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PODCAST · society

BARFUSS - Leute und Geschichten

Interessante Menschen, aktuelle Themen und Minderheiten: Das steht im Mittelpunkt dieses Podcasts von Journalist Wolfgang Mayr, produziert vom Onlinemagazin barfuss.it.

  1. 333

    Es gibt solche und andere

    Christoph Perathoner über die Lage der rätoromanischen Sprachminderheiten. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Christoph Perathoner, ehemaliger SVP-Funktionär und Anwalt,hat sich gründlich mit den völker-, europa- und verfassungsrechtlichen Grundlage des Minderheitenschutzesauseinandergesetzt. Seine Habilitationsschrift ist ein fundiertesNachschlagewerk, besonders für Aktivist:innen. Einen Teil seiner Schrift widmet Perathoner den rätoromanischen Ureinwohner:innen der Alpen.…Siehe auch:"Purté inant la scunanza dla mendranzes ie n'ublianza morala"Ein profundes NachschlagewerkInformationen über die ladinische RealitätMoviment FriulRätoromanisch – ein Erbe der Räter und Römer 

  2. 332

    Menschenrechte überall verteidigen

    Sie sind nicht teilbar, sagt der Sozialwissenschaftler Christoph Pan (Pan 3) im Podcast von Wolfgang Mayr.Damit kennt sich Pan aus. Der ehemalige Vorsitzende desDachverbandes der europäischen Minderheiten Fuen warb konsequent und beharrlich für die Anerkennung von Minderheitenrechten. Nur zögerlich gaben Institutionenwie die KSZE und der Europarat ihren Widerstand gegen Minderheitenrechte auf. Pan bedauert, dass das demokratische Europa die Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Armee in Gaza und im Westjordanland kaum kritisiert hat. UmMissverständnissen vorzubeugen: Pan unterstreicht das Recht Israels auf Verteidigung, diese dürfe aber zur massiven Verletzung von Menschenrechten führen.  …Siehe auch:Internationale Liga für MenschenrechteHuman Rights WatchDeutsches Institut für MenschenrechteForum für MenschenrechteDie Hamas und die islamistische Maske des FaschismusMena-watch zum 7. Oktober 2023 

  3. 331

    Südtiroler Einflüsterer

    Der Sozialwissenschaftler Christoph Pan und sein Wirken im Europarat. Ein Podcast (Pan 2) von Wolfgang Mayr.In den 1960er-Jahren „sammelte“ Pan mit dem Wirtschafts-und Sozialinstitut Zahlen und Daten über die missliche Lage inSüdtirol. Das Institut arbeitete in der Folge wirtschaftspolitische Empfehlungen für die Landesregierung aus, um die Abwanderung aus dem Land zu stoppen. Das Institut begleitete die Landesregierung bei der Umsetzung der Autonomie ab 1972. Mit dem Ausbau der Selbstverwaltung übernahmen Landesbehörden die Aufgaben des Wirtschafts- und Sozialinstituts, das sich auf die Minderheitenpolitik konzentrierte. Das neu entstandene Südtiroler Volksgruppen-Institut organisierte Informationsbesuche von Minderheiten-Delegationen in Südtirol und stellte seine Forschungstätigkeit Minderheitenorganisationen zur Verfügung.…Siehe auch:Kopenhagener KSZE-Konferenz Charta von Paris für ein neues EuropaKSZE und MinderheitenRahmenkonvention zum Schutz nationaler MinderheitenCharta der Regional- und Minderheitensprachen

  4. 330

    Wenig Substanz

    Der Rechtswissennschaftler Peter Hilpold und seine Kritik an der Reform der Südtirol-Autonomie. Der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold zitiertals Gegenstück die Territorial-Autonomie der Aland-Inseln. Das dortige Parlament sucht im Dialog mit der schwedischsprachigen Bevölkerung dieser zu Finnland gehörenden Inseln nach Autonomie-Perspektiven. Als eines der Ziele gilt die Finanzautonomie. Eine Expertenkommission, Hilpold gehört dazu, begleitet die Politik der Aland-Inseln. Eine völlig andere Herangehensweise an eine Reform derbestehenden Autonomie. Die Südtiroler Volkspartei verhandelte hinter verschlossenen Türen mit Spitzenvertretern der italienischen Regierung über dieReform. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.…Höre auch:Nachder Reform ist vor der ReformGelungen,aber mit AbstrichenBesorgniserregendeSignale„FürMeloni war das Ganze ein großer Wurf“

  5. 329

    „Wäre einklagbar“

    Der Rechtswissenschaftler Peter Hilpold geht davon aus,dass Minderheitenrechte in der EU „justiziabel“ sind. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Hilpold verweist auf den EU-Vertrag, genauer auf den Artikel2 des Vertrages über die Europäische Union. Die Rechte von Personen sind zu wahren, die Minderheiten angehörigen, heißt es auch in diesem Artikel. Diese unmissverständliche Vorgabe zählt Christoph Perathoner in seiner Habilitationsschrift „Grundlagen des völker-, europa- und verfassungsrechtlichenMinderheitenschutzes“ auf. Darin bündelt Perathoner den Stand des Minderheitenschutzes – der auch für andere minoritäre Bevölkerungsgruppen gilt – detailliert auf. Der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold analysiert im folgenden Podcast die europarechtlichen Grundlagen des Minderheitenschutzes.Siehe auch:Articolo 6 costituzione repubblicanaMinoranze linguistiche storicheWarum Minderheitenschutz so stark triggertLGBTI: Bedeutung, Rechte und Herausforderungen weltweit

  6. 328

    „Wenn es allen anderen egal ist, uns ist es das nicht“

    Mit ihrem Film erinnert Ana Grilc an die slowenischenDeportierten in der NS-Zeit.Es ist kein Zufall, dass Ana Grilc ihren Film „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“ in der Fraktion Zahomc-Achomitz vorstellte. Teil der Gemeinde Hohenthurn im Kärntner Gailtail, in dem noch slowenisch gesprochen wird. Aber nur mehr wenige Bewohner:innen das Gailtals sindslowenischsprachig, Grilc stammt aus diesem Gebiet. Ein Kulturverein stemmt sich gegen das Verschwinden. Das kleine Dorf ist im Sport eine Großmacht. Aus Zahomc-Achomitz kommen Olympiasieger, die Skispringer Karl Schnabel oder Europacupsieger Franz Wiegele und noch viele mehr. Zahomc war als Ort der Premiere des Films „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“. Die Erinnerung an die Deportierten.Nachtrag: Der Film „Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reift“ wurde vom Bundeskanzleramt Österreich, vom Nationalfond der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, vom Zukunftsfond der Republik Österreich, vom österreichischen Bildungsministerium und vom Land Kärnten gefördert.Siehe auch:Ko zori spomin/Wenn die Erinnerung reiftAndrej KokotAchomitz-Zahomc: Ein Dorf mit Sprungkraft - Daheim - das Volksgruppenmagazin - ORF ONMinet - Die slowenische Minderheit in Kärnten: zu Gast in Achomitz-ZachomcUNTERWEGS_DURCHS_GAILTAL-ZILJA_Leseprobe.pdfHermagor/Šmohor – Orte des (Nicht-) Erinnerns? – 2. Teil – Heim ins Reich – Deportation der slowenischsprachigen Bevölkerung | Rote Spuren

