EPISODE · Aug 7, 2025 · 2 MIN
Also sprach Zarathustra - Kapitel 3-5 - Von den Lehrstühlen der Tugend - Von den Hinterweltlern - Von den Verächtern des Leibes
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Von den Lehrstühlen der Tugend Untertitel: Kritik an der schlafmachenden MoralGeschichte: Zarathustra hört einem Weisen zu, der lehrt, dass das Ziel der Tugend ein guter Schlaf sei. Dieser Weise predigt Selbstüberwindung, Frieden mit dem Nächsten und Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, alles nur, um nachts gut ruhen zu können. Zarathustra lacht innerlich über diese Lehre.Aussage: Die konventionelle Tugendlehre ist eine "Schlaf-Moral". Sie zielt nicht auf ein waches, schaffendes und risikobereites Leben ab, sondern auf Bequemlichkeit und das Vermeiden von Störungen. Für Zarathustra ist eine solche "Weisheit" nur eine Form von geistiger Trägheit.Von den Hinterweltlern Untertitel: Absage an Jenseitsglauben und MetaphysikGeschichte: Zarathustra gesteht, dass er einst selbst an eine jenseitige Welt glaubte ("Hinterwelt"). Er sah die Welt als das Werk eines leidenden Gottes. Doch er erkannte, dass solche Götter und Jenseitswelten nur von Menschen erdachte Illusionen sind, geboren aus Leid, Müdigkeit und der Verzweiflung am eigenen Körper und an der Erde. Er lehrt nun, dem Körper und der Erde treu zu bleiben und den "Sinn der Erde" zu schaffen.Aussage: Religion und Metaphysik ("Hinterwelten") sind Fluchtversuche vor dem Diesseits. Sie entwerten das Leben, den Körper und die Erde. Die wahre Aufgabe des Menschen ist es, sich von diesen Illusionen zu befreien und einen neuen, erdverbundenen Sinn zu schaffen.Von den Verächtern des Leibes Untertitel: Der Körper als Sitz der wahren VernunftGeschichte: Zarathustra wendet sich an jene, die den Körper verachten. Er erklärt, dass der Mensch vollständig Leib ist und die Seele nur ein Wort für "ein Etwas am Leibe" ist. Der Leib ist eine "grosse Vernunft", während der "Geist" nur ein kleines Werkzeug davon ist. Hinter den Gedanken und Gefühlen steht ein mächtigerer Gebieter, das "Selbst", welches im Leibe wohnt. Die Verachtung des Leibes entsteht, weil das Selbst nicht mehr die Kraft hat, über sich hinaus zu schaffen, und sich deshalb vom Leben abwendet.Aussage: Der Körper ist nicht minderwertig, sondern die eigentliche Quelle unserer Vernunft und unseres Willens. Das "Selbst", die treibende Kraft im Menschen, ist untrennbar mit dem Leib verbunden. Die Ablehnung des Körpers ist ein Zeichen von Dekadenz und Lebensfeindlichkeit.
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