EPISODE · Aug 16, 2025 · 2 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 30-32 - Von den Taranteln - Von den berühmten Weisen - Das Nachtlied
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Von den Taranteln Untertitel: Die Gleichheits-Prediger als rachsüchtige GiftspinnerGeschichte: Zarathustra benutzt das Bild der Tarantel, um die "Prediger der Gleichheit" zu beschreiben. In ihrer Seele sitzt die Rache. Ihr "Wille zur Gleichheit" ist in Wahrheit der "Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht", der alles, was Macht hat, herabziehen will. Ihre Gerechtigkeit will, dass die Welt "voll werde von den Unwettern unsrer Rache". Dagegen setzt Zarathustra seine Lehre: "die Menschen sind nicht gleich. Und sie sollen es auch nicht werden!".Aussage: Die Forderung nach radikaler Gleichheit entspringt nicht der Gerechtigkeit, sondern dem Ressentiment und der Rachsucht der Schwachen gegen die Starken. Das Leben selbst basiert auf Ungleichheit, Wettbewerb und dem Streben nach Höhe. Wahre Gerechtigkeit anerkennt diese Unterschiede.Von den berühmten Weisen Untertitel: Die Diener des Volkes statt der WahrheitGeschichte: Zarathustra kritisiert die "berühmten Weisen". Sie haben dem Volk und seinem Aberglauben gedient, nicht der Wahrheit. Sie sind wie Esel, die den Karren des Volkes ziehen. Ein wahrhaftiger Geist hingegen ist jener, der in die "götterlose Wüste" geht und sein verehrendes Herz zerbrochen hat. Diese Weisen, so Zarathustra, verstehen nicht, was Geist wirklich ist: das Leben, das sich an der eigenen Qual mehrt und in sich selbst schneidet.Aussage: Intellektuelle und Gelehrte, die vom Volk verehrt werden, sind oft keine wahren Sucher der Wahrheit. Sie bestätigen nur die bestehenden Vorurteile der Masse. Ein echter freier Geist muss bereit sein, sich vom Volk zu entfremden und die Einsamkeit der "Wüste" auf sich zu nehmen.Das Nachtlied Untertitel: Die Einsamkeit des SchenkendenGeschichte: In einem lyrischen Monolog beklagt Zarathustra sein Schicksal. Er ist Licht und kann die Dunkelheit nicht genießen. Seine Natur ist es, zu schenken, aber er kennt nicht das Glück des Nehmenden. Seine Fülle erzeugt in ihm den Wunsch, denen wehzutun, denen er leuchtet, und seine Beschenkten zu berauben – eine "Bosheit", die aus seiner Einsamkeit quillt. Er leidet an seiner Unfähigkeit, nicht zu geben, und an der Kluft zwischen Geber und Nehmer.Aussage: Das Lied drückt die tragische Isolation des schöpferischen Genies aus. Sein innerer Reichtum zwingt ihn, ständig zu geben, aber diese Einbahnstraße des Schenkens führt zu einer tiefen Einsamkeit und dem Gefühl, von anderen nie wirklich verstanden oder erreicht zu werden.
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