EPISODE · Dec 23, 2019 · 1 MIN
Allein auf der Hügelkuppe
from Zettel und Zeilen · host Kerim Mallée
Du studierst die Welt, erforscht das Leben, kartografierst Träume und versuchst die geheimen Botschaften an den Unterseiten der Wolken zu entziffern, aber am Ende bleiben nur sehr viele Fragezeichen. Und was dich zittern lässt, sind nicht deine schwach umrissenen Ängste, sondern dass deine Vorstellung vom Glück so vage ist. Mal ein Ort, viel zu oft eine Person und manchmal reicht es, das Richtige zu tun, aber was richtig ist, dessen bist du auch nicht sicher. Nichts Konkretes im Schneesturm und wenn du dann schließlich eine Stimme hörst, die nach Wahrheit klingt, musst du dich langsam umdrehen und dich entscheiden, ob du das WAS oder das WOHER beantwortet wissen willst. Meistens hast du aber nur die innere Unruhe, ob eines undeutlichen Etwas, das zu allem und nichts werden kann. Eine vage Vorstellung davon, was gleich passiert, aber einem Fremden beschreiben könntest du sie doch nicht. Denn dafür ist sogar die allmächtige Sprache nicht mächtig genug. An manchen Tagen ist die Welt so eng, dass es dir die Brust zuschnürt, an anderen Tagen, sind sogar deine Manteltaschen so weit, dass du dir darin eine zweite Hand zum Halten wünschst. Die blanken Landschaften liegen offener da, als es unsere Geheimnisse jemals könnten, selbst wenn wir wollten. Manchmal ist das Leben wie ein Witz, den jemand in den Raum gebrüllt und dort vergessen hat. Aber das heißt auch, dass du triumphierst, wenn du lachen kannst. Dass wir schon siegen, wenn wir den Regen spüren, der in unsere Handrücken sticht und Wenn wir in einer kalten Nacht Wärme spüren, weil man in allen Fenstern Licht sehen kann, während man allein auf einer Hügelkuppe steht. Kerim Mallée Mehr Infos: Website Facebook Instagram Twitter Tumblr
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