EPISODE · Jun 10, 2026 · 7 MIN
Ch. 19 | Über sich selbst richten (Judging Oneself)
from Learn German with The Little Prince · host Sherry
»Wenn ich befehle, dass das Volk sich ins Meer stürzt, so wird es eine Revolution machen. Ich habe das Recht, Gehorsam zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind.« »Was ist nun mit meinem Sonnenuntergang?«, erinnerte der kleine Prinz, der niemals eine Frage vergaß, wenn er sie einmal gestellt hatte. »Deinen Sonnenuntergang wirst du haben. Ich werde ihn befehlen. Aber ich werde in meiner Regierungskunst (die Regierungskunst: art of governing / 统治的艺术) warten, bis die Bedingungen (die Bedingung: condition / 条件) dafür günstig (günstig: favorable / 有利的、合适的) sind.« »Wann wird das sein?«, erkundigte sich der kleine Prinz. »Hm, hm!«, antwortete der König, der zuerst einen dicken Kalender studierte, »hm, hm! das wird sein, gegen... gegen... das wird heute Abend gegen sieben Uhr vierzig sein! Und du wirst sehen, wie man mir gehorcht.«Der kleine Prinz gähnte. Er bedauerte (bedauern: to regret/feel sorry about / 感到遗憾、惋惜) seinen verpassten (verpassen: to miss / 错过) Sonnenuntergang. Und dann war ihm schon ein bisschen langweilig. »Ich habe hier nichts mehr zu tun«, sagte er zum König. »Ich werde wieder abreisen!« »Reise nicht ab«, antwortete der König, der so stolz war, einen Untertanen zu haben. »Reise nicht ab, ich mache dich zum Minister!« »Zu was für einem Minister?« »Zum... zum Justizminister (der Justizminister: Minister of Justice / 司法部长)!« »Aber es ist ja niemand da, über den man richten (richten über jemanden: to judge someone / 审判、评判某人) könnte!«»Dann wirst du über dich selbst richten«, antwortete ihm der König. »Das ist das Schwerste. Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten, als über andere zu richten. Wenn es dir gelingt (gelingen: to succeed / 成功、做到), gut über dich selbst zu richten, dann bist du ein wahrhaft (wahrhaft: truly / 真正地) weiser (weise: wise / 智慧的) Mann.«»Ich«, sagte der kleine Prinz, »ich kann über mich selbst richten, wo immer ich bin. Dazu brauche ich nicht hier zu wohnen.« Er zögerte einen Augenblick, dann seufzte er und ging davon. »Ich mache dich zu meinem Gesandten (der Gesandte: ambassador/envoy / 使者、大使)!«, beeilte sich der König ihm nachzurufen. Er hatte das Aussehen von großer Autorität. »Die großen Leute sind sehr sonderbar (sonderbar: strange/peculiar / 奇怪的、古怪的)«, sagte der kleine Prinz zu sich selbst auf seiner Reise.„Kapitel 19 zusammengefasst: Der kleine Prinz erinnert den König an seinen Sonnenuntergang. Der König sagt, er müsse auf günstige Bedingungen warten – bis heute Abend. Dem kleinen Prinzen wird langweilig und er will gehen. Um ihn zu halten, ernennt ihn der König zum Justizminister. Da niemand da ist, den man aburteilen könnte, schlägt der König vor, der Prinz solle über sich selbst richten. Der Prinz lehnt ab und reist weiter, mit dem Gedanken: Die Erwachsenen sind wirklich sehr sonderbar.“
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»Wenn ich befehle, dass das Volk sich ins Meer stürzt, so wird es eine Revolution machen. Ich habe das Recht, Gehorsam zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind.« »Was ist nun mit meinem Sonnenuntergang?«, erinnerte der kleine Prinz, der niemals eine Frage vergaß, wenn er sie einmal gestellt hatte. »Deinen Sonnenuntergang wirst du haben. Ich werde ihn befehlen. Aber ich werde in meiner Regierungskunst (die Regierungskunst: art of governing / 统治的艺术) warten, bis die Bedingungen (die Bedingung: condition / 条件) dafür günstig (günstig: favorable / 有利的、合适的) sind.« »Wann wird das sein?«, erkundigte sich der kleine Prinz. »Hm, hm!«, antwortete der König, der zuerst einen dicken Kalender studierte, »hm, hm! das wird sein, gegen... gegen... das wird heute Abend gegen sieben Uhr vierzig sein! Und du wirst sehen, wie man mir gehorcht.«Der kleine Prinz gähnte. Er bedauerte (bedauern: to regret/feel sorry about / 感到遗憾、惋惜) seinen verpassten (verpassen: to miss / 错过) Sonnenuntergang. Und dann war ihm schon ein bisschen langweilig. »Ich habe hier nichts mehr zu tun«, sagte er zum König. »Ich werde wieder abreisen!« »Reise nicht ab«, antwortete der König, der so stolz war, einen Untertanen zu haben. »Reise nicht ab, ich mache dich zum Minister!« »Zu was für einem Minister?« »Zum... zum Justizminister (der Justizminister: Minister of Justice / 司法部长)!« »Aber es ist ja niemand da, über den man richten (richten über jemanden: to judge someone / 审判、评判某人) könnte!«»Dann wirst du über dich selbst richten«, antwortete ihm der König. »Das ist das Schwerste. Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten, als über andere zu richten. Wenn es dir gelingt (gelingen: to succeed / 成功、做到), gut über dich selbst zu richten, dann bist du ein wahrhaft (wahrhaft: truly / 真正地) weiser (weise: wise / 智慧的) Mann.«»Ich«, sagte der kleine Prinz, »ich kann über mich selbst richten, wo immer ich bin. Dazu brauche ich nicht hier zu wohnen.« Er zögerte einen Augenblick, dann seufzte er und ging davon. »Ich mache dich zu meinem Gesandten (der Gesandte: ambassador/envoy / 使者、大使)!«, beeilte sich der König ihm nachzurufen. Er hatte das Aussehen von großer Autorität. »Die großen Leute sind sehr sonderbar (sonderbar: strange/peculiar / 奇怪的、古怪的)«, sagte der kleine Prinz zu sich selbst auf seiner Reise.„Kapitel 19 zusammengefasst: Der kleine Prinz erinnert den König an seinen Sonnenuntergang. Der König sagt, er müsse auf günstige Bedingungen warten – bis heute Abend. Dem kleinen Prinzen wird langweilig und er will gehen. Um ihn zu halten, ernennt ihn der König zum Justizminister. Da niemand da ist, den man aburteilen könnte, schlägt der König vor, der Prinz solle über sich selbst richten. Der Prinz lehnt ab und reist weiter, mit dem Gedanken: Die Erwachsenen sind wirklich sehr sonderbar.“
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