  7. 327

    Fäden ziehen aus Bozen

    Christoph Pan, ein Diplomat in Minderheitenfragen.Der ehemalige Universitätsprofessor und seine Mitstreitenden zählten zu den Mit-Autor:innen der Minderheiten-Dokumente des Europarates. Sie sind immer noch ein großer Wurf.Der Nachfolger von Christoph Pan an der Spitze des SüdtirolerVolksgruppen-Instituts, Paul Videsott, agiert ähnlich leise effizient auf dem Brüsseler Parket. Im Auftrag des Europaparlaments arbeitete der Romanist-Professorein Memorandum zur Lage der sprachlichen und nationalen Minderheiten aus. Videosott führt die Arbeit von Pan weiter. Pan mischte in den 1990er Jahren über sein Institut in der Europapolitik mit, als Vorsitzender der Föderalistische UnionEuropäischer Nationalitäten Fuen war er an der Ausarbeitung der Minderheiten-Dokumente des Europarates beteiligt. Der Ursprung dieser „Minderheiten-Diplomatie“ reicht zurück in diefrühen 1960er Jahre. Ein Podcast (Pan 1) von Wolfgang Mayr.

  8. 326

    Wenn die Erinnerung reift – Ko Zori Spomin

    Ein Film über die Deportation slowenischer Kärntner:innen in der NS-Zeit und die hinterlassenen tiefen Spuren.Die in Österreich nur zu gern verdrängte Deportation vonmehr als 1.000 Slowen:innen aus Süd-Kärnten wirkt immer noch nach. Ein Rückzug aus der Erinnerung an die damalige Katastrophe ist nie möglich gewesen, schreibt AutorinAna Grilc. 80 Jahre danach versuchen kärntner-slowenischeKünstler:innen mit dieser Erinnerung zurechtzukommen. Die dritte Generation, die Enkel:innen der Opfer, der Partisanen und Überlebenden, wehrt sich mit diesem Film gegen die Auslöschung der eigenen Geschichte. Ein Podcast (1) von Wolfgang Mayr.Siehe auch: Germanisierung und Verfolgung – Kärntner Slowen:innen imNationalsozialismusVerfolgung und Vertreibung der Kärntner Slowen:innen1938-1945Denk Mal DeportationSlowen:innen-Aussiedlung und WiedergutmachungErinnern Villach  Verfolgt, ausgesiedelt, zu Tode gequält 

  9. 325

    Immer die gleichen Geschichten

    Macht und Ungleichheit fördern Gewalt und Missbrauch, ist Franz Kössler überzeugt. Der langjährige ORF-Journalist Franz Kössler würdigte in seiner Rolle als Juror des Claus Gatterer-Preises die Falter-Journalisten Matthias Winterer und Jürgen Klatzer. Mit ihrer Recherche deckten sie in österreichischen Kinderdörfern menschenverachtende Praktiken auf. Sie legten offen, wieMachtstrukturen wirken. Ein überzeugendes Beispiel für den traditionellen Journalismus, der Fakten recherchiert, abwägt, aber auch aufzeigt, was schiefläuft. Für Kössler sind Klatzer und Winterer würdige Nachfolger des ehemaligen ORF-Journalisten Claus Gatterer und seines Aufdecker-Journalismus. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.… Siehe auch:Pavel, was ist los?Viel mehr wäre möglich gewesenKonsequenzen sind gute Nachricht in erster Linie für die KinderÜber den Journalisten Claus GattererKärnten untersagt Aufnahme weiterer Kinder

  10. 324

    Besser als die Staatsanwaltschaft

    Zwei Falter-Journalisten recherchierten über jahrlangen Missbrauch in österreichischen Kinderdörfern. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Unfassbar, aber wahr. In österreichischen Kinderdörfernwurden Kinder geschlagen und vergewaltigt. In den SOS-Kinderfördern herrschte eine Gewaltmuster. DieseKinderdörfer sollten den Schwächsten Schutz bieten, dasGegenteil war aber der Fall. 2021 wurde ein Verdacht auf Missbrauch zur Anzeige gebracht. Nichts ist passiert. Opfersuchten Schutz und fanden Gewalt. Erst die Recherchen der beiden Falter-Journalisten, die Gatterer-Preis-Träger JürgenKlatzer und Matthias Winterer, deckten Gewalt und Missbrauch auf. Seitdem wackeln die Grundmauern der Kinderdörfer.Siehe auch: Die tiefen Abgründe der SOS-KinderdörferNeues vom Endlos-SkandalWar der erste SOS-Kinderdorf-Vater der Welt ein Missbrauchstäter?SOS Kinderdorf – Aktuelles zum ThemaNeue Vorwürfe um Mitwissen der FührungBisher wurden 179 Personen entschädigt  

  11. 323

    „Das Besondere macht das Leben schön“

    Jurorin Teresa Indjein vom Forum Austriaco di Cultura in Rom über die Claus-Teilnehmenden.Die Wienerin Teresa Indjein begleitet den Claus-Wettbewerb als Jury-Sprecherin. Die Direktorin des österreichischen Kulturforums in Rom sagt es bei der Preisverleihung in Sexten immer wieder: Sie ist begeistert von den mitmachenden Schülerinnen und Schülern. Indjein würdigte in ihrer Preis-Rede auch Südtirols Schule, die Lehrpersonen und den Macher des Claus-Preises, Hermann Rogger sowie sein Team Mareike Sölch und Jiri Gasperi, die den Wettbewerb erst ermöglichten. Lorbeeren, verpackt in einem Podcast von Wolfgang Mayr.…Siehe auch:Ö 1 gehört, Teresa IndjeinWho the hell is Claus?Die Diversity-Show der Claus-TandemsAuf den Spuren von Claus Gatterer

