EPISODE · Jul 17, 2026 · 21 MIN
#128 Aserbaidschan - Die größte Überraschung dieser Reise
from RAUS nach Südamerika - Der Reise und Auswanderer Podcast
Die Reise nach Aserbaidschan begann mit gemischten Gefühlen und einer latentenAblehnung. Geprägt durch die Eindrücke aus Armenien und der Vertreibung der Menschen aus Bergkarabachwaren die Erwartungen an Baku äußerst gering. Doch die Realität vor Ort belehrte den Reisenden schnell einesBesseren und verwandelte Skepsis in pure Begeisterung.Schon am hochmodernen Flughafen von Baku überzeugte der reibungslose Ablauf. Das im Vorfeld onlinebeantragte Visum wurde schnell geprüft. Kurioses Detail am Rande: Bei der Berufswahl im Visumsantrag gab esnur eine kleine Auswahl, darunter „religiöser Führer“, letztlich wurde jedoch die Option „Businessman“ gewählt.Die digitale Infrastruktur glänzte sofort: Dank einer globalen E-SIM Premium Plus waren mobile Daten beimAufsetzen der Flugzeugräder aktiv, sodass direkt ein Taxi über die russische App Yandex (neben Bolt und Uber diedominierende Plattform vor Ort) gerufen werden konnte. Die Fahrt im hochmodernen Elektro-Premiumwagen,dessen technologiegeladenes Cockpit an einen Science-Fiction-Film erinnerte, beeindruckte nachhaltig. Bei derEinfahrt nach Baku bei Nacht offenbarte sich eine spektakuläre Skyline mit gläsernen Hochhäusern, historischenPrachtbauten und imposanten Licht- und Lasershows, die Assoziationen an New York oder Dubai weckten.Das im belebten, selbst nachts um 23 Uhr noch von Familien und Kindern frequentierten Fußgängerbereichgelegene Hotel erwies sich als bodenständig und sauber. Der junge Rezeptionist glänzte als wahres Sprachgenie mitperfektem Englisch, Türkisch, Russisch und Aserbaidschanisch. Aufgrund dieser positiven Erlebnisse wurde derAufenthalt spontan auf sechs Tage verlängert.Bei Tageslicht offenbarte Baku seine architektonische Pracht. Neben den Monumentalbauten faszinierte die voneiner Stadtmauer umgebene historische Altstadt. Obwohl Aserbaidschan ein muslimisch-turksprachigesNachbarland des Irans ist, wird der Glaube hier äußerst liberal gelebt. Kopftücher sieht man selten, Alkohol istpräsent und der Gebetsruf des Muezzins ist im Stadtbild – anders als in Istanbul – kaum hörbar. Kulinarisch botBaku ein absolutes Highlight: Die aserbaidschanische Küche überzeugte in einem traditionellen Felsenkeller-Restaurant mit Live-Musik auf ganzer Linie. Die Speisekarten waren reichhaltig und selbst für Vegetarier botenGerichte wie die exzellent gewürzte Linsensuppe oder frittierte Reisbällchen ein wahres Geschmacksfeuerwerk –und das zu äußerst günstigen Preisen.Der großzügige Boulevard am Kaspischen Meer (das in Online-Rezensionen kurioserweise als „Betrug“ abgewertetwird, weil es geografisch ein See ist) bietet einen fantastischen Blick auf die Bucht und eine gigantischeNationalflagge an einem riesigen Mast. Ein weiteres Highlight war das moderne, nach dem ersten Staatspräsidentenbenannte Museum. Neben historischen Gewändern und Musikinstrumenten faszinierte dort eine kinetischeKunstinstallation mit schwebenden Seidentüchern in den Nationalfarben sowie eine humorvolle Lama-Kunstausstellung einer peruanischen Künstlerin. Ein Ausflug zu einem historischen Feuertempel, dessen ewigesGasfeuer auf den antiken Zoroastrismus (Zarathustra) zurückgeht, rundete das Kulturprogramm ab.Die Reise nahm am dritten Tag ein jähes Ende, als der junge Taxifahrer, durch sein Smartphone ablenkt, einenAuffahrunfall verursachte. Obwohl niemand verletzt wurde, entstand Sachschaden. Der beschämte Fahrer lehntedie Bezahlung ab, und der anschließende Versuch des Reisenden, die Fahrt über den Support der App zu stornieren,führte zu bürokratischen Missverständnissen, bei denen der Support fälschlicherweise eine Beschwerde vermutete.Trotz dieses Vorfalls bleibt Aserbaidschan als das absolute Überraschungsland dieser Reise in Erinnerung.
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