EPISODE · Aug 24, 2025 · 3 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 55-57 - Von den drei Bösen - Vom Geist der Schwere - Von alten und neuen Tafeln
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Von den drei Bösen Untertitel: Die Neubewertung von Wollust, Herrschsucht und SelbstsuchtGeschichte: Zarathustra beschließt, die drei Dinge, die bisher am besten verflucht wurden, "menschlich gut" abzuwägen: Wollust, Herrschsucht und Selbstsucht. Wollust: Sie ist nur für die Welken ein Gift, für die freien Herzen aber unschuldig und das "Garten-Glück der Erde". Herrschsucht: Sie ist nur als "Sucht" schlecht. Wenn aber das Hohe hinab nach Macht gelüstet, um zu schenken, ist sie eine Tugend ("Schenkende Tugend"). Selbstsucht: Die kranke Selbstsucht will stehlen. Die "heile, gesunde Selbstsucht" aber quillt aus einer mächtigen Seele und einem hohen Leib und ist die Voraussetzung wahrer Tugend.Aussage: Dies ist ein zentrales Kapitel der "Umwertung aller Werte". Die traditionell als "böse" verurteilten Triebe – Wollust, Herrschsucht, Selbstsucht – sind in ihrer Wurzel natürliche und kraftvolle Impulse. Anstatt sie zu verdammen, müssen sie veredelt und in den Dienst eines höheren, schöpferischen Lebens gestellt werden.Vom Geist der Schwere Untertitel: Die Überwindung der Schwere durch Selbstliebe und TanzGeschichte: Zarathustra erklärt erneut den "Geist der Schwere" zu seinem Erzfeind. Dieser Geist ist es, der Erde und Leben als schwer erscheinen lässt. Er manifestiert sich in den fremden, schweren Worten und Werten ("gut" und "böse"), die uns von Kindheit an aufgeladen werden. Um leicht zu werden und wie ein Vogel zu fliegen, muss man sich selbst lieben lernen – mit einer heilen und gesunden Liebe. Er lehrt: "Wer einst fliegen lernen will, der muss erst stehn und gehn und laufen und klettern und tanzen lernen". Am Ende proklamiert er, dass es "den Weg" nicht gibt, sondern nur "meinen Weg" und "euren Weg".Aussage: Die größte Last, die den Menschen niederdrückt, sind die von der Gesellschaft auferlegten Moralvorstellungen. Die Befreiung von diesem "Geist der Schwere" gelingt durch eine gesunde Selbstliebe, die es einem ermöglicht, die fremden Lasten abzuwerfen. Der höchste Ausdruck dieser Freiheit ist der Tanz. Es gibt keinen universellen Weg zur Wahrheit, jeder muss seinen eigenen finden.Von alten und neuen Tafeln Untertitel: Die Zerstörung alter Werte und die Proklamation neuer GeboteGeschichte: Dieses lange Kapitel ist eine Sammlung von Aphorismen und Proklamationen, die alte Wert-Tafeln zerbrechen und neue aufstellen. Zarathustra sitzt zwischen zerbrochenen alten und halb beschriebenen neuen Tafeln und wartet auf seine Stunde. Er fasst seine bisherigen Lehren zusammen: die Kritik an der alten Moral , die Lehre vom Übermenschen und die Erlösung des Vergangenen. Dann stellt er eine Reihe neuer "Gebote" auf: "werdet hart!" , ehrt nicht eure Herkunft, sondern euer Ziel , und schafft einen neuen Adel. Er kritisiert die Welt-Müden und die Prediger der Knechtschaft. Das Kapitel endet mit dem Aufruf, das Beste solle herrschen und der Ankündigung, dass die Schaffenden hart sein müssen.Aussage: Dieses Kapitel ist das Herzstück der "Umwertung aller Werte". Zarathustra agiert als neuer Gesetzgeber. Er zerschlägt die alten, lebensfeindlichen Gebote (christliche Moral, Demokratie, Mitleid) und ersetzt sie durch neue, harte, lebensbejahende Werte, die auf den schaffenden Willen, das Streben nach Höherem und die Liebe zur Zukunft ausgerichtet sind.
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Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 55-57 - Von den drei Bösen - Vom Geist der Schwere - Von alten und neuen Tafeln
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