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Aug 9, 2024 19 min

Ein Mob terrorisiert England

from Acht Milliarden: Der Auslands-Podcast des SPIEGEL Hosted by DER SPIEGEL

Es sind furchtbare Szenen: Rassistische Gewalttäter haben in den vergangenen Tagen in verschiedenen Städten im Norden Englands randaliert und unter anderem Hotels angegriffen, die Asylbewerber beherbergen. Moscheen wurden attackiert und Autos gestoppt, um die Hautfarbe der Insassen zu kontrollieren. »Bist du weiß? Bist du englisch?«, soll einer der Männer dabei krakeelt haben. In dieser Folge von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno mit Großbritannien-Korrespondent Steffen Lüdke über die rassistischen Krawalle in England. »Die Frage, die sich viele hier stellen ist, ob es zu der im Netz angekündigten Welle der Gewalt kommt oder nicht«, so Lüdke. +++ Alle Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier. Die SPIEGEL-Gruppe ist nicht für den Inhalt dieser Seite verantwortlich. +++ Mehr Hintergründe zum Thema erhalten Sie mit SPIEGEL+. Entdecken Sie die digitale Welt des SPIEGEL, unter spiegel.de/abonnieren finden Sie das passende Angebot. Alle SPIEGEL Podcasts finden Sie hier. Den SPIEGEL-WhatsApp-Kanal finden Sie hier. Hier geht es zu unserem SPIEGEL Shop. Alle Newsletter vom SPIEGEL finden Sie hier. Hier geht es zur SPIEGEL Akademie. Sie möchten den SPIEGEL mitgestalten? Registrieren Sie sich bei SPIEGEL Perspektiven. Informationen zu unserer Datenschutzerklärung.

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Ein Mob terrorisiert England

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The police took more than 100 people in front of the street. Thousands of people went to the street. On Sunday, the southpaw had several hundred right-extreme Demonstrantes in front of the street. With Ziegelstein and Müll-Eimern went against the authorities. Dutzend of the police were killed.

Here's 8 Milliarden, the Auslands podcast is The Spiegel. My name is Juan Moreno. And yeah, I'm talking about it. It's because it's because I have a big summer experience. I hope I'm still understanding it. It's been a bit of a week in England and North Ireland. In the United States, there were a lot of attacks on security, asylbewerber, understated and moschees. There were cars and buildings in Brands. And now that I speak with Stephen Lüttke, the Spiegel-Korrespondent in Britain. Stephen, let's go to the beginning of this. Where did the whole thing take place?

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Ja, tatsächlich erste Meldungen aus Southport im Nordwesten Englands bei Liverpool. Und dort gab es die ersten Ausschreitungen, wo ein rechtsextremer Mob angefangen hat, in der Nähe einer Moschee auf Polizisten einzuprügeln, mit Feuerwerkskörpern auf die zu schießen und eben auch diese Moschee anzugreifen. Und anschließend, ausgehend von diesen Ausschreitungen, von diesen Angriffen in Southport, hat sich das Ganze ausgeweitet zu einer ... Welle der Gewalt, muss man sagen, der rassistischen Gewalt. In vielen verschiedenen Städten wurden Moscheen angegriffen, vor allem Muslime attackiert, Polizisten verletzt, mit Holzlatten auf sie eingeschlagen. Und es waren zum Teil schlimme Szenen, die auch das ganze Land verfolgt hat. Und ein Polizist, mit dem ich gestern sprach, der sagte mir, im Prinzip ist es ein Wunder, dass es noch keinen Todesopfer gegeben hatte in den vergangenen Tagen. Steffen, wie überraschend war das denn für die Engländer? Ist sowas in der Vergangenheit schon mal passiert?

Also man muss dazu sagen, es ist jetzt nicht das erste Mal, dass es zu massenhaften Unruhen in Großbritannien, vor allem in England kommt. Zum letzten Mal war das 2011 der Fall. Da wurde massenhaft protestiert, nachdem Polizisten einen schwarzen Mann getötet hatten. Und dann kam es eben zu wirklich großen Ausschreitungen, die sich da auch noch ausgeweitet haben. Es waren auch nicht die ersten Ausschreitungen von Rechtsradikalen. Insofern, das hat es immer mal wieder gegeben. Und meistens legen sich diese Ausschreitungen dann auch irgendwann wieder. Die Frage ist immer, wann.

