Württembergische Landesbibliothek – Bibliothek für Zeitgeschichte

PODCAST · history

Württembergische Landesbibliothek – Bibliothek für Zeitgeschichte

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

  1. 73

    Ist die Formel vom „Weniger, älter, bunter“ zu revidieren? Neue und alte Facetten des demographischen Wandels in ländlichen Räumen

    Vortrag von Annett Steinführer in der Reihe "Im Umbruch!": Es ist stiller geworden um das Thema des demographischen Wandels in ländlichen Räumen. Die noch vor wenigen Jahren verbrei­teten Untergangs­zenarien und Forderungen nach der „Schließung“ von Dörfern wurden von anderen Aufmerk­sam­keits­kon­junk­tu­ren verdrängt. Doch schreiten die Verände­run­gen der Zahl und der Zusammensetzung der Bevölkerung fort, und neue Wande­rungs­mus­ter tragen zu sozialer Vielfalt bei. Der Vortrag von Prof. Dr. Annett Steinführer (Braunschweig) beleuchtet die unter­schied­lichen Facetten des demographischen Wandels in ländl­ichen Räumen in Deutschland und ihre Folgen für das Zusammen­leben, das Wohnen und die Daseins­vor­sorge genauer, wobei gleichzeitig der großen regio­na­len und lokalen Vielfalt der Wanderungsprozesse und der natürlichen Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung Rechnung zu tragen ist. Die Veranstaltung fand am 10. Februar 2026 in der Württembergischen Landes­biblio­thek Stuttgart statt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/annett_steinfuehrer_laendliche_raeume

  2. 72

    Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes

    Stefanie Schüler-Springorum stellt erstmals die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Menschen dar, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Damit erzählt sie eine bislang weitgehend ausgeblendete Geschichte. Sie schildert die Erfahrungen von überlebenden Juden und Sinti und Roma, von ehemaligen Zwangsarbeitern und Homosexuellen im westlichen Teil Deutschlands in den ersten Nachkriegsjahrzehnten. Das gängige Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehemals Verfolgten zeigen, dass der Hass und die Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute. Die Gründe und Funktionen dieser Einstellungen mögen sehr unterschiedlich sein, doch sie haben eines gemeinsam: den Wunsch der Mehrheitsgesellschaft, dass die betroffenen Menschen nicht da sein sollten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_verfolgte_ns_bundesrepublik_schueler_springorum

  3. 71

    Hochqualifiziert und äußerst skeptisch? Wie qualifizierte Zuwanderer Deutschland erleben

    Die Zuwanderung von Hochqualifizierten wird ökonomisch und kulturell als wenig bedrohlich betrachtet. Aber was zeichnet das besondere Verhältnis von hochqualifizierten Einwanderern zum Zielland aus? Sind hier Muster erkennbar, etwa im Bereich der tatsächlichen und wahrgenommenen Akzeptanz oder der emotionalen Bindung an das Zielland? Und gilt dies für alle Herkunftsgruppen gleichermaßen? Diese Fragen werden anhand einer Befragung von Neuzuwanderern nach Deutschland diskutiert. Claudia Diehl ist Professorin für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz und Co-Sprecherin des Exzellenzclusters The Politics of Inequality. Sie hat Soziologie und Psychologie in Mannheim studiert, wo sie 2001 auch promoviert wurde. Bevor sie im April 2013 dem Ruf nach Konstanz folgte, hatte sie eine Stelle als Professorin an der Universität Göttingen inne und war am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung tätig. Sie nahm zahlreiche Auslandsaufenthalte wahr; zuletzt war sie 2019/2020 als Hannah-Arendt-Gastprofessorin des DAAD an der Munk School of Foreign Affairs and Public Policy in Toronto (Kanada) tätig. 2021 wurde Claudia Diehl in die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder berufen und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen, der das Bundesfamilienministerium berät. Sie ist seit 2023 ferner Mitglied der Heidelberger sowie seit 2025 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Claudia Diehl befasst sich in ihrer Forschung mit Migration, Integration und ethnischer Diskriminierung. Die Veranstaltung fand am 15. Januar 2026 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/claudia_diehl_hochqualifiziert_und_skeptisch

  4. 70

    Demografie macht Politik. Repräsentation, Populismus, Perspektiven

    Vortrag von Prof. Dr. Marc Debus (Mannheim) in der Reihe "Im Umbruch!" Die bundesdeutsche Gesellschaft hat sich durch die Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Beinahe 30% der in Deutschland lebenden Menschen haben einen sogenannten Migrations­hinter­grund. In diesem Bevöl­ke­rungs­anteil verbirgt sich jedoch eine große Heterogenität, die wiederum mit unter­schied­lichen Interessen­lagen verbunden ist. Im Vortrag wird der Frage nach­ge­gan­gen, ob Individuen mit spezifischen ethnischen Hintergründen – sprich: etwa einem türkischen, italienischen, russischem oder russland-deutschen – unterschiedliche Werte und Einstellungen vertreten und ob diese Gruppenzugehörigkeit das Wahlverhalten und die Parteipräferenz beeinflusst. In einem zweiten Schritt wird diskutiert, ob politische Eliten mit Migrationshintergrund dazu tendieren, die Interessen von Migranten verstärkt im politischen Prozess zu repräsentieren. Seit September 2012 ist Marc Debus Professor für Vergleich­ende Regierungs­lehre an der Universität Mannheim. Er hat Politik­wissenschaft, Soziologie, Methoden der empirischen Sozialforschung, Neuere Geschichte und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an den Universitäten Marburg und Mannheim studiert und an der Universität Konstanz promoviert. Seine Forschung konzentriert sich auf die Analyse politischer Institutionen, insbesondere in Mehrebenen­systemen, und ihre Aus­wirkungen auf Wahlverhalten und legislative Aktivität sowie auf Parteienwettbewerb, das Regieren in Koalitionen und Entscheidungsprozesse in Parlamenten und Regierungen. Die Veranstaltung fand am 8. Dezember 2025 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/debus_demografie_macht_politik

  5. 69

    Keine Zeit mehr für die Arbeit? Arbeitszeitoptionen als Chance und Herausforderung für Beschäftigte und Betriebe