  12. 322

    Iö sun na ladina

    Maria Erhard aus La Pli hat mit ihrem klugen Video-Feature über die ladinische Sprache den Claus-Preis gewonnen. Der Clip von Maria Erhard ist ein beherztes Statement für die kleinste Sprachgruppe im Land. Nicht rückwärtsgewandt, ganz im Gegenteil. Maria Erhard geht es nicht um Tradition und Trachten, nicht um das Gestern, sondern um einenladinisch geprägten Alltag. Der Clip ein Appell, mit dem die Landesregierung eine Ladinisch-Kampagne starten könnte. Maria Erhard erhielt damit den Claus-Preis 2026 in Gedenken an den Sexntner ORF-Journalisten Claus Gatterer. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

  13. 321

    Große traurige Fragen

    Die Themen des diesjährigen Claus-Preises gingen tief, vom sexuellen Missbrauch bis zum Nahtod.Zum 8. Mal wurde kürzlich in Sexten der Claus-Schüler:innen-Preis vergeben. Ein journalistischer Preis in Gedenken an Claus Gatterer, gebürtiger Sextner und gefürchteter ORF-Journalist. Die 12 Teilnehmenden kommen aus zwei Oberschulen des Pustertales. Die Schüler*innen haben für den Claus 2026 insgesamt neun Beiträge eingereicht, sechs Video- und drei Audiobeiträge. Barfuss stellt in den nächsten Tagen dieBeiträge online. Preisträgerin Maria Erhard folgt in einem weiteren Podcast.Hier die Gatterer-Erben, sie stellen sich und ihre Themen vor.…Siehe auch:Claus 2020Claus 2022Claus 2023Claus 2024Claus 2025Junge Journalist:innen zeigen auf  

  14. 320

    Besorgniserregende Signale

    Die Verhaftung von hohen Landesbeamten durch die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft besorgt Hans Heiss.Zeigt der Staat mit dieser Aktion dem Land seine Grenzenauf? Das befürchtet der Historiker Hans Heiss. Die Anti-Mafia-Staatsanwalt von Trient wirft den Verhaftetenmafiaähnliche Praktiken vor. Für den Herausgeber der „NeuenSüdtiroler Tageszeitung“, Arnold Tribus, ein schockierender Vorgang. Damit schadet sich die Justiz selbst, sagt Tribus. Und Heiss vermutet hinter den Ermittlungen gar einen Schlag gegen die Autonomie. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Siehe auch:Operation „Carbone delle Alpi“Illegaler Müllhandel in SüdtirolSchlag gegen internationalen Handel mit illegalen AbfällenDer Ruffini-Schock

  15. 319

    Gelungen, aber mit Abstrichen

    Historiker Hans Heiss würdigt die Autonomiereform. Aber hält sie, was sie verspricht? Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Hans Heiss hat so seine Bedenken. Er verweist auf die Verhaftung hoher Landesbeamter – wenige nach der Verabschiedung der Autonomiereform - wegen angeblicher mafiöser Praktiken in der Abfallwirtschaft.Manifestiert damit der Staat, wo die Autonomie ihre Grenzen hat? Heiss schreibt derzeit an einem Buch über Südtirol ab 1972. Damals trat das neue Autonomiestatut in Kraft. Eine wechselhafte Geschichte, findet Hans Heiss:...Siehe auch: Nachder Reform ist vor der ReformRiformapoliticaEtappensiegfür Südtirol

  16. 318

    Jung und resilient

    So beschreibt der ukrainische Historiker Yaroslav Hrytsakden Zustand seiner Nation. Ein Podcast von Wolfgang MayrYaroslav Hrytsak ist ein unbequemer Historiker. Er hält nichts von der Romantisierung seines Landes, genauso widerspricht er aber auch der russischen „Erzählung“ über die Ukraine. Die Ukraine ist kein Teil Russlands, weist Hrytsak den imperialistischen Anspruch Russlands auf die Ukraine zurück. In seiner historischen Biografie über „die geschundene Nation“ rechnet er mit ukrainischen Mythen ab und mitdem unverhüllten russischen Anspruch auf sein Land. Diesen Anspruch versucht der russische Präsident Putin mit einem seit vier Jahren dauernden Krieg umzusetzen. Hrytsak war Gast auf dem Journalismusfest in Innsbruck.Siehe auch:Ukraine verstehen Dekoder Salonkolumnisten

  17. 317

    Gibt es das andere Russland?

    Der russische Historiker Ivan Shemanov wirbt im deutschen Exil für Menschenrechte und Demokratie in seiner HeimatIvan Shemanov betreut Ausstellungs- und Bildungsprojekte zur Geschichte politischer Repressionen. Ein besondererSchwerpunkt sind der Stalinismus und die Opfer der Arbeitslager. Der Historiker ist auch in der europäischen Erinnerungskultur „aktiv“. Shemanov stellte auf dem Journalismusfest in Innsbruck seine Ausstellung „Das andere Russland. Memorial“ vor. Dieses andere Russland ist die Menschenrechtsorganisation Memorial, in der Sowjetunion einst gegründet von Dissidenten. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Siehe auch: Erinnern ist WiderstandDeutschlandfunk: Das andere RusslandKlaus Staek: Für das andere Russland

  18. 316

    Hoffen auf den Krieg

    Die iranische Journalistin Mahtab Qolizadeh ist optimistisch, dass die USA das Mullah-Regime zu Fall bringen werden.Für Mahtab Qolizadeh gibt es nur eine realistische Option, den Sturz der shiitischen Diktatur. Die Wirtschaftsjournalistin hofft, dass die USA und Israel die Mullahs samt ihrenRevolutionsgarden wegbomben. Ungewohnte Aussagen, getroffen auf dem Journalismusfest in Innsbruck.Qolizadeh ist überzeugt, der Krieg zerstört die iranische Wirtschaft, die Republik wird daran zerbrechen. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.…Siehe auch: Vom Wirtschaftsprotest zur SystemfrageDas langsame Sterben eines TraumsHeimat ist wie ein grausamer LiebhaberKrieg im Iran: Ist er richtig oder falsch?