Die Frage, ob es sozusagen überraschend war, dass nun so gegen Migranten und tatsächlich auch einfach nur ausländisch wirkende Menschen, die schon seit ihrer Geburt manchmal in Großbritannien leben, so vorgegangen wird und die so angegriffen werden, da kann man geteilter Meinung sein. Ich würde sagen, das ist natürlich schockierend, aber so ganz überraschend ist es eben nicht, weil es hat sich in den vergangenen Jahren hier ein Klima etabliert, in der der Hass gegen Migranten, insbesondere gegen Asylbewerber, sagbar geworden ist und normalisiert wurde. Und das auch von... Yeah, from the elite, from the elite, from the elite, from the politicians, of the former government, of the Tories. In which way?

Naja, vor zwei Jahren hat die damalige Innenministerin Suella Braverman von einer Invasion gesprochen, als es um Asylbewerber ging, die an der englischen Südküste ankamen. Man müsste sozusagen sich dagegen verteidigen, koste es, was es wolle. Und sie wolle jetzt was tun. Wenn man jetzt ernsthaft von einer Invasion redet, wenn es um Asylbewerber geht, dann ist die Implikation natürlich, dass man sich gegen diese Menschen wie bei einem Angriff wehren sollte. Und genau das wird jetzt getan. Wenn man also wirklich diesen Begriff Invasion ernst nimmt, kann es wirklich nicht überraschen, dass jetzt einige rechtsradikale, rechtsextremistische Freaks und ein paar Mitläufer sozusagen die Justiz...

in your own hand. In the past, it was often in the past, that it was a failure. That was a failure, right? The failure of the Ausschreitungen was a really scary, monstrous Mord in Southport. That was just before two weeks. There was a 17-year-old from the village from Southport to Southport and had three little girls, six, seven and nine years old, and tried to continue with his sword.

... ... ... ... ... ... ... ... ... ...

the name is, combined with the fact that an Asylbewerber was just over the channel, also over the Armel-Kanal, and also the English-Geheimdienst had him already in Visier. This is almost the typical thing that happens, and that has been spread like a blaufeuer. Das ist dann irgendwann am Tag zwei wirklich für alle sichtbar auch richtig gestellt worden. Das hat ein paar Stunden gedauert und auch ein paar Tage, bis das dann überall angekommen ist. Aber es ist richtig gestellt worden. Und das hat aber ab einem gewissen Zeitpunkt auch ehrlicherweise die meisten dieser Randalierer nicht mehr interessiert. Also ab irgendeinem Zeitpunkt wussten auch die, ich habe jetzt die vergangenen zwei, drei Tage mit ein paar von denen gesprochen, die wussten dann, es war kein Asylbewerber, sondern es handelt sich bei dem mutmaßlichen Täter eben um einen sozusagen Local, einen Nachbarjungen, einen 17-Jährigen, der in Cardiff geboren wurde, also in Wales.

Seine Eltern kamen dementsprechend vor Jahren schon, man weiß nicht genau wann, aus Ruanda nach Großbritannien. Er selbst ist also mit Sicherheit britischer Staatsbürger, der hier geboren wurde, aber die Eltern eine eingewanderte Familie. Und das hat den meisten dieser Randalierer gereicht, um sozusagen Gewalt anzuwenden und die Wut, die sich, glaube ich, bei einigen schon vorher aufgestaut hatte, auf Migranten, gerade Asylbewerber, einfach rauszulassen. Und ich glaube eben, das hat einerseits damit zu tun, dass das... ... ... ... ... ... ...