    Ein Vortrag von Prof. Dr. Ute Klammer (Duisburg-Essen) in der Reihe "Im Umbruch!". Im Zuge des gesell­schaft­lichen Wandels haben arbeitnehmer­bezo­ge­ne Zeitrechte und Wahl­optio­nen zwischen Zeit und Geld in den vergangenen Jahren eine zuneh­men­de Bedeutung in der Arbeitswelt bekommen. Elternzeit, Pflegezeit, (Brücken-)Teilzeit, Sabbaticals, die tarif­vertrag­liche Möglich­keiten, zwischen mehr Geld oder mehr freien Tagen entscheiden zu können … Beschäftigten stehen heute viele Optionen offen, um die Arbeit an die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche anzupassen. Doch wer nutzt diese Möglich­kei­ten – und wer springt dafür ein? Wie gehen Betriebe mit den temporären Frei­stel­lun­gen und Arbeitszeit­redu­zie­run­gen ihrer Beschäf­tig­ten um? Werden Arbeit­geber vor kaum zu lösende Probleme gestellt – oder entwickeln sich neue, innovative Konzepte des Personal­manage­ments? Der Vortrag präsentiert hierzu Ergebnisse aus einem kürzlich abge­schlos­se­nen Forschungs­projekt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/ute_klammer_arbeitszeitoptionen

  6. 68

    Öffentliche Reden im Zeitalter generativer KI

    Was die in Chatbots wie ChatGPT verbauten Large Language Models leisten können, bleibt umstritten. Während die einen bereits das Zeitalter der „Textpokalypse“ und der Verdummung gekommen sehen, hoffen andere, in generativer KI ein mächtiges Instrument für Bildung und Demokratisierung zu finden. Diesseits von Hype, Hoffnung und Horror beeinflussen ChatGPT und Co. aber schon heute, wie Menschen recherchieren, lesen, schreiben – und reden. Der Vortrag erschließt anhand von Themen aus Rhetorik, Autorschaft und kommunikativer Kompetenz die Konsequenzen von LLM-Texten für das öffentliche Sprechen und entwirft Szenarien ihrer produktiven Nutzung. Markus Gottschling forscht und lehrt zu Literatur, Rhetorik und Wissenschafts­kommu­ni­ka­tion. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Allgemeine Rhetorik und verant­wort­lich für die Wissenschaftliche Koordination des RHET AI Center. Dort leitet er auch die Arbeitsgruppe “Communicative Competence”, die sich mit Wirkung und Nutzung generativer KI auseinandersetzt. Regelmäßig entwickelt und lehrt er Fortbildungsformate zur Wissenschaftskommunikation. Seit 2025 ist er Co-Direktor der RHET AI Coalition, eines internationalen Forschungsnetzwerks an der Schnittstelle von Rhetorik und Künstlicher Intelligenz. Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Bundespräsident-Thedor-Heuss-Haus und der Württembergischen Landesbibliothek. Die Veranstaltung fand am 26. November 2025 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_klartext_markusgottschling

  7. 67

    Gerahmte Gewalt. Fotoalben von Deutschen im „Osteinsatz“ und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_fotoalben_zweiter_weltkrieg_matthaeus

  8. 66

    „Großes Volksrednertum“? Die Reden von Theodor Heuss

    Der erste Bundespräsident galt zu seiner Zeit als eindrucksvoller Redner. Insgesamt hielt Theodor Heuss über 2.300 Reden, allein fast 700 als Staatsoberhaupt. Damit war er stilbildend für dieses Amt. Doch anders als seine Nachfolger entwarf er seine Vorträge selbst und sprach meist frei. Mit seiner direkten Ansprache vermittelte er seinen Zuhörern das Gefühl eines persönlichen Gesprächs und wollte so für die junge Demokratie werben. Heute hingegen wirken sein Stil und seine weitschweifigen Gedankengänge auf manche antiquiert. Was machte damals die Faszination seiner Reden aus? War Heuss wirklich der „große Volksredner“? Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner ist außerplanmäßiger Professor am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München und war viele Jahre in der Lehrerausbildung tätig. Publikationen u. a.: Reden nach Hitler. Theodor Heuss – Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (2001); Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule (3. Aufl. 2024). Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_klartext_ulrichbaumgaertner

  9. 65

    Blumen und Brandsätze. Eine deutsche Geschichte, 1989–2023

    Spätestens seit den 1980er Jahren erregt kaum etwas die Öffent­lich­keit so sehr wie die Frage, wie viele und welche Menschen, „die wir nicht gerufen haben“, Deutsch­land aufnehmen sollte. Klaus Neumann beschäftigt sich mit Antworten auf diese Frage: von Forderungen nach der Änderung von Artikel 16 des Grund­ge­setzes in den frühen 1990er Jahren über die sogenannte Willkom­mens­kultur 2015 bis zur Neuauflage der Behauptung, das Boot sei voll, nach der Ankunft von Flücht­lingen aus der Ukraine 2022. Der Historiker untersucht die unterschied­lichen Motivationen, Schutz zu gewähren oder Schutz­suchende abzuweisen. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stehen dabei lokale und lokalpolitische Auseinan­der­setzun­gen: im Westen Hamburgs und im südöst­lichen Sachsen. Er macht anschaulich, wie sehr Aushandlungs­prozesse um die lokale Aufnahme von DDR-Übersiedlern und Asylsuchenden, Aussied­ler­innen und Kriegsflüchtlingen verquickt waren mit Debatten über Rassis­mus und Rechts­extremis­mus, demokratische Teilhabe sowie west- und ostdeutsche Identitäten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_blumen_brandsaetze_neumann

  10. 64

    Klartext im Parlament?! Zur Verständlichkeit von Bundes- und Landtagsreden

    Verständliche Kommunikation ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Kommunikation. Fehlt sie, drohen nicht nur Missverständnisse oder fehlendes Verständnis. Eine Kommunikation, die an den sprachlichen Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Rezipienten vorbei geht, kann zusätzlich u. a. als unhöflich, unattraktiv oder sogar als böswillig irreführend empfunden werden. Die Politik bringt hierbei ganz eigene Herausforderungen mit sich: Wie macht man komplexe politische Entscheidungen und Zusammenhänge für möglichst viele Menschen nachvollziehbar? Wir beschäftigen uns mit der Verständlichkeit der Abgeordneten in unseren Parlamenten und gehen der Frage nach: Ist das wirklich alles politisches Kauderwelsch? Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_klartext_claudiathoms

