Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der Philosophiegeschichte episode artwork

EPISODE · Mar 25, 2026 · 14 MIN

Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der Philosophiegeschichte

from PhiloPod - Denken, das weiterbringt. · host PHILOSKOP Cornelia Mooslechner-Brüll

Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der PhilosophiegeschichteWillkommen zurück! Nach einem halben Jahr Denk-, Lese- und Recherchepause meldet sich der Philo Pod endlich aus der kreativen Pause zurück! Und wir starten gleich mit einem intellektuellen Paukenschlag: Einer brillanten Hörerinnenfrage, die uns tief in die dunklen, oft verschwiegenen Archive der Akademie führt.Wir beleuchten in dieser Episode die systematische Exklusion, Herabwürdigung und Unsichtbarmachung von Frauen in der Philosophie. Wir stellen die schmerzhafte Frage: Wie konnte eine Disziplin, die sich der Wahrheitsfindung und Vernunft verschrieben hat, die Hälfte der Menschheit über Jahrhunderte hinweg konsequent aus dem Diskurs ausschließen?In dieser Episode erfährst du:Die Sprache der Exklusion: Wie Aristoteles die Frau als „verstümmeltes Männchen“ (mas occasionatus) definierte und wie antike, pythagoreische Dualismen (Geist vs. Körper) das Weibliche ontologisch aus dem Reich der Vernunft verbannten.Philosophisch legitimierte Gewalt: Warum Kants befremdliche Definition der Ehe als „lebenswieriger wechselseitiger Besitz der Geschlechtseigenschaften“ und Rousseaus Pädagogik im Émile patriarchale Unterdrückung als „Naturgegebenheit“ zementierten.Die Auslöschung genialer Denkerinnen: Das tragische Schicksal von Marguerite Porete (die auf dem Scheiterhaufen endete, während ihr philosophisches Werk anonym weiterlebte), sowie die systematische Marginalisierung von Vordenkerinnen wie Anne Conway und Émilie du Châtelet.Geraubte Lorbeeren: Wie weltberühmte Philosophen wie Edmund Husserl und John Stuart Mill von der brillanten intellektuellen Zuarbeit von Edith Stein und Harriet Taylor Mill profitierten – und warum die Geschichtsschreibung diese Frauen fälschlicherweise zu bloßen „Schreibkräften“ oder „Musen“ degradierte.Epistemische Ungerechtigkeit: Miranda Frickers wegweisendes Konzept (Epistemic Injustice), das erklärt, warum der traditionellen Philosophie schlicht das Vokabular für weibliche Lebensrealitäten fehlte.Erwähnte philosophische Fachliteratur & Quellen (Auswahl):Genevieve Lloyd: The Man of Reason: "Male" and "Female" in Western Philosophy (1984) – Ein Standardwerk zur männlichen Codierung der Vernunft.Carole Pateman: The Sexual Contract (1988) – Eine brillante feministische Demontage der klassischen Gesellschaftsverträge (Hobbes, Locke, Rousseau, Kant).Miranda Fricker: Epistemic Injustice: Power and the Ethics of Knowing (2007) – Zur Zeugnis-Ungerechtigkeit und hermeneutischen Ungerechtigkeit.Immanuel Kant: Die Metaphysik der Sitten (1797)Aristoteles: De Generatione Animalium (Über die Zeugung der Geschöpfe)Lust auf mehr Philosophie? Vertiefende Blog Beiträge und alle Informationen zum Podcast findest du auf meiner Website: 👉 www.philoskop.orgSchön, dass ihr wieder dabei seid! Wenn euch diese Episode die Augen geöffnet hat, teilt sie gerne und lasst eine Bewertung da. Philosophie lebt vom Diskurs – reden wir darüber!Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophierenalle philosophischen Veranstaltungen finden sich hierund hier geht's zum NewsletterIch freu mich auf eine Begegnung!Cornelia Mooslechner-Brüll

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