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BARFUSS - Leute und Geschichten

Interessante Menschen, aktuelle Themen und Minderheiten: Das steht im Mittelpunkt dieses Podcasts von Journalist Wolfgang Mayr, produziert vom Onlinemagazin barfuss.it.

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  1. 374

    Radio Mora

    Ein mehrsprachiges Radio in einem mehrsprachigen Haus (3).„Radio Mora“ hat eine lange Tradition, Vorläufer war die viersprachige „Antenne 4“. Die Vier stand für die vier Sprachen im Burgenland. „Antenne 4“ wurde eingestellt, weil die öffentliche Förderung gekappt wurde. Das „mehrsprachige offen Radio wird auch öffentlich gesponsert sowie mit Spenden finanziert. „Radio Mora“ führt also das Erbe von „Antenne 4“ fort, Sendungen in Romanes sind Teil des Angebots, sagt Susanne Horwath. Siehe auch:Radio Mora – Romani OraWeb-Blog zu Roma-Themen

  2. 373

    In der Mitte angekommen

    Die Roma sind Volksgruppenhaus (2) in Oberwart stark vertreten.Mit im Haus sind beiden Vereine Roma Service und die Roma-Volkshochschule sowie Radio Mora. Der Roma-Service betreut Roma-Schülerinnen und Schüler, bietet Sprachkurse an,organisiert Kulturveranstaltungen. Ja, es hat sich in den vergangenen 30 Jahren, nach der Anerkennung der Roma als Minderheit und nach dem tödlichen Anschlag 1995 in Oberwart viel getan, zieht Martin Horvath vom Roma-Service eine doch positive Bilanz. Siehe auch:Roma Dokumentations- und InformationszentrumKulturvereinösterreichischer RomaHangoRomaVolksgruppenbeirat derRomaNationaleRoma Kontaktstelle

  3. 372

    Geplantes Miteinander

    Aldo Mazza empfiehlt eine gezielte Sprachplanung Aldo Mazza baute vor einem halben Jahrhundert die Sprachschule „alfa&beta“ auf. Mazza setzt sich seitdem mit der Zweisprachigkeit auseinander. Seine Empfehlungen über eine gelebte Zweisprachigkeit griffen Grüne und PartitoDemocratico auf und drängen auf eine Reform. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, LandeshauptmannKompatscher ließ bereits wissen, dass es keine Aufweichung beim Nachweis der Zweisprachigkeit geben wird. Schade, findet Aldo Mazza. Seine Überlegungen im Podcast (2) von Wolfgang Mayr. Siehe auch:Sprachpolitik undSprachplanung in KatalonienMinisterium für SprachpolitikPacte nacional per la LlenguaDossierMehrsprachigkeitMehrsprachigkeit gestaltenMehrsprachigkeit lebenIndividuelle Zwei- undMehrsprachigkeit

  4. 371

    Aneinander vorbei

    Aldo Mazza, Gründer der Sprachschule alfa&beta, über die labile Zweisprachigkeit in Südtirol Es gibt viele zweisprachige Personen im Land, sagt AldoMazza. Er engagiert sich seit einem halben Jahrhundert für das Erlernen der beiden Landessprachen. Trotzdem, eine gelebte Zweisprachigkeit ist das nicht, kommt Mazza von der Sprachschule alfa&beta zum Schluss. In einem ausführlichen Interview im Wochenmagazin FF zieht er Bilanz, das Ziel einer gelebten Zweisprachigkeit wurde nicht erreicht. Nach jeder Sprach-Studie und den „Patentino“-Fälschungenim Gesundheitswesen rauscht es im Blätterwald und wird in der Politik polemisiert, konkrete Folgen bleiben aber aus, bedauert Mazza (1) im Podcast von Wolfgang Mayr: Siehe auch:Aldo Mazza und Deutsch im GesundheitswesenWo bleibt die gelebte Zweisprachigkeit?Entwaffnend ehrlichZweisprachigkeit – Mythos oder Realität?«Si convive con duelingue ma quei mondi non si parlano»Alto Adige, la grandemenzogna del bilinguismo

  5. 370

    Das Elsässische macht das Elsass aus

    Stirbt eine Sprache, befindet man sich auf dem Weg in die Diktatur, sagt Benedicte Keck im Podcast von Wolfgang Mayr. Benedicte Keck (2) ist Schauspielern, Autorin und Moderatorin, meist auf elsässisch. Sie ist in drei Sprachen zuhause, imElsässischen, Französischen und Deutschen. Eine Europäerin, die sich deshalb auch bewusst für ihre „Regionalsprache“ engagiert. Keck sagt, dass das Multinationale und das Multikulturelle auch dem Elsässischen zugutekommt, auch aus der Nische zu entkommen. Siehe auch:Regionalsprachen in FrankreichZersplittern die Regionalsprachen die einheitliche Republik?Frankreich, Immersion wird möglich

  6. 369

    Immer ein Plus

    Für die Straßburger Schauspielerin Benedicte Keck (1) ist ihre elsässische Muttersprache ein „Mehrwert“. Benedicte Keck ist wie Arthur Gander eine aktive Elsässischsprechende. Wie Gander auch steht sie auf der Bühne des Straßburger „Theatre de la Choucrouterie“, des „Sauerkraut-Theaters“ von Roger Siffer. Seit den 1980er-Jahren pflegte Siffer mit diesem Theater das Elsässische. Das Theater, eine Sprachnische? Gander und Keck grenzen sich bewusst von den Regionalisten ab, wie beispielsweise von der Rene´ Schickele-Gesellschaft. Ihre Ziele sind aber ähnlich, sie wollen ein zweisprachiges Elsass. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Siehe auch:ElsässischesTheaterTheatreAlsacien StrasbourgOcla-StrasbourgOcla-Sammlung

