Warum sich Sukini für diese künstlerische Weiterentwicklung entschieden hat, wo genau sie sich als Kindermusikerin positioniert, wie sie dabei auf ihr neues Umfeld blickt und was die Kindermusikszene von anderen Kultursparten wie zum Beispiel der Kinderliteratur lernen kann – all das war Thema unseres Gesprächs.
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29. Jan von Holleben (Fotograf)
Mein heutiger Gast ist Jan von Holleben. Jan ist Fotograf und pendelt in dieser Rolle regelmäßig zwischen Berlin und Paris hin und her. Eigentlich wollte er nie Fotograf werden, doch seit ihm vor ziemlich genau 20 Jahren mit der Serie „Dreams of flying“ der große Durchbruch gelang, kann er sich vor Arbeit kaum noch retten. Er gestaltet Auftragsarbeiten für namhafte Unternehmen, Organisationen und Magazine, konzipiert aber auch eigene Ausstellungen und vor allem Fotobücher für Kinder. Denn sein Spezialgebiet ist die visuelle Darstellung von Kindheit. Inspiriert von der Spieltheorie, sprühen seine oft knallbunten Fotografien nur so vor kindlicher Fantasie und wecken auch bei Erwachsenen kindliche Erinnerungen. An mehr als 20 Fotobüchern hat Jan bereits mitgewirkt, um Themen wie Aufklärung, Scheidung, Religion oder auch Politik mit Kindern und für Kinder greifbar und verständlich zu machen. Im Sommer wird sein neues Kinderfotobuch „100mal Deutschland“ erscheinen, für das er sich gemeinsam mit 50 Kindern mit der Frage beschäftigt hat, was „typisch deutsch“ eigentlich bedeutet. Einmal mehr wird er darin zeigen, dass sich der nüchterne Blick auf die Realität und eine fantasievolle Bildsprache nicht ausschließen. Völlig zu Recht wurde Jan deshalb inzwischen mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. Doch ausgerechnet den Deutschen Jugendfotopreis, den wir vom KJF gerade wieder ausschreiben und an dem auch Jan in seiner Jugend mehrfach teilgenommen hat, den hat er nie gewonnen. Zum Glück ist er nicht nachtragend und hat mir für dieses Format trotzdem geduldig und mit großer Offenheit Rede und Antwort gestanden. Viel Spaß beim Hören!
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28. Leopold Grün (Vision Kino)
Mein heutiger Gast ist Leopold Grün. Seit ziemlich genau vier Jahren ist Leopold Geschäftsführer von Vision Kino, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Eines der bekanntesten Projekte von Vision Kino sind die Schulkinowochen, ein bundesweit stattfindendes Filmfestival das die schulische Filmbildung in den Mittelpunkt rückt und vor allem Lehrerinnen und Lehrer mitsamt ihren Schüler*innen für den Kinofilm und den Kulturort Kino begeistern möchte. Jahr für Jahr lockt das Programm fast eine Million Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland in die Kinosäle. Doch trotz dieses Erfolgs steht die Arbeit von Vision Kino in Fachkreisen immer wieder auch in der Kritik. Denn die vielen Akteure und Förderer, die sich im Bereich Filmbildung engagieren, haben zum Teil sehr unterschiedliche Ansprüche und Erwartungshaltungen an Vision Kino. Denen gerecht zu werden, ist für Leopold und sein Team nicht immer leicht. Geboren und aufgewachsen in der DDR, hat Leopold einen spannenden Werdegang hinter sich, in dem sich seine Erfahrungen als Medienpädagoge, als Geschäftsführer der AG Verleih und als Dokumentarfilmer mischen. Als Geschäftsführer von Vision Kino hat er nun alle Hände voll zu tun, um die bestehenden Projekte zu modernisieren und das Haus auch strategisch weiterzuentwickeln – und genau das tut er auch mit viel Engagement. „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Dieses Zitat von Helmut Schmidt kam mir während der Vorbereitung zu dieser Folge in den Sinn. Ob es sich entgegen seiner Haltung doch lohnt, Visionen für das Kino und für die Filmbildung zu entwickeln und wie genau diese aussehen könnten, das erfahrt ihr im Gespräch mit Leopold Grün von Vision Kino.
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27. Markus Langer (Tonies GmbH)
Mein heutiger Gast ist Markus Langer. Markus ist Chief Content Officer bei der Tonies® GmbH, einem Unternehmen, das den Audio-Markt für Kinder in den letzten Jahren ziemlich umgekrempelt hat. Ich unterstelle mal, dass die meisten von euch die kleinen Audio-Würfel mitsamt den dazugehörigen Figuren kennen, die es Kindern ermöglichen, sehr intuitiv und völlig selbstbestimmt Hörspiele, Hörbücher und Musik abspielen zu können. 2016 hatten die Unternehmensgründer Markus Stahl und Patrick Faßbender „die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt“, wie es Markus im Gespräch sagt. In gerade mal sieben Jahren haben sie ihr kleines Start-Up zu einem Global-Player gemacht. Allein in Deutschland verfügt heute rein statistisch jedes zweite Kind über eine Tonie-Box – und diese Entwicklung ist sicher nicht allein dem Schicksal zuzuschreiben. Es kommt eher selten vor, dass ich mich in diesem Podcast mit Vertreter*innen eines Wirtschaftsunternehmens unterhalte. Zu schnell ist man dabei dem Verdacht der Schleichwerbung ausgesetzt. Gleichzeitig ist es aber natürlich auch hochspannend, die Entwicklung und die Strategien eines Unternehmens wie der Tonies® GmbH kennenlernen zu können. Zu vielen Fragen hat mir Markus sehr offen Rede und Antwort gestanden und mir dabei interessante Einblicke in die Perspektive seines Unternehmens gegeben: Welches Problem sollte mit der Tonie-Box überhaupt gelöst werden? Welche Kriterien liegen den Audioinhalten zugrunde, die auf der Tonies-Plattform veröffentlicht werden? Welche Rolle spielt Kindermusik im Kontext von Audio-Content für Kinder? Und muss man als weltweit agierendes Unternehmen inhaltliche Ansprüche den wirtschaftlichen Interessen zwangsläufig unterordnen? Für mich zeigte sich im Gespräch mit Markus, dass es die Mischung aus Geschäftssinn, Professionalität und Leidenschaft ist, die den Erfolg der Tonies GmbH begründet. Gerade bei Medienangeboten für Kinder geht mit diesem Erfolg aber natürlich auch eine große Verantwortung einher. Ob und inwiefern Markus und seine Kolleg*innen dieser Verantwortung tatsächlich gerecht werden, das entscheidet ihr am besten selbst.