  11. 63

    Zukunft der Erinnerung. Das deutsche Erbe und die kommende Generation

    Was 1945 begann, wird nicht mit dem Tod der Zeitzeugen enden: die Erinnerungskultur. Aber der Ort des Holocaust in der Geschichte wird sich zunehmend verändern, von Generation zu Generation und je mehr Zuwanderer ins Land kommen. Eine Verpflichtung für die deutsche Politik wird gleichwohl bleiben. Wolfgang Benz schildert das Entstehen der deutschen Erinnerungskultur. Er setzt sich mit Ritualisierung und Bürokratisierung des Gedenkens auseinander und warnt vor selbstgefälliger Zufriedenheit. Er weist der jungen Generation einen Weg, die Last des Nationalsozialismus zu tragen, ohne sich erdrücken zu lassen. Denn klar ist: Das Verbrechen war gigantisch und singulär. Aber nicht jede politische Verpflichtung ist damit zu begründen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_zukunft_erinnerung_benz

  12. 62

    Der deutsche Umgang mit dem Nationalsozialismus. Ein Überblick zu 80 Jahren Aufarbeitung

    Der Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus hat nach 1945 die deutsche Öffentlichkeit durchgehend beschäftigt – allerdings aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. In den 1950er Jahren herrschten Verdrängung und Beschweigen vor. In den 1960er Jahren führten wichtige Gerichtsprozesse den Verbrechenscharakter intensiv vor Augen. Seit den 1970er Jahren wurde auch der Holocaust als zentrales Verbrechen zum Thema. In den 1980er Jahren begann die konkrete Täterforschung, in den 1990er Jahren die Frage nach der Rolle der Volksgemeinschaft. Hinzu kam die Frage nach dem Erbe der DDR. Seit den 2000er Jahren stehen die Kontinuitäten der Funktionseliten von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik im Mittelpunkt. Diese knappen Stichworte skizzieren das weite Feld der Aufarbeitungsgeschichte. Der Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Diskussionsstränge, Themen und Thesen sowie den aktuellen Stand der Forschung und blickt auf die Perspektiven in einer sich rapide wandelnden politischen Gegenwart. Magnus Brechtken ist seit 2012 stellvertretender Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte und Professor an der Universität München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der Nationalsozialismus und der Umgang mit ihm nach 1945. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nationalsozialismus_aufarbeitung_brechtken

  13. 61

    Ein Ende und ein Anfang. Wie der Sommer 45 die Welt veränderte

    In diesem Sommer ist nichts mehr, wie es war: In den vier Monaten von Mai bis September 1945 bricht die alte Welt zusammen, und eine neue tut sich auf. Das verbrecherische »Dritte Reich« ist am Ende, und eine Zeit der Freiheit, aber auch neuer Konflikte, nimmt ihren Anfang. Wie erleben die Menschen diesen Sommer – Sieger wie Besiegte, Opfer wie Täter, Prominente wie Unbekannte? Die »Großen Drei« bestimmen auf der Potsdamer Konferenz den Gang der Geschichte, und die Berliner Hausfrau Else Tietze bangt um das Leben ihres Sohnes. Der US-Soldat Klaus Mann spürt Nazi-Verbrecher auf, und in Berlin plant Billy Wilder eine Komödie über das Leben in den Ruinen, und der Rotarmist Wassili Petrowitsch wird von deutschen Kindern um Brot angebettelt. In vielen Geschichten und Szenen fängt Oliver Hilmes die einzigartige Atmosphäre dieser Zeit der Extreme ein: das große Glück und die Hoffnung der Befreiten, das Elend und die Trauer, die Ängste der Besiegten und die neue Freiheit. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_sommer45_hilmes

  14. 60

    „Denn er ist unser ...“ – Thomas Manns Stuttgarter und Weimarer Schillerreden 1955

    Als man Thomas Mann 1955 anlässlich Schillers 150. Todestages nach Deutschland einlud, geschah dies unter geteilten Himmeln. Um den Literaturnobelpreisträger und seine Schillerreden entspann sich eine kulturpolitische Kontroverse zwischen West und Ost. Als „Dichter der Nation“ ließen sich im geteilten Nachkriegsdeutschland sowohl Friedrich Schiller als auch Thomas Mann für die jeweils eigene und gegen die andere Seite instrumentalisieren. Bei der Entscheidung „Für und Wider“ spielten in Stuttgart wie Weimar sehr persönliche Neigungen und Abneigungen eine Rolle. Im Westen war es Bundespräsident Theodor Heuss, der sich für Thomas Mann gegen mancherlei Widerstände stark machte, im Osten Kulturminister Johannes R. Becher. Während Heuss Thomas Mann im Zusammenhang mit dessen Stuttgarter Rede erstmals traf, gingen Bechers Sympathien für die Familie Mann bis in die Jahre der Weimarer Republik zurück. Im Zusammenhang mit dem Hochverratsprozess gegen Becher und dessen Schrift „Levisite“ hatte sich Thomas Mann öffentlich für den kommunistischen Expressionisten und KPD-Kulturfunktionär eingesetzt. In der Bundesrepublik blieb der Autor der Buddenbrooks und des Zauberbergs vor allem wegen seiner im amerikanischen Exil gegen Nazideutschland geäußerten Positionen auch nach 1945 noch lange verpönt. Im Vortrag werden politische und kulturpolitische Hintergründe der Stuttgarter und Weimarer Auftritte Manns behandelt sowie der Streitfall der Jenaer Ehrenpromotion Thomas Manns thematisiert. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_klartext_matthiassteinbach

  15. 59

    Der Stammheim-Prozess. Die RAF und das Baader-Meinhof-Verfahren 1975 bis 1977

    „Stammheim“ ist seit dem Prozess gegen die erste Führungsgeneration der RAF zum Mythos geworden. Die Wahlverteidiger der Angeklagten taten alles, um das Strafverfahren zum Schauprozess zu machen. So drang fast nur die einseitige Interpretation der RAF-Anwälte in die deutsche Öffentlichkeit – und wirkt bis heute fort. Sie lässt das Verfahren als „systematische Zerstörung aller rechtsstaatlichen Garantien“ (Otto Schily) erscheinen. Dabei ist das Gegenteil richtig: Die Richter gewährleisteten ein ordentliches Strafverfahren. Ein halbes Jahrhundert später ist es an der Zeit, dem Verfahren und damit dem Rechtsstaat Gerechtigkeit widerfahren zu lassen – auf Grundlage vielfältigster Quellen. Der Bogen spannt sich von der Ankunft der RAF-Führung in der Untersuchungshaft 1972 bis zum Selbstmord von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe am 18. Oktober 1977. Gezeigt wird, was beim Jahrhundertprozess wirklich geschah. Er ist ein Vorbild für den Umgang des Rechtsstaats mit Terror. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_stammheimprozess_kellerhoff