Migranten wurden freiwillig ausgeflogen. Und die Tories, die Konservativen, haben es nie geschafft, diejenigen, um die es wirklich geht, also die Menschen, die nicht freiwillig wieder gehen, dorthin zu verfrachten, so wie sie es sich ausgedacht hatten und ja auch für viel Geld sozusagen vorbereitet hatten. Und stattdessen haben sie die Menschen dann in Unterkünfte gesteckt, in einerseits Sammelunterkünfte, die dann schnell überfüllt waren, unter anderem ein Schiff, die Bibi Stockholm, und aber auch in Hotels, weil nämlich die Unterkünfte irgendwann voll waren. Und das hat unfassbar viel Geld gekostet und hat natürlich die... Yeah, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, I say, these people in these hotels, in these places. And we know for example from Germany, how to bring in small villages in small villages and so on, and so was it also here in the last few years. And I think that's one reason why a certain Unmute...

... ... ... Steffen, du hast ja erwähnt, du warst vor Ort und hast dich unter anderem mit einer Anwältin getroffen, die auf so einer Art Liste stand, die eben im Netz kursierte, die offenbar von diesem Mob ins Netz gestellt wurde. Was hat diese Frau erzählt?

Das Ganze ging am Montagmorgen los. Da ist diese Liste gepostet worden, unter anderem in einem Telegram-Kanal, wo dann unter anderem ich auch drin war, um zu gucken, was hier passiert im Land. Und da standen dann 39 Adressen drauf. Da hatte sich einfach jemand sozusagen die Adressen von Anwälten gegoogelt. Das waren Anwälte, Kanzleien, die Asylbewerbern helfen.

So, und die Frau, mit der ich da in Rotherham gesprochen habe, die sagte auch, ja, sie hat am Montag davon erfahren, hat sofort die Polizei angerufen, die ihr dann auch nicht so viel gesagt hat. Und dann stand sie vor der unangenehmen Frage, was macht sie denn jetzt? Macht sie ihre Kanzlei zu? Die hat 50 Mitarbeiter, knapp 50 Mitarbeiter. Familie ist selbst pakistanischer Herkunft, sie trägt Hijab, ist also auch eine derjenigen, die ohnehin schon ein unangenehmes Gefühl hatten in den vergangenen Tagen, weil sie nie wussten, was passiert jetzt mit ihnen, wenn sie hier auf die Straße gegangen sind. Und die hat dann entschieden, erstmal weiterzumachen, zumindest bis zu jenem Tag, für den dann diese, ja, Proteste kann man nicht sagen, der Nachricht in Telegram zufolge, eher diese Angriffe angekündigt waren. Und das war Mittwochabend, 8 Uhr. Und die Nachricht war, keine Einwanderung mehr, Mittwochabend, 8 Uhr, Masken auf. So, und das war schon relativ eindeutig. Und diese Nachricht...

That whole country spoke at the end of this report in the past few days. It went up to the government, which then said, it's really a violent protest on Monday evening in the 39 Städte, which then in this report was already unangenehm in Rotherham, because I noticed that even people who didn't... ... ... ... ... ... ...

where there were refugees welcome, stop racism or stand up to racism, such as things. And so was it was in Rotherham. Also man muss sich das so vorstellen, it was really absurd, because it was so a Gewerbe-Gebiet. And the Kanzlei lag also at the end of the end of this Gewerbe-Gebiet in a Sackgasse. And on the Mittwoch-Nachmittag were all the entire Läden of the entire Geschäft. That Nachbar-Geschäft, that was a Van-Geschäft, where Vans were built. They had all the cars away as a Vorsichts-Maßnahme. It was really niemand there. And trotzdem...

It was a very strange feeling. I had to spend the whole day on the whole day, and you saw cars coming. That were such a young men with a Migrationshintergrund, who wanted to look at what's going on and if there were Randalierers together. We don't know what's going on, if they were together. And also young men on bikes or cars, who wanted to look at how many of their Gleichgesinnten are already there and if they were doing what's going on today.

