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EPISODE · Sep 23, 2024 · 1H 18M

L.I.S.A. - Helmut Schneider – Eine deutsche Biographie zwischen Auschwitz und Goslar

from Zu Gast bei L.I.S.A. · host Moritz Binkele

Der Kinofilm „The Zone of Interest“, der dieses Jahr in den deutschen Kinos zu sehen war, erzählt die Geschichte des Holocausts, ohne ihn zu zeigen. Stattdessen porträtiert er jenseits der Lagerzäune das Leben der Familie des Auschwitz-Kommandanten Höß, während das Grauen innerhalb des Lagers nur durch die Geräuschkulisse und den Rauch der Krematorien angedeutet wird. Dieser Rauch dürfte bei entsprechendem Wind auch über das wenige Kilometer östlich gelegene Buna-Werk der I.G. Farben gezogen sein. Dort stand der Schreibtisch eines Mannes mit dem Allerweltsnamen „Helmut Schneider“. Der ausgebildete Jurist war verantwortlich für die Zuweisung ausländischer Zwangsarbeiter auf der von der SS kontrollierten Baustelle. Obwohl Schneider im „System Auschwitz“ integriert war, pflegte er Kontakte zur Résistance und zu deutschen Widerstandskämpfern. Noch vor Kriegsende floh er nach Goslar, wo er in der jungen Bundesrepublik zum Oberstadtdirektor und zum Freund von Ernst Jünger wurde. Der Historiker Prof. Dr. Winfried Schulze hat die wechselhafte Biographie von Helmut Schneider zwischen Auschwitz und Goslar erforscht. In einer neuen Ausgabe von Zu Gast bei L.I.S.A. sprechen wir über Schneiders Leben, Mittäterschaft und Verdrängung. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/zugastbeilisa_winfriedschulze_auschwitzgoslar

Der Kinofilm „The Zone of Interest“, der dieses Jahr in den deutschen Kinos zu sehen war, erzählt die Geschichte des Holocausts, ohne ihn zu zeigen. Stattdessen porträtiert er jenseits der Lager­zäune das Leben der Familie des Auschwitz-Kommandanten Höß, während das Grauen innerhalb des Lagers nur durch die Geräusch­kulisse und den Rauch der Krematorien angedeutet wird. Dieser Rauch dürfte bei entsprechendem Wind auch über das wenige Kilometer östlich gelegene Buna-Werk der I.G. Farben gezogen sein. Dort stand der Schreib­tisch eines Mannes mit dem Allerwelts­namen „Helmut Schneider“. Der aus­ge­bil­dete Jurist war verant­wortlich für die Zuweisung ausländischer Zwangs­arbeiter auf der von der SS kontrollierten Baustelle. Obwohl Schneider im „System Auschwitz“ integriert war, pflegte er Kontakte zur Résistance und zu deutschen Widerstands­kämpfern. Noch vor Kriegsende floh er nach Goslar, wo er in der jungen Bundesrepublik zum Oberstadt­direktor und zum Freund von Ernst Jünger wurde. Der Historiker Prof. Dr. Winfried Schulze hat die wechsel­hafte Biographie von Helmut Schneider zwischen Auschwitz und Goslar erforscht. In einer neuen Ausgabe von Zu Gast bei L.I.S.A. sprechen wir über Schneiders Leben, Mit­täter­schaft und Verdrängung.

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