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EPISODE · May 29, 2026 · 1H 14M

98: Jagd im Fokus: Was blüht dem Wolf im Jagdrecht?

from Der Wolfspodcast · host Sabine Sebald

In dieser Folge vom Wolfspodcast trifft Sabine Sebald den Biologen und Artenschützer Dr. Martin Steverding aus Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf die Jagd – und darauf, was die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht künftig bedeuten könnte. Ausgehend von der Situation in Niederwildregionen beschreibt Steverding die Jagd als „Todeszone“: Füchse leben dort unter permanentem Druck, bis zu 80 Prozent einer Population werden jährlich getötet. Übrig bleiben vor allem extrem scheue, nachtaktive Tiere. Für ihn ist das kein funktionierendes Management, sondern ein Kreislauf aus Leid, Störung und ineffektiver Kontrolle. Sabine geht mit ihm der Frage nach, warum sich die Gesellschaft überhaupt mit Jagd auseinandersetzen muss – gerade jetzt, wo Wölfe in Deutschland künftig im Namen des Naturschutzes bejagt werden sollen. Wie wird diese Jagd konkret aussehen? Und was bedeutet das für eine streng geschützte Art, die erst vor wenigen Jahrzehnten zurückgekehrt ist? Martin Steverding bezieht klar Position: Jagd sei keine Lösung. Er stellt gängige Argumente infrage und plädiert stattdessen für strengere tierschutzrechtliche Prüfungen sowie eine Reduktion menschlicher Eingriffe in Ökosysteme. Die Einstufung des Wolfs als jagdbare Art bewertet er als gefährlichen Paradigmenwechsel – mit möglichen Folgen bis hin zu einem drastischen Rückgang der Population. Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Fuchsjagd: Sabine lässt sich die verschiedenen Praktiken detailliert erklären – von Ansitz- und Fallenjagd über Baujagd bis hin zu sogenannten Schliefenanlagen, in denen Füchse als Trainingsobjekte für Hunde dienen. Martin Steverding kritisiert diese Methoden scharf und spricht von chronischem Stress und erheblichen gesundheitlichen Schäden bei den Tieren. Auch Fragen wie die Jagd auf Welpen, groß angelegte Gesellschaftsjagden und die Wirksamkeit intensiver Bejagung werden beleuchtet. Beispiele wie die Waschbärbejagung zeigen, dass hohe Abschusszahlen nicht zwangsläufig zu einer nachhaltigen Bestandsregulation führen und schon gar keine Probleme lösen. Zum Schluss geht es um konkrete Entwicklungen: Welche Jagdformen könnten beim Wolf zum Einsatz kommen? Was ist rechtlich möglich, was wird befürchtet? Und welche zivilgesellschaftlichen Initiativen beobachten und dokumentieren Jagdpraktiken bereits heute? Sabine ist sich sicher: Je mehr die Menschen über diese Hintergründe wissen, desto eher geraten die Jagdverbände unter Rechtfertigungsdruck. Deshalb: teilt diese Episode und abonniert am besten gleich den Wolfspodcast.

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