  16. 58

    Rhetorik, Medien und Populismus

    In einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Diskurse zunehmend polarisiert sind, spielt es eine entscheidende Rolle, wie öffentlich kommuniziert wird. Welche Bedeutung haben rhetorische Strategien, wenn einzelne Rede-Elemente aus dem konkreten Kontext gelöst werden können und in den (sozialen) Medien zirkulieren? Wie beeinflussen Soziale Netzwerke die Wahrnehmung und Verbreitung von Redeinhalten? Und können Populisten tatsächlich besser mit Social Media umgehen als andere? Diesem so spannenden wie aktuellen Zusammenhang zwischen Rhetorik, Medien und Populismus wird die Medienwissenschaftlerin Anne Ulrich in ihrem Vortrag nachgehen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_klartext_anneulrich

  17. 57

    Unter deutscher Besatzung. Europa 1939–1945

    Auf dem Höhepunkt der deutschen Machtentfaltung im Zweiten Weltkrieg lebten von Norwegen bis Griechenland und von Frankreich bis in die Sowjetunion 230 Millionen Menschen unter deutscher Herrschaft. Sie alle mussten sich mit den Besatzern arrangieren und machten Erfahrungen, die bis heute nachwirken. In ihrem Alltagsleben, am Arbeitsplatz, im Umgang mit Behörden und Militärs. Und jeder Kontakt mit den Besatzern konnte in Gewalt umschlagen. Tatjana Tönsmeyer hat die erste Geschichte des deutsch besetzten Europas geschrieben, die die Perspektive der Besetzten und nicht der Besatzer einnimmt – und legt damit ein dunkles Erbe frei, das unterschwellig immer noch im Verhältnis der europäischen Nachbarn zu Deutschland präsent ist. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_deutschebesatzung_toensmeyer

  18. 56

    Der Warschauer Ghettoaufstand. Jüdischer Widerstand und deutsche Vernichtungspolitik

    In der globalen Erinnerungskultur zum Holocaust sind einzelne Fotos des sogenannten Stroop-Berichts zur endgültigen Vernichtung des Warschauer Ghettos und der Niederschlagung des dagegen organisierten jüdischen Aufstands vom Frühjahr 1943 omnipräsent geworden. Meist fehlen aber wünschenswerte Zusatzinformationen oder eine angemessene Kontextualisierung. Die umfangreiche wie vielsagende Gesamtquelle der deutschen Täter ist dagegen vergleichsweise wenig beachtet geblieben. Mit der von Martin Cüppers erarbeiteten Edition wird der Stroop-Bericht Interessierten seit Jahrzehnten überhaupt wieder in Buchform zugänglich gemacht. Abgesehen davon werden erstmals zahlreiche zusätzliche Quellen ediert, die für ein substanzielles Verständnis der Thematik grundlegend sind. Umfassend wissenschaftlich eingeleitet und kommentiert vermittelt die Neuedition des Stroop-Berichts vielfältige neue Erkenntnisse zum jüdischen Ghettoaufstand und dem mörderischen Vorgehen der Nationalsozialisten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_warschauergehttoaufstand_cueppers

  19. 55

    „Der Stürmer“ und seine Leser. Ein analoges antisemitisches Netzwerk

    „Wie konnte das geschehen?“ ist eine der meist gestellten Fragen bei der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur. Lange Jahre basierten Erklärungsversuche auf der Vorstellung von einer „allmächtigen“ NS-Propaganda und „verführten“ Deutschen. Auch 100 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe des wohl bekanntesten, radikal-antisemitischen NS-Propagandablatts „Der Stürmer“ gilt dessen Leserschaft geradezu als Musterbeispiel erfolgreicher „Gehirnwäsche“. Melanie Wager widerlegt diese Annahme: Anhand historischer Quellen zeigt sie die Wirkung des populären Massenmediums in einer bis dato unbekannten Dimension auf – weg von der indoktrinierten, weitgehend passiven Leserschaft hin zur bewussten Interaktion der Leserinnen und Leser mit der „Stürmer“-Schriftleitung. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_derstuermer_antisemitischesnetzwerk

  20. 54

    Die Rolle der Religion

    Die christliche Religion hat schon immer die Geschichte und Politik der USA bestimmt. Eine besondere Rolle nimmt die Religiöse Rechte ein, u.a. evangelikale Christen, die für „White-Supremacy“ stehen, sich vehement gegen Abtreibung wenden und erzkonservative Geschlechterrollen befürworten. Sie zählen zu Trumps treuester Wählergruppe. Unter seiner Regierung nimmt ihr Einfluss spürbar zu. Das beste Beispiel für die neue Religiöse Rechte ist der frühere Elitesoldat und Fox-News-Moderator, Pete Hegseth. Er versteht sich als „Christian Warrior“, als „Heiliger Krieger“ gegen die Feinde im Inneren wie im Äußeren. In Donald Trumps zweiter Amtszeit soll er Verteidigungsminister werden. Im Vortrag wird deutlich, wie porös die Brandmauer zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus in den USA schon immer war, nicht erst seit Trump. Brockschmidt veranschaulicht, wie historische Entwicklungen und Machtkämpfe die Republikanische Partei geprägt und radikalisiert haben – und warum das Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2024 nicht nur für die USA von entscheidender Bedeutung sein wird. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_usa_annikabrockschmidt

  21. 53

    Abschied von Europa?

