EPISODE · Feb 17, 2026 · 14 MIN
Außenbogen, Pendulum & Co. – die Platzschaffer in der Kieferorthopädie
from Dentition & Zahnwechsel · host Arash Babai
Außenbogen, Pendulum & Co. – die Platzschaffer in der KieferorthopädieIn vielen kieferorthopädischen Fällen muss Platz im Zahnbogen geschaffen werden, damit alle bleibenden Zähne korrekt einordnen können. Häufig geschieht dies, indem die ersten großen Backenzähne – die etwa im Alter von 6 bis 7 Jahren durchbrechen – gezielt nach hinten bewegt werden (Distalisation).Ein häufiger Grund für Platzmangel ist der vorzeitige Verlust von Milchzähnen, die eigentlich als natürliche Platzhalter dienen. Werden keine Lückenhalter eingesetzt, wandern die großen Backenzähne nach vorne und nehmen den Raum für die nachfolgenden bleibenden Zähne ein. Um spätere Zahnextraktionen zu vermeiden, kann versucht werden, diese Backenzähne wieder nach hinten zu bewegen. Der Erfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem vom rechtzeitigen Behandlungsbeginn. Eine Vorstellung beim Kieferorthopäden sollte daher möglichst früh erfolgen – idealerweise bereits um das 7. Lebensjahr.Herausnehmbare Geräte zur DistalisationEs gibt mehrere herausnehmbare Apparaturen, die vor allem nachmittags, abends und nachts getragen werden:Aktive Platten: Herausnehmbare Spangen mit Schrauben für Ober- oder Unterkiefer, die regelmäßig nachgestellt werden.Headgear (Außenbogen): Überträgt Kräfte von außen auf die oberen Backenzähne und bewegt sie nach hinten; wird nur im Oberkiefer eingesetzt.Lipbumper: Nutzt den Druck der Unterlippe, um die unteren Backenzähne nach hinten zu bewegen; geeignet für den Unterkiefer.Während Schule, Essen und Sport werden diese Geräte in der Regel herausgenommen.Feste DistalisationsgeräteAlternativ gibt es festsitzende Apparaturen wie die Pendulum-Apparatur für den Oberkiefer. Sie werden unauffällig am Gaumen befestigt und wirken rund um die Uhr. Ihr großer Vorteil liegt darin, dass der Behandlungserfolg nicht von der Mitarbeit des Kindes abhängt. Dennoch bleiben gründliche Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen unerlässlich.FazitFrühes Eingreifen kann Platzprobleme oft lösen und spätere aufwendige Maßnahmen vermeiden. Kinder sollten deshalb spätestens im Alter von etwa 7 Jahren kieferorthopädisch untersucht werden, damit das Kieferwachstum optimal genutzt werden kann.
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