  19. 315

    Nach der Reform ist vor der Reform

    Landeshauptmann Arno Kompatscher setzt auf die kontinuierliche Erweiterung der Autonomie. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Die Urteile über die Autonomie-Reform fallen unterschiedlich aus. Doch auch Gegner und Kritiker finden, immerhin. Für den Verfassungsrechtler und Eurac-Forschenden FrancescoPalermo ist die Reform ein Beweis für eine lebendige Autonomie. Sie ist und bleibt dynamisch. Artig bedankte sich deshalb Landeshauptmann Kompatscher bei Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie hat Wort gehalten, lobte Kompatscher Meloni. Aber, diese Reform ist kein Schlusspunkt, ist Kompatscher überzeugt, denn nach der Reform ist vor der nächsten Reform. Nachtrag: Wurde die Reform möglich, weil es „italienische“ Zugeständnisse gab, wie die Verringerung der Ansässigkeitsklausel, die „italienische“ Vertretung in den Gemeindeausschüssen und in der Landessregierung? Nein, weist Kompatscher die Frage zurück, das sind keine Zugeständnisse. Die Logik stimmt doch nicht, dass wenn sich eine Sprachgruppe freut, diese automatisch zum Schaden der anderen sein müsste.Siehe auch:Eigenständiger in die ZukunftNachdenken über die ZukunftLebensferne Autonomie?Lebensferne Autonomie (2)?

  20. 314

    Weg mit dem Proporz?

    Die Europäische Akademie verteidigt dieses Instrument als „friedensstiftend“.Die Eurac setzte sich auf einer Tagung mit derZukunftstauglichkeit des Proporzes auseinander. Einedurchwachsene Veranstaltung, kommentierte der BloggBrennerbasisdemokratie. Die Kritik am Proporz ist so alt, wieseine „Einführung“ 1972 mit der neuen Autonomie. In manchen Bereichen ist er teilweise ausgesetzt, wie auch der Zweisprachigkeitsnachweis. Zwei grundlegende Säulen der Autonomie. Trotzdem ist Eurac-Mitarbeiterin Anna Wolfoptimistisch.Siehe auch:Der ethnische Proporz in Südtirol50 Jahre Proporz und was sich verändert hatProporzsystem bleibt zentraler StabilitätsfaktorGeteilte Meinung zum Proporz im Gesundheitswesen

  21. 313

    Flüsse vor Gericht

    Können Gewässer ihre Rechte einklagen? Der deutsche Völkerrechtler Michael Riegner sagt dazu eindeutig ja. Ein Podcast (2) von Wolfgang Mayr:Die Künstlerin Stefanie Zoche, der Autor Claus Biegert undder Völkerrechtler Michael Riegner boten auf dem Journalismusfest Innsbruck eine Performance an: DieAnhörung der Flüsse Loisach, Isel und Rio Ulla. Siekonnten sich vor einem imaginierten Gericht – dem World Council of Living Waters - vertreten lassen, durch Anwält:innen, wie Unternehmen auch. Nur Imagination? Nein, entgegnet der Völkerrechtler Riegner, Realpolitik für Mensch, Natur undMitwelt:Nachtrag: Die Teilnehmenden der Performance „Anhörung derFlüsse“ auf dem Journalismusfest in Innsbruck gründeten dengrenzüberschreitenden Verein „River Riots“.Siehe auch: "Die Konferenz der Flüsse""Sind Flüsse Lebewesen?" Natur und Justiz: Wenn Tiere, Seen und Wälder klagen können«Flüsse sind nicht Dinge, sondern Gegenüber» Klimawandel: Wenn Flüsse sprechen Gewässerökologie - Wenn gestaute Flüsse wieder frei fließen    

  22. 312

    Wenn Flüsse sprechen

    Eine Performance auf dem Innsbrucker Journalismusfest zu den Rechten der Natur. Ein Podcast (1) von Wolfgang Mayr.Konzerne können sich bei Gerichten vertreten lassen. Warumnicht auch die Natur? Sollten nicht auch die Flüsse ihre Geschichten erzählen dürfen, sich vor Gericht gegen Verbauung, Kanalisierung und Einbetonierung wehren können? Das ist das Anliegen der weltweiten Bewegung für die Rechte der Natur, vorne mit dabei, Jurist:innen, Rechtswissenschaftler:innen, die für die Eigenrechteder Natur „werben“. Vor einem halben Jahrhundert formulierte der US-amerikanische Rechtswissenschaftler ChristopherStone die Idee der Rechtspersönlichkeit der Natur: „ShouldTrees Have Standing?“ Esoterik? Weit gefehlt.…Siehe auch:Lebendige IselDeklarationfür eine lebendige IselDieIsel im PorträtEukalyptusgegen den Rio UllaRioUllaVonNeuseeland nach BayernWarumnicht die Loisach?

  23. 311

    „Sexworking– Hure, Prostituierte, Sexarbeiterin“?

    RubyRebelde findet die Berichterstattung über Sexarbeitende als „ein einziges Desaster“. Ein Podcast mit Ruby Rebelde.Die Autorin, Aktivistin, die Sexarbeiterin Ruby Rebelde warb auf dem Journalismusfest in Innsbruck für eine realitätsnahe und professionelle Berichterstattung über die Sexarbeit. Dieverbreiteten gängigen Klischees und Vorurteile sind schablonenhaft und voller Ressentiments, findet Ruby Rebelde. In ihrem Buch „Warum sie uns hassen“ analysiert Rebelde dieAuswirkungen der Diskriminierung von Sexarbeiter*innen sowie die Sexarbeitsfeindlichkeit auf die Gesellschaft und welchen Anteil der Journalismus daran trägt.Siehe auch:Berufsverband SexarbeitGleichstellungsportal SexarbeitSexworking?Was verdient eine Sexworkerin?Hetara BerlinBorn in der DDR, über die Hetaera Hanna Lakomy Erotikzone, Sexarbeiterinnen erzählen  

  24. 310

    Ein Gesetz gegen Verfassungsrechte

    Der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner empfiehlt die Abschaffung des 50 Jahren alten österreichischen Volksgruppengesetzes. Ein Podcast (2) von Wolfgang Mayr:Im Staatsvertrag von 1955, der Verfassung, sind dieMinderheitenrechte für die Slowenen in der Steiermark und in Kärnten sowie für die Kroaten im Burgenland festgeschrieben. Zwanzig Jahre später verabschiedetdie Bundesregierung das Volksgruppengesetz. Nicht zur Umsetzung der Rechte, sondern zu deren Verwässerung, kritisiert Baumgartner. Lange boykottierten deshalbdie Minderheiten dieses Gesetz und die dafür vorgesehenen Organe, die Volksgruppenbeiräte. Siehe auch:Demokratiewerkstatt - MinderheitenDaheim – das VolksgruppenmagazinWas wir fordern – Minderheitenbewegungen in ÖsterreichMigration und Minderheiten   

