EPISODE · Mar 15, 2026 · 26 MIN
Evidenz statt Werbung: Nahrungsergänzungsmittel bei Rückenschmerzen
from Rückenschmerzen verstehen – Rückenschmerzen beheben. Neurochirurg und Rückenexperte Prof. Dr. Christian Woiciechowsky erklärt wie und warum · host Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) können bei Rückenschmerzen, insbesondere bei vermuteter entzündlicher Beteiligung, eingesetzt werden, um Heilungs- und Regenerationsprozesse zu unterstützen. Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren, Magnesium oder sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Curcumin) können Entzündungen modulieren und so zur Schmerzreduktion beitragen. Eine wichtige Rolle spielt zudem Vitamin D3, das für Knochengesundheit, Muskelkraft und möglicherweise auch für die Modulation von Entzündungsprozessen relevant ist – vor allem bei nachgewiesenem Mangel. Darüber hinaus werden Glucosamin und Chondroitin eingesetzt, da sie Bestandteile des Knorpelstoffwechsels sind und bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule unterstützend wirken können, um notwendige Reparaturen duchzuführen. Auch Palmitoylethanolamid (PEA) wird diskutiert, da es über nervale und immunologische Mechanismen entzündungsmodulierend und schmerzlindernd wirken kann. Die wissenschaftliche Evidenz ist je nach Präparat unterschiedlich stark, weshalb Nahrungsergänzungsmittel keine gezielte Therapie wie Bewegung, Physiotherapie oder eine ärztlich verordnete medikamentöse Behandlung ersetzen. Sie können jedoch als ergänzende Maßnahme sinnvoll sein, insbesondere bei nachgewiesenen Mangelzuständen oder chronischen Beschwerden. Eine individuelle ärztliche Beratung ist empfehlenswert, um Nutzen, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen richtig einzuschätzen.
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