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EPISODE · Mar 6, 2023 · 27 MIN

#4 - Schottland: „Es ist eine große Zäsur"

from Wortwechsel - Der Polit-Podcast · host Luxemburger Wort - Politik

Die Nachricht schlug wie eine politische Bombe ein: Am 15. Februar kündigte Nicola Sturgeon, ihren Rücktritt als schottische Regierungschefin an. Damit geht nach achteinhalb Jahren die prägende Gestalt der schottischen Politik von Bord, was einen Bruch in der schottischen Politik bedeutet: „Es ist eine große Zäsur, vor allem auch, weil der Rücktritt so überraschend kam und weil niemand damit gerechnet hatte“, sagt LW-Korrespondent Peter Stäuber in der neuen Folge von Wortwechsel - Der Polit-Podcast. „Sie war schon sehr dominant in ihrer Partei“, beschreibt der gebürtige Schweizer die Machtfülle der Ersten Ministerin. Zuletzt habe es aber Anzeichen von Kontrollverlust gegeben. Nicola Sturgeon sei eine prägende Figur der Unabhängigkeitsbewegung gewesen. Als sie 2014 ins Amt kam, sei sie von einer enthusiastischen Welle getragen worden. „Dieser Schwung ist völlig verloren gegangen, und darum sieht man eben auch nicht wirklich, was für Perspektiven die Unabhängigkeitsbewegung haben wird.“   Nun läuft das Rennen um ihre Nachfolge, doch die drei Kandidatinnen und Kandidaten haben aus Sicht Stäubers ein Problem: „Sie haben nicht das Kaliber von Nicola Sturgeon“, keiner der drei sei bekannt. Immerhin herrsche unter ihnen Einigkeit darüber, wie man in der Unabhängigkeitsfrage agieren müsse: „Jetzt ist erst mal ein bisschen Pause, man muss sich neu ordnen, eine neue Strategie finden.“ Im Gespräch mit LW-Redakteur Michael Merten ging Stäuber auch auf den jüngsten Verhandlungserfolg zwischen der EU und Großbritannien um das Nordirland-Protokoll ein. „Nach sehr intensiven Gesprächen hat es endlich einen Durchbruch gegeben“, so der Korrespondent. „Das Wichtige ist, dass der Handel zwischen Großbritannien und Nordirland vereinfacht wird - und das ist auch eine relativ große Konzession der EU.“ Die Regeln des europäischen Binnenmarkts seien aufgeweicht worden - für London ein Durchbruch, an dem die Vorgänger Sunaks gescheitert seien. „Das ist immer abgeblockt worden“, sagt Stäuber mit Blick auf die Regierungszeiten Theresa Mays und Boris Johnsons. Das habe viel mit dem konzilianten Auftreten des noch jungen Premiers zu tun: „Rishi Sunak kommt als viel seriöserer Mensch daher, er ist viel weniger auf Konfrontation gegangen mit der EU.“ Doch trotz dieses politischen Erfolges ist die politische Lage für die konservative Partei angespannt: „Die Tories sind noch immer in einem Loch.“ Sunak habe zwar das Zeug, die Partei aus diesem Umfragetief zu führen. Dabei drohe ihm jedoch Ärger mit den Anhängern des früheren Premiers Johnson.See omnystudio.com/listener for privacy information.

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