  7. 368

    Aufmüpfig und dreisprachig

    Seit mehr als 30 Jahren rockt das „Théâtre de la Choucrouterie“,„SürkrütTheat´r“ Strasbourg/Strassburg. Elsässisch, Hochdeutsch und Französisch, die Sprache des„Sauerkraut-Theaters“, das seit den 1980er Jahren in Straßburg Akzente setzt. Gegründete wurde das Theater vom Musiker, Schauspieler und Autoren Roger Siffer, bewusst auf elsässisch singend, wie damals auch der bretonische Folk-Rocker Alan Stivell. Neben Siffer agierten noch Jean Dentinger, Rene´ Egles und viele andere. Diese elsässische Kulturszene gab sich politisch, aufmüpfig und kreativ. Das „Théâtre de laChoucrouterie“ oder „SürkrütTheat´r“ ist zu einem vitalenDenkmal des regionalistischen Aufbruchs geworden. Mitdabei – auch im Podcast von Wolfgang Mayr – ist Arthur Gander. Siehe auch:L’Alsace de Germain & Dinah - Hommage au BarabliElsässische Autoren | Espace ressources SàmmleBesuchen Sie Alsace Rhin Brisach | Spielt auf ElsässischRegionale Kultur und BerühmtheitenElsässisches TheaterRoger SifferGerman Muller und das elsässische Kabarett

  8. 367

    „Ein Platz für die Anderen“

    Im burgenländischen Felsöör/Oberwart öffnet in wenigen Tagen das „Volksgruppenhaus“ (1).Die drei Sprachgruppen des Burgenlandes sind nicht mehr zuübersehen. Zumindest nicht am Stadt-Eingang von Oberwart(ungarisch Felsöör, Erba Romani und Borta burgenlandkraotisch). Dort steht das „Volksgruppenhaus“ fürdie ungarischen, kroatischen und Roma-Vereine. Ein sichtbares Zeichen für gelebte Vielfalt, schwärmt LandeshauptmannDoskozil. Mit diesem Haus würdigt das Burgenland den Beitrag der drei Minderheiten „zur Identität, Geschichte und Gegenwart des Burgenlandes“, ergänzt der Landeshauptmann. Er beeilt sich aber auch zu sagen, dass das „Volksgruppenhaus“ öffentlich, also für alle zugänglich ist. Der Landeshauptmann will offensichtlich eine Neiddebatte vermeiden. Siehe auch:Dieses Haus ist einzigartigFelsööor/Oberwart, einOrt, zwei NamenBurgenländisch-ungarischerKulturverein 

  9. 366

    „Vieles vor“

    Marie-Christine Thiebaut (2) will das Elsässische retten. Vorbild dafür sind Korsika, Französisch-Katalonien und die Bretagne. Wegen der Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg wurden diedeutsche Sprache und Elsässisch vom Staat verboten. Beides war verpönt, bei den staatlichen Behörden, aber auch bei der Bevölkerung. Inzwischen gilt das Elsässische als Regionalsprache und kulturelles Erbe. Das inzwischen gefördertwird. Vom eigens dafür eingerichteten Amt für Sprache und Kultur, genauer vom Office public de la langue regionale d´ Alsace (Opla). Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in der Bretagne, in Korsika und den baskischen und katalanischenDepartements in den französischen Pyrenäen. Ein Podcast von Wolfgang Mayr mit Amtsdirektorin Marie-Christine Thiebaut. Siehe auch:Mehr Baskisch in Frankreich - Baskenland | BASKULTUR.INFO:Office public de la Langue BasqueOffice public de la Langue BretonneLingua corsa | Cullettività di Corsica - Collectivité de CorseEltern-Vereinsschulen 

  10. 365

    „Totaler Einbruch“ – Ein Amt gegen den Sprachverlust

    Marie-Christine Thiebaut (1)n vom Office public de la langue regionale d´ Alsace (Opla) über die Sprachpolitik im Elsass. Elsässische Aktivist:innen befürchten, dass es bereits fünfnach zwölf ist. Für das Elsässische. Denn nur mehr ein Bruchteil der Kinder versteht und redet den elsässischen Dialekt. Ein Grund mehr, kündigt Marie-Christine Thiebaut an, Direktorin des Amtes für die Regionalsprache Opla, jetzt durchzustarten. Seit April ist das Amt im Rahmen der neuen Europäischen Körperschaft Elsass aktiv, löst die 1994 gegründete Vorläufer-Institution Ocla ab. Es gibt viel zu tun, sagt Marie-Christine Thiebaut im Podcast von Wolfgang Mayr. Siehe auch:Europäische Körperschaft ElsassOffice public de la langue regionale d´Alsace OplaAufgaben und Zielsetzungen | www.OLCAlsace.orgDer Dialekt in ZahlenAussichten und Erwartungen für die Zweisprachigkeit im ElsassSozio-linguistische Studie ElsassDas „Molac“-Gesetz zu den RegionalsprachenDas Verfassungsgericht lehnt das „Molac“-Gesetz ab

  11. 364

    Autonomistischer Schrebergarten

    Französisch und die französischen Parteien dominieren das Elsass. Ein Podcast von Wolfgang Mayr über die Polit-Außenseiter.In elf der 15 Wahlkreise siegte bei den Parlamentswahlen2024 die rechtsradikale Le Pen-Partei Rassemblement National. Zwischen 32 und 45 Prozent stimmten für das RN. Nur in den drei Wahlkreisen in Straßburg konnte sich die Linke durchsetzen und in einem weiteren Wahlkreis eine konservativeListe. Das Elsass ist eine der Hochburgen des Rassemblement National. Elsässische Über-Identifikation mit den französischen Nationalisten? Die Autonomist:innen scheinen auf der Polit-Landkarte nicht auf.  Siehe auch:Unser LandElsässisch-LothringischerHeimatbundElsässisch-LothringischerVolksbundRadio Dreyeckland

  12. 363

    Paris über alles

    Der Regionalist Pierre Klein (2) nennt im Podcast von Wolfgang Mayr Frankreich eine autoritäre Republik.Gemeinden, Departements, Regionen, die Untergliederungen des Zentralstaates. Sie sind aber nur Filialen, Befehlsempfänger von Paris, sagt Pierre Klein von der Federation Alsace bilingue. Dagegen wehren sich hartnäckig die Kors:innen, in der Bretagne sowie in den französischen Teilen des Baskenlandes und Kataloniens regt sich dagegen Widerstand. Die elsässischen Regionalisten drängen auf die Bildung einer Region Elsass.