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26. Bettina Buchler (Deutsche Film- und Medienbewertung)
Mein heutiger Gast ist Bettina Buchler. Bettina ist die Direktorin der Deutschen Film und Medienbewertung (kurz FBW) in Wiesbaden. 1951 als die erste und damit älteste Institution der deutschen Filmförderung gegründet, begutachtet die FBW bis heute filmische Produktionen auf ihre Qualität und zeichnet herausragende Werke mit den Prädikaten „wertvoll" und „besonders wertvoll" aus. Bestimmt sind euch diese Gütesiegel schonmal auf einem Filmplakat oder irgendwo im Internet begegnet. Als Bettina vor inzwischen 15 Jahren die Leitung der FBW übernommen hat, hat sie das Profil des Hauses grundlegend modernisiert und konsequent weiterentwickelt. Vor allem im Kinder- und Jugendfilmbereich setzte sie gemeinsam mit ihrem Team neue inhaltliche Schwerpunkte. Aus dieser Dynamik heraus entstanden unter anderem die FBW-Jugend-Filmjurys, in denen Kinder und Jugendliche Filme für ein junges Publikum selbst bewerten. In elf verschiedenen Städten in ganz Deutschland sind diese Jurys inzwischen aktiv und haben bereits mehr als 400 Filme gesichtet. Ein tolles Partizipationsprojekt, zu dem sich natürlich jede Menge Fragen stellen: Wie kommen die FBW-Jurys zu ihren Bewertungen? Worin besteht der Unterschied zwischen einer Filmkritik und einer Filmempfehlung? Ist das Prädikat „besonders wertvoll“ gleichzusetzen mit „pädagogisch wertvoll“? Und warum liegen Bettina die Themen Filmbildung und Filmvermittlung überhaupt so sehr am Herzen? Antworten auf diese Fragen gibt's in dieser Folge - viel Spaß beim Hören!
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25. Tanja Tlatlik (doxs! Duisburg)
Seit knapp einem Jahr ist Tanja Tlatlik die neue Leiterin von doxs! – dem Dokumentarfilmfestival für Kinder und Jugendliche in Duisburg. Hervorgegangen aus der Duisburger Filmwoche, ist doxs! in mehr als 20 Jahren längst zu einer festen Größe in der deutschen Festivallandschaft geworden. Für Tanja und ihr Team ist das allerdings kein Grund, entspannt die Hände in den Schoß zu legen. Ganz im Gegenteil! Noch immer fristet der Dokumentarfilm für Kinder nämlich ein überraschendes Nischendasein. Das hat zum einen damit zu tun, dass in Deutschland vergleichsweise wenig Dokumentarfilme für das junge Publikum realisiert werden, zum anderen aber auch damit, dass Kinder wie Erwachsene oft gar nicht wissen, wie vielfältig, spannend und unterhaltsam Dokumentarfilme für Kinder tatsächlich sind. Höchste Zeit also, dem Genre auch in diesem Podcast mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Wodurch zeichnet sich ein guter Dokumentarfilm für das junge Publikum aus? Worauf ist zu achten, wenn Kinder und Jugendliche selbst zu Protagonist*innen im Dokumentarfilm werden? Und was kann man ihnen als Publikum thematisch zumuten? Diesen und weiteren Fragen gehe ich im Gespräch mit Tanja auf den Grund. Viel Spaß beim Hören!
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24. Sebastian Markt & Melika Gothe (Berlinale/Generation)
Zu Gast in dieser Folge: Sebastian Markt und Melika Gothe. Erst vor wenigen Monaten wurden die beiden zum neuen Führungsduo der Sektion Generation bei der Berlinale ernannt, inzwischen stecken sie bereits mitten in den letzten Vorbereitungen für das internationale Filmfestival, das am 16. Februar seine Türen für Filmfans und Fachpublikum öffnen wird. Neben den Filmfestspielen von Cannes und Venedig zählt die Berlinale zu den wichtigsten Filmfestivals Europas und gilt auch weltweit als eines der bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche. Das Festival zeigt aber nicht nur Filme für Erwachsene, sondern richtet sich mit der Sektion Generation auch ganz gezielt an das junge Publikum. Im Fokus des Programms stehen Filme, „die in ihren Erzählungen und ihrer Filmsprache Kinder und Jugendliche ernst nehmen. Geschichten, die aus der Sicht ihrer jungen Protagonist*innen erzählt werden und deren Welt erfahrbar machen. Bedeutsame Filme, die ein Tor in unbekannte Welten öffnen. Filme, die Mut einfordern, intersektionale Perspektiven aufzeigen und gemeinsame Lösungsansätze fördern. Filme, die der Welt der Erwachsenen einen Spiegel vorhalten.“ Mit diesen Worten wird das Programm von Generation auf der Website der Berlinale beschrieben. Doch was verstehen Sebastian und Melika unter guten Filmen für ein junges Publikum? Wie blicken sie auf den Kinderfilm, wie auf den Jugendfilm und mit welchem Ansprüchen verknüpfen sie ihre neuen Aufgaben als Leiter und Managerin der Sektion Generation? Wir wünschen euch viel Spaß beim Gespräch mit Melika Gothe und Sebastian Markt über das Profil, das Selbstverständnis und die Ziele der Sektion Generation bei der Berlinale.
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23. Sabine Feierabend (KIM- und JIM-Studien)
Mit meinem heutigen Gast Sabine Feierabend spreche ich über das Mediennutzungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen. Als Referentin in der Abteilung Medienforschung und Analytics des SWR, verantwortet Sabine die Durchführung der KIM- und JIM-Studien, die der SWR seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgibt. Für alle, die auf der Suche nach validen und regelmäßig erhobenen Daten zur Medienausstattung und zum Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen sind, gehören diese Studien zum wissenschaftlichen Standardwerk. 1998 wurde die erste JIM-Studie veröffentlicht und Sabine war von der ersten Stunde an dabei. Demzufolge kennt sie nicht nur die aktuellsten Studienergebnisse, sondern auch die Hintergründe, die vor fast 25 Jahren dazu geführt haben, dass die KIM- und JIM-Studien ins Leben gerufen wurden. Welche Ziele wurden mit der Gründung der Studie verfolgt? Mit welchen Methoden arbeiten Sabine und ihre Kolleg*innen? Was kennzeichnet die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen aktuell und welche Entwicklungen lassen sich im Zeitverlauf ablesen? All das war Thema in meinem Gespräch mit Sabine Feierabend über ihre Arbeit an den KIM- und JIM-Studien.
