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EPISODE · May 18, 2026 · 53 MIN

Datenzugang in der Landwirtschaft

from Data Navigator · host Dr. Martin Schirmbacher, Dr. Hubertus von Roenne

Thema von Folge 43 des Data Navigator Podcast ist die Datennutzung in der Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft – und die Frage, wie übergreifende Zusammenarbeit die Voraussetzung für eine funktionierende Datenökonomie im Agrarsektor schaffen kann. Unser Gast ist Matthias Nachtmann, Gründer und Vorstand des Vereins Friends of Digital Farming sowie Strategie- und Datenberater für Organisationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Matthias erläutert kurz Hintergrund und Entstehungsgeschichte des Vereins: Es fehlt die Zusammenarbeit der Akteure aus Agrarchemie, Landmaschinenbau und Software. Diese Player sollen nun an einen Tisch: Landwirte, Händler, Hersteller, Zulieferer und Molkereien. Der Verein versteht sich als vorwettbewerbliche, gemeinnützige outgesourcede Entwicklungsabteilung für Landwirte. Das größte ungelöste Datenproblem in der Landwirtschaft ergibt sich nach Matthias' Analyse aus dem Wort „zusammen". Wenn ein Landwirt sieben Kunden hat, muss er gegebenenfalls sieben verschiedene Datenabfragen beantworten – plus solche des Staates. Das kostet nach seiner Schätzung rund drei Stunden Büroarbeit pro Hektar – bei acht Stunden Gesamtarbeitszeit pro Hektar Winterweizen. Matthias unterscheidet zwei zentrale Datenkategorien: Prozessdaten – alles, was bei der maschinellen Bearbeitung anfällt, von Düngung über Pflanzenschutz bis zur Ernte – und Standortdaten – Feldgrenzen, Bodenarten, Hangneigung, Gewässerkarten und Schutzzonen aus staatlichen Quellen. Das Stickstoff-Beispiel: Am Beispiel der Stickstoffdüngung zeigt Matthias die Komplexität: Ein einziger Datenpunkt – Kilogramm Stickstoff pro Hektar – ist gleichzeitig relevant für den Kunden (CO₂-Fußabdruck), die Behörde (Düngeregulierung) und den Deckungsbeitrag des Landwirts. Hinzu kommen unterschiedliche Dokumentationsanforderungen je Bundesland – schlagspezifisch oder flurstückgenau – und verschiedene Maßeinheiten. Daten als Treiber für Produktivität und Nachhaltigkeit: unser Gesprächspartner betont, dass Daten kein Selbstzweck sein dürften. Skalierung gelinge nur, wenn der Landwirt einen Produktivitätsvorteil erkennt. Er berichtet von einem Praxisbeispiel: Nach einem Forschungsprojekt zur optimalen Braugersteproduktion hat ein Landwirt die Erkenntnisse auf seinen gesamten Betrieb übertragen – und konnte deutlich Dünger einsparen. Nachtmanns zentrales Plädoyer: Die Branche braucht gemeinsame „Verkehrsregeln" für den Datenaustausch – vergleichbar mit der Einigung auf eine Spurbreite bei der Eisenbahn. Diese Regeln müssten von einer Verbändeallianz aus Raiffeisenverband, Bauernverband, DLG und anderen definiert werden. Der Staat müsse dabei mit am Tisch sitzen – weniger als Regulierer, sondern weil er zentrale Referenzdaten (Boden, Gelände, Gewässer, Schutzzonen) vorhalte und selbst Compliance-Daten nachfrage. Matthias hat zudem eine klare Forderung: Neue Gesetze dürfe es nur mit Referenzdaten geben. Solange jedes Bundesland eigene Geodatensysteme betreibe und Softwareentwickler ein Drittel ihres Budgets für länderspezifische Compliance-Anpassungen ausgeben müssen, werde Innovation ausgebremst. Sein Wunsch: eine europaweit einheitliche API für Standortdaten. Matthias ist jedoch optimistisch: Die Community habe noch nie so viel Verständnis für den nötigen „Hauruck-Moment" gehabt. Wenn sich die Branche in fünf Jahren wieder treffe, erwartet er einen Riesenschritt.