    Die US-Präsidentschaftswahl 2024 ist entschieden. Donald Trump kehrt als 47. Präsident ins Weiße Haus zurück. Wie geht es nach der Wahl bis zu seiner Vereidigung im Januar 2025 weiter? Wie reagiert Europa auf den Ausgang der Wahl? Cathryn Clüver Ashbrook, Expertin für transatlantische Beziehungen, spricht über die US-Wahlen und analysiert die möglichen Folgen für Europa. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_usa_cathrynclueverashbrook

  22. 52

    Die geographische Spaltung: Aktuelle Entwicklungstrends in Stadt und Land

    Nicht nur politisch sind die USA – wie die anstehenden Präsidentschaftswahlen zeigen – ein zutiefst gespaltenes Land. Auch die Verteilung der Bevölkerung, das Wachstum der Städte sowie die Lebensqualität innerhalb von Städten variieren erheblich zwischen den verschiedenen Teilen des Landes. So wächst die Ungleichheit insbesondere auf lokaler Ebene, also zwischen Stadt und Land, zwischen Vorort und Stadtzentrum und zwischen benachbarten Stadtvierteln. Diese geographische Spannung führt zu einer Polarisierung der Bevölkerung, die für Unzufriedenheit, Benachteiligung und Radikalisierung sorgt, wodurch der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft zunehmend auf der Kippe steht. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_usa_ulrikegerhardt

  23. 51

    Als Hitler den Ersten Weltkrieg gewann. Die Nazis und die Deutschen 1921–1940

    Die bis heute wohl wichtigste Frage zum Nationalsozialismus ist: Wie konnte aus einer gewalttätigen Splitterpartei innerhalb weniger Jahre eine verheerende Massenbewegung werden, die Adolf Hitler an die Macht brachte? Welche Faktoren gaben den Ausschlag für den Erfolg der Nazis? Gerd Krumeich stellt fest: Die Bedeutung des verlorenen Ersten Weltkriegs ist für die Attraktivität der NSDAP und die Radikalisierung eines mörderischen Antisemitismus bisher weit unterschätzt worden. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis legt Krumeich eine Neuinterpretation des Verhältnisses von Hitler und den Deutschen vor. Prof. Dr. Gerd Krumeich war von 1997 bis 2010 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen und französischen Zeitgeschichte, insbesondere zum Ersten Weltkrieg und seinen Nachwirkungen vorgelegt. Er ist Gründungsmitglied des Historial de la Grande Guerre in Péronne und Mitherausgeber der Documents diplomatiques français zum Versailler Vertrag. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_ersterweltkrieg_hitler

  24. 50

    Die palästinensische Gesellschaft und der 7. Oktober 2023

    Für Israel waren die Angriffe vom 7. Oktober 2023 eine Zäsur. Auch palästinensisch-arabische Israelis sahen sich angegriffen und solidarisierten sich mit der Mehrheitsgesellschaft. Von vielen Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland sowie in der Diaspora wurde der Angriff hingegen als „Akt des Widerstands“ und „Gefängnisausbruch“ gefeiert. Mit dem Krieg im Gazastreifen tritt das Datum für sie ohnehin in den Hintergrund. Denn der Krieg wird als weitere Eskalation in der „andauernden Nakba“, der Flucht und Vertreibung von Palästinenser gesehen. Muriel Asseburg erläutert die Positionierungen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensrealitäten von Palästinenserinnen und Palästinensern und gibt einen Ausblick auf zu erwartende Entwicklungen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nahost_murielasseburg

  25. 49

    Freiheitliche Ideen. Der schwierige Weg zur liberalen Demokratie

    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_liberalismus

  26. 48

    Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben

    Die stolze bäuerliche Landwirtschaft mit Viehmärkten, Selbstversorgung und harter Knochenarbeit ist im Laufe der Sechzigerjahre in rasantem Tempo und doch ganz leise verschwunden. Ewald Frie erzählt am Beispiel seiner Familie von der großen Zäsur. Mit wenigen Strichen, anhand von vielsagenden Szenen und Beispielen zeigt er, wie die Welt der Eltern unterging, die Geschwister anderen Lebensentwürfen folgten und der allgemeine gesellschaftliche Wandel das Land erfasste. Frie lässt eine andere Geschichte der Bundesrepublik abseits der ikonischen Bilder zum Vorschein kommen, die von Historikern oft übersehen wird. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_bauern

  27. 47

    Der Nahostkonflikt und das Völkerrecht

    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nahost_robertstendel

  28. 46

    Kann es Frieden geben im Nahen Osten?

    Der israelisch-palästinensische Konflikt hat seit dem brutalen Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 eine beispiellose Gewalteskalation erfahren. Der Vortrag wird den aktuellen Gewaltkonflikt historisch einordnen und mögliche Auswege aus der Gewalt skizzieren. Ob und welche Chancen für eine politische Lösung des Konflikts möglich sind, wird im Mittelpunkt der Diskussion des Abends stehen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nahost_claudiabaumgartochse

  29. 45

    Winston Churchill

    Unter den herausragenden Politikern des 20. Jahrhunderts ist Churchill gewiss der schillerndste. Hollywood hat den Politiker mit der Zigarre längst zu einer Film- und Heldenfigur überhöht. Seine Sätze, etwa dass er „außer Blut, Schweiß und Tränen“ nichts zu bieten habe, sind geflügelte Worte. Churchill gilt als einer der größten Redner der Geschichte, hat seinen aufwendigen Lebensunterhalt als Schriftsteller und Journalist bestritten und wurde mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. In den 1930er Jahren galt er als politisch tot, doch da er unermüdlich vor der Bedrohung durch Deutschland gewarnt hatte, wurde er 1940 Premierminister, während deutsche Truppen in Frankreich einmarschierten. Danach wurde er zu Hitlers härtestem Gegner. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_winstonchurchill

  30. 44

    Der Nahostkonflikt – eine historische Einführung

    Der «Nahostkonflikt» ist eine Chiffre für die Zentralität des israelisch-palästinensischen Konflikts inmitten einer ohnehin konfliktbeladenen Region und steht zudem für die grundsätzliche Frage nach der Legitimität des nach dem Ersten Weltkrieg geschaffenen Staatensystems des Nahen Ostens. Seit den 2000er Jahren schien sich der israelisch-palästinensische Konflikt zu verkapseln und wurde von anderen Konfliktszenarien (wie die US-amerikanische Intervention im Irak, die Arabellion und der Aufstieg des «Islamischen Staats») überlagert, um seit «10/7» wieder mit aller Macht und Gewalt zurückzukehren. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nahost_maurusreinkowski

  31. 43

    Ist Antizionismus antisemitisch und wenn ja, wann?