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22. Linda Wiechert (Deutscher Jugendliteraturpreis)
Mit meinem heutigen Gast Linda Wiechert spreche ich über Bücher für Kinder und Jugendliche. Linda ist die Projektmanagerin vom Deutschen Jugendliteraturpreis, einem Wettbewerb, der seit weit über 60 Jahren die besten deutschsprachigen Bücher für junge Leser*innen auszeichnet. Natürlich hat mich im Gespräch mit Linda deshalb der Blick hinter die Kulissen dieses Wettbewerbs interessiert: Welche Bücher werden im Wettbewerb prämiert? Wer trifft die Entscheidungen? Und wie verlaufen die Entscheidungsprozesse? Darüber hinaus haben Linda und ich uns aber auch über literarästhetische Bildung, über Leseförderung und über alte und neue Grenzen des Darstellbaren in der Kinder- und Jugendliteratur ausgetauscht. Tatsächlich ist es nach inzwischen 22 Folgen das erste Mal, dass in diesem Podcast überhaupt über Literatur für Kinder gesprochen wird. Darum hat uns natürlich auch die Frage beschäftigt, ob sich das Traditionsmedium Buch durch digitale Medienangebote für Kinder bedroht sehen muss? Welchen Stellenwert haben Kinder- und Jugendbücher in einer zunehmend digitalisierten Welt? Und wie gelingt es, junge Generationen immer wieder aufs Neue für das Lesen zu begeistern? All das und vieles mehr erfahrt ihr im Gespräch mit Linda Wiechert. Viel Vergnügen!
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21. Thorsten Leimbach (Roberta-Initiative)
Mit meinem heutigen Gast Thorsten Leimbach spreche ich über das Thema digitale Bildung. Thorsten arbeitet für das Fraunhofer Institut – genauer gesagt für das „Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme“ – einem der führenden Wissenschaftsinstitute auf den Gebieten künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Big Data. Als Geschäftsfeldleiter der Abteilung „Smart Coding and Learning“ ist Thorsten unter anderem für die Roberta-Initiative verantwortlich, mit der Kinder und Jugendliche spielerisch Programmieren lernen können. 2002 gestartet, haben Thorsten und seine Kolleg*innen mit ihren Kursen, Workshops und Schulungen bereits mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche erreicht. Und auf der Plattform „Open Roberta Lab“ sind allein im Jahr 2020 rund drei Millionen Menschen aus 120 Ländern intuitiv in die Welt der Bits und Bites eingestiegen. In diesen Tagen feiert die Roberta-Initiative ihr 20-jähriges Jubiläum. Ein guter Anlass, um über die Gründungsidee des Projekts, über dessen Methoden und Ziele zu sprechen: Wie werden Kinder und Jugendliche zu Gestalter*innen digitaler Medien? Wie weckt man ihr Interesse für Naturwissenschaft und Technik und wie kann es gelingen, Jungen und Mädchen gleichermaßen dafür zu begeistern? Und welche Fähigkeiten meint Thorsten eigentlich, wenn er von „21st-century-skills“ spricht? All das und vieles mehr erfahrt ihr in dieser neuen Folge von „Wieso? Weshalb? Warum?“.
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20. Prof. Dr. Sven Jöckel (Universität Erfurt)
Mit meinem heutigen Gast Prof. Dr. Sven Jöckel spreche ich über den Studiengang „Kinder und Jugendmedien“ an der Universität in Erfurt. Sven ist nicht nur seit fast zehn Jahren Inhaber der entsprechenden Professur im Fachbereich Kommunikationswissenschaft, sondern auch der Studienfachberater für den Masterstudiengang, der 2008 im Rahmen der Strategie „Kindermedienland Thüringen“ ins Leben gerufen wurde.Seine Dissertation zum Thema Gaming legte den Grundstein für Svens Faszination am Forschungsbereich Kinder- und Jugendmedien. Über die Jahre hat er seine Forschungsinteressen aber natürlich deutlich erweitert. Doch was meint er überhaupt, wenn er von „Kinder- und Jugendmedien“ spricht? Wie etabliert ist der Forschungsbereich im Kontext anderer wissenschaftlicher Disziplinen? Wie können die wissenschaftliche Forschung und der Kindermedienmarkt sinnvoll zusammenwirken und welchen konstruktiven Beitrag leistet der Studiengang „Kinder- und Jugendmedien“ dazu? Sven hat viel zu diesen Fragen zu erzählen und mir im Gespräch nicht nur tiefe Einblicke in die Konzeption des Studiengangs, sondern auch in seine eigene Forschungsarbeit gewährt. Noch kurz einen Hinweis in eigener Sache: Nach 20 Podcast-Folgen erlaube ich mir eine kleine Auszeit. Heißt: „Wieso? Weshalb? Warum?“ geht mit dieser Episode in die Sommerpause. Ich nutze die Zeit zum Durchschnaufen und hoffe, dass wir uns im Herbst wieder hören werden. Wenn ihr möchtet, schickt mir in der Zwischenzeit gerne Feedback, Anregungen oder Kritik an [email protected] – ich freue mich auf eure Post!
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19. Anika Heine (Kinderstark-Magazin)
Mit meinem heutigen Gast Anika Heine spreche ich über das Kinderstark-Magazin. Hinter diesem Titel verbirgt sich Deutschlands erste und einzige diversitätssensible Zeitschrift für Kinder. Vor etwas mehr als einem Jahr haben Anika und ihre Partnerin Sarah das Magazin für starke Kinder und mehr Vielfalt gegründet. Nicht nur, weil es bislang kein vergleichbares Angebot auf dem Zeitschriftenmarkt gab, sondern auch, weil sie selbst als Eltern lange Zeit vergeblich auf der Suche nach Medienangeboten für Kinder waren, die unsere gesellschaftliche Vielfalt repräsentieren und Kinder in ihrer Individualität stärken. Das Anliegen des Kinderstark-Magazins ist im Grunde genommen schnell erklärt: Spielerisch möchte es das Selbstbewusstsein von Kindern stärken und ihnen zugleich kindgerecht Informationen zu Diversität und gesellschaftlicher Vielfalt vermitteln. Doch wie genau gelingt das? Im Gespräch mit Anika habe ich nicht nur erfahren, wie die Zeitschrift konzipiert ist, sondern auch, dass fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens Diskriminierungserfahrungen machen müssen. Umso wichtiger sind also Medienangebote die versuchen, für den Umgang damit zu sensibilisieren. Kindern, die selbst von Diskriminierung betroffen sind, möchte das Kinderstark-Magazin dabei helfen, ihre eigenen Erfahrungen besser einordnen zu können. Doch auch die Kinder, die sich selbst gar nicht von Diskriminierung betroffen fühlen, können viel aus der Zeitschrift mitnehmen, denn sie entwickeln Empathie und Verständnis für die Situation von Mitmenschen, die sie womöglich als anders oder fremd wahrnehmen. Was genau hat es also mit Sensitvity-Reading auf sich? Welche Form von Diskriminierung steckt hinter dem Begriff „Adultismus“? Und müssen sich Anika und ihr Team auch mit kritischen Rückmeldungen zu ihrer Arbeit auseinandersetzen? All das und vieles mehr ist Thema im Gespräch mit Anika Heine vom Kinderstark-Magazin. Viel Spaß!
