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EPISODE · Aug 16, 2023 · 31 MIN

Klaus Tanner: Christen in der Politik - Möglichkeiten und Grenzen

from zur debatte · host Katholische Akademie in Bayern

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel. Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht. Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag. Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen. Prof. Dr. Klaus Tanner, Ordinarius für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Heidelberg, ist Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung und fungiert als Wissenschaftlicher Leiter der interdisziplinären Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST). Der Vortrag wurde aufgezeichnet am 9.9.2016 im Rahmen der Kooperationsveranstaltung in Tutzing.

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel. Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht. Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag. Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen. Prof. Dr. Klaus Tanner, Ordinarius für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Heidelberg, ist Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung und fungiert als Wissenschaftlicher Leiter der interdisziplinären Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST). Der Vortrag wurde aufgezeichnet am 9.9.2016 im Rahmen der Kooperationsveranstaltung in Tutzing.

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