EPISODE · Sep 22, 2009 · 11 MIN
Dossier: Sven Kalb
from UniGalerie "Dossier" - SD · host Markus Sattler
"Ich finde, ein Bild muss Türen öffnen und nicht Erklärungen liefern. Ein Bild muss Türen für den Betrachter öffnen…". So hat es Sven Kalb in seinen "Bekenntnissen eines Malers" ausgedrückt und folgerichtig festgestellt: "Wenn ich ein Bild beginne, beginne ich Fragen zu stellen und vermeide Antworten." Fragen, die Widersprüche hervorbringen. Nicht nur, weil Sven Kalb als Maler eigentlich ein Zeichner ist. Einer, der ganz unmittelbar die Leinwand mit seinen Fingern bearbeitet. Also doch malt. Oder Spuren zeichnet. Spuren von Menschen, von Körpern. Von den Räumen zwischen den Körpern. Wie ein Bildhauer arbeitet er mit den Händen, bearbeitet er die Körper, streichelt sie; Frauenkörper. Malt Köpfe. Malt glotzende Einäugige. Es sind Wesen mit eigener Sicht jenseits der gewohnten räumlichen Perspektive. Sie sehen anders. Wie der Künstler, der den Blickwinkel wechselt, Menschen in der Masse zeigt und damit Fragen stellt nach Individuation. Oder nach Aufbruch, indem er Boote malt, Sinnbilder auch für Überfahrten. Sind die Bilder die Boote? Zeigen die Stühle, die immer wieder als Motive auftauchen, die Sehnsucht nach Verortung? Erneut ein Widerspruch. So wie das Leben von Widersprüchen geprägt ist. Vielleicht deshalb hat Sven Kalb festgestellt: "Bilder entstehen aus dem Zulassen des ganzen Schreckens und der ganzen Freude, die man zu erleben fähig ist."
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What this episode covers
Der Münchner Maler Sven Kalb versteht sich trotz der Verwendung von Ölfarben auf Leinwand eigentlich als Zeichner. Im persönlichen Gespräch erklärt er seine künstlerischen Wurzeln in Rom, erläutert die in seinen Werken immer wiederkehrenden Köpfe, Boote, Stühle und geflügelten weiblichen Akte sowie die Rolle des Betrachters in der Kunst. Dazu sind viele seiner Arbeiten aus allen seinen Schaffensperioden zu sehen.
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