EPISODE · Jun 10, 2026 · 42 MIN
Medikamente im Sommer - darauf solltest du achten | Dr. Andrea Morawe erklärt
from LandMEDchen
Passend zu den sommerlichen Temperaturen beschäftigt sich Dr. Andrea Morawe in der aktuellen Folge von „LandMEDchen“ mit einer oft unterschätzten Kombination: Hitze und Medikamente.Anhand eines Praxisbeispiels erklärt sie die Problematik. Frau Müller ist 79 Jahre alt und wird wegen Bluthochdruck, Herzschwäche und Wassereinlagerungen behandelt. Dafür nimmt sie verschiedene Medikamente ein. Während einer mehrtägigen Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad isst und trinkt sie deutlich weniger als sonst. Nach einigen Tagen treten Schwindel, Schwäche und Kreislaufprobleme auf. Die Untersuchungen zeigen einen niedrigen Blutdruck, Anzeichen einer Dehydratation, eine Verschlechterung der Nierenfunktion und einen Gewichtsverlust.Für Andrea wird dabei deutlich: Nicht die Hitze allein ist das Problem, sondern das Zusammenspiel von hohen Temperaturen, Flüssigkeitsmangel und medikamentöser Therapie. Deshalb sollten insbesondere Angehörige, Pflegekräfte und Ärzt:innen in den Sommermonaten aufmerksam sein.Der menschliche Körper verfügt grundsätzlich über wirksame Mechanismen zur Temperaturregulation. Bei Hitze kommt es zu vier zentralen Anpassungen:Die Schweißproduktion nimmt zu, um den Körper abzukühlen.Die Blutgefäße erweitern sich.Die Herzfrequenz steigt an.Die Atmung wird schneller.Diese Prozesse funktionieren zuverlässig, solange ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Geht jedoch zu viel Flüssigkeit verloren, können wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium aus dem Gleichgewicht geraten. Gleichzeitig steigt das Risiko für Einschränkungen der Nierenfunktion.Besonders gefährdet sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr, vor allem Frauen. Auch Patient:innen mit Diabetes gehören zur Risikogruppe, da ihr Durstempfinden häufig verändert ist.Im weiteren Verlauf der Folge geht Andrea auf verschiedene Medikamentengruppen ein, die bei hohen Temperaturen besondere Aufmerksamkeit erfordern. Dazu zählen:Diuretika („Wassertabletten“)Blutdruckmedikamentetransdermale Applikationsformen wie PflasterPsychopharmakaDabei betont sie einen wichtigen Grundsatz: Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Stattdessen sind regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und eine engmaschige Kontrolle von Blutdruck und Allgemeinzustand sinnvoll.Gerade bei Psychopharmaka können Hitzeperioden problematisch werden. Neuroleptika beeinflussen die Wärmeregulation des Körpers, reduzieren teilweise die Schweißproduktion, können Müdigkeit verstärken, den Blutdruck senken und Verwirrtheit fördern. Auch viele Antidepressiva gehen mit einer erhöhten Schweißproduktion einher.Eine Sonderstellung nimmt Lithium ein. Bereits geringe Flüssigkeitsverluste können dazu führen, dass der Lithium-Spiegel deutlich ansteigt und kritische Werte erreicht.Auch bei Insulin gibt es Besonderheiten zu beachten. Das Medikament muss kühl gelagert werden und sollte keinesfalls längere Zeit in einem aufgeheizten Auto verbleiben. Gleichzeitig kann die durch Wärme gesteigerte Durchblutung dazu führen, dass Insulin schneller aufgenommen wird als gewohnt.Zum Schluss fasst Andrea die wichtigsten Empfehlungen für heiße Tage zusammen:Medikamente korrekt lagernAusreichend trinkenAuf Warnzeichen achtenGewicht und Blutdruck regelmäßig kontrollierenDenn gerade im Sommer können kleine Veränderungen im Alltag große Auswirkungen auf die Gesundheit haben.Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ZumPodcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchenZumPodcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDuZumPodcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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