EPISODE · Aug 12, 2025 · 3 MIN
Also sprach Zarathustra - Kapitel 18-20 - Vom Wege des Schaffenden - Von alten und jungen Weiblein - Vom Biss der Natter
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Vom Wege des Schaffenden Untertitel: Die Qualen und die Kraft der EinsamkeitGeschichte: Zarathustra spricht zu dem, der in die Einsamkeit gehen will, um ein Schaffender zu werden. Er warnt ihn vor den Gefahren: Man wird an sich selbst leiden, sich selbst als Feind begegnen und sich in der eigenen Flamme verbrennen müssen, um neu zu werden. Man muss sein eigenes Gutes und Böses schaffen und sich selbst Richter und Rächer sein. Der schlimmste Feind ist man sich selbst.Aussage: Der Weg des Schöpfers ist ein Weg der radikalen Einsamkeit und der härtesten Selbstkonfrontation. Um neue Werte zu schaffen, muss man sich von der "Herde" und ihrem Gewissen lösen und bereit sein, immense innere Qualen auszuhalten. Nur durch diese Zerstörung und Selbstüberwindung kann man sich neu erschaffen.Von alten und jungen Weiblein Untertitel: Zarathustras ambivalente Sicht auf die FrauGeschichte: Zarathustra trifft ein altes Weiblein, das ihn bittet, über die Frau zu sprechen. Er erklärt, der Mann sei für die Frau ein Mittel zum Zweck, und der Zweck sei immer das Kind. Der Mann wolle Gefahr und Spiel, weshalb er die Frau als das "gefährlichste Spielzeug" begehre. Die Hoffnung der Frau solle sein: "möge ich den Übermenschen gebären!". Das Weiblein gibt ihm zum Dank eine "kleine Wahrheit" mit auf den Weg: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!".Aussage: Dieses Kapitel spiegelt Nietzsches kontroverse und oft als frauenfeindlich interpretierte Ansichten wider. Die Frau wird auf ihre Rolle als Mutter und als "Spielzeug" für den Mann reduziert. Ihre Bestimmung ist es, den Übermenschen hervorzubringen. Das berühmte Peitschen-Zitat am Ende unterstreicht eine Haltung der Distanz und Härte im Umgang mit Frauen, die im Kontext des Buches als Teil der Selbstdisziplin des Mannes gedeutet werden kann.Vom Biss der Natter Untertitel: Überwindung der Rache durch GroßzügigkeitGeschichte: Zarathustra wird im Schlaf von einer Natter gebissen, schreit auf und erwacht. Anstatt sich zu rächen, dankt er der Natter, weil sie ihn zur rechten Zeit geweckt hat. Die Moral dieser Geschichte, erklärt er seinen Jüngern, ist die Überwindung des Rachegedankens. Man solle einem Feind nicht Böses mit Gutem vergelten, denn das beschämt, sondern beweisen, dass er einem etwas Gutes angetan hat. Lieber solle man zürnen als beschämen. Eine kleine Rache sei menschlicher als gar keine.Aussage: Das traditionelle moralische Gebot, Böses mit Gutem zu vergelten, wird als psychologisch unaufrichtig und beschämend kritisiert. Zarathustra plädiert für eine noblere Form der Auseinandersetzung mit Feinden, die auf Stärke und Großzügigkeit basiert. Man soll sich über den Impuls der Rache erheben, aber auf eine ehrliche und nicht heuchlerische Weise.
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