PodParley PodParley

#03 Färber in Monschau

Episode 3 of the Der Wandel entlang des RurUfer-Radwegs podcast, hosted by RurUfer-Radweg, titled "#03 Färber in Monschau" was published on July 2, 2021 and runs 5 minutes.

July 2, 2021 ·5m · Der Wandel entlang des RurUfer-Radwegs

0:00 / 0:00

Heute sieht man keine Färber, Weber und Scherer mehr in der Tuchmacherstadt Monschau – aber viele Gäste mit ebenso bunten Gewändern. "Ob Sie es mir glauben oder nicht: Monschau war einmal das Zentrum Deutschlands! Naja zumindest, was die Tuchproduktion angeht. Denn im 18. Jahrhundert kamen die besten Stoffe des Landes hier aus unserem beschaulichen Monschau. Sogar im Ausland waren unsere Stoffe damals gefragt. Dabei haben wir bereits 200 Jahre vorher, gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit der Tuchmacherei angefangen. Warum gerade hier fragen Sie sich? Nun ja, das hatte viele Gründe: Zum einen lagen wir doch etwas, nun sagen wir „im Windschatten“, der zerstörerischen Kriege jener Zeit, weshalb es noch genügend Arbeitskräfte in der Stadt und im Umland gab und damit auch der Aufbau der Infrastrukturen relativ ungestört vonstattengehen konnte. Das Ganze wurde durch die recht liberale Religionspolitik unserer Herrschaften noch unterstützt, wodurch wir Unternehmerfamilien uns ohne großes Gezänk immer weiterentwickeln konnten. Zum anderen waren hier schlicht sehr gute natürliche Ressourcen vorhanden: Zum einen die Wolle einheimischer Schafe. Außerdem fließendes, kalkfreies weiches Wasser der Rur, das zum Waschen oder Färben der Stoffe und zum Antrieb der Walk- und Schleifmühlen gebraucht wurde. Und dann noch Torf aus dem Hohen Venn, der als Brennmaterial im Färbeprozess und zum Trocknen gewalkter Ware diente. Ein weiterer Grund für unseren Erfolg ist, dass wir schon früh viel Wert auf Qualität gelegt haben und bereits ab dem 18. Jahrhunderts begonnen haben, spanische Merinowolle zu importieren. Die Blütezeit unserer Monschauer Tuchmacherei zwischen 1765 und 1790 haben wir dann vor allem meinem werten Kollegen Johann Heinrich Scheibler zu verdanken. Er hat es geschafft, aus unserem Monschauer Tuch – wie sagen Sie es heute so schön – einen Markenartikel zu machen. So verbesserte er beispielsweise die Fabrikationsabläufe, griff erstmals eigene Modetrends auf oder forcierte die Spezialisierung auf Luxusartikel. Das wichtigste war jedoch, dass er neue Vertriebswege auf sich nahm und unser Tuch auch jenseits unserer beschaulichen Region bekannt machte: So fuhr er mit mehreren Wagen unserer besten Stoffe auf Exportmessen nach Frankfurt oder Leipzig und verkaufte sie an Händler aus ganz Europa. Mit dem Erfolg unserer Feintuchproduktion hat sich dann auch das Stadtbild gewandelt. Die Fabrikanten und Unternehmensfamilien bauten sich repräsentative Wohn und Geschäftshäuser und selbst die Manufakturen – oder „Fabriquen“ wie wir sie damals nannten – wurden zumindest an den Außenfassaden verschönert. Den Glanzpunkt dieser Zeit bildet natürlich das Haus von Johann Heinrich selbst: das Rote Haus! Ein einmaliges Ensemble großbürgerlicher Wohnkultur in den Stilen Rokoko, Louis-Seize und Empire. Ich kann Ihnen sagen, es war auch mir stets ein Fest in diesen Räumen zu verweilen, während Johann Heinrich und ich die nächsten Aufträge besprachen oder uns über die aktuelle Mode in Frankreich amüsierten. Naja jedenfalls hat unser kleines Städtchen damals ziemlich gebrummt. Heute laufen allerdings keine Färber mit blauen Armen oder geschäftige Weber, die Ihren Gesellen hinterherschreien mehr durch unsere Straßen, sondern vor allem Gäste, die sich über unsere Tuchmacherei informieren. Und eines kann ich Ihnen verraten: über deren Mode könnte ich mich mit Johann auch heute noch das eine oder andere Mal köstlich amüsieren!" Lust auf mehr? Dann hör Dir auch gleich noch die anderen Geschichten an! Oder erlebe sie einfach selbst auf Deiner Tour zwischen der Quelle im Hohen Venn bei Botrange in Belgien und der Mündung in die Maas bei Roermond in den Niederlanden. An den interaktiven Rast- und Erlebnisstationen entlang der Strecke erzählen Zeitzeugen eindrucksvoll über ihr Leben an und mit der Rur. Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg!