Episode metadata supplied by the publisher feed · Published May 18, 2026

Thema von Folge 43 des Data Navigator Podcast ist die Datennutzung in der Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft – und die Frage, wie übergreifende Zusammenarbeit die Voraussetzung für eine funktionierende Datenökonomie im Agrarsektor schaffen kann. Unser Gast ist Matthias Nachtmann, Gründer und Vorstand des Vereins Friends of Digital Farming sowie Strategie- und Datenberater für Organisationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Matthias erläutert kurz Hintergrund und Entstehungsgeschichte des Vereins: Es fehlt die Zusammenarbeit der Akteure aus Agrarchemie, Landmaschinenbau und Software. Diese Player sollen nun an einen Tisch: Landwirte, Händler, Hersteller, Zulieferer und Molkereien. Der Verein versteht sich als vorwettbewerbliche, gemeinnützige outgesourcede Entwicklungsabteilung für Landwirte. Das größte ungelöste Datenproblem in der Landwirtschaft ergibt sich nach Matthias' Analyse aus dem Wort „zusammen". Wenn ein Landwirt sieben Kunden hat, muss er gegebenenfalls sieben verschiedene Datenabfragen beantworten – plus solche des Staates. Das kostet nach seiner Schätzung rund drei Stunden Büroarbeit pro Hektar – bei acht Stunden Gesamtarbeitszeit pro Hektar Winterweizen. Matthias unterscheidet zwei zentrale Datenkategorien: Prozessdaten – alles, was bei der maschinellen Bearbeitung anfällt, von Düngung über Pflanzenschutz bis zur Ernte – und Standortdaten – Feldgrenzen, Bodenarten, Hangneigung, Gewässerkarten und Schutzzonen aus staatlichen Quellen. Das Stickstoff-Beispiel: Am Beispiel der Stickstoffdüngung zeigt Matthias die Komplexität: Ein einziger Datenpunkt – Kilogramm Stickstoff pro Hektar – ist gleichzeitig relevant für den Kunden (CO₂-Fußabdruck), die Behörde (Düngeregulierung) und den Deckungsbeitrag des Landwirts. Hinzu kommen unterschiedliche Dokumentationsanforderungen je Bundesland – schlagspezifisch oder flurstückgenau – und verschiedene Maßeinheiten. Daten als Treiber für Produktivität und Nachhaltigkeit: unser Gesprächspartner betont, dass Daten kein Selbstzweck sein dürften. Skalierung gelinge nur, wenn der Landwirt einen Produktivitätsvorteil erkennt. Er berichtet von einem Praxisbeispiel: Nach einem Forschungsprojekt zur optimalen Braugersteproduktion hat ein Landwirt die Erkenntnisse auf seinen gesamten Betrieb übertragen – und konnte deutlich Dünger einsparen. Nachtmanns zentrales Plädoyer: Die Branche braucht gemeinsame „Verkehrsregeln" für den Datenaustausch – vergleichbar mit der Einigung auf eine Spurbreite bei der Eisenbahn. Diese Regeln müssten von einer Verbändeallianz aus Raiffeisenverband, Bauernverband, DLG und anderen definiert werden. Der Staat müsse dabei mit am Tisch sitzen – weniger als Regulierer, sondern weil er zentrale Referenzdaten (Boden, Gelände, Gewässer, Schutzzonen) vorhalte und selbst Compliance-Daten nachfrage. Matthias hat zudem eine klare Forderung: Neue Gesetze dürfe es nur mit Referenzdaten geben. Solange jedes Bundesland eigene Geodatensysteme betreibe und Softwareentwickler ein Drittel ihres Budgets für länderspezifische Compliance-Anpassungen ausgeben müssen, werde Innovation ausgebremst. Sein Wunsch: eine europaweit einheitliche API für Standortdaten. Matthias ist jedoch optimistisch: Die Community habe noch nie so viel Verständnis für den nötigen „Hauruck-Moment" gehabt. Wenn sich die Branche in fünf Jahren wieder treffe, erwartet er einen Riesenschritt.

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Datenzugang in der Landwirtschaft

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NEWMORROW SESSIONS - A PodCast Series on the Future of Hospitality Mario C. Bauer, Florian Schneider, Axel Weber & Dr. Tillman Bardt The Newmorrow PodCast is more than a podcast — it's a platform for open dialog on the future of our business, a platform for those building what doesn’t exist yet. Here, we share and embrace our passion for the hospitality industry, but we won’t romanticize the journey. We ask the tough questions, confront uncomfortable truths, and prepare for a future that resists easy answers. We believe that the tougher and wilder times become, the more openly, honestly and humanely people need to talk to each other and act together. We believe, openness, togetherness, and truthfulness should also be cornerstones of a professional community to develop our utopian idea of „open source“. This is a space where visionaries don’t just imagine the future — they wrestle with the paradoxes that shape it: success vs. happiness, data vs. instinct, stability vs. reinvention. Join leaders, entrepreneurs, and thinkers as they share not what made them — but what’s actively shaping them, now and next. So tune in The Health Odyssey: Navigating Tomorrow's Medicine Podcast Welcome to 'The Health Odyssey: Navigating Tomorrow's Medicine,' where we embark on an adventurous journey through the ever-evolving world of healthcare. Each episode is like a treasure map, guiding you through the rich tapestry of ancient healing arts mixed with futuristic tech wizardry. We’ll chat about the wild west of health data privacy, the corporate giants reshaping our care, and the mind-bending potential of psychedelics for mental wellness. Think of us as your trusty sidekicks, unraveling the mysteries of modern medicine while keeping it real and relatable. Let’s dive into the stories, the science, and the soul of healthcare, paving the way for a healthier tomorrow. Talent Stacker Jonathan Mendonsa Data suggests that the average cost of college in 2019 was $122,000 while the entry-level salary for a college graduate at the same time period was 50,000. ROI is a distant memory.hopefully for that that $122,000 the student graduates with a degree and possibly some skills. The reality is, as most individuals approach graduation, they realize that ultimately what they have to prove to their employers that they actually have the skills and since you don't need a degree or permission to start building skills, let’s document the stories and best practices of individuals that crushed the game by focusing on building their skills and their talent stack. Maybe you feel like you don’t have a talent stack. What are the skills you need to be able to generate an above-median income and when paired with interest-led learning this talent stack will allow you to work towards financial independence and design your future?If you're up for this challenge to go from no Talent Stack to designing you Sacramento, California Crime Report Inception Point Ai Sacramento, California Crime Report is your go-to podcast for the latest updates and in-depth analysis of crime trends in the Sacramento area. Join us as we explore real cases, discuss law enforcement efforts, and offer expert insights into the community's safety. Stay informed and engaged with comprehensive coverage of everything from local crime stories to broader criminal justice issues affecting Sacramento. Tune in for weekly episodes that dive into the data and deliver the facts you need to stay aware in California's capital city. For more info go to https://www.quietplease.ai Check out these deals https://amzn.to/48MZPjsThis show includes AI-generated content.

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This episode is 53 minutes long.

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This episode was published on May 18, 2026.

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