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EPISODE · Jul 7, 2025 · 8 MIN

Greifen und BeGreifen: Wie Lernen und Verhalten mit frühkindlichen Reflexen zusammenhängen von Sally Goddard Blythe

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Das menschliche Gehirn entwickelt sich rasant in den ersten Lebensjahren. In dieser Zeit spielt das Zusammenspiel von körperlichen und neurologischen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. Besonders faszinierend ist der Einfluss frühkindlicher Reflexe auf die Lern- und Verhaltensentwicklung, wie die Autorin und Forscherin Sally Goddard in ihren Studien und Büchern zeigt. Die frühkindlichen Reflexe, die angeborene Reaktionen auf bestimmte Reize sind, bilden eine Art neurologisches Fundament, auf dem später komplexe Fähigkeiten aufbauen. Goddards Forschung legt nahe, dass das Verständnis dieser Reflexe und ihrer Rolle im Entwicklungsprozess nicht nur Eltern und Pädagogen, sondern auch Therapeuten wichtige Einsichten liefert.Frühkindliche Reflexe umfassen eine Reihe automatisierter Bewegungen, die bei Babys zu beobachten sind. Diese Reflexe erfüllen eine Schutzfunktion und unterstützen grundlegende Prozesse wie Atmung, Saugen und Greifen. Typische Reflexe, wie der Moro-Reflex oder der Greifreflex, tragen dazu bei, dass das Kind seine Umgebung wahrnimmt und mit ihr interagiert. Interessanterweise weisen Studien darauf hin, dass sich diese Reflexe auf die spätere Fähigkeit des Kindes auswirken, komplexere Aufgaben zu bewältigen. Sie legen den Grundstein für das, was Goddard als die Fähigkeit zum „Begreifen durch Greifen“ beschreibt. Durch die Ausübung und anschließende Hemmung dieser Reflexe entwickeln Kinder die Kontrolle über ihre eigenen Bewegungen und beginnen, ihre Umgebung gezielt wahrzunehmen.Reflexe sind nicht nur motorische Reaktionen, sondern auch Hinweise auf die neurologische Reifung. Ein gut integriertes Reflexmuster unterstützt die körperliche und kognitive Entwicklung, während ungelöste Reflexe zu Problemen führen können. Sally Goddard beschreibt beispielsweise, dass ein fortbestehender Moro-Reflex, der sich normalerweise innerhalb weniger Monate verliert, zu Konzentrationsschwierigkeiten und Überempfindlichkeiten führen kann. Kinder, deren frühkindliche Reflexe sich nicht rechtzeitig zurückbilden, können daher anfälliger für Lernschwierigkeiten, wie Lese- und Rechtschreibprobleme, sein. Dies zeigt, wie wichtig eine reibungslose Entwicklung der frühkindlichen Reflexe für die spätere Schulfähigkeit ist. Die Reflexintegration ist also ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Bildungslaufbahn.Das Greifen als erste Form der aktiven Umweltwahrnehmung fördert die neuronale Vernetzung und hilft dem Gehirn, Informationen zu verarbeiten. Die physische Handlung des Greifens unterstützt das räumliche Vorstellungsvermögen und die Hand-Augen-Koordination, die für die kognitive Entwicklung essenziell sind. Sobald das Kind Objekte greifen und erkunden kann, beginnt es, die Beziehungen zwischen sich selbst und der Umgebung zu verstehen. Durch Greifen und Erkunden lernt das Kind, Sinneseindrücke zu kategorisieren und den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu begreifen. Sally Goddard zeigt auf, dass durch diese sensomotorischen Erfahrungen die Basis für spätere abstrakte Denkprozesse gelegt wird. Die Wahrnehmungsentwicklung, die das Kind durch seine Reflexe erlebt, ist damit auch die Grundlage für das Sprach- und Zahlenverständnis.Neben der kognitiven Entwicklung beeinflussen ungelöste frühkindliche Reflexe auch das Verhalten und die Emotionen. Goddard beschreibt, dass unintegrierte Reflexe oft zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Beispielsweise kann der persistierende Greifreflex dazu führen, dass ein Kind Schwierigkeiten hat, Dinge loszulassen, sowohl im physischen als auch im emotionalen Sinne. Die emotionale Regulation hängt eng mit der Reflexintegration zusammen, denn ungelöste Reflexe verstärken Stress und hemmen die Fähigkeit zur Entspannung. Kinder mit verbleibenden frühkindlichen Reflexen neigen eher zu impulsiven Reaktionen und haben häufig eine verminderte Fähigkeit, ihre Emotionen zu kontrollieren. https://markusflicker.com/

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