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18. Dr. Astrid Plenk (Programmgeschäftsführerin KiKA)
Mit meinem heutigen Gast Dr. Astrid Plenk spreche ich über den gesellschaftlichen Stellenwert des Kinderfernsehens. In ihrer Rolle als Programmgeschäftsführerin des KiKA hat Astrid natürlich viel zu diesem Thema zu erzählen. Sie hat gerade aber auch allen Grund zum feiern, denn KiKA wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. 1997 als öffentlich-rechtliches Programmangebot von ARD und ZDF gegründet, prägt der Sender die deutsche Kindermedienlandschaft seit inzwischen zweieinhalb Jahrzehnten. Das beweist übrigens auch der Blick auf die Liste meiner Gesprächspartner*innen in diesem Podcast, denn die meisten von ihnen haben direkt oder zumindest indirekt auch mit dem KiKA-Programm zu tun. Das Jubiläum bietet also einen guten Anlass, um mit Astrid über das Profil und die Herausforderungen eines Fernsehsenders für Kinder zu sprechen. Wie entstehen die Inhalte für diese überaus vielfältige Zielgruppe und welchen Einfluss haben die Kinder selbst darauf? Wie verändern die neuen Medien die Angebote? Und fühlt man sich als Programmverantwortliche eher der Innovation oder der Tradition verpflichtet? All diesen Fragen gehe ich im Gespräch mit Astrid nach. Da wir im Vorfeld der Aufzeichnung allerdings ein paar technische Probleme hatten, saß uns leider ein bisschen die Zeit im Nacken, so dass diese Folge etwas kürzer geworden ist als ihr es gewohnt seid und ich zugegeben auch längst nicht alle Themen unterbringen konnte, die ich gerne mit Astrid besprochen hätte. Darum sei euch an dieser Stelle auch der KiKA-Podcast „Generation Alpha“ ans Herz gelegt. Dort werden viele weitere Themen rund um das KiKA-Programm aufgegriffen und ausführlich diskutiert. Den Link dazu findet ihr unten in den Shownotes.
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17. Thomas Feibel (Büro für Kindermedien)
Mit meinem heutigen Gast Thomas Feibel spreche ich über... ja, worüber eigentlich genau? Diese Frage ist im Fall von Thomas nicht ganz leicht zu beantworten. Seit vielen Jahren betreibt er in Berlin das Büro für Kindermedien, bezeichnet sich selbst als den führenden Journalisten in Sachen Kinder und digitale Medien und ist in dieser Rolle ziemlich umtriebig. Thomas arbeitet für Funk und Fernsehen, gibt Workshops und Fortbildungen für Eltern und Lehrer*innen, schreibt Fachbücher und Jugendromane über digitale Medien und ist Gründer und Organisator des Kindersoftwarepreises Tommi. Ziemlich viele Projekte also, die ihn in der Summe zu einem ausgewiesenen Experten in Sachen Kindermedien machen. So unterschiedlich seine Aufgaben aber auch sind, eine Sache zieht sich dabei fast wie ein roter Faden durch seine Biografie. Thomas pflegt nämlich eine sehr enge Beziehung zu Bibliotheken, die er in einem Interview mal als die wichtigsten Bildungsinstitutionen in Deutschland bezeichnet hat. Warum er das sagt, was es mit seinem Konzept der Lesefähigkeit von Medien auf sich hat, wie gute Medienerziehung zu Hause gelingen kann und warum es wichtig ist, beim Umgang mit digitalen Medien immer die Chancen und die Risiken im Blick zu behalten – all das ist Thema unseres Gesprächs, das Thomas nicht nur mit zahlreichen praktischen Tipps und Beispielen, sondern auch mit viel Humor ausgeschmückt hat. Gute Unterhaltung ist also garantiert beim Talk mit Thomas Feibel vom Büro für Kindermedien.
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16. Lars Montag (Regisseur "Träume sind wie wilde Tiger")
Mit meinem heutigen Gast Lars Montag spreche ich über „Träume sind wie wilde Tiger“. Hinter diesem Titel verbirgt sich die aktuellste Produktion aus der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ – und Lars hat bei diesem Film Regie geführt. Nachdem ich in der letzten Folge dieses Podcasts mit Margret Albers über die Idee und die Strukturen der Initiative gesprochen habe, konnte ich mit ihm nun also einen Blick in das Kreativ-Department eines Kinderfilms werfen. Zuletzt hat Lars bei der mehrfach preisgekrönten Netflix-Serie „How to sell drugs online (fast)“ Regie geführt. Mit „Träume sind wie wilde Tiger“ hat er nun zum ersten Mal einen Kinderfilm realisiert – wobei Lars eigentlich die Bezeichnung „Familienfilm“ bevorzugt. Was er darunter versteht, wie er sich der Aufgabe genähert hat, einen Film mit Kindern und für Kinder umzusetzen und welche Parallelen es zwischen der Produktion einer Coming of Age-Serie und einem Kinderfilm gibt, das macht den einen Teil unseres Gesprächs aus. „Träume sind wie wilde Tiger“ bietet aber auch aufgrund seiner Geschichte jede Menge Gesprächsstoff. Der Film ist nämlich eine moderne Interpretation des indischen Bollywood-Kinos und arbeitet sich als sogenannte Culture Clash-Komödie an zahlreichen Klischees und Stereotypen ab – in Deutschland, wie auch in Indien. Wie gut das dem Film gelingt, das liegt am Ende im Auge des Betrachters. Für mich war es jedenfalls sehr aufschlussreich und spannend, gemeinsam mit Lars hinter die Kulissen der Produktion schauen zu können. Am 03. Februar kommt „Träume sind wie wilde Tiger“ in die deutschen Kinos. Falls ihr euch den Film mit euren Kindern anschauen wollt: Keine Sorge! Wir verraten längst nicht alles über den Inhalt. Unser Gespräch könnte allerdings eure Perspektive auf das gemeinsame Kinoerlebnis verändern. Und genau das ist es ja, was dieser Podcast im besten Fall bewirken möchte. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Talk mit Lars Montag über seinen Film „Träume sind wie wilde Tiger“.