  13. 362

    „Hoffen auf eine neue Generation“

    Wo bleibt der engagierte Nachwuchs für ein zweisprachiges Elsass?Jean-Marie Woehrling (2) von der Schickele-Gesellschaft wünscht sich einen neuen Sprach-Aktivismus Trotz bürgerrechtlichen Engagements ist es denRegionalisten nicht gelungen, Elsass zweisprachig umzubauen. Laut Umfragen wünschen sich die Elsässer:innen ein zweisprachiges Schulsystem. Die Realität ist davon noch weit entfernt. Viele Schulkinder sprechen kaum mehr deutsch, deshalb fordern Elterninitiativen ein flächendeckendes zweisprachiges Bildungssystem. Isthat sich was geändert, sagt Jean-Marie Woehrling von derSchickele-Gesellschaft, aber viel zu wenig. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Siehe auch:Collectivité-européenne-Alsace.pdfOpla - Office public de la langue régionale d'Alsace - AlsaceAktuelles | www.OLCAlsace.orgCréation de l'OPLA : "Nos langues ont besoin d'outils fédérateurs", estime le défenseur de l'Alsacien Victor Vogt - ICIAn der Grenze der Nationen | Zeithistorische ForschungenSichtweise: Region, Regionalismus: Elsass gegen Bretagne / Standpunkt: Region, Regionalismus: Elsass gegen Bretagne – Elsässische Bürgerinitiative

  14. 361

    „Ich gebe auf“. Ein Aktivist für ein zweisprachiges Elsass zieht sich zurück

    Jean-Marie Woehrling (1) von der „Schickele-Gesellschaft“ zieht eine negative Bilanz seines Engagements. Ein Podcast-Serie von Wolfgang Mayr. Im Zuge der damaligen grenzüberschreitenden Anti-AKW-Bewegung in Baden-Württemberg und im Elsass wurde „Heimat“ neu entdeckt. In der Folge, auch als eine Nachwirkung der 1968er-Proteste, entwickelte sich im französischen Elsass eine linksregionalistische Bewegung. Dazu gehörte auch die Rene´Schickele-Gesellschaft. Der Namensgeber war ein antinazistischer elsässischer Schriftsteller, ein bekennender französischer Staatsbürger elsässischer „Nationalität“. Seine Idee, ein zweisprachiges Elsass. Auch das Anliegen von Jean-Marie Woehrling im vergangenen halben Jahrhundert: Siehe auch:Für eine elsässische DoppelkulturDeutsch ist Hinterhof meiner eigenen KulturZweisprachige Elternvereinsschulen ABCMEltern Alsace

  15. 360

    „Nieder mit den Jakobinern“

    Pierre Klein (1) von der Bürgerinitiative „Einheit in Vielfalt“ träumt von Südtirol. Der ehemalige Oberstudienrat Pierre Klein hält am altenZiel des elsässischen Aktivismus fest: Elsass muss zweisprachig werden. In mehr als 30 Büchern beschäftigt sich Klein mit derelsässischen Zukunft, mit der gebrochenen Vitalität desElsässischen. Seit Jahrzehnten ist Klein für diese Vision aktiv, in der Federation Alsace bilingue, dem 20 Einzelverbände angehören und in der ICA, der Initiative Citoyenne Alsacienne. Auch bei elsässischen Aktivist:innen dominiert die französische Sprache, elsässisch und deutsch folgen nachgereiht. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. 

  16. 359

    „Öffnet das Siegesdenkmal“

    Das Bozner Siegesdenkmal polarisiert seit Jahrzehnten. Während die einen seinen Abriss fordern und andere es als politischen Symbolort nutzen, plädiert Nora Viehweider für einen dritten Weg: Das faschistische Relikt soll geöffnet und demokratisch angeeignet werden.Protzig, umzäunt, beleuchtet und videoüberwacht. Nicht nur deshalb ist das Siegesdenkmal nicht zu übersehen. Seine Botschaft, noch immer, … „von hier aus bildeten wir die Übrigen durch Sprache, Gesetze und Künste“. Italienische Rechtsradikale nutzen diesen Standort für ihre Emigrations-Demos, Südtirols Rechte fordern die Schleifung des „faschistischen Tempels“. Es gibt noch einen anderen Weg, einen demokratischen, sagt Nora Viehweider, Absolventin der Liberal Arts and Sciences der Universität Amsterdam.

  17. 358

    Verraten und vergessen?

    Wer spricht noch vom Völkermord an den Jesid:innen?Vor 12 Jahren fielen die IS-Killer über diese Menschen her. Sie sind sich seitdem selbst überlassen. Anfang August vor zwölf Jahren massakrierten undvergewaltigten IS-Terroristen im nordirakischen Sengal tausende Jesid:innen. Die von den Islamisten missbrauchten Mädchen und Frauen wurden auf Märkten als Sex-Sklavinnenverkauft. Daran erinnerten die jesidischen Exil-Gemeinden europaweit, abseits der Öffentlichkeit. Diese nahm davon kaum Notiz. Die deutsche Journalistin Düzen Tekkal gab den vergessenen Opfern des IS in ihrem Film „Hawar“ Gesicht und Stimme, mit ihrer Organisation „Hawar.help“ hilft sie vor Ort im Nord-Irak. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Siehe auch:Vor zwölf Jahren begann der Völkermord an den JesidenDer vergessene VölkermordKurdische Gemeinschaft in ÖsterreichKurd:innen und ihre Lebensrealitäten in ÖsterreichJesiden in der TürkeiGewalt gegen FrauenVerbrechen Jesidinnen

  18. 357

    Erinnern hat nicht nur mit der Vergangenheit zu tun

    Sinti und Roma erinnern an den Porajmos und Kali Trasch. Ein Podcast von Wolfgang Mayr Ende Juli fand auf einem kleinen Teil des jüdischen Friedhofs im burgenländischen Lackenbach (ungarisch Lakompak, kroatisch Lakimpuh) eine Gedenkfeier statt. In Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Angehörigen der Sinti und Roma. 1940 errichteten die Nazis in Lackenbach das „Zigeuner-Anhaltelager“, in dem burgenländische Roma Zwangsarbeit verrichteten mussten. Viele wurden in das KZAuschwitz deportiert und dort ermordet. Aber auch im Lager selbst wurden Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizzeermordet.  Die Gedenkveranstaltung stand unter derSchirmherrschaft des Landes Burgenlandes und des österreichischen Innenministeriums. Siehe auch:Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und RomaDokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und RomaVölkermord an den Roma: So gedenken Mittel- und SüdosteuropaNationaler Roma-Gedenktag in Österreich eingeführtNationalfonds der Republik Österreich für Opfer des NationalsozialismusEuropäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma - HintergrundDemokratiezentrum Wien

