EPISODE · Aug 14, 2025 · 2 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 24-26 - Das Kind mit dem Spiegel - Auf den glückseligen Inseln - Von den Mitleidigen
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Zweiter Theil Das Kind mit dem Spiegel Untertitel: Die Rückkehr aus der Einsamkeit und die Gefahr der EntstellungGeschichte: Nach Jahren in der Einsamkeit wächst in Zarathustra die Ungeduld, wieder zu seinen Freunden zurückzukehren. Er hat einen Traum, in dem ihm ein Kind einen Spiegel vorhält. Darin sieht er nicht sich selbst, sondern die "Fratze und das Hohnlachen eines Teufels". Er deutet dies als Zeichen, dass seine Feinde seine Lehre entstellt haben und seine Liebsten sich nun seiner Gaben schämen. Dies treibt ihn an, seine "verlornen" Freunde zu suchen.Aussage: Eine Lehre ist in Gefahr, wenn sie von Feinden oder falschen Anhängern verzerrt und ins Gegenteil verkehrt wird. Der Urheber einer Lehre muss immer wieder in die Welt zurückkehren, um diese Entstellungen zu korrigieren und den wahren Sinn seiner Botschaft wiederherzustellen.Auf den glückseligen Inseln Untertitel: Der Mensch als Schöpfer von Sinn und ÜbermenschGeschichte: Zarathustra kommt zu den "glückseligen Inseln" und spricht zu seinen Freunden. Er wiederholt, dass Gott eine Mutmaßung ist und es keine Götter gibt. Er ruft die Menschen auf, den Übermenschen zu schaffen. Die Welt soll nicht als gegeben hingenommen, sondern durch den eigenen Willen, das eigene Bild und die eigene Liebe neu geschaffen werden. Schaffen ist die große Erlösung vom Leiden.Aussage: Da Gott tot ist, fällt die Aufgabe der Sinngebung auf den Menschen zurück. Die Welt hat keinen vorgegebenen Sinn; der Mensch muss ihn selbst erschaffen. Der höchste schöpferische Akt ist die Erschaffung des Übermenschen, was der Menschheit ein neues Ziel gibt.Von den Mitleidigen Untertitel: Die Gefahr des Mitleids und die Notwendigkeit der SchamGeschichte: Zarathustra kritisiert die "Barmherzigen", die selig in ihrem Mitleiden sind. Ihnen fehle es an Scham. Mitleid sei oft aufdringlich und verletze den Stolz des Leidenden. Er erzählt, dass der Teufel ihm sagte, Gottes Hölle sei seine Liebe (sein Mitleid) zu den Menschen, und dass Gott an diesem Mitleiden gestorben sei. Große Liebe, so Zarathustra, steht über dem Mitleiden, denn sie will das Geliebte noch schaffen und stark machen.Aussage: Mitleid ist eine gefährliche Emotion. Es entspringt oft nicht wahrer Stärke, sondern schwächt sowohl den Gebenden als auch den Empfangenden. Es ist eine Form der Herablassung und kann den Willen zur Selbstüberwindung lähmen. Eine schaffende, "harte" Liebe, die den anderen zur Stärke erzieht, ist dem weichen Mitleid überlegen.
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