  25. 309

    Kein großer Wurf

    Der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner plädiert für die Abschaffung des österreichischen Volksgruppengesetzes. Ein Podcast (1) von Wolfgang Mayr.Im Juni wird das Volksgruppengesetz ein halbes Jahrhundert alt. Der Nationalrat, das Parlament in Wien, feierte bereitsdas Jubiläum. Da gibt es aber nichts zu feiern, findet Baumgartner, dieses Minderheitenschutzgesetz war schon bei seiner Genehmigung hoffnungslos „überholt“. Baumgartner ist auch überzeugt, dass eine Überarbeitung des Gesetzes an der Inhaltslosigkeit wenig ändern wird. Er empfiehlt ein grundsätzlich neues Gesetz.Siehe auch:50 Jahre VolksgruppengesetzMinderheiten in ÖsterreichWas steht im Volksgruppengesetz?Dialogplattformautochthone Minderheiten

  26. 308

    Auf der Suche nach Solidarität

    Fuen-Präsidentin Olivia Schubert und ihre Tour nach Südtirol. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Die Fuen braucht Geld, beispielsweise für ihre Kampagnenfür Minderheitenrechte. Geld, um die politische Teilhabe in der EU zu finanzieren. Die FöderalistischeUnion Europäischer Nationalitäten (Fuen) hofft auf eineinstitutionelle EU-Förderung, um unabhängig die Interessen der Minderheiten vertreten zu können. Fuen-Präsidentin Olivia Schubert, leise aber hartnäckig, suchte letzthin auch Unterstützung im autonomen Südtirol in Italien. Beim Volksgruppen-Institut SVI und bei der Eurac. Siehe auch:Die Fuen im deutschen Bundestag„Minderheitenrechte dürfen nicht vom politischen Klima abhängen“Die Fuen im Europarat 

  27. 307

    Nichts zu feiern

    Vor einem halben Jahrhundert trat das Minderheitengesetz in Kraft. Es ist „überholt“ und äußerst „dünn“. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Das österreichische Parlament feierte bereits das Ereignis. Die Minderheiten, so der Grundtenor, leisten einen wertvollen Beitrag zur Geschichte, Identität und Demokratie. Das Bildungsnetzwerk Erinnern.at erinnerte an den antinazistischen Widerstand der Slowen:innen in Kärnten/Korsoka und an den langen Weg der Anerkennung, der „Rat der KärntnerSlowen:innen“ nutzt das Jubiläum, um auf eine dringendnotwendige Novellierung des Volksgruppengesetzes zu drängen. Und nicht nur der Rat. Siehe auch: Einst verfolgt, aber nicht anerkanntUnbekannte Nachbarn Von den Fahrenden Die Hoffnung stirbt zuletztÖsterreichischer EiertanzWütend und lautUnzufrieden und enttäuschtPersman und keine Folgen 

  28. 306

    Atheistisch, anarchistisch, provokant

    Eine treffende Beschreibung der Filmemacherin Ulrike Ottinger. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Ulrike Ottinger kann auch als radikal kohärent beschrieben werden, die seit mehreren Jahrzehnten unbeirrt ihren filmischen Weg geht. „Gegen die Diktatur der Mittelmäßigkeit“, Zitat Ottinger. Dafür wurde sie vom Bozner Filmfestival BFFB mitdem Ehrenpreis für das Lebenswerk ausgezeichnet. Ottingerskünstlerisches Wirken ist beeindruckend, ihre 28 Filme, ihre Bücher, die Hörspiele, ihre Ausstellungen, eigensinnig allemal. Die 84-jährige Ottinger ist noch immer aktiv, ihr neuer Film – dieBlutgräfin – ist in diesem Jahr erschienen. Ottinger, eineFilmemacherin der alten Schule, die sich vom mainstream nicht stressen lässt.…Siehe auch: Da Parigi alla MongoliaLinvenzione di mondi queer e feministiUlrike Ottinger über ihre „Blutgräfin“Film ist TeamarbeitOttinger-Chronologie 

  29. 305

    Die dazwischen

    Die oberschlesische Region in Polen war multinational, multireligiös und eigenwillig. Reste davon konnten sich bis heute behaupten. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Nur ein Bruchteil der polnischen Bevölkerung zählt zu den nationalen Minderheiten. Überschaubare fünf Prozent. Überschaubar sind auch deren Rechte. Die Überreste der einstigen deutschen Mehrheitsbevölkerung im ehemaligen Ostpreußen, Pommern und Schlesien organisieren sich in densozial-kulturellen Gesellschaften, koalieren mit den liberalen Kräften und arbeiten grenzüberschreitend mit deutschen Behörden zusammen. Beispielsweise mit Bernd Fabritius, dem Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationalen Minderheiten. Siehe auch: VdG in der FuenDeutsche Minderheit in PolenDeutschsprachige Medien in PolenSilesia News„Nasi Niemcy“ (Unsere Deutschen) von Maciej Falkowski  

  30. 304

    Barcelona calling

    Südtirol trifft Katalonien, ein Schwerpunkt des heurigen Bozner Filmfestivals. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Noch bis zum 19. April „läuft“ das Bozner Filmfestival, miteinem dichten Programm. Seit 1987 bietet der Filmclub dieses Festival an, damals von einigen Film-Begeisterten initiiert. Heuer traf die Film-Landschaft Südtirol, mehr als 460 Unternehmen sind in dieser Branche inzwischen divers vertreten, auf die Filmlandschaft Kataloniens. Einer derSchwerpunkte des Festivals. Begeistert davon ist Luigi Loddi, Präsident des Filmclubs.Siehe auch:Die wirtschaftliche Bedeutung der KulturFilm ab in SüdtirolFilmwirtschaft als Wachstumsmotor der KreativindustrieTardes de Soledad

  31. 303

    Unbedeutend klein

    Wie die slawischsprechenden Sorben in Ost-Deutschland sind die Friesen in Nord-Deutschland in ihrem sprachlichen Bestand gefährdet. Deutschland ist nicht minderheitenfreundlich. Ein Podcast von Wolfgang Mayr: Die Studie ist zwar alt, am Inhalt wird sich aber wenig geändert haben. Laut der Euromosaic-Studie der EU-Kommission ausdem Jahr 1996 sind die Minderheitensprachen in Deutschland „auf dem Rückzug“. Die Sprachen der Sorben, Dänen, Friesen und auch das Niederdeutsche schrumpfen. GefährdeteSprachen, kam Euromosaic zum Schluss. Trotz der doch düsteren Perspektive wehren sich in den überschaubaren minderheitlichen Sprachgebieten einigen Aktivist:innen gegen das Plattmachen. … Siehe auch:Was heißt hierMinderheit?Interfriesischer RatSeelter Buund