  19. 356

    Keine Siegesfeiern

    Der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder begrüßt die Autonomie-Reform, sie ist aber kein Anlass fürTriumphgefühle.Luis Durnwalder beginnt das Gespräch mit einer Frage: Wiebewerten Sie die von Alessandro Urzi´ von den Fratelli d´ Italia angestrebte Neueinteilung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland? Die Antwort lieferte er gleich mit, „ich stehe auf der Seite der Unterlandler“. Genauso skeptisch bis kritisch steht Durnwalder der Autonomie-Reform gegenüber, die seit mehr als einen Monat in Kraft ist. Er begrüßt zwar die Reform, betont Durnwalder, sie ist aber kein Grund für Siegesfeiern, sagt er im Podcast von Wolfgang Mayr. Siehe auch:Nach der Reform ist vor der ReformEine vertane ChanceKeine ZukunftsperspektiveGelungen, aber mit Abstrichen

  20. 355

    „Keine Priorität“

    Es gibt keine europäische Minderheitenpolitik, sagt Paul Videsott vom „Südtiroler Volksgruppen-Institut“ im Podcast von Wolfgang Mayr: Die EU kauft russisches Flüssiggas und finanziert damit auch den russischen Krieg in der Ukraine. Die EU scharwenzelt um das islamistische Regime in Syrien herum, genauso um Serbien und die Türkei. Die EU geht vor der MAGA-USA in die Knie. Intern cancelt die EU die eigenen Öko-Programme, der Europäische Gerichtshof favorisiert den „freien Warenverkehr“ auf Kosten der Gesundheit der Bürger:innen. Der EuGH und die Kommission verwarfen die „Minority Safepack“. Dagegen wehren Abgeordnete aus Minderheitenregionen, für sie arbeite der Wissenschaftler Paul Videsott ein Memorandum aus. Inder EU herrscht Stillstand in der dürftigen Minderheiten-Politik. Siehe auch:Studie Sprachenvielfalt und kulturelle Vielfalt FuenELENEuropean Free AllianceEP-InterfraktionMinderheiten

  21. 354

    Gefährdete Autonomie

    Kurdistan im Irak steckt in einer Sackgasse fest. Eine Analyse von Thomas Schmidinger, Professor an der kurdischen Universität in Erbil.Mehr als 30 Jahre lang war die kurdische Autonomieregion imNord-Irak ein gelungenes Modell. Für die Lösung eines Konflikts, für die Selbstverwaltung und auch für einen stabilen Wohlstand. Die USA erzwangen nach dem zweiten Golfkrieg 1991 die regionale Autonomie, die inzwischen gefährdet ist. Auch und wegen der Unversöhnlichkeit der beiden regierendenParteien und deren Vetternwirtschaft. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Siehe auch:Die Kurden haben den Pfad der Demokratie verlassenAbwarten in ErbilDie Autonomie wankt

  22. 353

    Bankrottes Land?

    Süd-Kurdistan steckt in einer tiefen Krise. Die Autonomie-Region im Irak scheint gefährdet zu sein. Ein Podcast vonWolfgang Mayr.Nach dem zweiten Golfkrieg 1991 entstand im Schatten der US-Luftwaffe die autonome Region Kurdistan im Irak. Die USA und ihre arabischen Verbündeten vertrieben die irakische Armeeaus Kuweit, Saddam Hussein ließ im Gegenzug hunderttausende Kurden vertreiben.Die US-Armee stoppte die ethnische Säuberung, unter dem US-Schutzschirm riefen die kurdischen Parteien ihre autonome Region aus. Mehr als zwei Jahrzehnte später ist diese Autonomie keine Alternative mehr. Was ist passiert, eine Analyse von Thomas Schmidinger. Siehe auch:Irakisch-Kurdistan, ein Vorbild?Institutionelle Angriffe auf Irakisch-KurdistanErdöl aus Irakisch-KurdistanRojava, das Ende der AutonomieIst Rojava am Ende?

  23. 352

    „Vor Gericht sich wehren“

    Die schwedischen Roma und ihr legaler Aktionismus. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Seit Jahren engagiert sich Lars Lindgren für die kulturellen undsprachlichen Rechte der schwedischen Roma. Laut Lindgren reicht die rechtliche Anerkennung einer Minderheit nicht aus, deren Ausgrenzung und Diskriminierung zu verhindern. Für Lindgren schließen Minderheitenrechte auch soziale Rechte ein. Es geht um Anerkennung und Menschenwürde, auch im liberalen Schweden. Siehe auch:Roma-MonitoringRoma Civil RightsRoma in SchwedenLars Lindgren im Volksgruppenhaus im BurgenlandNational Minorities in SwedenMinderheiten und ihre Sprachen in Schweden 

  24. 351

    „Laku noc´ hravati“

    Gute Nacht Kroat:innen, im Burgenland schrumpft die kroatische Minderheit. Ein Podcast von Wolfgang Mayr mitKonstantin Vlasich.Mit ihrem Sketch „Laku noc´ hravati“ machen KonstantinVlasich und Freund:innen auf die missliche Lage ihrer Minderheit aufmerksam. Trotz eines zweisprachigenBildungssystems und eines angeblich zweisprachigenöffentlichen Dienstes in 30 Gemeinden nimmt die Zahl derkroatischsprechenden Burgenländer:innen ab. Der böse Sketch, eine Art Hilferuf. Siehe auch:MinderheitenschulwesenSchule mehrsprachigNervender EthnostressWegkommen vom Ethno-StressEingeklemmt im StillstandErac/Herz wird beim Schnapsen verspielt

  25. 350

    Zurück ins Leben

    Nahtoderfahrungen zählen zu den rätselhaftesten Erlebnissen überhaupt – und doch sprechen nur wenige Menschen darüber. Deborah Hopfgartner und Leo Obergasteiger widmen sich im Rahmen des Schüler:innenpreises CLAUS 2026 einem Thema, das bis heute viele Fragen aufwirft.