Heute sieht man keine Färber, Weber und Scherer mehr in der Tuchmacherstadt Monschau – aber viele Gäste mit ebenso bunten Gewändern.

"Ob Sie es mir glauben oder nicht: Monschau war einmal das Zentrum Deutschlands! Naja zumindest, was die Tuchproduktion angeht. Denn im 18. Jahrhundert kamen die besten Stoffe des Landes hier aus unserem beschaulichen Monschau. Sogar im Ausland waren unsere Stoffe damals gefragt.

Dabei haben wir bereits 200 Jahre vorher, gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit der Tuchmacherei angefangen. Warum gerade hier fragen Sie sich? Nun ja, das hatte viele Gründe: Zum einen lagen wir doch etwas, nun sagen wir „im Windschatten“, der zerstörerischen Kriege jener Zeit, weshalb es noch genügend Arbeitskräfte in der Stadt und im Umland gab und damit auch der Aufbau der Infrastrukturen relativ ungestört vonstattengehen konnte.

Das Ganze wurde durch die recht liberale Religionspolitik unserer Herrschaften noch unterstützt, wodurch wir Unternehmerfamilien uns ohne großes Gezänk immer weiterentwickeln konnten. Zum anderen waren hier schlicht sehr gute natürliche Ressourcen vorhanden: Zum einen die Wolle einheimischer Schafe. Außerdem fließendes, kalkfreies weiches Wasser der Rur, das zum Waschen oder Färben der Stoffe und zum Antrieb der Walk- und Schleifmühlen gebraucht wurde. Und dann noch Torf aus dem Hohen Venn, der als Brennmaterial im Färbeprozess und zum Trocknen gewalkter Ware diente.

Ein weiterer Grund für unseren Erfolg ist, dass wir schon früh viel Wert auf Qualität gelegt haben und bereits ab dem 18. Jahrhunderts begonnen haben, spanische Merinowolle zu importieren.

Die Blütezeit unserer Monschauer Tuchmacherei zwischen 1765 und 1790 haben wir dann vor allem meinem werten Kollegen Johann Heinrich Scheibler zu verdanken. Er hat es geschafft, aus unserem Monschauer Tuch – wie sagen Sie es heute so schön – einen Markenartikel zu machen. So verbesserte er beispielsweise die Fabrikationsabläufe, griff erstmals eigene Modetrends auf oder forcierte die Spezialisierung auf Luxusartikel. Das wichtigste war jedoch, dass er neue Vertriebswege auf sich nahm und unser Tuch auch jenseits unserer beschaulichen Region bekannt machte: So fuhr er mit mehreren Wagen unserer besten Stoffe auf Exportmessen nach Frankfurt oder Leipzig und verkaufte sie an Händler aus ganz Europa.

Mit dem Erfolg unserer Feintuchproduktion hat sich dann auch das Stadtbild gewandelt. Die Fabrikanten und Unternehmensfamilien bauten sich repräsentative Wohn und Geschäftshäuser und selbst die Manufakturen – oder „Fabriquen“ wie wir sie damals nannten – wurden zumindest an den Außenfassaden verschönert.

Den Glanzpunkt dieser Zeit bildet natürlich das Haus von Johann Heinrich selbst: das Rote Haus! Ein einmaliges Ensemble großbürgerlicher Wohnkultur in den Stilen Rokoko, Louis-Seize und Empire. Ich kann Ihnen sagen, es war auch mir stets ein Fest in diesen Räumen zu verweilen, während Johann Heinrich und ich die nächsten Aufträge besprachen oder uns über die aktuelle Mode in Frankreich amüsierten.

