EPISODE · Jun 17, 2023 · 8 MIN
Folge 1219: Junji Sakamoto OKIKU AND THE WORLD feat. Andras (NipponConnection2023)
from SchönerDenken FilmPodcast · host Andras und Thomas
Kostümfilme laufen immer Gefahr in die Nostalgiefalle zu gehen und die Vergangenheit zu verklären. Nicht so OKIKU AND THE WORLD: In Junji Sakamotos Film müssen in der Edo-Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwei junge Männer wortwörtlich einen „Scheiss“-Job erledigen: Da es keine Kanalisation gibt, löffeln sie die Exkremente aus den Toiletten, bezahlen dafür Geld und verkaufen es als Dünger an Bauern. Statt Respekt gibt es Tritte von Samurai, die glauben dass sogar ihre Ausscheidungen besser sind als die anderer Menschen. Jeder rümpft die Nase, wenn sie sich nähern. Nicht so Okiku – obwohl die hübsche und gebildete junge Frau einer höheren Klasse angehört, respektiert sie Männer und verliebt sich sogar in einen der beiden.Diese Liebesgeschichte über scheinbar unüberwindliche Klassenschranken hinweg ist ganz in schwarzweiss gedreht, was sowohl der gesellschaftskritischen Ebene als auch den komischen Momenten eine besondere Intensität gibt. Der Film, der nichts beschönigt, hat einen lakonischen Humor – wunderbar die Szene, wenn sich die Liebenden aussprechen und der Schneefall zeigt, wie lange das dauert 🙂 Wenige Momente zeigt uns Sakamoto in Farbe und katapultiert damit den Film für Augenblicke in unsere Gegenwart – auch eine Art, an die vierte Wand zu klopfen. Im Podcast denken wir darüber nach, dass sich eigentlich seit damals nichts geändert hat: Es müssen immer noch Menschen Scheiss-Jobs machen – ob bei den Entsorgungsbetrieben oder beim Batterierecycling in Bangladesch, werden ausgebeutet und nicht respektiert. Direkt nach dem Kino am Mikrofon: Andras und Thomas.
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Kostümfilme laufen immer Gefahr in die Nostalgiefalle zu gehen und die Vergangenheit zu verklären. Nicht so OKIKU AND THE WORLD: In Junji Sakamotos Film müssen in der Edo-Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwei junge Männer wortwörtlich einen „Scheiss“-Job erledigen: Da es keine Kanalisation gibt, löffeln sie die Exkremente aus den Toiletten, bezahlen dafür Geld und verkaufen es als Dünger an Bauern. Statt Respekt gibt es Tritte von Samurai, die glauben dass sogar ihre Ausscheidungen besser sind als die anderer Menschen. Jeder rümpft die Nase, wenn sie sich nähern. Nicht so Okiku – obwohl die hübsche und gebildete junge Frau einer höheren Klasse angehört, respektiert sie Männer und verliebt sich sogar in einen der beiden.Diese Liebesgeschichte über scheinbar unüberwindliche Klassenschranken hinweg ist ganz in schwarzweiss gedreht, was sowohl der gesellschaftskritischen Ebene als auch den komischen Momenten eine besondere Intensität gibt. Der Film, der nichts beschönigt, hat einen lakonischen Humor – wunderbar die Szene, wenn sich die Liebenden aussprechen und der Schneefall zeigt, wie lange das dauert 🙂 Wenige Momente zeigt uns Sakamoto in Farbe und katapultiert damit den Film für Augenblicke in unsere Gegenwart – auch eine Art, an die vierte Wand zu klopfen. Im Podcast denken wir darüber nach, dass sich eigentlich seit damals nichts geändert hat: Es müssen immer noch Menschen Scheiss-Jobs machen – ob bei den Entsorgungsbetrieben oder beim Batterierecycling in Bangladesch, werden ausgebeutet und nicht respektiert. Direkt nach dem Kino am Mikrofon: Andras und Thomas.
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Folge 1219: Junji Sakamoto OKIKU AND THE WORLD feat. Andras (NipponConnection2023)
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