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More human than human. episode artwork

Dec 1, 2025 38 min

More human than human.

from Think Different. Think AI. Hosted by Jens Scharnetzki und Mark Zimmermann

Wann ist ein Replikant kein Replikant mehr? Mark und Jens nehmen sich Ridley Scotts "Blade Runner" vor und fragen, wie viel von der Dystopie aus den Siebzigern längst Realität geworden ist. Ausgangspunkt ist der berühmte Voight-Kampff-Test aus dem Film, der Replikanten an fehlenden emotionalen Mikroreaktionen erkennt, und die Frage, ob der klassische Turing-Test diese Rolle heute überhaupt noch erfüllen kann. Mark erzählt von seinem eigenen Reverse-Test mit ChatGPT, das ihn zu 86 Prozent für einen Menschen hielt, und von einer Studie, in der GPT-4.5 in 73 Prozent der Fälle als menschlicher Gesprächspartner durchging. Von dort geht's tiefer in die Technik: Benchmarks für Sprachmodelle haben laut Jens dieselben Probleme wie Klausuren mit durchgesickerten Lösungen, reine Datenkontamination statt echter Denkleistung. Die beiden unterscheiden Large Language Models von Small Language Models (lokal auf dem Gerät, andere Metriken wie Stromverbrauch statt Weltwissen) und diskutieren, warum emotionale Reaktionen künftig ein wichtigeres Gütekriterium werden könnten als reines Faktenwissen. Ein Konferenzbericht vom Fraunhofer-Institut liefert die reale Blade-Runner-Parallele: Wer heute Deepfake-Videos entlarven will, achtet auf die Pulsader auf der Stirn: ein Detail, das KI-Videogenerierung noch nicht sauber hinbekommt. Noch. Das zweite große Thema der Folge ist Machtkonzentration. Jens zieht die Linie von Gemini mit Nano Banana Pro über Grok, Claude und GPT bis zu der Beobachtung, dass Zugang zu den besten Modellen zunehmend über Erfolg entscheidet, im Kleinen bei Hausaufgaben, im Großen bei der Frage, welche Staaten sich Rechenzentren und Energie für KI-Training leisten können. Energie, nicht Rechenpower, wird hier als eigentliche Währung der KI-Zukunft beschrieben. Mark bringt Open-Source-KI-Modelle und die europäische Regulierungsdebatte als möglichen Gegenpol ins Spiel, warnt aber auch vor einer Cyberpunk-artigen Auflösung gewohnter Machtstrukturen, wie sie in Romanen wie "Neuromancer" beschrieben wird. Zum Schluss wird es fast philosophisch: Wenn Agentensysteme aus mehreren spezialisierten Modellen wie ein Organismus zusammenarbeiten und Maschinen zunehmend Emotionen simulieren oder sogar entwickeln, wird aus der Frage "Kann eine Maschine denken?" eher die Frage "Wen akzeptieren wir als gleichberechtigte Person?". Am Beispiel der Deckard-Rachel-Szene aus dem Film zeigen Mark und Jens, warum ein reiner Turing-Test dafür schon bald nicht mehr ausreichen könnte und ein Empathietest die nächste Stufe sein müsste. — Think Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki. Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004 Wenn euch die Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet, ob jemand Neues uns findet. https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699 Feedback und Gäste: über die Show-Seite.

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