Naja jedenfalls hat unser kleines Städtchen damals ziemlich gebrummt. Heute laufen allerdings keine Färber mit blauen Armen oder geschäftige Weber, die Ihren Gesellen hinterherschreien mehr durch unsere Straßen, sondern vor allem Gäste, die sich über unsere Tuchmacherei informieren. Und eines kann ich Ihnen verraten: über deren Mode könnte ich mich mit Johann auch heute noch das eine oder andere Mal köstlich amüsieren!"

Lust auf mehr? Dann hör Dir auch gleich noch die anderen Geschichten an! Oder erlebe sie einfach selbst auf Deiner Tour zwischen der Quelle im Hohen Venn bei Botrange in Belgien und der Mündung in die Maas bei Roermond in den Niederlanden. An den interaktiven Rast- und Erlebnisstationen entlang der Strecke erzählen Zeitzeugen eindrucksvoll über ihr Leben an und mit der Rur.

Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg!

Was mit Sinn?! - Der Podcast über Sinn im Leben Bent Neumann Ich mache die Frage nach dem eigenen Sinn und nach mehr Sinn in der heutigen Zeit zum Thema in diesem Podcast.Ich lade spannende Gäste zu Gesprächen über den Sinn in ihrem Leben ein und veröffentliche Meditationen und Anregungen, die Dir helfen können, mehr Sinn in Dir und im Leben zu finden.Als Jahrgang 1992 und Angehöriger der Generation Y stelle ich mir tagtäglich Sinnfragen. Ich weiß um Fluch und Segen dieses inneren Anspruchs:… Wer bin ich wirklich? Frei von den externen Erwartungen?… Wie verdiene ich Geld mit dem Job, der mich erfüllt?… Welchen Beitrag zum Wandel in der Welt möchte ich leisten?Durch mein Leben zieht sich wie ein roter Faden die Erfahrung, dass die Beantwortung der eigenen Sinnfragen zu mehr Kraft, Leichtigkeit und Erfüllung führt.Wenn Du Lust hast, Dich auf Deiner Reise zum Sinn in Deinem Leben begleiten zu lassen, könnte die Safari zum selbst genau das Richtige für Dich sein. Mehr Infos: www.safarizumselbst.deMehr zu mir und diesem Podcast-Projekt findes Neustart Führung Frank von Pablocki & Dr. Mercedes Stiller Den Wandel in der Pflege gestalten Der Kinderlungen Podcast Offizieller Podcast der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie Der Kinderlungen-PodcastDer offizielle Podcast der Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie (GPP)Allgemeine Beschreibung:Der Podcast der Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie (GPP) beleuchtet die unterschiedlichsten Themen der Kinder-Pneumologie. Kinderärzt:innen, Spezialist:innen, Studierende, Eltern und alle Interessierten erhalten Wissen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Dazu laden wir Expert:innen ein, die ihre Expertise mit uns teilen – fundiertes Fachwissen wird aufgegriffen, unterhaltsam, informativ und abwechslungsreich.Richtlinien:Der Podcast dient ausschließlich der neutralen Information, Fortbildung und Unterhaltung. Er ersetzt nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht zur eigenständigen Diagnose und Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Für die Inhalte sind ausschließlich unsere Moderatoren und Gäste verantwortlich. Sie unterliegen dem wissenschaftlichen Wandel des Faches. Änderungen sind vorbehalten.Host & Moderati Sparring Express – Der Podcast von Lasse Rheingans Sparring Express von Lasse Rheingans Impulse für eine neue Zeit – Zukunft denken! 🚀Lasse Rheingans, Autor von "Die 5-Stunden-Revolution", trifft visionäre Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie sprechen über New Work, Digitalisierung, Agilität, Führung/Leadership und den gesellschaftlichen Wandel in unserer VUKA-Welt. Wie gestalten wir die Zukunft? Welche neuen Modelle braucht es für Arbeit und Zusammenleben?Lasse und sein Team unterstützen Organisationen, Teams und Einzelne dabei, Zukunft zu gestalten – für eine attraktivere, produktivere und agilere Arbeitswelt. Bereit? Starte jetzt! ▸ https://rheingans.io 💡
URL copied to clipboard!