#31 2026 Medienförderung NEU - Das ÖVP-Papier - mit Reinhold Gmeinbauer episode artwork

EPISODE · Apr 30, 2026 · 55 MIN

#31 2026 Medienförderung NEU - Das ÖVP-Papier - mit Reinhold Gmeinbauer

from Ganz offen gesagt · host Reinhold Gmeinbauer, Stefan Kaltenbrunner

Host Stefan Kaltenbrunner begrüßt Reinhold Gmeinbauer, früherer Geschäftsführer der Tageszeitung „Die Presse“, heute Agentur‑ und Medienunternehmer („Daumen hoch“): Gmeinbauer schildert, wie er vom "Campus Tivoli" (Parteiakademie ÖVP) angesprochen wurde, ein Papier zur Medienförderung zu erarbeiten, betont aber, dass er das Papier unentgeltlich und in vollständiger inhaltlicher Unabhängigkeit verfasst hat. Er versteht sein Papier nicht als „Gegenpapier“ zur vom Medienministerium beauftragten Kaltenbrunner‑Studie, sondern als anderen Zugang mit Systemwechsel‑Anspruch: Weg vom historisch gewachsenen Flickwerk aus Presse‑, Digital‑ und Vertriebsförderungen hin zu einem einheitlichen Modell für alle privaten Medien. Herzstück ist der vorgeschlagene Medienleistungsfonds von 350 Millionen Euro, der öffentliche Medienförderung und staatliche Kommunikationsausgaben (Regierungsinserate, Spots etc.) bündeln und als Gegenleistungsfonds organisiert werden soll, bei dem geförderte Medien im Gegenzug definierten Werberaum für staatliche Kommunikation bereitstellen. Die zentrale Idee beruht auf zwei Parametern: „Marktakzeptanz“ (gesamter Umsatz eines Medienunternehmens als Ausdruck seiner wirtschaftlichen Relevanz) und „journalistische Dichte“ (Anteil dieses Umsatzes, der nachweislich in journalistische Arbeit und redaktionelle Infrastruktur fließt). Aus den Branchen‑Grundgrößen – Gesamtumsatz aller privaten Medien und Gesamtzahl der dort beschäftigten Journalist:innen – wird eine Basiskennzahl berechnet, anhand derer jedes Medium über eine Formel automatisch seine Fördersumme ermittelt; zusätzlich gibt es einen Förderdeckel von 10 Prozent der Gesamtsumme, um Überförderung einzelner Platzhirsche wie der „Kronen Zeitung“ zu verhindern und Mittel für Start‑ups und Innovation freizuspielen. Der Fonds ersetzt alle bisherigen Förderschienen, soll über die RTR/KommAustria technisch abgewickelt werden und setzt auf Transparenz, Zahlenlogik und möglichst geringe politische Eingriffsmöglichkeiten, anstatt auf eine Qualitätskommission, wie sie im Kaltenbrunner‑Modell vorgesehen ist. Zugangsvoraussetzungen wären unter anderem eine eigenständige Redaktion mit Redaktionsstatut, klare Trennung von Werbung und Redaktion, journalistischer Kernauftrag, Beschäftigung qualifizierter Journalist:innen (inklusive Kollektivvertrag), Offenlegung von Eigentumsverhältnissen, Umsätzen und Strukturen sowie Einhaltung medienrechtlicher und journalistischer Standards; parteinahe Medien und politische Organe wären ausgeschlossen. Problematische oder unsorgfältige Medien könnten bei groben Verstößen gegen journalistische Sorgfaltspflicht bis hin zum Förderentzug sanktioniert werden, wobei Gmeinbauer eher an eine Rolle der RTR (gegebenenfalls ergänzt um ein Schiedsgericht) als an den Presserat denkt. Im Unterschied zur Kaltenbrunner‑Studie, die Qualitätsmechanismen und unabhängige Kommissionen stärker betont, will Gmeinbauer Qualitätsfragen nicht in ein „Qualitätsministerium“ auslagern, sondern sie indirekt über Marktakzeptanz und Höhe der Investitionen in Journalismus abbilden; er argumentiert, dass Leser:innen, Hörer:innen und Werbekunden letztlich die Qualität entscheiden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die von ihm empfundene Schieflage zwischen ORF‑Finanzierung (über 700 Millionen Euro Haushaltsabgabe) und derzeitiger Unterstützung privater Medien (rund 100–140 Millionen Euro), die er mit einem deutlich höheren, etwa halb so großen Volumen für den privaten Sektor korrigieren will. Für journalistische Start‑ups und Innovationen sollen 30 bis 40 Millionen Euro innerhalb des Fonds reserviert werden, während reine Ein‑Personen‑Projekte ohne redaktionelle Struktur – etwa einzelne Podcasts – keinen Anspruch hätten, um professionelle Strukturen zu stärken. Gmeinbauer versteht seinen Vorschlag als Beitrag zur Absicherung unabhängigen Journalismus als „kritische Infrastruktur“ einer liberalen Demokratie und hofft, dass Politik, Verbände und Branche sein Modell ernsthaft in die weitere Debatte über eine zukunftsfähige Medienförderung einbeziehen. Links zur Folge: Download ÖVP-Papier Link zu unserem aktuellen Werbepartner "DIe Presse":http://diepresse.com/ganzoffengesagtCode: ganzoffengesagtWir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt" auf einem der folgenden Wege unterstützt:Werde Unterstützer:in auf SteadyKaufe ein Premium-Abo auf AppleKaufe Artikel in unserem FanshopSchalte Werbung in unserem PodcastFeedback bitte an [email protected] und Fotos zu den Folgen findest Du auf podcastradio.at

