EPISODE · Aug 15, 2025 · 2 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 27-29 - Von den Priestern - Von den Tugendhaften - Vom Gesindel
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Von den Priestern Untertitel: Die Priester als Gefangene falscher WerteGeschichte: Zarathustra begegnet Priestern und empfindet Mitleid für sie. Er sieht sie als Gefangene, die von ihrem "Erlöser" in die Bande falscher Werte und Wahnworte geschlagen wurden. Ihre Lehren, so sagt er, sind aus Lücken in ihrem Geist entstanden, die sie mit dem Wort "Gott" füllten. Ihr Glaube ist lebensfeindlich; sie konnten Gott nicht anders lieben, "als indem sie den Menschen an's Kreuz schlugen".Aussage: Das Priestertum repräsentiert eine institutionalisierte Lebensfeindlichkeit. Priester sind Verwalter einer Moral, die auf Ressentiment, körperfeindlichen Werten und einem lückenhaften Weltbild basiert. Sie halten die Menschen in geistiger Gefangenschaft.Von den Tugendhaften Untertitel: Die wahre Tugend als Ausdruck des SelbstGeschichte: Zarathustra kritisiert das gängige Verständnis von Tugend. Viele Tugendhafte wollen für ihre Tugend "bezahlt sein" mit Lohn oder einem Platz im Himmel. Er deckt die verborgenen, oft unedlen Motive hinter der scheinbaren Tugend auf: bei manchen ist sie nur ein Krampf unter einer Peitsche, bei anderen das Faulwerden ihrer Laster. Wahre Tugend hingegen, so lehrt er, ist das eigene, liebste Selbst und will keinen Lohn. "Dass eure Tugend euer Selbst sei und nicht ein Fremdes, eine Haut, eine Bemäntelung: das ist die Wahrheit aus dem Grunde eurer Seele".Aussage: Konventionelle Tugend ist oft heuchlerisch und basiert auf dem Wunsch nach Belohnung oder der Angst vor Strafe. Authentische Tugend ist kein äußeres Regelwerk, sondern der Ausdruck des innersten Wesens, des eigenen Willens und der eigenen Kraft, ohne Hintergedanken an Lohn.Vom Gesindel Untertitel: Ekel vor der Mittelmäßigkeit der MasseGeschichte: Zarathustra beschreibt seinen tiefen Ekel vor dem "Gesindel". Das Gesindel vergiftet alles, was es berührt: die Brunnen, die Worte, die Freuden. Es ist die Masse der Unreinen, der Neidischen und der geistig Armen. Dieser Ekel trieb ihn in die Höhe, wo er einen "Born der Lust" wiederfand, an dem kein Gesindel mittrinkt.Aussage: Die Masse ("Gesindel") wirkt nivellierend und vergiftend auf alles Edle und Hohe. Der Ekel vor dieser Mittelmäßigkeit ist eine treibende Kraft für den höheren Menschen, die ihn zur Flucht in die Einsamkeit und geistige Höhe motiviert, wo er Reinheit und wahre Freude finden kann.
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