EPISODE · Sep 1, 2025 · 3 MIN
Also sprach Zarathustra - Teil 4 - Kapitel 78-80 - Die Erweckung - Das Eselsfest - Das Nachtwandler-Lied
from Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch · host Chris Longliveenduro
Die Erweckung Untertitel: Die Rückkehr zur Frömmigkeit und die Anbetung des EselsGeschichte: Zarathustra stellt erfreut fest, dass seine Gäste durch seine Lehren "genesen" und wieder fröhlich geworden sind. Als er jedoch in die Höhle zurückblickt, sieht er zu seinem Entsetzen, dass alle höheren Menschen auf den Knien liegen und einen Esel anbeten und mit Weihrauch beräuchern. Der hässlichste Mensch singt eine Litanei, die die Dummheit, Geduld und Ja-Sagerei des Esels als göttliche Weisheit preist.Aussage: Dieses Kapitel ist eine Parodie auf die Religion. Nachdem der alte Gott tot ist, suchen die höheren Menschen in ihrer spirituellen Not nach einem neuen Idol. Sie wählen ausgerechnet den Esel – das Symbol für Dummheit und blinden Glauben. Nietzsche zeigt damit, wie schnell das Bedürfnis nach Anbetung selbst bei den "höheren" Menschen wieder durchbricht und sie zu neuen, noch absurderen Formen der Frömmigkeit verleitet.Das Eselsfest Untertitel: Zarathustras Spott über die neue GötzenanbetungGeschichte: Zarathustra unterbricht die Anbetung, indem er selbst lauter "I-A" schreit als der Esel. Er nennt seine Gäste "Schalks-Narren" und "Possenreisser" und tadelt sie für ihre "Kinderei". Die verschiedenen höheren Menschen rechtfertigen sich: Der Papst meint, es sei besser, Gott in dieser Gestalt anzubeten als in gar keiner ; der Wanderer sagt, der hässlichste Mensch habe den alten Gott wiedererweckt ; der Gewissenhafte findet es glaubwürdig, dass Gott so dumm wie möglich sei. Zarathustra erklärt ihnen, dass sie, da sie Männer geworden sind, das Erdenreich und nicht das Himmelreich wollen sollen . Er lobt jedoch ihre wiedergefundene Fröhlichkeit und nennt das Eselsfest ein gutes Zeichen der Genesung .Aussage: Zarathustra verurteilt nicht die Frömmigkeit an sich, sondern die Regression in eine kindische Form des Glaubens. Er versteht die Anbetung des Esels jedoch als ein positives Zeichen: Die höheren Menschen haben ihre lähmende Verzweiflung überwunden und sind wieder fähig, Feste zu feiern und zu glauben – auch wenn ihr Objekt absurd ist. Es ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg der Genesung.Das Nachtwandler-Lied Untertitel: Die Verkündung der tiefsten Weisheit in der MitternachtGeschichte: In der Stille der Nacht, nachdem der hässlichste Mensch seine Zufriedenheit mit dem Leben ausgedrückt hat, überkommt Zarathustra wieder eine Trunkenheit des Geistes . Er hört den Klang einer Glocke aus der Tiefe und legt den Finger an den Mund . Er trägt seinen Gästen und der Welt das "Nachtwandler-Lied" vor, das bereits im "Anderen Tanzlied" erklang. Es ist das Lied der tiefen Mitternacht, das verkündet, dass die Lust tiefer ist als das Herzeleid und dass alle Lust Ewigkeit will .Aussage: Dies ist die feierliche Wiederholung der zentralen Formel der Lebensbejahung. Die Mitternacht, die stillste und tiefste Stunde, offenbart die tiefste Wahrheit: Das "Ja" zum Leben muss so allumfassend sein, dass es auch alles Leid bejaht, weil Lust und Leid untrennbar miteinander verkettet sind. Die Sehnsucht der Lust nach Ewigkeit ist die Sehnsucht nach der ewigen Wiederkehr aller Dinge.
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