    Seit den Terrorattacken der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem folgenden israelischen Gaza-Feldzug manifestiert sich der Nahostkonflikt verstärkt in westlichen Gesellschaften. Eine der umstrittensten und schwierigen Fragen ist dabei die Abgrenzung von Kritik an Israel, Israelfeindlichkeit und Antizionismus einerseits sowie Hass auf Juden und Antisemitismus andererseits. Der Vortrag wird dabei einige grundlegende Fragen aus der Antisemitismusforschung aufwerfen, aber auch die Geschichte der verschiedenen Phänomene berücksichtigen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nahost_uffajensen

  32. 42

    Die NS-Annexionsherrschaft im Elsass: Interaktionen von ‚Herrschenden‘ und ‚Beherrschten‘ in Städten und Gemeinden

    Immer wieder wurde das annektierte Elsass als Labor für ideologische Experimente und die NS-Herrschaft in der Region als besonders radikales Terrorregime gedeutet. Aber wie gestaltete sich die Annexionsherrschaft in den elsässischen Kommunen, in denen Elsässer:innen ihren Alltag bewältigten und dabei mit lokalen Regimevertreter:innen interagieren mussten? Wie begegneten sich „Herrschende“ und „Beherrschte“ im Rathaus, in den Räumen der Partei, in der Kirche oder auf dem (Schwarz-)Markt? Theresa Ehret zeigt, wie diese alltäglichen Aushandlungen von politischer und sozialer Ordnung vor Ort zur Sicherung der NS-Herrschaft im Elsass beitrugen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_elsass_annexionsherrschaft

  33. 41

    Umgeschriebene Geschichte? Die Hitler-Tagebücher und ihr Echo

    Der Skandal um die Hitler-Tagebücher beschäftigte 1983 nicht nur die Bundesrepublik, sondern wurde weltweit beachtet. Das Magazin „Stern“ hatte Auszüge aus den vermeintlichen Tagebüchern Adolf Hitlers veröffentlicht. Man trat mit dem Deutungsanspruch an die Öffentlichkeit, dass von nun an die NS-Geschichte „in großen Teilen neu geschrieben werden“ müsse, und löste damit einen Sturm an Entrüstung aus. Hier setzt Sebastian Barths Untersuchung an: Adolf Hitler wurde im „Stern“ sowie in einem „Stern-TV“-Film verharmlosend dargestellt. Dieser Tabubruch in seinem geschichtskulturellen und historiographischen Kontext wie auch seine Rezeption in einer (geschichts-)politisch wie publizistisch aufgeheizten Lage zu Beginn der achtziger Jahre werden ausführlich analysiert. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_hitlertagebuecher

  34. 40

    Les Malgré-nous. Zwangsrekrutierung der Elsässer und Lothringer 1942–1945

    Die Einführung der Wehrpflicht im annektierten Elsass und Lothringen 1942 sollte die Einbindung der Elsässer und Lothringer an NS-Deutschland vervollständigen. Sie bewirkte im Gegenteil eine heftige Opposition gegen die Besatzer und riss für lange Zeit eine Kluft zu den anderen Franzosen auf. Die Geschichte der 130.000 Malgré-nous („Gegen unseren Willen“) ist heute Gegenstand intensiver Forschungs- und Erinnerungsdebatten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_elsass_malgrenous

  35. 39

    Gauleiter Robert Wagner und das Elsass

    Robert Wagner war ein Nationalsozialist der ersten Stunde. Der Vortrag beleuchtet seine politische Karriere und sein besonderes Verhältnis zu Adolf Hitler, das auf seine Beteilung am Hitlerputsch 1923 zurückgeht. 1933 wurde Wagner Reichsstatthalter von Baden, 1940 Chef der Zivilverwaltung im Elsass. Hier ließ ihm Hitler freie Hand, die nationalsozialistische Volkstumspolitik umzusetzen und über Leben und Tod zu entscheiden – hier wurde er aber auch 1946 von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_elsass_robertwagner

  36. 38

    Aufbruch des Gewissens. Eine Moral­geschichte der Deutschen von 1942 bis heute

    Der Weg der Deutschen von 1942 bis heute, vom Volk der Täter zur moralischen Nation – eine neue, einzigartige Perspektive auf die deutsche Geschichte: Erstmals erzählt der Historiker Frank Trentmann die Geschichte Deutschlands der letzten 80 Jahre aus dem Blickwinkel der Moral. Wie kam es dazu, dass die Deutschen nach Shoah und Vernichtungskrieg im Jahr der „Willkommenskultur“ 2015 als moralisch geläutert galten? Und sind sie das wirklich? Und mit Blick auf die Ukraine, haben wir eine ‚Zeitenwende‘ durchlaufen? Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_moralgeschichte

  37. 37

    Entnazifizierung und Erzählung. Geschichten der Abkehr vom Nationalsozialismus und vom Ankommen in der Demokratie

    Wie kamen die Deutschen nach 1945 in der Demokratie an? Wie wurde das "Dritte Reich" individuell erzählt und welche kollektiven Bilder der NS-Zeit entstanden hierbei? Die unter alliierter Aufsicht durchgeführte "Entnazifizierung" forderte alle Deutschen unter Androhung von Sühnemaßnahmen dazu auf, dem "Dritten Reich" einen Ort in der eigenen Lebensgeschichte zuzuweisen. Dr. Sebastian Rojek rekonstruiert diesen Prozess am Beispiel des deutschen Südwestens als großes Erzählprojekt und zeigt, welche Bedeutung die hier erzeugten öffentlichen und teilöffentlichen Erzählungen für die Abkehr von der Diktatur und für die Hinwendung zur Demokratie hatten. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_entnazifizierung

  38. 36

    In den Häusern der anderen. Spuren deutscher Vergangenheit in Westpolen

    Poniemieckie heißt in Polen das ehemals Deutsche: Orte, Gebäude, Gegenstände, die von Deutschen zurückgelassen wurden, als sie am Ende des Zweiten Weltkriegs gen Westen flüchteten. Die neuen Besitzer waren Polen, oft selbst Vertriebene oder Umgesiedelte. Karolina Kuszyk beschreibt die damaligen deutsch-polnischen Verhältnisse und fragt, ob die deutsche Vorkriegsgeschichte dieser Gebiete für die heute dort lebenden Polen von Bedeutung ist und wie sie reflektiert wird. Das Buch ist auch als eine Geschichte oder Anthropologie der Dinge zu sehen: Es erzählt darüber, wie man mit dem Fremden – gegenwärtig als Alltagsgegenstände wie Geschirr, Bücher, Gemälde und Postkarten – im Eigenen umgeht. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_westpolen

