EPISODE · Jul 24, 2026 · 25 MIN
#129 Kasachstan - Ein kleiner Einblick in ein großes Land
from RAUS nach Südamerika - Der Reise und Auswanderer Podcast
Ich melde mich direkt aus der kasachischen Stadt Almaty, wo ich insgesamt fünf Tage verbracht habe. Rückblickend muss ich meine Reiseplanung durchaus kritisch betrachten, da Almaty historisch und touristisch überraschend wenig zu bieten hat. Die Stadt präsentiert sich stark sowjetisch geprägt mit extrem breiten Straßen, weitläufigen Gehwegen, kubischen Gebäuden und einer modernen Infrastruktur, entbehrt jedoch einer klassischen Altstadt. Was mir dennoch sofort positiv auffiel, war die ruhige, friedliche Atmosphäre sowie die vielen breiten, grünen Alleen und weitläufigen Parks.Im Panfilow-Park besuchte ich die beeindruckende Senkow-Kathedrale, ein historisches Bauwerk aus Holz, das komplett ohne Nägel errichtet wurde. Mit ihren farbenfrohen Fresken und Mosaiken bildete sie für mich einen absoluten architektonischen Höhepunkt. Im Gegensatz zu anderen islamisch geprägten Regionen habe ich Kasachstan zudem als sehr säkular und modern erlebt, ohne Muezzin-Rufe und mit nur geringer religiöser Symbolik im alltäglichen Leben.Zu den absoluten Highlights gehörten für mich die Naturerlebnisse im Umland: Ich bin mit der mehrstufigen Seilbahn von Medeu hinauf ins Tienschan-Gebirge auf über 3.300 Meter Höhe gefahren, wo echter Gletscher-Schnee und ein spektakuläres Panorama auf mich warteten. Auch der Aussichtsberg Kok-Tobe bot einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt. Die städtischen Sehenswürdigkeiten wie die Fußgängerzone Almaty Arbat, die Zentralmoschee, das Opernhaus sowie der lebendige Grüne Basar mit seinen intensiven Düften von Gewürzen, Tee, Obst und Trockenfrüchten ließen sich allerdings recht schnell erkunden, sodass ich die wesentlichen Highlights bereits nach knapp anderthalb Tagen gesehen hatte.Kulinarisch dominieren in der Region vor allem Fleisch- und Grillgerichte. Da ich mich fleischlos ernähre, bin ich vorwiegend auf internationale Alternativen wie koreanische, türkische und thailändische Küche sowie auf lokale Backwaren, Falafel, Dips und Shakshuka ausgewichen; den traditionellen getrockneten Joghurt-Snack Kurt habe ich ausgelassen.Ich blicke mit gemischten Gefühlen auf meine Zeit in Kasachstan zurück. Die Gebirgslandschaft ist atemberaubend und die Begegnungen waren gastfreundlich, aber mein Aufenthalt litt spürbar unter einer unzureichenden Zeitplanung für Ausflüge ins Umland, schlechtem Wetter und organisatorischen Hürden beim Grenztransfer nach Bischkek in Kirgisistan. Zudem empfand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis für Verpflegung und Transport im Vergleich zu Kaukasus-Ländern wie Georgien oder Aserbaidschan als überraschend teuer.
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