  32. 302

    Im Schatten der Mehrheit

    Die Diskussion um die Aufnahme von Minderheiten in das deutsche Grundgesetz „verkommt“ zu einer intellektuellen Rechtsdebatte. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Deutschland mimt den Klassenbesten, agiert wie ein Lehrmeister. Minderheiten- und Menschenrechte zählen zum Arsenal deutscher Außenpolitik. So sponsert Deutschland die Dachorganisation Föderation Europäischer Nationalitäten, ratifizierte auch die Minderheiten-Dokumente desEuroparates. Und trotzdem, Anspruch und Wirklichkeit klaffen aber öfters bedenklich auseinander. Der Schutz und die Rechte der Minderheiten sind im Grundgesetz nicht verankert. Zwar forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, die Rechte der Minderheiten in das Grundgesetz aufzunehmen, die Bedenkendarüber scheinen groß zu sein. Siehe auch:Rahmenkonvention zum Schutz nationaler MinderheitenEuropäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen Minderheiten ins GrundgesetzWarum Minderheitenschutz so stark triggert

  33. 301

    Geplatzte Vision?

    Basis Vinschgau-Venosta wollte so viel wie möglich erhalten, die Gemeinde Schlanders will den Totalabriss der Drusus-Kaserne. Ist die Basis gescheitert?Ende März entschied der Gemeinderat von Schlanders, alleKasernen-Gebäude abzureißen. Außer den Standort der Basis. Der Gemeinderat will die Empfehlungen umsetzen, die eine Machbarkeitsstudie vor zehn Jahren formuliert hatte. Wird damit nicht eine „städtebauliche Entwicklung“ kaputt gemacht? Immerhin würdigte das Land vor vier Jahren die Basis-Ideenals innovativ im ländlichen Raum, es gilt anderen gar als Vorzeigeprojekt für Standortaktivierungs- und Gemeinschaftsprojekte. Ist also der kommunale Abriss Beschluss das Ende der Basis-Träume? Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Siehe:Kein Überschreiben, sondern ProzessDer bescheidene „Social Activation Hub“„In einem desolaten Zustand“

  34. 300

    Klein und getrennt

    Die überschaubare ladinische Minderheit und die Gefahr ihres Schrumpfens. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Die Lage der ladinischen Bevölkerung in den Dolomiten bewegt Paul Videsott vom Südtiroler Volksgruppen-Institut. Videsott ist Ladiner, deren Sprachregion dreigeteilt ist: Auf drei Provinzen, auf zwei Regionen, mit unterschiedlichen Minderheiten-Politiken. Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen empfiehlt Videsott zugunsten der ladinischenMinderheit neue Schutzmaßnahmen.  Siehe auch:Die Lia macht DruckLa „rivolta“ dei ladiniDie ladinische Gemeinde in Cortina Cortina zeigt FlaggeArtikel 6 der italienischen VerfassungLegislazione a tutela delle minoranze linguisticheHöchster Schutz und höchste Förderung?Ladiner, Minderheit in der Minderheit   

  35. 299

    Wissenschaft als Polit-Instrument

    Das „Südtiroler Volksgruppen-Institut“ SVI unterstützt mit seiner Expertise die Minderheiten in Europa. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Die Mitarbeitenden des Südtiroler Volksgruppen-Instituts sitzen in keinem ghettohaften Elfenbeinturm. Im Gegenteil. Seit den 1990er Jahren mischt das Institut in der Europapolitik mit, als Berater für die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (Fuev), wie der Minderheiten-Dachverband damals hieß. Als Scharnier zum Europarat entwickelte das SVI die Grundzüge der Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten und der Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates mit. Kürzlich legte das Institut ein Memorandum zur Lage der sprachlichen und nationalen Minderheiten vor. Eine ungewohnt aktivistische Wissenschaft. Siehe auch:EuropeanCenter for Minority IssuesEuracMinority RightsCenterfor autonomy experienceCiemenELEN

  36. 298

    Klein, aber gleichberechtigt

    Die deutschsprachige Minderheit in Belgien ist imFöderalstaat den wallonischen und flandrischen Nachbarn gleichgestellt. Ein Podcast von Wolfgang Mayr. Lange hat es gedauert. Nach der Annexion der Region um Eupen – einst preußisch - nach dem Ersten Weltkrieg an Belgien blieben die Angehörigen der deutschen MinderheitBürger:innen zweiter Klasse. Erst mit der Föderalisierung in den 1970er Jahren änderte sich die Lage grundlegend. Die deutschsprachige Gemeinschaft DG ist heute ein Baustein des föderalen Staates. Die rechte Bundesregierung plant eine weitere Föderalisierung und damit eine Stärkung der Sprach-Gemeinschaften.Siehe auch:  Info Deutschsprachige Gemeinschaft DG DG oder Ost-Belgien Bürgerportal Ost-Belgien Europarat über DG Große Region  Die „letzten Belgier“

  37. 297

    Keine rosigen Aussichten

    Gerhard Baumgartner befürchtet ein Scheitern des Orban-Herausforderers Peter Magyar. Ein Podcast ( 3) vonWolfgang Mayr:Die oppositionellen Versuche, getrennt, gemeinsam, Orbanloszuwerden, sind bisher immer gescheitert. Viktor Orban wurde immer stärker, seiner Gegner schwächer. Gründe dafür gibt es viele, erklärt der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner. Die Orban-Regierung änderte das Wahlgesetz, die Wahlkreise und sicherte sich so die numerische Mehrheit. Seit Peter Magyar aus der Regierungspartei Fidesz ausgeschert ist, mit seiner Partei Tisza Orban herausfordert, scheinen laut Umfragen die Chancen groß zu sein, am 12. April Orban samt Fidsez in die Opposition zu schicken. Es ist auf alle Fälle viel in Bewegung, beschreibt Baumgartner die Lage.Siehe auch:Info zu TiszaWer ist Peter Magyar?Fidesz – Ungarischer BürgerbundOrban gegen EU-Kredite für Ukraine  

  38. 296

    Ungarn – das Disneyland der Rechten

    Der einstige liberale Rebell Viktor Orban als Vorbild der RechtenViktor Orban und seine Fidesz stellten einst das autoritäreUngarn in Frage. Sie forderten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus eine liberale Wende hin zu Rechtsstaat, Demokratie und Freiheit. Heute steht Orbanfür die „illiberale Demokratie“, für den Abbau von Demokratie, Orban exerzierte vor, US-Präsident Trump kopiert seinen ungarischen Freund, für die europäische radikale Rechte ist Orban die Leuchtfigur. Nicht von ungefähr warb US-Außenminister Rubio in Budapest für die Wiederwahl (gewähltwird am 12. April) von Orban, auch Trump-Vize Vance machte sich für den rechten Freund in Budapest stark. Der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner, ein Kenner Ungarns, geht davon aus, dass Orban trotz vielfältiger Skandale in seinem Amtbestätigt wird. Ein Podcast (2) von Wolfgang Mayr.Siehe auch:Warum Orban nicht mehr begeistertWarum Orban (noch nicht) fertig hatWieOrban um seine Macht kämpft Muskelspiele in BudapestUS-Wahlkampfhilfe für Orban

  39. 295

    Ungarn – Schutzmacht der Minderheiten?

