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EPISODE · Jan 15, 2015 · 1H 30M

#BringBackOurGirls: Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Nordosten Nigerias

from Böll.Mitschnitt · host Heinrich-Böll-Stiftung

Mitschnitt der Veranstaltung vom 14.1.2015: Fast dreihundert Schülerinnen entführte die islamistische Gruppierung Boko Haram am 14. April 2014 in der nordnigerianischen Stadt Chibok. Die Entführung brachte die Staats- und Sicherheitskrise Nigerias weltweit in die Schlagzeilen. Die nigerianische Bevölkerung demonstrierte wütend gegen die Untätigkeit der Regierung und unter dem Hashtag #BringBackOurGirls solidarisierte sich die Welt mit den Opfern. Die Entführungen zeigen die genderspezifische Gewaltdimension des blutigen Konflikts im Nordosten Nigerias. Boko Haram nutzt, auch als Reaktion auf die Entführung von Angehörigen der Islamisten durch Sicherheitskräfte, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen als Instrument. Chibok ist dabei nur ein Kulminationspunkt einer Strategie, in der Frauen Ware und Verhandlungsmasse sind: Mehr als 500 Frauen und Mädchen wurden von der Gruppe seit 2009 entführt; viele wurden zwangsweise zum Islam konvertiert und verheiratet, körperlich und seelisch misshandelt. Die militärische Offensive im Norden und die Ausrufung des Ausnahmezustands in drei Bundesstaaten bedeuten für die Frauen dieser ländlichen Regionen nicht mehr, sondern weniger Sicherheit. Sicherer Zugang zu Schulen ist bis heute nicht gewährleistet. Überregionale Verbindungen zwischen Boko Haram und anderen islamistischen Netzwerken außerhalb Nigerias intensivieren sich. Aus solchen Verbindungen entspringt offenbar das Know how für Kidnapping-Aktionen. Bereits entführte nigerianische Mädchen sollen zudem innerhalb der Netzwerke weitergereicht worden sein. Polizei und Sicherheitsorgane Nigerias müssen dringend in die Lage versetzt werden die Bürger und Bürgerinnen zu schützen. Dabei dürfen Frauen im Konflikt mit den Islamisten auf keinen Fall zum Faustpfand der einen oder der anderen Seite werden. Eine politische Handlungsoption ist die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zum Schutz von Frauen in Konfliktzonen, den Nigeria 2013 auf Basis der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats verabschiedet hat. Was ist die genderspezifische Dimension des Konflikts im Nordosten Nigerias? Ist vor den Wahlen im Februar mit einer Zunahme der Gewalt auch gegen Frauen und Mädchen zu rechnen? Wie können Frauen besser in die Förderung von Frieden und Sicherheit eingebunden werden? Was soll die internationale Gemeinschaft der nigerianischen Regierung abverlangen; wie sie unterstützen? Diese und andere Fragen möchten wir im Gespräch mit den Expertinnen erörtern. Ein Gespräch mit: Mausi E. Segun, Researcher, Human Rights Watch, Abuja, Elizabeth Pearson, Rundfunkjournalistin, promoviert am Kings College zu "Gender und Extremismus", London Moderation: Dagmar Dehmer, Journalistin, Der Tagesspiegel, Berlin

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