EPISODE · Aug 21, 2025 · 3 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 46-48 - Der Wanderer - Vom Gesicht und Räthsel - Von der Seligkeit wider Willen
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Dritter Theil Der Wanderer Untertitel: Der Weg zur letzten Einsamkeit und zum höchsten GipfelGeschichte: Auf seinem Weg über die Insel reflektiert Zarathustra über sein Leben als Wanderer und Bergsteiger. Er erkennt, dass er nun vor seinem letzten, härtesten Gipfel steht: der Überwindung seiner selbst. Um dies zu erreichen, muss er tiefer hinabsteigen als je zuvor, hinab in den Schmerz und in seine "schwärzeste Fluth".Aussage: Der Weg zur höchsten Erkenntnis ("Gipfel") führt durch die tiefste Selbsterforschung und Konfrontation mit dem eigenen Schmerz ("Abgrund"). Gipfel und Abgrund sind untrennbar miteinander verbunden. Die letzte Stufe der Selbstüberwindung erfordert, auch die eigenen Sterne unter sich zu sehen, also auch die höchsten eigenen Ideale zu überwinden.Vom Gesicht und Räthsel Untertitel: Die Vision der Ewigen Wiederkunft und ihre ÜberwindungGeschichte: Zarathustra erzählt von einer Vision. Er stieg einen Bergpfad hinauf, auf seiner Schulter saß der "Geist der Schwere" in Gestalt eines Zwerges, der ihn verhöhnte. Sie gelangen zu einem Torweg namens "Augenblick", wo zwei ewige Wege zusammenlaufen. Der Zwerg sagt: "Alle Wahrheit ist krumm, die Zeit selber ist ein Kreis". Zarathustra formuliert daraufhin die Lehre von der Ewigen Wiederkunft des Gleichen: Alles, was geschieht, ist schon unendlich oft geschehen und wird unendlich oft wiederkehren. Plötzlich hört er einen Hund heulen und sieht einen jungen Hirten, dem eine schwarze Schlange im Mund festsitzt und ihn würgt. Zarathustra schreit ihm zu: "Beiss zu! Den Kopf ab!". Der Hirt beißt zu, speit den Kopf der Schlange aus und springt empor, verwandelt und lachend mit einem Lachen, "das keines Menschen Lachen war".Aussage: Dies ist eines der zentralen Kapitel. Die Ewige Wiederkunft ist der "abgründlichste Gedanke", der "Geist der Schwere", der alles lähmen kann (die Schlange im Hals). Die Erlösung von dieser lähmenden Last geschieht nicht durch Nachdenken, sondern durch eine heroische Tat: das "Zubeißen". Dies symbolisiert die radikale Bejahung des Schicksals (amor fati), die den Menschen verwandelt und ihn zum Lachen des Übermenschen befähigt.Von der Seligkeit wider Willen Untertitel: Die Flucht vor dem Glück und die Vollendung der eigenen KinderGeschichte: Nachdem er seinen Schmerz überwunden hat, fühlt Zarathustra das Glück auf sich zukommen. Er spricht vom "Nachmittag seines Lebens" und von seinen "Kindern" (seinen Gedanken und Jüngern), die er nun vollenden muss. Um sich und sie zu prüfen, weicht er seinem Glück aus und bietet sich allem Unglück an. Er beschreibt sein Glück als ein Weib, das ihm nachläuft, weil er nicht den Weibern nachläuft.Aussage: Der Schaffende muss sich selbst vollenden, um sein Werk (seine "Kinder") zu vollenden. Dies erfordert, sich nicht im zufälligen Glück auszuruhen, sondern sich bewusst den härtesten Prüfungen auszusetzen. Wahres Glück ist nicht etwas, das man jagt, sondern etwas, das einem folgt, wenn man seinen eigenen, harten Weg geht.
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