  26. 349

    Keine Zukunftsperspektive

    Die derzeitige Autonomiepolitik ist nicht nur eine Gratwanderung, findet Professor Hilpold (2), sie ist nicht zukunftsfit.Der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold kritisiert die Autonomiereform als dürftig. Es fehlt der Tiefgang und die Substanz. Und ihn verwundert nicht, dass der langjährige SVP- Parlamentarier Karl Zeller empfiehlt, autonomiepolitisch vorsichtig zu sein. Konkret, das Verfassungsgericht dürfe nicht provoziert werden. Also leisetreten? Professor Hilpold zweifelt an der Zukunftstauglichkeit der Autonomiereform. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

  27. 348

    „Wir haben gesiegt“

    Robert Treuer trotzte den Nazis und dem US-Bureau of Indian Affairs. Eine Lebensgeschichte zwischen Wien und Minnesota.Der jüdische Sozialdemokrat Robert Treuer flüchtete in den1930er Jahren vor den Nazis aus Wien und fand eine neue Heimat bei den Anishinaabe im US-Bundesstaat Minnesota. Der Wiener Kulturanthropologe Thomas Schmidinger veröffentlichte seine Biografie „und ich lernte kämpfen“. Eine Geschichte wie ein Krimi, aber keine Fiktion. In Wien kämpfte Treuer für soziale Gerechtigkeit und gegen die Nazis, in Minnesota für die Rechte der Anishinaabe. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Siehe auch:Tribal Nations in MinnesotaAmerican Indian MovementTheHeartbeat of Wounded Knee

  28. 347

    Eine vertane Chance

    Die Autonomie-Reform ist beschlossen – doch wie weit reicht sie tatsächlich? Im Podcast spricht der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold über verpasste Chancen,politische Machtspiele und warum er der Reform in zentralen Punkten die Substanz abspricht.Dem Präsidenten der Sechser-Kommission, Alessandro Urzi´ vonFratelli d´ Italia, gelang bei der Autonomie-Reform der größteWurf. So wurde die Ansässigkeitsklausel von vier auf zwei Jahre gekappt, die italienische Vertretung in den Gemeindeausschüssen festgeschrieben. Urzi´ drängt jetzt erfolgreich darauf, den gemischtsprachigen Bozner Senatswahlkreis ethnisch zu „säubern“. Urzi´ schaffte es, viel Substanz in die Reform der Autonomie hineinzupacken, Substanz, die der restlichen Autonomiereform fehlt, sagt Professor Hilpold im Podcast mit Wolfgang Mayr.Siehe auch:Österreich sind nicht die Hände gebundenNicht besonders weitreichend„In einer SackgasseDie Trumpisierung der SVP 

  29. 346

    Hinhören statt wegsehen

    Sexualisierte Gewalt beginnt oft mit einem Wegsehen der Gesellschaft. Im Rahmen des Schüler:innenpreises CLAUS 2026 setzen sich Anna Totmoser und Elsa Kirchler mit dem Thema auseinander und zeigen, warum Schweigen nicht die Betroffenen schützt, sondern die Täter.

  30. 345

    Resist

    Ein Leben zwischen Flucht, Widerstand und den Kulturen zweier Kontinente: Im Podcast spricht Kulturanthropologe Thomas Schmidinger über Robert Treuer, der vom jüdischen Wien zu den indigenen Anishinaabe in Nordamerika fand – und zeitlebens für Gerechtigkeit kämpfte.Anton Treuer erinnerte in einer Diskussion auf „NativeNews Online“ über die dunkeln Schattenseiten des 250. Geburtstages der USA. Die MAGA-USA zelebrierten das Jubiläum der weißen Eroberung, da war kein Platz für indigene Geschichte, keiner für das Verbrechen der Sklaverei, weil woke und unamerikanisch. Anton Treuer widersprach, ganz imSinne seines Vaters Robert Treuer. Ein Widerständiger. ThomasSchmidinger veröffentlichte die Biografie von Robert Treuer, „und ich lernte zu kämpfen“: Für die Sozialdemokratie in Wien und für die Anishinaabe im Bundesstaat Minnesota. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Siehe auch:250 Jahre USA, Reflektionen aus dem Indian CountryUSA 250 Jahre, Happy Birthday?US-Geburtstag, ein Grund zum Feiern?

  31. 344

    Fröhliche Urstände

    Paul Gulda vom Verein „Refigius“über Erinnerungsarbeit und über die Rückkehr des Faschismus.Paul Gulda steht einem Verein vor, der im südlichenösterreichischen Burgenland eine Gedenkstätte betreut. Dort sollte 1945 ein Wall gegen die sowjetische Rote Armee entstehen, gebaut von jüdischen Zwangsarbeiter:innen. Die Erkrankten wurden erschossen, wie in Rechnitz, aufdem Gelände eines Großgrundbesitzers, im Kreuzstadl. „Refigius“ sucht nach den Überresten der mehr als 180 Ermordeten und pflegt das Erinnern gegen das Vergessen. In Zeiten wie diesen. Ein Podcast von Wolfgang Mayr mit Paul Gulda. 

  32. 343

    Weiter erzählen

    Der Wiener Lutz Elija Popper und sein Engagement für die Vergessenen. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Schnell werden Menschen vergessen. Besonders ermordeteMenschen. Wie im ukrainischen Butscha, in Süd-Israel, in Gaza, im Westjordanland, im Iran. Angehörige der Ermordeten im bosnischen Srebrenica suchen drei Jahrzehnte später noch immer nach den Überresten ihrer Lieben. Oder wie im österreichischen Burgenland, genauer in Rechnitz. Dorterschossenen 1945, kurz vor Kriegsende, die Nazis mehr als 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter. Sie wurden irgendwo verscharrt. Der Verein Refugius bemüht sich, nicht nur, die Massengräber ausfindig zu machen. Mit dabei der bald 89-jährige ehemalige Arzt Lutz Elija Popper: Siehe auch:Horst Horvarth und sein roter Schal„Tausendsassa“ der Kulturszene30 Jahre anerkannt, na und? 

  33. 342

    Reel oder real?

    Reels begleiten unseren Alltag – doch wie stark prägen sie unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst? In ihrem Podcast für den Schüler:innenpreis CLAUS 2026 gehen Hellen Großrubatscher und Annika Rainalter der Frage nach, ob wir digitales und reales Leben noch voneinander trennen können – und was passiert, wenn wir unser Leben zunehmend durch einen Filter betrachten.