Episode metadata supplied by the publisher feed · Published Apr 30, 2026

Embed this episode

In dieser Episode spricht Host Stefan Kaltenbrunner mit Medienmanager Reinhold Gmeinbauer über dessen Vorschlag „Ein Systemwechsel für die österreichische Medienförderung“. Gmeinbauer erläutert, warum er im Auftrag des "Campus Tivoli" (Parteiakademie der ÖVP) – unentgeltlich und nach eigenen inhaltlichen Spielregeln – ein einheitliches, stark auf Kennzahlen basierendes System für alle privaten Medien vorschlägt. Im Mittelpunkt stehen sein „Medienleistungsfonds“ von 350 Millionen Euro, die Parameter Marktakzeptanz und journalistische Dichte sowie die Frage, wie man unabhängigen Journalismus als demokratische Infrastruktur absichern kann.

Distinct summary based on available episode metadata or transcript content.

NOW PLAYING

#31 2026 Medienförderung NEU - Das ÖVP-Papier - mit Reinhold Gmeinbauer

0:00 55:52

No transcript for this episode yet

We transcribe on demand. Request one and we'll notify you when it's ready — usually under 10 minutes.

No similar episodes found.

Geheimakte ANTENNE BAYERN Der True Crime-Podcast der ANTENNE BAYERN GROUP.Spannende Kriminalfälle, die als aufgeklärt gelten, aber noch immer viele Fragen aufwerfen.Investigative Recherchen zu Themen, die ganz Deutschland bewegen.Unsere Reporter recherchieren unnachgiebig, verfolgen neue Spuren und fangen da an, wo andere bereits aufgegeben haben.Geheimakte - ein Podcast der ANTENNE BAYERN GROUP, ausgezeichnet mit dem deutschen Radiopreis.____________________The True Crime podcast of ANTENNE BAYERN GROUP.Thrilling criminal cases that are considered solved, but still raise many questions.Investigative research on topics that move the whole of Germany.Our reporters relentlessly investigate, pursue new leads and start where others have already given up.Geheimakte - an ANTENNE BAYERN GROUP-Podcast, awarded the German Radio Prize. Erichsen Geld & Gold, der Podcast für die erfolgreiche Geldanlage Lars Erichsen Herzlich willkommen bei Erichsen Geld & Gold, der Podcast für die erfolgreiche Geldanlage. Mein Name ist Lars Erichsen und hier geht es ganz konkret um Aktien, ETFs, Gold und Silber. Darüber hinaus werfe ich einen gelegentlich durchaus kritischen Blick auf neue Bereiche der Geldanlage. Auf Bitcoin, Negativzinsen und insbesondere auch auf Themen, die für Deine Geldanlage gefährlich werden könnten. Nachdem mein Youtube-Kanal "Erichsen Geld & Gold" heute einer der größten Finanzkanäle Deutschlands ist, möchte ich dich jetzt für meinen Podcast begeistern.Mein Tipp: Sichere Dir zusätzlich wöchentlich meine schriftlichen Tipps und Analysen zu Gold, Aktien, ETFs & Co. – natürlich 100% gratis: https://erichsen-report.de.

Frequently Asked Questions

How long is this episode of Ganz offen gesagt?

This episode is 55 minutes long.

When was this Ganz offen gesagt episode published?

This episode was published on April 30, 2026.

Can I download this Ganz offen gesagt episode?

Yes. Use the download control on the episode player to save the publisher-provided media file.
URL copied to clipboard!