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban mischt sich auch deshalb in Österreich ein. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Im Wahlkampf – gewählt wird am 12. April - positioniertesich Orban als Vater aller Ungarn:innen. Als Schutzpatron der ungarischen Minderheiten in der Slowakei, in Rumänien, in Serbien und in Österreich. Groß-Ungarn, davon träumt der Architekt der „illiberalen Demokratie“. Großzügig vergabUngarn deshalb seine Staatsbürgerschaft an Auslands-Ungarn, ein Unterlaufen von Staatsgrenzen. Der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner schaute sich den Orban-Wahlkampf an und was Österreich damit zu tun hat.Siehe auch:Dieungarische Volksgruppe im BurgenlandUngarnin Österreich – still und unsichtbarBurgenländischeUngarnÖsterreichund seine MinderheitenÖsterreichswachsende ungarische Bevölkerung

  40. 294

    Österreichischer Eiertanz

    Mirjam Karoly vom Volksgruppenbeirat der Roma über das Porajmos-Mahnmal in WienSie haben leise dafür demonstriert und gemeinsam drängendie verschiedenen, manchmal verstrittenen Organisationen auf ein zentrales Mahnmal. Der ehemalige Präsident des Nationalrates, Wolfgang Sobotka von der ÖVP und die grüne Abgeordnete Olga Voglauer, Slowenin aus Kärnten-Koroska,warben für das Anliegen. Als Vorbild gilt das jüdischeMahnmal der Holocaust-Opfer auf dem Wiener Judenplatz. Ein halbes Jahrhundert dauerte es, bis dieses Mahnmal „eingeweiht“ wurde. Lovara, Sinti und Roma müssen noch zuwarten, wie lange noch? Ein Podcast von Wolfgang Mayr:…Siehe auch:ÖsterreichischerNationalfondsZentralesMahnmal in WienWartenauf zentrales Denkmal für Roma und Sinti Baldein Denkmal für die Roma und Sinti in Wien?Rom*njaim Wiener Stadtbild Lovara,Sinti, Roma und ihre VereineDerlange Weg zur AnerkennungVomAttentat zur EmanzipationModellÖsterreich?    

  41. 293

    „Wir müssen vorsichtig sein“

    Trotz Koalition mit den Rechtsrechten in der Landesregierung ist und bleibt Harald Stauder skeptisch.Skeptisch gegenüber den italienischen Koalitionsparteien. Stauder ist Vorsitzender der SVP-Fraktion im Landtag und Landessekretär seiner Partei. In seinem Visier besonders die radikalen Rechtsaußen und ihr „Projekt der Re-Migration“, der kollektiven Ausweisung von Migrant:innen und Flüchtlingen. Stauder legt sich aber auch recht engagiert mit Teilen der Linken an, wegen des - als Antizionismus verpackten - Antisemitismus. Ein Podcast von Wolfgang Mayr:…Siehe auch:La remigrazione ha vintoIn die Stadt fest eingeschriebenL´antifa batte la remigrazioneDer Anti-FratelloPopulisten in die Hände gespieltAchammer contra GalateoMair (F) gegen den LH

  42. 292

    Granteln in der Dekadenz

    Hans Heiss und Wolfgang Mayr als Grantler auf derDekadenz-Bühne in Brixen (1)Der „Probelauf“ fand bereits online statt, auf barfuss. Leitmotiv, granteln über Land und Leut, stänkern, unlimited. Zwei „alte, weise Männer“ lassen sich über Politik vor Ort und weltweit aus. Zwei alte Männer, nach der Pensionierung herausgefallen ausihren Rollen, suchen sich eine neue Rolle, auf der Dekadenz-Bühne, entworfen von der Architektin Katharina Volgger. Die Dekadenz übernahm dieses „Programm“. Zwei der Ausgaben von „Grantler Unlimited“ fanden bereits statt, am 21. Oktober und am 27. Jänner.In der ersten Bühnen-Ausgabe fielen Hans Heiss, Historikerund ehemaliger Landtagsabgeordneter und Wolfgang Mayr, Ex-Journalist von Rai-Südtirol, über Trump, Kickl, die AfD und andere Querköpfe her, Überraschungsgast war der BoznerOberschüler Nathan Previdi. Das Granteln in der Dekadenz kann hier auf barfuss nachgehört werden:

  43. 291

    „Es wird zu einem Wechsel kommen“

    Moshen Farsad ist trotz alledem optimistisch. Das iranische Mullah-Regime wird fallen. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Der Nuklearmediziner Moshen Farsad ist Primar am Bozner Krankenhaus, lehrt an der Universita´ Cattolica „Sacro Cuore“ und ist bevorzugter Interviewpartner, wenn im Iran gegen das Regime protestiert wird. Der 57-jährige Moshen Farsad ist Iraner, lebt seit seinem 15. Lebensjahr in Europa und inzwischen seit einigen Jahren in Südtirol. Farsad war auch inverschiedenen zivilgesellschaftlichen Vereinen aktiv. Mit großen Sorgen, aber auch mit Hoffnungen hatte Farsad die jüngsten Proteste mitverfolgt.…Siehe auch: Iran,die unsolidarische LinkeTAZ-SchwerpunktIranDieMullahs und ihr RegimeDieVolksmuschahedinEiniranisches SchicksalWerwar Mossadegh?Demokratiemodellfür den IranWersind die Baha´i?

  44. 290

    Wohin mit dem Land?

