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EPISODE · Aug 19, 2026 · 24 MIN

Du bist Läuferin? Hast du schon dein Eisen gecheckt? | Dr. Andrea Morawe erklärt

from LandMEDchen

„Ich ernähre mich gesund – Eisenmangel kann mich also eigentlich nicht betreffen.“ Gerade sportlich aktive Frauen gehen häufig davon aus. Doch auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann ein Eisenmangel entstehen.Dr. Andrea Morawe nimmt deshalb in dieser Folge von „LandMEDchen“ den Eisenmangel genauer unter die Lupe und richtet den Blick besonders auf Läuferinnen.Rund jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter ist von einem Eisenmangel betroffen. Bei Ausdauersportlerinnen zeigen sportmedizinische Untersuchungen sogar eine noch höhere Häufigkeit. Dahinter steckt nicht nur eine Ursache, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.Eine wichtige Rolle spielt die Menstruation. Menstruierende Frauen benötigen täglich etwa 16 Milligramm Eisen. Diesen Bedarf ausschließlich über Lebensmittel zu decken, ist nicht immer einfach – insbesondere bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung.Auch das Laufen selbst kann Einfluss auf den Eisenhaushalt haben. Durch die wiederkehrenden Erschütterungen entstehen bei jedem Schritt kleinste Traumen, sogenannte Mikrotraumen. Dabei können geringe Mengen roter Blutkörperchen zerstört werden, wodurch zusätzlich Eisen verloren gehen kann.Bei längeren Trainingseinheiten kommt ein weiterer Faktor hinzu: das Schwitzen. Dabei verliert der Körper nicht nur Natrium und Kalium, sondern in kleinen Mengen auch Eisen.Spannend ist außerdem eine neuere Erkenntnis aus der Sportmedizin. Hormone können die Eisenaufnahme beeinflussen. Im Mittelpunkt steht dabei das Hormon Hepzidin. Ist die Ausschüttung von Hepzidin erhöht, wird über den Darm weniger Eisen resorbiert. Zusätzlich geht man davon aus, dass Östrogen die Hepzidin-Bindung fördert.Gerade bei Läuferinnen kann ein beginnender Eisenmangel leicht unentdeckt bleiben. Denn die Beschwerden unterscheiden sich zunächst kaum von typischen Begleiterscheinungen eines intensiven Trainings. Sinkt die Leistungsfähigkeit, werden die Regenerationsphasen länger oder fühlen sich die Beine ungewöhnlich schwer an, denken viele zuerst an Übertraining und nicht an einen möglichen Eisenmangel.Das kann zu einem problematischen Kreislauf führen: Statt die Ursache abzuklären, wird häufig noch disziplinierter trainiert oder der Ernährungsplan weiter eingeschränkt. Liegt jedoch ein Nährstoffmangel vor, kann genau das die Beschwerden zusätzlich verstärken.Auch die Art der Ernährung spielt bei der Eisenversorgung eine Rolle. Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann vom Körper besser aufgenommen werden als Eisen aus vegetarischen oder veganen Lebensmitteln. Deshalb ist ein Eisenmangel trotz grundsätzlich ausgewogener Ernährung möglich.Bei der Diagnostik reicht zudem ein oberflächlicher Blick auf die Laborwerte nicht immer aus. Ein Ferritin-Wert kann sich noch im Normalbereich befinden und für eine sportlich sehr aktive Frau dennoch zu niedrig sein.Als vermeintlich schnelle Lösung wird teilweise eine Eisen-Infusion in Betracht gezogen. Andrea macht jedoch deutlich, dass es sich dabei um eine ärztliche Maßnahme handelt, die nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden sollte – nicht um eine Wellnessanwendung. Schließlich kann auch eine zu hohe Eisenaufnahme gesundheitliche Probleme verursachen.Genauso wichtig ist die andere Seite: Müdigkeit, Erschöpfung oder ein Leistungsabfall bedeuten nicht automatisch, dass ein Eisenmangel vorliegt. Solche Beschwerden sollten immer multifaktoriell betrachtet und mögliche Ursachen entsprechend abgeklärt werden.Für eine bessere Eisenaufnahme gibt Andrea einige praktische Empfehlungen. Vitamin C kann die Resorption von Eisen unterstützen und ist insbesondere bei pflanzlichem Eisen hilfreich. Gleichzeitig können bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme hemmen. Dazu gehören beispielsweise Tanine aus Schwarztee und Kaffee. Deshalb empfiehlt es sich, diese Getränke mit zeitlichem Abstand zu eisenhaltigen Mahlzeiten oder einer Eiseneinnahme zu konsumieren.Auch für die Laborkontrolle ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Idealerweise findet sie in einer ruhigeren Trainingsphase statt, da intensive sportliche Belastungen die gemessenen Werte beeinflussen können.Wer viel Ausdauersport betreibt und Veränderungen der Leistungsfähigkeit oder andere Beschwerden bemerkt, sollte deshalb nicht einfach härter trainieren. Andrea empfiehlt eine sportmedizinische Beratung bei Ärzt:innen mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Ergänzend kann eine Mikronährstoffanalyse dabei helfen, die individuelle Versorgung genauer zu beurteilen.Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ZumPodcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchenZumPodcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDuZumPodcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s

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