  34. 341

    „Was Bienen und Bäume dürfen müssen“

    „Stadt Natur Rechte“ oder „Was Bienen und Bäume dürfenmüssen“ – das glatte Gegenstück zum verheerenden „Macht Euch die Erde untertan“. Über eine weltweite Diskussion, ein Podcast von Wolfgang Mayr.Ein Gespenst geht um, die Bewegung für die Rechte der Natur. Mehr als 500 Initiativen weltweit drängen auf eine andere Umwelt, besser Mit-Welt-Politik. Indigene Organisationen drängen darauf, aber auch Rechtswissenschaftler:innen hantieren inzwischen mit diesem Instrumentarium, Staaten,das Europaparlament. Spannend dabei, es geht nicht nur um abgelegene Regionen, sondern um die Metropolen, um die Stadtlandschaften. Thema des Buches „Stadt Natur Rechte – Was Bienen und Bäumen dürfen müssen“ von Katja Schechtner, Alex Putzer und Wojciech Czaja.…Siehe auch:Hat die Loisach Recht?Vom Whanganui zur LoisachDie Maori und ihr bayerisches BündnisFlüsse vor GerichtWenn Flüsse sprechenHat die Natur Rechte?Vom Kipp-Punkt zum Kollaps

  35. 340

    Kolonie Südtirol?

    Entkolonialisiert die Minderheiten, empfiehlt der britische Rechtswissenschaftler Mohammad Shahab. Der Jurist betrachtet Minderheiten aus einer postkolonialen und dekolonialen Perspektive. Minderheiten werden belagert, sagt Professor Shahab von der Universität von Birmingham. Sie müssen deshalb befreit und entkolonialisiert werden, die zweite Botschaft. Denn, die gängige Definition von Minderheiten und der Begriff des Minderheitenschutzes basiert auf kolonialen Grundlagen. Professor Shahab plädiert dafür, die Disziplin Minderheitenforschung gründlich zu „dekolonisieren“.  Professor Mohammad Shahab stellte seine Thesen an der Europäischen Akademie in Bozen vor. “Minoritiesunder siege: postcolonial and decolonial perspectives“, Teil der der internationalen Konferenz „Minoritiesunder siege? Plural Societies Facing Plural Challenges“. Mohammad Shahabuddin, Professor für Internationales Recht und Menschenrechte, stellt klar, der Diskurs über Minderheitenrechte ist eng mit Machtverhältnissen und eingeschränkten Handlungsfähigkeiten verbunden. Eine etwas andere Art der Beschreibung von Kolonialismus. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Siehe auch:Minorities and the Making of Postcolonial States in International LawShahabuddinM2023Decolonising.pdf(PDF) Diskurs über die Dekolonisierung von MinderheitenrechtenMinderheitenrechte und ethnokulturelle Gerechtigkeit'Internationales Recht ist mehr als nur ein Werkzeug zurProblemlösung' |

  36. 339

    Es gibt solche und andere

    Christoph Perathoner über die Lage der rätoromanischen Sprachminderheiten. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Christoph Perathoner, ehemaliger SVP-Funktionär und Anwalt,hat sich gründlich mit den völker-, europa- und verfassungsrechtlichen Grundlage des Minderheitenschutzesauseinandergesetzt. Seine Habilitationsschrift ist ein fundiertesNachschlagewerk, besonders für Aktivist:innen. Einen Teil seiner Schrift widmet Perathoner den rätoromanischen Ureinwohner:innen der Alpen.…Siehe auch:"Purté inant la scunanza dla mendranzes ie n'ublianza morala"Ein profundes NachschlagewerkInformationen über die ladinische RealitätMoviment FriulRätoromanisch – ein Erbe der Räter und Römer 

  37. 338

    Menschenrechte überall verteidigen

    Sie sind nicht teilbar, sagt der Sozialwissenschaftler Christoph Pan (Pan 3) im Podcast von Wolfgang Mayr.Damit kennt sich Pan aus. Der ehemalige Vorsitzende desDachverbandes der europäischen Minderheiten Fuen warb konsequent und beharrlich für die Anerkennung von Minderheitenrechten. Nur zögerlich gaben Institutionenwie die KSZE und der Europarat ihren Widerstand gegen Minderheitenrechte auf. Pan bedauert, dass das demokratische Europa die Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Armee in Gaza und im Westjordanland kaum kritisiert hat. UmMissverständnissen vorzubeugen: Pan unterstreicht das Recht Israels auf Verteidigung, diese dürfe aber zur massiven Verletzung von Menschenrechten führen.  …Siehe auch:Internationale Liga für MenschenrechteHuman Rights WatchDeutsches Institut für MenschenrechteForum für MenschenrechteDie Hamas und die islamistische Maske des FaschismusMena-watch zum 7. Oktober 2023 

  38. 337

    Südtiroler Einflüsterer

    Der Sozialwissenschaftler Christoph Pan und sein Wirken im Europarat. Ein Podcast (Pan 2) von Wolfgang Mayr.In den 1960er-Jahren „sammelte“ Pan mit dem Wirtschafts-und Sozialinstitut Zahlen und Daten über die missliche Lage inSüdtirol. Das Institut arbeitete in der Folge wirtschaftspolitische Empfehlungen für die Landesregierung aus, um die Abwanderung aus dem Land zu stoppen. Das Institut begleitete die Landesregierung bei der Umsetzung der Autonomie ab 1972. Mit dem Ausbau der Selbstverwaltung übernahmen Landesbehörden die Aufgaben des Wirtschafts- und Sozialinstituts, das sich auf die Minderheitenpolitik konzentrierte. Das neu entstandene Südtiroler Volksgruppen-Institut organisierte Informationsbesuche von Minderheiten-Delegationen in Südtirol und stellte seine Forschungstätigkeit Minderheitenorganisationen zur Verfügung.…Siehe auch:Kopenhagener KSZE-Konferenz Charta von Paris für ein neues EuropaKSZE und MinderheitenRahmenkonvention zum Schutz nationaler MinderheitenCharta der Regional- und Minderheitensprachen

