EPISODE · Aug 28, 2026 · 11 MIN
"Die richtigen Momente erkennen und nicht verstreichen lassen." - Gespräch mit Tobias Schrörs
from Blick in die Bibel · host DOMRADIO.DE
Im DOMRADIO-Podcast „Blick in die Bibel“ spricht Tobias Schrörs aus Xanten, der sich auf die Diakonenweihe im November vorbereitet.Im Evangelium geht es um eine Hochzeit. Zehn Jungfrauen warten auf den Bräutigam. Im Gleichnis haben 5 Frauen Lampen mit Öl dabei, 5 weitere haben kein Öl für ihre Lampen. Wie bereits im Gleichnis des Vortages gehe es um Wachsamkeit. Christen seien aufgerufen, ihr Leben bewusst zu gestalten und auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereitet zu sein. Die klugen Jungfrauen hätten an alle Eventualitäten gedacht und ausreichend Öl mitgenommen, während die törichten dies versäumten. Daraus ergebe sich die Aufforderung, die Chancen des Lebens nicht zu verpassen und die Gelegenheiten zu nutzen, die Gott schenkt. Für Schrörs kann das Öl symbolisch für die Liebe stehen, die Menschen ihren Mitmenschen schenken. Er verweist auf Jesu Wort, dass Christen das Licht der Welt seien. Dieses Licht könne nur brennen, wenn Menschen durch gute Taten und gelebte Nächstenliebe immer wieder neues „Öl“ sammeln. Auf die Frage, warum die klugen Jungfrauen ihr Öl nicht einfach mit den anderen teilen, verweist Schrörs auf einen Gedanken Mutter Teresas. Die guten Taten eines Menschen seien etwas Persönliches. Jeder müsse selbst Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Liebe, Hilfsbereitschaft und gelebter Glaube könnten nicht stellvertretend für andere geleistet werden. An einem aktuellen Beispiel macht Tobias dies deutlich: Er habe den Besuch bei einer unheilbar kranken Frau im Altenheim mehrere Wochen aufgeschoben und sei nun froh, ihn endlich nachgeholt zu haben. In den nächsten Tagen wolle er ihr außerdem die Kommunion bringen. Solche Begegnungen seien Chancen, die man leicht verstreichen lassen könne. Würde man sie immer weiter hinausschieben, könne es irgendwann zu spät sein. Genau darum gehe es im Evangelium: die richtigen Momente zu erkennen und sie nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. EvangeliumIn jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde. (Mt 25,1-13)
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