  39. 35

    Der Putsch. Hitlers erster Griff nach der Macht

    Das Vorhaben war so kühn wie radikal: Anfang November 1923 setzen Adolf Hitler und seine gewaltbereite Anhängerschaft alles auf eine Karte. Zuerst sollte in München und anschließend in ganz Deutschland die Macht übernommen werden – mit kompromissloser Härte und roher Gewalt. Die Aktion scheiterte krachend, doch ihr wirkliches Gefahrenpotenzial wird bis heute unterschätzt. Gestützt auf bisher ignorierte Quellen schlüsselt Sven Felix Kellerhoff die Hintergründe des Handstreichs auf, der die Weimarer Republik existenziell gefährdete und erzählt die Geschichte des Hitlerputsches völlig neu. Sven Felix Kellerhoff geboren 1971 in Stuttgart, studierte Zeitgeschichte, Alte Geschichte und Medienrecht. Seit mehr als 20 Jahren ist er Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte der Welt. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Sachbücher, unter anderem über Hitlers „Mein Kampf“ und über die NSDAP. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_hitlerputsch

  40. 34

    Zwischen Ost und West. Außenpolitische Perspektiven der Türkei in Geschichte und Gegenwart

    Seit ihrer Gründung im Jahr 1923 steht die Türkei aufgrund ihrer besonderen geographischen Lage vor ganz eigenen geopolitischen und strategischen Herausforderungen. Zwischen Europa und Asien, als Brücke oder Nahtstelle zwischen verschiedenen Meeren und Regionen, bieten sich für das Land eine Vielzahl außenpolitischer Handlungsfelder, die ihrerseits immer wieder von unterschiedlichen ideologischen und politischen Überlegungen geprägt wurden. Mit einem kurzen Impulsvortrag und anschließendem Gespräch zwischen PD Dr. Gülistan Gürbey (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin), Dr. Yaşar Aydın (Centrum für angewandte Türkeistudien der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin) und Peter Heilbrunner (Leiter Multimediale Aktualität Baden-Württemberg, SWR) wird die Geschichte der türkischen Außenpolitik, ihre traditionelle Verortung wie auch ihr Wandel unter dem Eindruck von aktuellen Konflikten in den Blick genommen. Es handelte sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Bibliothek für Zeitgeschichte. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_100_jahre_aussenpolitik_tuerkei

  41. 33

    Bürgerbeteiligung als Lösung? Dynamik zwischen Protest und staatlichem Handeln

    Große Bauvorhaben und Industrieansiedlungen führen regelmäßig zu politischen Auseinandersetzungen. Vielfach entstehen lokale Bürgerinitiativen, weil Betroffene ihre Belange bei den Parteien nicht ausreichend berücksichtigt sehen, aber in einigen Fällen – für die hier der vor fünfzig Jahren entstandene Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl in Südbaden steht – werden sehr grundsätzliche Fragen verhandelt und führen die Proteste zu größeren politischen Auseinandersetzungen. Oft ist dieser Streit mit anhaltendem Unfrieden und politischer Resignation verbunden. In der Podiumsdiskussion wird der Frage nachgegangen, inwieweit Bürgerbeteiligungen ein Mittel sein können, konfliktbehaftete Situationen erfolgreich zu lösen und dabei die Demokratie zu stärken. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_protest_staatlicheshandeln

  42. 32

    Energietechnologien und Energiemärkte für die Energiewende

    Im Vortrag von Wolf Fichtner sollen Energietechnologien und Energiemärkte für das zukünftige Energiesystem aufgezeigt werden, wobei der Fokus des Beitrags auf dem Elektrizitätssektor liegt. Insbesondere werden die Herausforderungen auf dem Weg zu einem dekarbonisierten Elektrizitätssystem näher beleuchtet. Prof. Dr. Wolf Fichtner hat den Lehrstuhl für Energiewirtschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) inne. Dort leitet er sowohl das Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion als auch das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung. Seine Promotion zum Dr. rer. pol. an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Karlsruhe (TH) erlangte er mit einer Arbeit über „Entwicklung und Einsatz eines Energie- und Stoffflußmodells zur strategischen Entscheidungsunterstützung bei Energieversorgungsunternehmen“. Wolf Fichtner ist u.a. im Vorstand des Energy Solution Center sowie Mitglied im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_energiewende

  43. 31

    Technikfolgenabschätzung bei der Kernenergie

    Während Kernenergie in den 1950er und 60er Jahren meist als Garant für eine paradiesische Zukunft galt, ist ihre Bewertung danach zusehends umstritten. Bürgerkriegsähnliche Bilder aus den 1970er bis 90er Jahren sind vielen Menschen in bleibender Erinnerung. Bis heute ziehen sich die Kontroversen um Sicherheit, Strahlenbelastung und hoch radioaktive Abfälle (Atommüll). Gerade anlässlich der kürzlich erfolgten Abschaltung der letzten Kraftwerke war das Konfliktpotenzial dieser Technologie wieder zu erleben. Im Vortrag werden die Vor- und Nachteile der Kernenergie aus Sicht der Technikfolgenabschätzung dargestellt. Ebenso wird ein Ausblick auf ihre weitere Zukunft versucht. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_kernenergie_technikfolgenabschaetzung

  44. 30

    Wyhl und die deutsche Anti-Atomkraftbewegung: Warum ließ sich der Erfolg nicht wiederholen?

    Der Protest gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl wurde schnell durch die ganze Bundesrepublik und darüber hinaus bekannt. Oft wird Wyhl als Auslöser der bundesdeutschen Anti-Atomkraftbewegung beschrieben. Der Vortrag von Stephen Milder setzt sich mit dem „Mythos” Wyhl auseinander, indem er sowohl die örtliche Geschichte der Proteste als auch die Wahrnehmung der Auflehnung anderswo beleuchtet. Im anschließenden Gespräch geht Moderator Wolfgang Niess mit Stephen Milder und den ehemaligen AktivistInnen Irmgard Beckert und Bernd Nössler der Frage nach, was den Widerstand in Wyhl so besonders machte und warum sich der dortige Erfolg nicht an anderen Standorten wiederholen ließ. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_wyhl_anti_atomkraftbewegung

  45. 29

    Nerven, Krieg und militärische Führung. Psychisch erkrankte Offiziere in Deutschland (1890–1939)

