EPISODE · Aug 19, 2025 · 2 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 2 - Kapitel 39-41 - Von den Gelehrten - Von den Dichtern - Von grossen Ereignissen
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Von den Gelehrten Untertitel: Der Unterschied zwischen Wissen und WeisheitGeschichte: Zarathustra verlässt das "Haus der Gelehrten". Er beschreibt die Gelehrten als kühle Zuschauer, die nur die Gedanken anderer "angaffen". Sie sind geschickt in kleinen Dingen ("Strümpfe des Geistes wirken"), aber ihnen fehlt die Leidenschaft und Tiefe. Sie sitzen kühl im Schatten, während Zarathustra "zu heiss und verbrannt von eigenen Gedanken" ist.Aussage: Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen der sterilen, unpersönlichen Gelehrsamkeit und der lebendigen, existentiellen Weisheit. Gelehrte sind passive Sammler von Wissen, während der wahre Denker seine Erkenntnisse aus eigenem Erleben und Leiden schmiedet.Von den Dichtern Untertitel: Die Lüge und Oberflächlichkeit der DichterGeschichte: Auf die Frage eines Jüngers, warum er sage, die Dichter lügen zuviel, antwortet Zarathustra, dass auch er ein Dichter sei. Er gesteht, dass Dichter lügen müssen, weil sie zu wenig wissen und schlechte Lerner sind. Ihre Gefühle sind seicht, sie trüben ihr Gewässer, damit es tief scheine. Alle Götter sind nur "Dichter-Gleichniss, Dichter-Erschleichniss". Er selbst sei der Dichter müde geworden.Aussage: Dichter sind oberflächlich und unaufrichtig. Sie erschaffen schöne Illusionen und Götterwelten, aber ihr Wissen ist nicht tief genug. Ihre Kunst entspringt eher der Langeweile und einer seichten Wollust als einem tiefen Verständnis des Seins. Zarathustra, obwohl er selbst dichterisch spricht, will diese Art von Dichtung überwinden.Von grossen Ereignissen Untertitel: Die stillen Schöpfungen versus den lauten Lärm der PolitikGeschichte: Schiffsleute sehen Zarathustra scheinbar zur "Hölle" fahren, was sich als Gerücht verbreitet. Zarathustra erklärt dies durch ein Gespräch mit dem "Feuerhund", einem Vulkan, der das Symbol für revolutionäre Umstürze ist. Zarathustra entlarvt dessen lautes Gebrüll und den Rauch als oberflächlich und lügnerisch. Die größten Ereignisse sind nicht die lautesten, sondern die stillsten Stunden. Die Welt dreht sich nicht um die Erfinder von neuem Lärm, sondern "um die Erfinder von neuen Werthen; unhörbar dreht sie sich".Aussage: Politische Revolutionen und andere "große Ereignisse" sind meist nur lauter Lärm ohne tiefgreifende Wirkung. Die wahren welthistorischen Ereignisse sind die stillen Schöpfungen neuer Werte durch einzelne Denker, deren Wirkung sich erst langfristig und unhörbar entfaltet.
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