EPISODE · Aug 25, 2025 · 3 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 3 - Kapitel 58-60 - Der Genesende - Von der grossen Sehnsucht - Das andere Tanzlied
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Der Genesende Untertitel: Der Ekel vor der Ewigen Wiederkunft und seine ÜberwindungGeschichte: Zarathustra erwacht schreiend aus einem Albtraum, in dem er seinen "abgründlichsten Gedanken" heraufruft und dann vor Ekel zusammenbricht. Nach sieben Tagen des Krankseins erklären ihm seine Tiere (Adler und Schlange), was er lehrt: "dass alle Dinge ewig wiederkehren und wir selber mit". Sie enthüllen, dass der große "Überdruss am Menschen", insbesondere die ewige Wiederkunft des "kleinen Menschen", ihn krank gemacht hat. Der Gedanke an die ewige Wiederkehr des Kleinsten war der Ekel, der ihn würgte. Die Tiere trösten ihn, indem sie ihm sagen, dies sei sein Schicksal als der Lehrer der ewigen Wiederkunft.Aussage: Die Lehre von der Ewigen Wiederkunft ist die größte Herausforderung. Sie ist nicht nur eine kosmologische Theorie, sondern ein existenzieller Test. Der Ekel entsteht bei dem Gedanken, dass nicht nur das Große, sondern auch das Kleinste und Erbärmlichste ewig wiederkehrt. Die Überwindung dieses Ekels ist die letzte und höchste Form der Lebensbejahung und der eigentliche Schritt zum Übermenschen.Von der grossen Sehnsucht Untertitel: Der Gesang der übervollen SeeleGeschichte: In einem hymnischen Zwiegespräch mit seiner Seele blickt Zarathustra zurück, wie er sie von aller Scham, allen Winkeln und allem Gehorsam befreit hat. Nun ist seine Seele ein überreicher Weinstock, der vor Fülle sehnende Hände ausstreckt. Weil sie ihr Leid nicht ausweinen will, muss sie singen – Gesänge von einem zukünftigen Erlöser, dem "Winzer mit dem diamantenem Winzermesser".Aussage: Dieses Kapitel ist ein poetischer Ausdruck des Zustands der "schenkenden Tugend". Die Seele, die ihren höchsten Reichtum erreicht hat, empfindet eine "große Sehnsucht", diesen Reichtum zu verschenken. Dieser schöpferische Drang findet seinen Ausdruck im Gesang, der auf die Zukunft und die Vollendung durch den Übermenschen ("der Winzer") verweist.Das andere Tanzlied Untertitel: Ein Zwiegespräch zwischen Zarathustra, dem Leben und der WeisheitGeschichte: Dieses Kapitel ist ein weiteres allegorisches Gedicht. Zarathustra tanzt wieder mit dem Leben, das als eine wilde, unberechenbare Frau erscheint. Seine "wilde Weisheit" ist eine eifersüchtige Dritte im Bunde. Das Leben wirft ihm vor, es bald verlassen zu wollen (eine Anspielung auf seinen Tod). Das Lied endet mit dem zwölfstimmigen Gesang der Mitternacht, der bereits im Kapitel "Der Wahrsager" angedeutet wurde, hier aber vollständig wiedergegeben wird: Es handelt von der Tiefe der Welt, vom Weh und von der Lust, die "tiefe, tiefe Ewigkeit" will.Aussage: Das Lied vertieft die Beziehung zwischen dem Denker, dem Leben und der Weisheit. Es endet mit der Formel der Ewigen Wiederkunft, ausgedrückt durch die tiefe Mitternacht: Jede Lust ist so tief mit dem Leid verflochten, dass, wer einmal "Ja" zu einer einzigen Lust gesagt hat, Ja zu allem Leid und damit zur ewigen Wiederkehr des ganzen Kreislaufs des Daseins sagen muss.
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