    Welche Anforderungen stellten Militär, Medizin, Politik und Gesellschaft an die nervliche Belastbarkeit von Offizieren im Krieg in Deutschland zwischen 1890 und 1939? Wie gingen sie mit psychisch erkrankten Offizieren um? Wie nahmen die Betroffenen selbst ihre Erkrankungen wahr? Und welche Auswirkungen hatten diese auf ihr Selbstbild und ihre Lebensläufe? Gundula Gahlen untersucht diese Fragen vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zur NS-Zeit. Sie füllt eine Lücke, da sich die bisherige Forschung zu kriegsbedingten psychischen Erkrankungen vor allem mit Mannschaftssoldaten beschäftigte, obwohl das Offizierskorps zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland eine herausgehobene Herrschafts- und Werteelite war und zeitgenössische Leitvorstellungen von Willensstärke und Männlichkeit verkörperte. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_nerven_krieg_offiziere

  46. 28

    Totentanz. 1923 und seine Folgen

    1923 wird zum politischen und ökonomischen Wendejahr für Deutschland. Zwischen schwindelerregenden Brotpreisen, eskapistischen Tanzabenden, der folgenreichen Ruhrbesetzung und der Einführung der Rentenmark begleitet Jutta Hoffritz vier Deutsche durch das Jahr. Durch ihren Kampf. Ihren Alltag. Ihre Verhängnisse. Wir erleben, wie Anita Berber – Berlins begehrteste Tänzerin – auf dem Zenit ihrer Karriere dem Rausch verfällt, wie Ruhrbaron Hugo Stinnes das Kalkül der Besatzer unterläuft und das Kohlekontor an die Alster verlegt, wie Reichsbankpräsident Rudolf Havenstein den Reparationsboykott finanziert und die Hyperinflation schürt, wie Käthe Kollwitz ihren Liebeskummer besiegt und das allgemeine Elend auf Plakaten festhält. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_totentanz_1923

  47. 27

    Ein antisemitischer Doppelmord. Die vergessene Geschichte des Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik

    Am 19. Dezember 1980 wurden Shlomo Lewin, der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Nürnberg, und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke in ihrem Haus in Erlangen erschossen. Die genauen Umstände der Bluttat blieben lange ungeklärt. Kaum ein zeitgeschichtlich bedeutendes Ereignis wurde so aggressiv vergessen wie dieser antisemitische Doppelmord. Uffa Jensen rekonstruiert die Tat und ihre Hintergründe. Er folgt den Verbindungen zur PLO, beleuchtet die Rolle der Wehrsportgruppe Hoffmann und stellt das Attentat in Bezug zu den weiteren Anschlägen des Jahres 1980, in dem in der Bundesrepublik mehr Menschen durch (rechten) Terror ums Leben kamen als in jedem anderen Jahr. Dabei macht Jensen die Muster im Umgang mit Rechtsterrorismus sichtbar, die sich künftig mehrfach wiederholen sollten – eine bis heute anhaltende Geschichte aus Gewalt, Verharmlosung und Verdrängung. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_antisemitischer_doppelmord

  48. 26

    Demokratie oder Diktatur? Deutschland und Italien in der Nachkriegskrise 1919-1923/24

    Am Ende des Ersten Weltkriegs konnte die Lage in Italien und in Deutschland kaum unterschiedlicher sein: Zählte das erste Land zu den Gewinnern, war das zweite Hauptverlierer des Krieges. In Italien hatten die Institutionen des liberalen Parlamentarismus den Krieg überstanden. In Deutschland brach 1918 die Hohenzollern-Monarchie zusammen und das Land befand sich vor einem institutionellen und politischen Vakuum. Nach wenigen Jahren hatte sich die Situation fast umgedreht: Das liberale Italien hatte sich Ende 1922 dem Faschismus “übergeben” und eine Diktatur entstand. In Deutschland hatte die neu geschaffene Demokratie schwere Krisenjahre überstanden und 1924 begannen die sogenannten Goldenen Zwanziger. Der italienische Zeithistoriker und ausgewiesene Spezialist für deutsche Geschichte Prof. Dr. Gustavo Corni vergleicht diese Entwicklungen und fragt nach Unterschieden, Ähnlichkeiten und möglichen Verbindungen zwischen den Nachkriegsgeschichten der beiden Länder. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_deutschland_italien_1919_1923_4

  49. 25

    Weltherrschaft und Völkermorden. Neues zu einem Schlüsseldokument nationalsozialistischer Weltanschauung

    Eigentlich sollte die Geheimrede Hitlers vor der Wehrmachtsführung am 22. August 1939 auf dem Obersalzberg zu einem zentralen Beweisstück des Nürnberger Prozesses 1945/46 werden. Denn in dieser Ansprache hatte der „Führer“ kurz vor dem Krieg all seinen wichtigen Generälen enthüllt, dass er für die Deutschen die „Erd-Herrschaft“ anstreben und über kurz oder lang alle „minderwertigen Rassen“ vernichten lassen werde. Die gesamte Wehrmachtsführung wurde somit zum Mitwisser. Allerdings gelang es in Nürnberg nicht, die Weitergabe dieser Geheimrede am 25. August 1939 an den Berlin-Korrespondenten der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Louis Lochner, durch den militärischen Widerstand unter Admiral Canaris zu rekonstruieren. Dabei war Lochner sogar beim Prozess als Berichterstatter anwesend. Die Hintergründe und Zusammenhänge, die einem Polit- und Geschichtsthriller ähneln, werden in dem Vortrag erstmals umfassend rekonstruiert. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_ns_weltherrschaft

  50. 24

    Juden in der DDR. Jüdisch sein zwischen Illusion und Repression, Anpassung und Dissidenz

    Wer waren jene jüdischen Menschen, die nach den Erfahrungen von Shoah, Verfolgung und Exil, ihre Zukunft in einem sozialistisch transformierten Nachkriegsdeutschland suchten? Warum engagierten sich Juden in einem Staat, der sie und ihre Geschichte(n) weitgehend aus dem „antifaschistischen Gedächtnis“ der DDR-Gesellschaft zu tilgen suchte? Anetta Kahane und Martin Jander haben eindrucksvolle jüdische Biografien versammelt, die sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage nach jüdischer Identität und Lebensgestaltung unter den Bedingungen einer repressiven Herrschaft geben. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_judeninderddr

Type above to search every episode's transcript for a word or phrase. Matches are scoped to this podcast.

Searching…

No matches for "" in this podcast's transcripts.

Showing of matches

No topics indexed yet for this podcast.

Loading reviews...

ABOUT THIS SHOW

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

HOSTED BY

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

URL copied to clipboard!