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EPISODE · Jul 5, 2026

Ein Saarbrücken für alle? Obdachlosigkeit und die unsichtbaren Schranken der Stadt

from Land & Leute

Während Obdachlose aus vielen öffentlichen Räumen verdrängt werden, fühlen sich Anwohner zunehmend von den Folgen der Drogen- und Alkoholsucht vor ihrer Haustür allein gelassen. Ein Feature von Katja Hackmann und Caroline Uhl.

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Unsere Straßen, Parks und Plätze: Auf dem Papier ist der öffentliche Raum für alle da. Stadtgestaltung, Ordnungspolitik und ökonomische Interessen zeigen aber, wer wo willkommen ist und wer nicht. Gerade für Obdachlose werden die Orte, an denen sie sich ohne Probleme länger aufhalten können, rarer. Auf der anderen Seite fühlen sich Anwohner mit den Folgen von Drogen- und Alkoholsucht vor ihrer Haustür allein gelassen. Wie kann der Konflikt um öffentliche Räume, Sicherheit und Teilhabe gelöst werden?Wem gehört der öffentliche Raum? Diese Debatte wird vielerorts mit zunehmender Härte geführt – auch in Saarbrücken. Der Grund: Die Zahl derer, die auf der Straße ihren Lebensmittelpunkt haben, steigt. Es sind häufig Personen mit massiven Problemen: Obdachlosigkeit etwa oder Alkohol- oder Drogensucht.Innenstädte werden für sie durch mehr oder weniger subtile Maßnahmen immer unattraktiver gemacht: Dazu gehört die sogenannte "defensive Architektur”, aber auch Platzverweise oder andere ordnungspolitische Durchgriffe.Und dort, wo es offizielle oder inoffizielle Treffpunkte für Betroffene gibt, sind Anwohner aufgrund von Drogen- und Alkoholsucht vor ihrer Haustür verängstigt und wütend. Konkretes Beispiel: die Saarbrücker Johannisstraße, wo seit Jahren der Konflikt um einen Treffpunkt für Drogenabhängige schwelt.Die SR-Reporterinnen Katja Hackmann und Caroline Uhl fügen Ansichten und Erfahrungen verschiedener Seiten zusammen: ein Saarbrücker, der selbst seine Tage auf der Straße verbringt, ein Sozialarbeiter, der immer häufiger an die Grenzen des Leistbaren stößt, eine Anwohnerin, die vor Drogenkriminalität und Gewalt in ihrer Straße kapitulierte. Zu Wort kommen zudem Experten, die einen anderen Blick auf Armut und Obdachlosigkeit fordern. In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit, fehlendem günstigem Wohnraum und politischer Debatten um "Ordnung", "Sicherheit" und "Stadtbild" geht es um zentrale demokratische Fragen: Wie inklusiv ist der Raum, den wir gemeinsam nutzen? Was müsste geschehen, damit wir ihn wirklich gemeinsam nutzen können und wollen? Wie kann ein gutes Miteinander im öffentlichen Raum gelingen – in Saarbrücken und überall sonst?

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