19.30 Uhr sind wirklich so 50, eher 100 Gegendemonstranten aufgelaufen. Das war sozusagen die lokale Antifa und noch ein paar andere, die nicht so richtig der harte Kern waren. Und haben sich da breit hingestellt auf diese Straße. Das war sozusagen der einzige Zufahrtsweg zur Kanzlei. Und haben angefangen, relativ laut zu skandieren. Ganz vorne dabei so ein junger Mann, 2,14 Meter groß, wie er mir erzählte, mit so einem bandagierten Arm und einem bandagierten Bein, wo man sich schon fragte,

where he had to do it. They made a very strong impression. Many people come and look at it, especially young men, who were in the car. They wanted to know what's going on and have a chance. Und am Ende war dann klar, heute Nacht wird es nicht eskalieren. Und genau so war es wirklich im ganzen Land. Es war wirklich so eine Welle der Erleichterung, glaube ich, im Anschluss, die bis dahin eher schweigende, eher stille Mehrheit im Land erfasst hat, als man gesehen hat, okay, es gab Mittwochabend keine Riots. Zumindest an diesem Abend hat man es geschafft, das zu verhindern. Die Polizei war wirklich wahnsinnig froh, aber seitdem fragen sich alle, was passiert jetzt nun am kommenden Wochenende. Und die große Frage ist, ist das, was man bisher getan hat, nun genug, um neue Ausschreitungen, eine weitere Eskalation zu verhindern? Oder dreht sich diese Spirale der Gewalt nun weiter?

Steffen bespricht es an. Die Frage ist, wurde genug getan, um weitere Krawalle zu verhindern? Nun hat ja Großbritannien seit einigen Wochen einen neuen Premier. Was hat denn die Regierung in die Wege geleitet? Keir Starmer war ja, bevor er in die Politik gegangen ist, und das ist noch gar nicht so lange her, Chef des Crown Prosecution Service, also so eine Art Staatsanwaltschaft in Wales. Und der gefällt sich derzeit relativ gut, glaube ich, in dieser Law-and-Order-Pose. Also das, was er in seinen Reden so erzählt, ist ...

Die Straftäter werden die volle Härte des Gesetzes kennenlernen. Man wird da keine Gnade haben. Man soll sich da keine Illusionen hingeben. Und tatsächlich glaube ich... Er profitiert, muss man schon fast sagen, von dieser Zeit in der Strafverfolgungsbehörde, als sozusagen Englands oberster Strafverfolger. Er wendet nämlich dasselbe Rezept an. Damals bei den London Riots 2011 hat er schon als Verantwortlicher darauf gesetzt, dass möglichst schnell Menschen, möglichst viele Menschen auch festgenommen werden und dann möglichst schnell vor Gericht gebracht werden. Einfach damit es einen abschreckenden Effekt hat. Und genau das passiert jetzt.

or the police has more than 400 people in these days, and the first cases happen now. There are not-for-straft men who... alkoholisiert angefangen haben, auf einen Polizisten einzuprügeln, ihn zu schubsen und so weiter, zu teils empfindlichen Haftstrafen verurteilt. 32 Monate war jetzt heute gerade die letzte Haftstrafe. Und man kann natürlich schon argumentieren, dass das abschreckt. Und die Frage ist aber, reicht das? Also jetzt so ein paar Verurteilungen und 400 Festnahmen, das ist jetzt auch noch nicht die Welt, wenn man sich anschaut, dass wirklich mehrere tausend Menschen an diesen gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt waren. Und ich glaube, dass...

There will be a series of factors that are now. The weather was good. I must say that there was a lot of pressure in England in August, when the weather is good. Now it's a bit worse. Today it has regened. That's already a good news for the police. And also for the most people in the country. But it will not work well. And then the weekend of the football season, the Premier League. And that could actually help, because these idiots, the idiots of Policists and Muslims, maybe something else to do with.

This was Stephen Lutke, Spiegel-Korrespondent in Großbritannien über die rassistischen Krawalle in England und Nordirland. Mir bleibt nur noch Danke zu sagen bei Ihnen, bei euch fürs Zuhören und bei Philipp Wackler für die Hilfe. 8 Milliarden erscheinen immer am Freitag und zwar bei spiegel.de und überall da, wo es Podcasts gibt. Why? That's you at Firewall. On Spotify, Apple Podcasts or wherever you listen to your podcasts.

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How long is this episode of Acht Milliarden: Der Auslands-Podcast des SPIEGEL?

This episode is 19 minutes long.

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This episode was published on August 9, 2024.

Is there a transcript available for this episode?

Yes, a full transcript is available for this episode. You can read the complete transcript on the episode page.

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