EPISODE · Jan 16, 2024 · 7 MIN
„Alles rückt nach rechts, auch die Kirche“
from BARFUSS - Leute und Geschichten · host BARFUSS
Laut Umfragen würden bei Parlamentswahlen in Österreich die Freiheitlichen stärkste Partei werden. Erstmals könnte ein Freiheitlicher Bundeskanzler werden. „Volkskanzler“ Herbert Kickl. Die Freiheitlichen werden wohl ihren Partner ÖVP domestizieren. Rechts wird zur österreichischen Normalität, sagt Gerhard Baumgartner im Podcast (3) von Wolfgang Mayr. Unvorstellbares passiert. Die traditionsreiche Minderheiten- und Autonomiepartei SVP bildet mit den Fratelli d´ Italia, den politischen Erben des neofaschistischen MSI, die Südtiroler Landesregierung. Der MSI und die Nachfolgepartei Alleanza Nazionale lehnten die Autonomie ab. Die Enkel des MSI, die Fratelli, fielen bisher nicht als Autonomiefreunde sonderlich auf. Eine überraschende Entwicklung. Südtirol als Labor für das Rechtsabbiegen in der EU. Erstmals in ihrer Geschichte bildet die von Antifaschisten und Antinazisten 1945 gegründete SVP eine Landesregierung mit den Fratelli d´ Italia. Keine Partei wie irgendeine andere. Die Politikwissenschaftlerin Sofia Ventura von der Universität Bologna charakterisiert die seit einem Jahr Italien regierende Partei als „rechtsextrem, rechtsradikal und rechtsnational“, Francesco Collini zitierte im „Der Spiegel“ Venturi mit der Aussage, dass es zwar keine faschistischen Milizen auf den Straßen geben werde, wie einst 1922. Aber, die Gefahr komme später. Wie in Ungarn, dort läuft das illiberale Experiment des Viktor Orban auf Hochtouren. Dieses Ungarn ist das Labor für ein anderes Europa, für ein Europa der Grenzen, ein Europa der Ausgrenzung, für ein autoritäres Europa. Auch Österreich ist ein weites politisches Versuchsfeld für rechte Experimente.
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