  39. 336

    Wenig Substanz

    Der Rechtswissennschaftler Peter Hilpold und seine Kritik an der Reform der Südtirol-Autonomie. Der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold zitiertals Gegenstück die Territorial-Autonomie der Aland-Inseln. Das dortige Parlament sucht im Dialog mit der schwedischsprachigen Bevölkerung dieser zu Finnland gehörenden Inseln nach Autonomie-Perspektiven. Als eines der Ziele gilt die Finanzautonomie. Eine Expertenkommission, Hilpold gehört dazu, begleitet die Politik der Aland-Inseln. Eine völlig andere Herangehensweise an eine Reform derbestehenden Autonomie. Die Südtiroler Volkspartei verhandelte hinter verschlossenen Türen mit Spitzenvertretern der italienischen Regierung über dieReform. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.…Höre auch:Nachder Reform ist vor der ReformGelungen,aber mit AbstrichenBesorgniserregendeSignale„FürMeloni war das Ganze ein großer Wurf“

  40. 335

    „Wäre einklagbar“

    Der Rechtswissenschaftler Peter Hilpold geht davon aus,dass Minderheitenrechte in der EU „justiziabel“ sind. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Hilpold verweist auf den EU-Vertrag, genauer auf den Artikel2 des Vertrages über die Europäische Union. Die Rechte von Personen sind zu wahren, die Minderheiten angehörigen, heißt es auch in diesem Artikel. Diese unmissverständliche Vorgabe zählt Christoph Perathoner in seiner Habilitationsschrift „Grundlagen des völker-, europa- und verfassungsrechtlichenMinderheitenschutzes“ auf. Darin bündelt Perathoner den Stand des Minderheitenschutzes – der auch für andere minoritäre Bevölkerungsgruppen gilt – detailliert auf. Der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold analysiert im folgenden Podcast die europarechtlichen Grundlagen des Minderheitenschutzes.Siehe auch:Articolo 6 costituzione repubblicanaMinoranze linguistiche storicheWarum Minderheitenschutz so stark triggertLGBTI: Bedeutung, Rechte und Herausforderungen weltweit

  41. 334

    „Wenn es allen anderen egal ist, uns ist es das nicht“

    Mit ihrem Film erinnert Ana Grilc an die slowenischenDeportierten in der NS-Zeit.Es ist kein Zufall, dass Ana Grilc ihren Film „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“ in der Fraktion Zahomc-Achomitz vorstellte. Teil der Gemeinde Hohenthurn im Kärntner Gailtail, in dem noch slowenisch gesprochen wird. Aber nur mehr wenige Bewohner:innen das Gailtals sindslowenischsprachig, Grilc stammt aus diesem Gebiet. Ein Kulturverein stemmt sich gegen das Verschwinden. Das kleine Dorf ist im Sport eine Großmacht. Aus Zahomc-Achomitz kommen Olympiasieger, die Skispringer Karl Schnabel oder Europacupsieger Franz Wiegele und noch viele mehr. Zahomc war als Ort der Premiere des Films „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“. Die Erinnerung an die Deportierten.Nachtrag: Der Film „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“ wurde vom Bundeskanzleramt Österreich, vom Nationalfond der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, vom Zukunftsfond der Republik Österreich, vom österreichischen Bildungsministerium und vom Land Kärnten gefördert.Siehe auch:Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reiftAndrej KokotAchomitz-Zahomc: Ein Dorf mit Sprungkraft - Daheim - das Volksgruppenmagazin - ORF ONMinet - Die slowenische Minderheit in Kärnten: zu Gast in Achomitz-ZachomcUNTERWEGS_DURCHS_GAILTAL-ZILJA_Leseprobe.pdfHermagor/Šmohor – Orte des (Nicht-) Erinnerns? – 2. Teil – Heim ins Reich – Deportation der slowenischsprachigen Bevölkerung | Rote Spuren

  42. 333

    Fäden ziehen aus Bozen

    Christoph Pan, ein Diplomat in Minderheitenfragen.Der ehemalige Universitätsprofessor und seine Mitstreitenden zählten zu den Mit-Autor:innen der Minderheiten-Dokumente des Europarates. Sie sind immer noch ein großer Wurf.Der Nachfolger von Christoph Pan an der Spitze des SüdtirolerVolksgruppen-Instituts, Paul Videsott, agiert ähnlich leise effizient auf dem Brüsseler Parket. Im Auftrag des Europaparlaments arbeitete der Romanist-Professorein Memorandum zur Lage der sprachlichen und nationalen Minderheiten aus. Videosott führt die Arbeit von Pan weiter. Pan mischte in den 1990er Jahren über sein Institut in der Europapolitik mit, als Vorsitzender der Föderalistische UnionEuropäischer Nationalitäten Fuen war er an der Ausarbeitung der Minderheiten-Dokumente des Europarates beteiligt. Der Ursprung dieser „Minderheiten-Diplomatie“ reicht zurück in diefrühen 1960er Jahre. Ein Podcast (Pan 1) von Wolfgang Mayr.

  43. 332

    Wenn die Erinnerung reift – Ko Zori Spomin

    Ein Film über die Deportation slowenischer Kärntner:innen in der NS-Zeit und die hinterlassenen tiefen Spuren.Die in Österreich nur zu gern verdrängte Deportation vonmehr als 1.000 Slowen:innen aus Süd-Kärnten wirkt immer noch nach. Ein Rückzug aus der Erinnerung an die damalige Katastrophe ist nie möglich gewesen, schreibt AutorinAna Grilc. 80 Jahre danach versuchen kärntner-slowenischeKünstler:innen mit dieser Erinnerung zurechtzukommen. Die dritte Generation, die Enkel:innen der Opfer, der Partisanen und Überlebenden, wehrt sich mit diesem Film gegen die Auslöschung der eigenen Geschichte. Ein Podcast (1) von Wolfgang Mayr.Siehe auch: Germanisierung und Verfolgung – Kärntner Slowen:innen imNationalsozialismusVerfolgung und Vertreibung der Kärntner Slowen:innen1938-1945Denk Mal DeportationSlowen:innen-Aussiedlung und WiedergutmachungErinnern Villach  Verfolgt, ausgesiedelt, zu Tode gequält 