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15. Margret Albers (Initiative "Der besondere Kinderfilm")
Mit meinem heutigen Gast Margret Albers spreche ich über besondere Kinderfilme. Margret wurde mal als „eine der wichtigsten Advokat*innen des deutschen Kinderfilms" bezeichnet – und diese Zuschreibung ist sicher nicht ganz unbegründet. 20 Jahre lang hat sie das Kindermedienfestival „Goldener Spatz“ geleitet. Sie war Vorstandsprecherin des Fördervereins Deutscher Kinderfilm, ist Co-Studienleiterin der Akademie für Kindermedien, Präsidentin der European Children’s Film Association – und eben auch die Projektleiterin der Initiative „Der besondere Kinderfilm“, einem Förderprogramm für originäre Kinderfilmstoffe. Seit der Gründung im Jahr 2013 wurden mithilfe der Initiative und in Kooperation mit zahlreichen Partnern bereits zehn besondere Kinderfilme realisiert – von der Drehbuchentwicklung bis hin zur Produktion. Der Weg von der ersten Vision bis hin zum ersten Film war allerdings holprig. Die Geschichte von der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ ist eine Geschichte über gute Ideen und die richtige Zeit, um sie reifen zu lassen, aber auch über Ausdauer, Beharrlichkeit und gezielte Lobbyarbeit. Margret hat diesen langwierigen Prozess mit initiiert, ihn stetig begleitet und demzufolge auch viel darüber zu erzählen. Wir sprechen nicht nur über die komplexen Strukturen der Initiative, sondern auch über die Merkmale eines besonderen Kinderfilms. Über kindliche Heldenreisen und die Gemeinsamkeiten von Horrorfilmen und Kinderfilmen. Viel Spaß und Inspiration beim Gespräch mit Margret Albers über die Initiative „Der besondere Kinderfilm.“
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14. Anke Meinders (Kinder-Suchmaschine "fragFinn")
Mit meinem heutigen Gast Anke Meinders spreche ich darüber, wie Kinder sicher und selbstbestimmt im Internet unterwegs sein können. Anke ist Geschäftsführerin bei fragFinn, einer Suchmaschine, die Kindern einen geschützten Surfraum im Internet bietet. Das Angebot basiert auf einer sogenannten Whitelist, also einer Datenbank, in der für Kinder interessante und unbedenkliche Websites gesammelt werden. Auf diese Weise sorgt fragFinn dafür, dass Kinder beim eigenständigen Recherchieren im Netz möglichst gute Onlineerfahrungen machen. Positiver Jugendmedienschutz wird dieser konzeptionelle Ansatz genannt. Was in der Theorie bestechend einfach klingt, ist in der Praxis allerdings gar nicht so leicht umzusetzen, denn natürlich müssen die bei fragFinn gelisteten Webseiten zahlreiche Standards erfüllen, um in die Whitelist aufgenommen zu werden. Für Anke und ihr Team gilt es also, jedes potentiell unbedenkliche Internetangebot genau zu prüfen und sicherzustellen, dass sich Kinder dort tatsächlich auch gut aufgehoben fühlen. Dem gegenüber steht jedoch der Anspruch, die Grenzen dieses eingeschränkten Surfraums möglichst weit zu fassen, denn nur so ist Angebot für Kinder letztlich auch attraktiv. Wie lassen sich diese zwei Ziele miteinander vereinbaren? Welche Kriterien muss eine Website erfüllen, um als für Kinder unbedenklich eingestuft zu werden? Was suchen Kinder eigentlich im Internet und wie gelingt es, ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Kompetenzen angemessen gerecht zu werden? Über all das und vieles mehr habe ich mit Anke gesprochen. Als Startrampe für Kinder ins Internet bezeichnet sie fragFinn gerne. Ich freue mich, auch euch nun auf diese Startrampe mitnehmen zu können und wünsche euch viel Spaß beim Talk mit Anke Meinders über die Kindersuchmaschine fragFinn.
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13. Horst Peter Koll (Kinderfilmkritiker)
Mit meinem heutigen Gast Horst Peter Koll gehe ich der Frage nach, wie gute Kinderfilme und ein interessiertes Publikum zusammenfinden können. Horst Peter ist Filmjournalist und Filmkritiker, war viele Jahre Chefredakteur der Zeitschrift „Filmdienst“ und versteht sich selbst als Lobbyist für den Kinderfilm. Als solcher bringt er nicht nur viel Erfahrung und Expertise, sondern vor allem auch eine große Leidenschaft für gute Kinderfilme mit. Ich hatte das Vergnügen, Horst Peter in seiner Kölner Wohnung treffen zu dürfen, wo wir bei einer Tasse Tee nicht nur über sein Selbstverständnis als Filmkritiker gesprochen haben, sondern auch über den filmkulturellen Wandel der letzten Jahre. Wie findet man als Filmkritiker die richtige Sprache, um einen gelungenen Vermittlungsprozess einzuleiten? Welche Räume gibt es, um dem Kinderfilm die gebotene Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen? Und warum finden Kinderfilme in der allgemeinen Medienberichterstattung so wenig statt? Horst Peter macht keinen Hehl daraus, dass die Lage kompliziert ist, versucht in seiner Rolle als Kurator für die Streamingplattform „Filmfriend“ aber auch, zeitgemäße Wege zu beschreiten, um Eltern und damit letztendlich auch Kindern gute Kinderfilme schmackhaft und möglichst unkompliziert zugänglich zu machen. Ich habe ihn als einen engagierten, überzeugten und nicht zuletzt sehr herzlichen Menschen kennengelernt und ich bin mir sicher, dass es euch genau gehen wird, wenn ihr unserem Austausch zuhört.
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12. Dr. Maya Götz (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen)
Mit meinem heutigen Gast Dr. Maya Götz spreche ich über die Bedeutung von Medien für die Identitätsentwicklung von Kindern. Maya ist promovierte Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin und leitet seit fast 20 Jahren das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk. In dieser Rolle hat sie zahlreiche Studien initiiert und durchgeführt, die auf ganz unterschiedliche Weise den Einfluss von Medieninhalten auf die kindliche Entwicklung untersuchen. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Analyse des Kinder- und Jugendfernsehens aus geschlechtersensibler Perspektive – und genau darüber habe ich mit Maya gesprochen. Die Fragen, welche Inhalte Jungen und Mädchen im Fernsehen angeboten werden, wie diese Inhalte entstehen und welche Stereotypen und Rollenklischees darin reproduziert und somit auch kultiviert werden, standen im Mittelpunkt unseres Gesprächs. Ihr werdet merken: Maya hat über die Jahre ein unglaubliches Fachwissen angehäuft. Entsprechend hoch ist auch die Informationsdichte dieser Podcast-Folge. Ich glaube kaum, dass es möglich ist, noch mehr Inhalte in einer Stunde Gespräch unterzubringen, fand den Austausch mit ihr aber trotzdem sehr erhellend. Denn mit den Forschungsergebnissen aus ihren Studien legt Maya nicht nur viele akute Missstände offen, sondern unterstreicht vor allem die Bedeutung von guten Inhalten, redaktioneller Verantwortung und nicht zuletzt einer reflektierten Haltung all der Menschen, die Medieninhalte für Kinder produzieren. Nicht nur ihr kleiner psychologischer Test gleich am Anfang unseres Gesprächs lädt zum Nachahmen und zum Nachdenken darüber ein. Viel Spaß beim Talk mit der Medienwissenschaftlerin Maya Götz.