    Landtagspräsident Arnold Schuler regt eine Diskussion über die Zukunft Südtirols an. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Schuler ist unzufrieden, wie es derzeit läuft. Sein Bettenstopp, inder letzten Legislatur von Schuler als Gesetz formuliert, wird von seinem Nachfolger Luis Walcher in Frage gestellt. Schuler findet es unerträglich, einmal beschlossene Projekte nachträglich zu kippen. Den Schaden trägt die Politik, die Landesregierung, seine SVP. Schuler bedauert, dass inder SVP nicht breit darüber diskutiert wird, genauso wenig über andere wesentliche Themen, wie Südtirols Zukunft.…Siehe auch: LebensferneAutonomie (1)LebensferneAutonomie (2)BaustelleAutonomiestatut  

  45. 289

    Persman und keine Folgen

    Die illegale Polizeiaktion in Kärnten gegen das Antifa-Camp bleibt ohne Konsequenzen.Der Bericht des österreichischen Innenministeriums könnte eindeutiger nicht sein. Laut Bericht war die Erstürmung des Antifa-Camps des Clubs der slowenischen Studierenden in Süd-Kärnten illegal. Punkt. Erschreckend ist, sagt der Wiener Historiker Gerhard Baumgartner, das trotzdem nichts passiert. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.Siehe auch:WiderständischeSlowen:innenAntislowenischerHaß?Genauesweiß man nichtAufgekündigterGrundkonsens

  46. 288

    „Nicht lockerlassen!“

    Die Minderheitenunion Fuen will „Brüssel“ weiter nerven. Die Fuen strebt trotz verschiedener Rückschritte auf EU-Ebene weitere Minderheiten-Initiativen an. Viele Akteure waren bei der BürgerintiativeMinority Safepack mit dabei. Etablierte und weniger Etablierte,Außenseiter und trotzdem: EU-weit konnten mehr als eine Million Unterschriften für ein Minderheitenpaket gesammelt werden. Die Kommission „archivierte“ die MSPI samt Unterschriften und erklärte sich nicht für zuständig. Minderheitenrechte zählen offensichtlich nicht zu denWerten der EU. Ein Grund mehr für die FöderalistischeUnion Europäischer Nationalitäten, am Thema dranzubleiben. Ein Podcast von Wolfgang Mayr:…Siehe auch: Abschiedder ersten SSW-MinisterinKielerKüsten-Koalition  Werist der SSW?Wassteckt in der MSPI?BürgerinitiativeMSPIFuen-Erklärungzu Geoblocking

  47. 287

    Diversity Show

    Mit Tandems pendeln zwischen Südtirol und dem „anderen“ Österreich. Ein Podcast von Wolfgang MayrBlicke auf Ladiner:innen, Slowen:innen in Kärnten, Kroat:innen und Roma im Burgenland, auf Migrant:innen, aus einer „jugendlichen“ Perspektive. Zu sehen in den Tandems des ORF. Diese Tandems sind die Folge des Claus-Schüler:inennpreises des Schulverbundes Pustertal. Die neuesten Tandem-Videospräsentierten das slowenische ORF Koroska/Kärnten und die slowenische Wochenzeitung Novice im Presseclub Concordia inWien. Eine der Geschichten, der Peršmanhof in Süd-Kärnten,Gedenkstätte des anti-nazistischen slowenischen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg. Im Sommer „führte“ die österreichische Polizei auf dieser Gedenkstätte eine Razzia durch, gegen das Antifa-Camp.……Siehe auch:Im Zweifel auf Seitender SchwachenInterkulturellesMedienprojekt für SchülerinnenAuszeichnungfür hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus GattererDer „Fall“ Persman:Genaues weiß man nicht 

  48. 286

    „Serbski Lausitz“

    Die sorbische Minderheit in Ostdeutschland gibt trotz widriger Umstände nicht auf.  Der Kohlebergbau baggerte den Sorben die Heimat weg, sorgte für die Zuwanderung deutscher Jobsuchender und forciert die Assimilierung. Die sorbische Minderheit wird imdemokratischen Deutschland geduldet, aber nicht sonderlich gefördert. Und, auch in den sorbischsprachigenRegionen der Lausitz punktet die rechtsradikale AfD. Eine neue Form politischer Assimilierung, sagt Wolfgang Mayr im folgenden Podcast: … Siehe auch:Serbski Institut-Sorbisches Institut Sprachpraktiken und Sprachpolitikin sorbisch-deutschen Familien in der Oberlausitz Nachwuchsforscher:innenam sorbischen Institut  Sorbischer Dachverband Domowina Sorbisch-wendische Volksvertretung Serbski Sejm Vonschwarzen SorbinnenSorbenfür die AfD Werspricht noch Sorbisch?

  49. 285

    Eine unbequeme Stimme

    Das Land befindet sich in einer sozialen Schieflage, warnt Professor Oskar Peterlini im Podcast von WolfgangMayr.Wenn er gefragt wird, hält er sich kein Blatt vor dem Mund.Oskar Peterlini mischt sich meinungsstark ein. Kürzlich zu Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die er gefährlichgut findet. Die Koalition seiner SVP mit Melonis Fratelli d´Italia kritisierte Peterlini als einen unverzeihlichen Tabubruch, die Sanierung der gerupften Autonomie als nur in Teilen gelungen. Ein halbes Jahrhundert lang war Peterlini politisch, nach seinem Ausscheiden aus der Politik holte sich Peterlini den Professorentitel an der Universität Rostock. Als Politikwissenschaftler lehrt er an der „Freien Universität Bozen“:…Siehe auch:Autonomieals FriedenslösungWarumich unterschrieben habeOskarPeterlini, der Professor PolitikerSozialeMitte ohne Macht 

  50. 284

    Mehr Schein als Sein?

    Der deutsche Minderheitenrat und sein Lobbying für Gleichberechtigung auf Augenhöhe. Ein offensichtlich schwieriges Unterfangen.Der Minderheitenrat versteht sich als Forum der autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen. Mit seinerAusstellung „Was heißt hier Minderheiten?“ ist der Minderheitenrat derzeit in Südtirol unterwegs. Eine höchstprofessionelle Ausstellung, die Minderheiten sichtbar macht, die auch dazu geeignet ist, für die Verankerung vonMinderheitenrechten in der „Verfassung“ – im Grundgesetz – Stimmung zu machen. Ein Podcast mit Gitte Hougaard-Werner, Vorsitzende des Minderheitenrates:Siehe auch:Zentralrat deutscherSinti und RomaInfos über diedeutschen Sinti und RomaSydslesvigsk ForeningOrganisationen derdänischen MinderheitDänisch sein inDeutschlandFrasche Rädj/Friesenrat Mehr über FriesenZwězkaŁužyskich Serbow - BundLausitzer SorbenMehrüber Sorben 

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