  44. 331

    Immer die gleichen Geschichten

    Macht und Ungleichheit fördern Gewalt und Missbrauch, ist Franz Kössler überzeugt. Der langjährige ORF-Journalist Franz Kössler würdigte in seiner Rolle als Juror des Claus Gatterer-Preises die Falter-Journalisten Matthias Winterer und Jürgen Klatzer. Mit ihrer Recherche deckten sie in österreichischen Kinderdörfern menschenverachtende Praktiken auf. Sie legten offen, wieMachtstrukturen wirken. Ein überzeugendes Beispiel für den traditionellen Journalismus, der Fakten recherchiert, abwägt, aber auch aufzeigt, was schiefläuft. Für Kössler sind Klatzer und Winterer würdige Nachfolger des ehemaligen ORF-Journalisten Claus Gatterer und seines Aufdecker-Journalismus. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.… Siehe auch:Pavel, was ist los?Viel mehr wäre möglich gewesenKonsequenzen sind gute Nachricht in erster Linie für die KinderÜber den Journalisten Claus GattererKärnten untersagt Aufnahme weiterer Kinder

  45. 330

    Besser als die Staatsanwaltschaft

    Zwei Falter-Journalisten recherchierten über jahrlangen Missbrauch in österreichischen Kinderdörfern. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Unfassbar, aber wahr. In österreichischen Kinderdörfernwurden Kinder geschlagen und vergewaltigt. In den SOS-Kinderfördern herrschte eine Gewaltmuster. DieseKinderdörfer sollten den Schwächsten Schutz bieten, dasGegenteil war aber der Fall. 2021 wurde ein Verdacht auf Missbrauch zur Anzeige gebracht. Nichts ist passiert. Opfersuchten Schutz und fanden Gewalt. Erst die Recherchen der beiden Falter-Journalisten, die Gatterer-Preis-Träger JürgenKlatzer und Matthias Winterer, deckten Gewalt und Missbrauch auf. Seitdem wackeln die Grundmauern der Kinderdörfer.Siehe auch: Die tiefen Abgründe der SOS-KinderdörferNeues vom Endlos-SkandalWar der erste SOS-Kinderdorf-Vater der Welt ein Missbrauchstäter?SOS Kinderdorf – Aktuelles zum ThemaNeue Vorwürfe um Mitwissen der FührungBisher wurden 179 Personen entschädigt  

  46. 329

    „Das Besondere macht das Leben schön“

    Jurorin Teresa Indjein vom Forum Austriaco di Cultura in Rom über die Claus-Teilnehmenden.Die Wienerin Teresa Indjein begleitet den Claus-Wettbewerb als Jury-Sprecherin. Die Direktorin des österreichischen Kulturforums in Rom sagt es bei der Preisverleihung in Sexten immer wieder: Sie ist begeistert von den mitmachenden Schülerinnen und Schülern. Indjein würdigte in ihrer Preis-Rede auch Südtirols Schule, die Lehrpersonen und den Macher des Claus-Preises, Hermann Rogger sowie sein Team Mareike Sölch und Jiri Gasperi, die den Wettbewerb erst ermöglichten. Lorbeeren, verpackt in einem Podcast von Wolfgang Mayr.…Siehe auch:Ö 1 gehört, Teresa IndjeinWho the hell is Claus?Die Diversity-Show der Claus-TandemsAuf den Spuren von Claus Gatterer

  47. 328

    Iö sun na ladina

    Maria Erhard aus La Pli hat mit ihrem klugen Video-Feature über die ladinische Sprache den Claus-Preis gewonnen. Der Clip von Maria Erhard ist ein beherztes Statement für die kleinste Sprachgruppe im Land. Nicht rückwärtsgewandt, ganz im Gegenteil. Maria Erhard geht es nicht um Tradition und Trachten, nicht um das Gestern, sondern um einenladinisch geprägten Alltag. Der Clip ein Appell, mit dem die Landesregierung eine Ladinisch-Kampagne starten könnte. Maria Erhard erhielt damit den Claus-Preis 2026 in Gedenken an den Sexntner ORF-Journalisten Claus Gatterer. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

  48. 327

    Große traurige Fragen

    Die Themen des diesjährigen Claus-Preises gingen tief, vom sexuellen Missbrauch bis zum Nahtod.Zum 8. Mal wurde kürzlich in Sexten der Claus-Schüler:innen-Preis vergeben. Ein journalistischer Preis in Gedenken an Claus Gatterer, gebürtiger Sextner und gefürchteter ORF-Journalist. Die 12 Teilnehmenden kommen aus zwei Oberschulen des Pustertales. Die Schüler*innen haben für den Claus 2026 insgesamt neun Beiträge eingereicht, sechs Video- und drei Audiobeiträge. Barfuss stellt in den nächsten Tagen dieBeiträge online. Preisträgerin Maria Erhard folgt in einem weiteren Podcast.Hier die Gatterer-Erben, sie stellen sich und ihre Themen vor.…Siehe auch:Claus 2020Claus 2022Claus 2023Claus 2024Claus 2025Junge Journalist:innen zeigen auf  

  49. 326

    Besorgniserregende Signale

    Die Verhaftung von hohen Landesbeamten durch die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft besorgt Hans Heiss.Zeigt der Staat mit dieser Aktion dem Land seine Grenzenauf? Das befürchtet der Historiker Hans Heiss. Die Anti-Mafia-Staatsanwalt von Trient wirft den Verhaftetenmafiaähnliche Praktiken vor. Für den Herausgeber der „NeuenSüdtiroler Tageszeitung“, Arnold Tribus, ein schockierender Vorgang. Damit schadet sich die Justiz selbst, sagt Tribus. Und Heiss vermutet hinter den Ermittlungen gar einen Schlag gegen die Autonomie. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Siehe auch:Operation „Carbone delle Alpi“Illegaler Müllhandel in SüdtirolSchlag gegen internationalen Handel mit illegalen AbfällenDer Ruffini-Schock

  50. 325

    Gelungen, aber mit Abstrichen

    Historiker Hans Heiss würdigt die Autonomiereform. Aber hält sie, was sie verspricht? Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Hans Heiss hat so seine Bedenken. Er verweist auf die Verhaftung hoher Landesbeamter – wenige nach der Verabschiedung der Autonomiereform - wegen angeblicher mafiöser Praktiken in der Abfallwirtschaft.Manifestiert damit der Staat, wo die Autonomie ihre Grenzen hat? Heiss schreibt derzeit an einem Buch über Südtirol ab 1972. Damals trat das neue Autonomiestatut in Kraft. Eine wechselhafte Geschichte, findet Hans Heiss:...Siehe auch: Nachder Reform ist vor der ReformRiformapoliticaEtappensiegfür Südtirol

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