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11. Inge Kutter (Kindermagazin "ZEIT Leo")
Mit meinem heutigen Gast Inge Kutter spreche ich über ZEIT LEO. Das ist das Kindermagazin der Wochenzeitung DIE ZEIT, das seit mittlerweile zehn Jahren regelmäßig erscheint und als zuständige Chefredakteurin weiß Inge natürlich viel über die Zeitschrift zu erzählen. Neben den konkreten Inhalten hat mich vor allem interessiert, welcher grundlegende Anspruch hinter dem Magazin steckt. Werden Kinder hier einfach als die Leserinnen und Leser von morgen gesehen, oder als eine Zielgruppe verstanden, die ganz eigene Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungshaltungen mitbringt? Wie genau grenzt sich ZEIT LEO vom Mutterblatt DIE ZEIT ab? Und welchen Stellenwert hat ein Print-Magazin für Kinder überhaupt in einer Zeit, in der digitale Plattformen auch den Medienkonsum von Kindern immer mehr zu dominieren scheinen? Inge erzählt davon, welche Ideen im Jahr 2011 zur Gründung des Magazins geführt haben und welches Verständnis von Kindheit ihm bis heute zugrunde liegt. Wir diskutieren die Frage, ob sich auch Kinder schon für Politik interessieren und wie sich gesellschaftspolitische Themen inhaltlich für sie aufbereiten lassen. Außerdem sprechen wir über die Rolle des ZEIT LEO-Kinderrats und den Unterschied zwischen „Kinder schreiben lassen“ und „Kinder zu Wort kommen lassen“. Welche spezifischen Potentiale stecken in einem Print-Magazin und ist dieses Format tatsächlich noch ein zeitgemäßes Medium für Kinder? Findet es einfach selbst heraus! In der aktuellen Folge von „Wieso? Weshalb? Warum?“ mit Inge Kutter – der Chefredakteurin des Kindermagazins ZEIT LEO. Viel Spaß!
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10. Jürgen Sleegers (Institut Spielraum)
Mit meinem heutigen Gast Jürgen Sleegers spreche ich über die Bildungspotentiale von Computerspielen. Jürgen ist nämlich nicht nur ein leidenschaftlicher Zocker, sondern auch MedienSpiel-Pädagoge. In seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Technischen Hochschule Köln, verbindet er seine ganz persönliche Leidenschaft für digitale Spielkultur mit zahlreichen Fragestellungen zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen. Er kennt sich also nicht nur bestens auf dem Computerspielemarkt aus, sondern hat auch jede Menge Methoden im Gepäck, die Eltern und Pädagog*innen dabei helfen, mit Kindern und Jugendlichen über Games ins Gespräch zu kommen. Jürgen und ich kennen uns schon länger und da wir beide in Köln leben, haben wir die Gelegenheit genutzt und uns für die Aufzeichnung dieser Podcast-Folge persönlich in seinem Büro getroffen. Unter Beobachtung einer lebensgroßen Super Mario-Figur vergleichen wir die Spielmechaniken von analogen und digitalen Spielen. Wir sprechen über sein spannendes Forschungsprojekt zum Thema „Ethik und Games“, vor allem aber über die Frage, welche Potentiale im gemeinsamen Spiel mit den eigenen Kindern stecken. Wie eigentlich immer, war die Zeit mal wieder viel zu kurz für die vielen Fragen, die ich eigentlich an Jürgen hatte. Weil es aber so herrlich war sich face to face gegenüber zu sitzen, haben wir auch den formalen Rahmen dieses Podcasts etwas spielerisch interpretiert und ihn ein klein wenig überschritten. Gerade deshalb hat mir der Austausch mit Jürgen so großen Spaß gemacht und ich bin mir fast sicher, dass er auch euch mit seinem spürbaren Enthusiasmus für digitale Spiele anstecken wird.
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09. Nicola Jones (Kindermedienfestival "Goldener Spatz")
Mit meinem heutigen Gast Nicola Jones spreche ich über das Kindermedienfestival Goldener Spatz. 1979 in der DDR gegründet, gilt die Veranstaltung heute als das größte Festival für deutschsprachige Kindermedien. Natürlich richtet es sich mit seinem Programmangebot vornehmlich an Kinder, als sogenanntes Arbeitsfestival aber auch an die Macherinnen und Macher von Kindermedien. Alljährlich nutzen auch sie das Festival zum fachlichen Austausch und gemeinsamen Diskurs über die aktuellen Entwicklungen in der Branche. Lange hat Nicola in der Filmförderung gearbeitet, bevor sie vor fünf Jahren die Leitung des Festivals übernommen hat, das im Juni bereits zum zweiten Mal mit einem umfassenden Online-Programm über die virtuelle Bühne ging. Trotz Corona blieb das Festival seiner inhaltlichen Ausrichtung aber treu: Präsentiert wurden wieder aktuelle Kino- und Fernsehproduktionen für Kinder, darüber hinaus richtet der Goldene Spatz seinen Blick inzwischen aber auch auf digitale Erzählformate für die jüngste Zielgruppe. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheiden aber nicht etwa Erwachsene, sondern die wahrscheinlich besten Expert*innen für gute Kindermedienangebote – nämlich die Kinder selbst. Ihr seht: Das Konzept wie auch das Programm vom Goldenen Spatz bieten viele Anknüpfungspunkte für diesen Podcast. Ich spreche mit Nicola nicht nur über die Juryarbeit der Kinder, sondern auch über den grundsätzlichen Stellenwert des Kinderfilms in Deutschland und im europäischen Vergleich. Offen gestanden konnte ich nur einen Bruchteil meiner Fragen an Nicola loswerden, trotzdem war es für mich ausgesprochen aufschlussreich und spannend, hinter die Kulissen des Festivals blicken zu können. Und das wird es hoffentlich auch für euch sein, wenn ihr nun das Gespräch mit Nicola Jones über das Kindermedienfestival Goldener Spatz hört.
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08. Daniel Brochwitz (Agentur "KIDS Interactive")
Mit meinem heutigen Gast Daniel Brochwitz spreche ich über digitale Produkte für Kinder. Daniel ist Geschäftsführer von „KIDS Interactive“, eine der wenigen Agenturen, die sich auf die Entwicklung von digitalen Lern- und Spielanwendungen und auf die Umsetzung von Websites für Kinder spezialisiert hat. Sein Team erarbeitet gerade den Relaunch für die Kinderfilmwelt – das Online-Angebot des KJF für junge Filmfans – und so lag es für mich auf der Hand, mich mit ihm etwas ausführlicher über seine Arbeit und das Selbstverständnis seiner Agentur zu unterhalten. Mich hat interessiert, welche Qualitätskriterien Daniel für digitale Kindermedienangebote formuliert, ob er eine besondere Verantwortung gegenüber seiner Zielgruppe verspürt und wie er auf den digitalen Wandel des Bildungssystems schaut. Wir klären Begriffe wie „Augmented Reality“, „Gamification“ oder „Immersives Lernen“, tauschen uns aber auch über den manchmal schwierigen Spagat zwischen gemeinnützigen Aufträgen aus dem Bildungsbereich und kommerziellen Projekten für Unternehmen aus. Ob sich persönliche inhaltliche Ansprüche und die wirtschaftlichen Interessen einer Agentur wiedersprechen oder zwei Seiten der selben Medaille sind, all das ist Thema in diesem Gespräch.
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07. Tim Gailus (Team Timster)
Mit meinem heutigen Gast Tim Gailus spreche ich über die inhaltliche Beteiligung von Kindern im Kinderfernsehen. Seit sechs Jahren ist Tim Moderator der Sendung „Timster“, das medienpädagogische Fernsehformat des KiKA. Darin lernen Kinder die Welt der Smartphones, Tablets, und Spielekonsolen, aber auch die Welt der Bücher, Filme und des Internets kennen. Tim möchte Kindern vor allem den Spaß an Medien vermitteln, klärt sie aber auch über die Risiken und mögliche Gefahren im Umgang mit ihnen auf. Nach sechs erfolgreichen Jahren hat die Redaktion der Sendung nun ein paar konzeptionelle Veränderungen vorgenommen. Dazu gehört, dass Tim die Sendung jetzt nicht mehr allein moderiert – darum heißt „Timster“ nun auch „Team Timster“. Dazu gehört aber auch, dass die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv in die Vorbereitung der Sendungen einbezogen werden. Nach rund zwei Monaten ziehen Tim und ich heute eine vorläufige Bilanz: Wie hat die Beteiligung von Kindern den Charakter der Sendung verändert? Welche Fragen und Wünsche bringen sie ein? Wie lässt sich Partizipation in einem Format wie „Team Timster“ methodisch überhaupt umsetzen? Und führt die Mitbestimmung von Kindern manchmal auch zu inhaltlichen Konflikten? Wenn sie zum Beispiel wissen möchten, wie sie ihre Eltern zum Kauf eines Smartphones überreden können, dann scheinen moralische Konflikte praktisch vorprogrammiert. Im Gespräch berichtet Tim aber nicht nur von seiner Arbeit, sondern spricht auch über digitales Glück und seine Vorbildfunktion als Erklärer im Kinderfernsehen. Bildnachweis: © KiKA/Carlo Bansini
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06. Margrit Lenssen (ZDF/Löwenzahn)
Mit meinem heutigen Gast Margrit Lenssen spreche ich über ein Fernsehformat für Kinder, mit dem ich selbst schon geworden bin. Margrit ist nämlich die leitende Redakteurin der Sendung „Löwenzahn“ beim ZDF. Vor rund 40 Jahren ging das Format an den Start, damals noch mit Peter Lustig, der in über 20 Jahren zu einer echten Kultfigur wurde. Nicht ohne Grund schrieb die FAZ im Jahr 2005, als Peter Lustig sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete, vom „wichtigsten Personalwechsel im deutschen Fernsehen, seit Thomas Gottschalk Frank Elstner ablöste.“ Als sein Nachfolger zog der Schauspieler Guido Hammesfahr in den wahrscheinlich berühmtesten Bauwagen der Nation ein. Für Kinder, die die Sendung heute schauen, ist er längst zur neuen Kultfigur des Formats geworden. Zusammen mit seinem Hund Keks geht er als Fritz Fuchs immer wieder neuen Alltagsfragen auf den Grund und erklärt Kindern Zusammenhänge aus Natur, Umwelt und Technik. Vordergründig scheint also Vieles beim Alten geblieben zu sein – aber ist das wirklich so? Im Gespräch mit Margrit wollte ich herausfinden, wie es ihr und ihrem Team gelungen ist, ein so bekanntes aber eben auch altes Format wie „Löwenzahn“ zeitgemäß weiterzuentwickeln. Klar geht das nicht, ohne dabei auch einen Blick in die Vergangenheit mit Peter Lustig zu werfen. Eigentlich hatte ich mir aber fest vorgenommen, dabei nicht mehr als unbedingt nötig in den Erinnerungen meiner eigenen Fernsehkindheit verhaftet zu bleiben. Ich befürchte allerdings, das mir das nicht so richtig gut gelungen ist. Ohne Zweifel hätte Margrit gerne mehr über „Löwenzahn“ in der Gegenwart gesprochen, am Ende springen wir aber immer wieder zwischen Alt und Neu bzw. zwischen früher und heute hin und her. Ich hoffe, dass es uns dennoch gelungen ist, die Entwicklung des Formats über die letzten 40 Jahre anschaulich nachzuzeichnen und so der Frage auf den Grund zu gehen, was „Löwenzahn“ bei Kindern wie auch Eltern und Großeltern bis heute so beliebt macht. Vielleicht führt unser Gespräch ja auch euch auf eine nostalgische Reise zurück in eure eigene Kindheit? Noch mehr weckt es aber hoffentlich eure Neugier auf „Löwenzahn“ in der Gegenwart.
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05. Thomas Hailer (Akademie für Kindermedien)
Mit meinem heutigen Gast Thomas Hailer spreche ich darüber, wie man gute Inhalte für Kindermedienangebote entwickelt. Thomas ist Studienleiter der Akademie für Kindermedien, ein Stipendiatenprogramm des Fördervereins Deutscher Kinderfilm, der bereits seit über 20 Jahren Autorenfortbildungen zur Stoffentwicklung von Kindermedien durchführt. Teilnehmen können nicht nur professionelle Autor*innen, sondern auch Nachwuchstalente, für die das Angebot nicht nur wegen üppiger Förderpreise interessant sein dürfte, sondern vor allem, weil in der Akademie reichlich Expertise und eine ausgesprochen kreative Arbeitsatmosphäre zusammenkommen. Mit seinen Erfahrungen trägt Thomas maßgeblich zu dieser besonderen Atmosphäre bei. Er war nicht nur langjähriger Leiter der Kinder- und Jugendfilm-Sektion „Generation“ bei der Berlinale, sondern ist als ehemaliger Theatermacher auch als Filmdramaturg mit dem Schwerpunkt auf Filmen für ein junges Publikum tätig. Wir sprechen also nicht nur über das Programm der Akademie für Kindermedien, sondern auch über den grundlegenden Stellenwert von Kindermedien in Deutschland. Was darf man Kindern heute zutrauen? Welches Bild von Kindheit liegt einer guten Medienproduktion für Kinder zugrunde? Welchen Einfluss können Kinder auf die Stoffentwicklung für Kindermedienangebote nehmen? Und darf man als Autor oder Autorin für Kindermedien auch auf den wirtschaftlichen Erfolg der eigenen Arbeit hoffen? All das und vieles mehr war Thema in unserem Gespräch.
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04. Monika Buscher (SWR/Planet Schule)
Mit meinem heutigen Gast Monika Buscher spreche ich über das digitale Bildungsangebot „Planet Schule“. Seit vielen Jahren stehen Lehrer*innen auf dieser Plattform digitale Lerninhalte für den Schulunterricht zur Verfügung, aber spätestens mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wurde das Angebot auch für Eltern interessant, die ihre Kinder im Home-Schooling betreuen müssen. Aktuell befinden wir uns im zweiten Lockdown. Die Schulen sind erneut geschlossen und demensprechend hat das Angebot „Planet Schule“ gerade wieder Hochkonjunktur. Als leitende Redakteurin beim Südwestrundfunk ist natürlich auch Monika in dieser besonderen Situation mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Darum hat sie mir nicht nur davon erzählt, welche Angebote „Planet Schule“ grundsätzlich bereithält, sondern auch, wie ihre Redaktion auf die aktuellen Schulschließungen reagiert hat. Wir sprechen darüber, welche konkreten Hilfsangebote Lehrer*innen und Eltern in dieser Situation bei „Planet Schule“ zur Verfügung stehen und welche langfristigen Veränderungen für multimediale Bildungsinhalte zu erwarten sind.
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03. Katharina Markward (Unter meinem Bett)
Mit meinem heutigen Gast Katharina Markward spreche ich über Kindermusik. Katharina ist stellvertretende Programmleiterin beim Verlag Oetinger-Audio in Hamburg und dort unter anderem für die Kindermusik-Compilation „Unter meinem Bett“ verantwortlich. Mit diesem Projekt hat der Verlag in den letzten Jahren nicht nur viele Kinder, sondern vor allem auch zahlreiche Eltern glücklich gemacht. Denn für „Unter meinem Bett“ komponieren Musikerinnen und Singer/Songwriter aus der deutschen Indie-Szene neue Kinderlieder – und zwar in genau dem Stil, in dem sie normalerweise auch Musik für Erwachsene machen. Klar, dass die Lieder im Ergebnis anders klingen, als viele es von Kindermusik kennen oder erwarten. Katharina hat mir nicht nur erzählt, wie es zu der Idee zu „Unter meinem Bett“ kam, sondern auch, wie genau die Vorbereitungen für die Compilation laufen und welche neuen Wege dafür beschritten werden mussten. Denn auch wenn der Oetinger-Verlag viel Erfahrung in der Produktion und Vermarktung von Kindermedien-Angeboten hat: Mit „Unter meinem Bett“ hat das Haus definitiv Neuland betreten, im Ergebnis aber auch dazu beigetragen, dass das über lange Zeit schwierige Image von Kindermusik ordentlich aufpoliert wurde. Wer also mehr über die Entstehung von moderner Kindermusik erfahren möchte, der sollte sich diese Folge von "Wieso? Weshalb? Warum?" nicht entgehen lassen.
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02. Sabine Eder (Das digitale Kinderzimmer)
Mit meinem heutigen Gast Sabine Eder bereite ich mich und euch auf den Weihnachtseinkauf vor. Gemeinsam sprechen wir nämlich über das digitale Kinderzimmer und damit über die Frage, wie sich Spiel- und Lernangebote für Kinder durch digitale Technologien verändern. Sabine ist Medienpädagogin und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Fragen rund um die Medienerziehung in Kita und Kindergarten. Darum hat sie, gemeinsam mit einigen Kolleg*innen, ein Ausstellungskonzept zu vernetztem Spielzeug entwickelt. Sie kennt sich mit dem Thema also bestens aus und weiß viel über die Potentiale, aber auch über die Risiken und Nebenwirkungen von digitalem Spielzeug zu berichten. Im Gespräch stellt Sabine zahlreiche Beispiele aus dem digitalen Kinderzimmer vor und gemeinsam diskutieren wir deren konkreten Nutzen. Zum Ende schaffen wir sogar noch einen kurzen Exkurs zu der grundsätzlichen Frage, wie man bereits in Kita und Kindergarten sinnvoll mit Medien arbeiten kann. Ich habe von Sabine nicht nur den Unterschied zwischen Spielzeug und Spielware gelernt, sondern durch den Austausch mit ihr viel Hintergrundwissen erworben, das meine eigene Haltung zu dem Thema nochmal deutlich verändert hat. Wir hätten das Gespräch wahrscheinlich noch stundenlang fortsetzen können – aber mal sehen: Vielleicht gibt es ja nochmal eine zweite Folge mit ihr.
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01. Christian Exner (KJF/Kinderfilmwelt)
Mit meinem heutigen Gast Christian Exner spreche ich über gute Kinderfilme. Christian arbeitet seit vielen Jahren beim Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum und trägt dort unter anderem die redaktionelle Verantwortung für das Online-Portal "Kinderfilmwelt" – eine Website für Kinder, die über aktuelle Kinderfilme im Kino informiert. Christian und ich kennen uns schon seit einigen Jahren, denn wir sind Arbeitskollegen und teilen die Leidenschaft für gute Kinderfilme. Gemeinsam sprechen wir über Kriterien für gute Kinderfilme, wir diskutieren Klischees im Kinderfilm, sprechen über den Unterschied zwischen Altersfreigaben und Altersempfehlungen, blicken gemeinsam auf den besonderen Kinderfilm und diskutieren die Frage, ob auch wir als Erwachsene etwas aus Kinderfilmen mitnehmen können.
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Trailer "Wieso? Weshalb? Warum?"
Bei "Wieso? Weshalb? Warum?" spricht der Medienpädagoge und Kulturwissenschaftler Thomas Hartmann mit Menschen, die sich professionell mit Medieninhalten für junge Zielgruppen auseinandersetzen. Es geht um Kinderfilme, um Kindermusik, um Internetseiten und Apps, Literatur oder auch Computerspiele für Kinder. Und immer steht dabei die Frage im Mittelpunkt: Wodurch zeichnet sich ein gutes Medienangebot für Kinder eigentlich aus?
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ABOUT THIS SHOW
»Wieso? Weshalb? Warum?« ist ein Podcast über Kindermedien. Zu Gast sind Menschen, die sich professionell mit Medieninhalten für Kinder auseinandersetzen. In ausführlichen Gesprächen richtet Gastgeber Thomas Hartmann seinen Blick auf Medienangebote, die sich bewusst und wohltuend vom Mainstream abzusetzen versuchen. Und auf Expert*innen, die mit ihrer Arbeit mehr erreichen möchten, als Kinder einfach nur zu unterhalten. Sein Ziel ist es, eure Neugier auf besondere Medieninhalte für Kinder zu wecken.Thomas Hartmann ist Kulturwissenschaftler und Medienpädagoge. Die Auseinandersetzung mit Medienangeboten für Kinder gehört seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Sieben Jahren lang war er als wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) beschäftigt und hat in dieser Funktion auch den Podcast "Wieso? Weshalb? Warum?" ins Leben gerufen. Im Mai 2023 hat Thomas die Leitung des KJF übernommen.Das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentr
HOSTED BY
Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum
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