Muss es Kriege geben, Herfried Münkler? episode artwork

EPISODE · Jan 14, 2026 · 1H 37M

Muss es Kriege geben, Herfried Münkler?

from Nur eine Frage · host DIE ZEIT

Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen. Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom ewigen Frieden und führt doch stetig weiter Kriege. Warum kämpfen Menschen gegen Menschen und bringen einander um – obwohl fast alle Weltreligionen das Töten von Menschen verbieten, obwohl es die Menschenrechte gibt, obwohl die UN-Charta gebietet, den Weltfrieden zu wahren? Muss es Kriege geben? Das fragen wir bei "Nur eine Frage" dieses Mal den Politologen Herfried Münkler. Münkler hält eine Welt ohne Kriege für Wunschdenken: "Angesichts der Welt, in der wir leben, ist es nicht vorstellbar, dass es in absehbarer Zeit keine Kriege gibt." Der Grund: Es gibt keinen Hüter einer friedlichen Ordnung. "Die Geschichte der Vereinten Nationen vor dieser Aufgabe ist eine des Versagens", sagt er. Herfried Münkler ist der einflussreichste lebende deutsche Politologe und Autor von mehr als 30 Büchern. Er hat mehrere Bundeskanzler beraten, die ZEIT nannte ihn einen "Ein-Mann-Think-Tank". Seine Kritiker hingegen schimpften ihn schon einen "Extremisten der Mitte". Dennoch wurden Münklers 2002 und 2006 erschienene Werke "Die neuen Kriege" und "Wandel des Krieges" zu Bestsellern. Darin attestiert er eine Rückkehr zu "unordentlichen Kriegsformen", was sich maßgeblich in der Privatisierung und Asymmetrierung sowie Demilitarisierung der Kriege äußere. In seinem neuesten Werk "Macht im Umbruch" analysiert Münkler die Verschiebungen einer multipolaren und nicht länger regelbasierten Weltordnung des 21. Jahrhunderts und die Herausforderungen, denen sich Deutschland und Europa stellen müssen. Im Gespräch erklärt der Politologe Münkler, dass Kriege überhaupt erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen aufkamen – erst jetzt habe es sich gelohnt, Orte mit ihren Ressourcen und Bewohnern zu verteidigen, statt Konflikten aus dem Weg zu gehen. So hätten es die Jäger- und Sammlergesellschaften davor getan, obwohl auch sie den Zustand latenter Gewalt kannten. Münkler zeichnet nach, wie sich Kriegsführung seit der Sesshaftwerdung entwickelt hat: von der frühzeitlichen Schlacht an der Tollense, über den Dreißigjährigen Krieg bis zur Zeit der Kabinettskriege und den Totalen Kriegen der Moderne. Münkler betont, dass die Auffassung von Krieg und Frieden als zwei unterschiedliche "politische Aggregatzustände" erst relativ spät aufkommt und erklärt, warum das trotz der Negativität des Krieges als zivilisatorische Errungenschaft gelten kann. Letztlich aber sei der Frieden immer auch eine Zeit zur Vorbereitung für den Ernstfall gewesen – ganz im Sinne des Philosophen Thomas Hobbes, sagt Münkler. Warum der Krieg trotz vermeintlicher zivilisatorischer Fortschritte und angesichts technologischer Errungenschaft ein ständiger und kostspieliger Begleiter der Politik bleibt, warum sich junge Männer zum Teil nach einer "Flucht aus dem Frieden" sehnen und ob künstliche Intelligenz eines Tages Kriege ohne Menschen möglich machen könnte – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von Nur eine Frage (N1F). Produktion: ifbbw Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier: https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast Abonnieren Sie auch unseren N1F-Newsletter: https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an [email protected].

Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen. Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom ewigen Frieden und führt doch stetig weiter Kriege. Warum kämpfen Menschen gegen Menschen und bringen einander um – obwohl fast alle Weltreligionen das Töten von Menschen verbieten, obwohl es die Menschenrechte gibt, obwohl die UN-Charta gebietet, den Weltfrieden zu wahren? Muss es Kriege geben? Das fragen wir bei "Nur eine Frage" dieses Mal den Politologen Herfried Münkler. Münkler hält eine Welt ohne Kriege für Wunschdenken: "Angesichts der Welt, in der wir leben, ist es nicht vorstellbar, dass es in absehbarer Zeit keine Kriege gibt." Der Grund: Es gibt keinen Hüter einer friedlichen Ordnung. "Die Geschichte der Vereinten Nationen vor dieser Aufgabe ist eine des Versagens", sagt er. Herfried Münkler ist der einflussreichste lebende deutsche Politologe und Autor von mehr als 30 Büchern. Er hat mehrere Bundeskanzler beraten, die ZEIT nannte ihn einen "Ein-Mann-Think-Tank". Seine Kritiker hingegen schimpften ihn schon einen "Extremisten der Mitte". Dennoch wurden Münklers 2002 und 2006 erschienene Werke "Die neuen Kriege" und "Wandel des Krieges" zu Bestsellern. Darin attestiert er eine Rückkehr zu "unordentlichen Kriegsformen", was sich maßgeblich in der Privatisierung und Asymmetrierung sowie Demilitarisierung der Kriege äußere. In seinem neuesten Werk "Macht im Umbruch" analysiert Münkler die Verschiebungen einer multipolaren und nicht länger regelbasierten Weltordnung des 21. Jahrhunderts und die Herausforderungen, denen sich Deutschland und Europa stellen müssen. Im Gespräch erklärt der Politologe Münkler, dass Kriege überhaupt erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen aufkamen – erst jetzt habe es sich gelohnt, Orte mit ihren Ressourcen und Bewohnern zu verteidigen, statt Konflikten aus dem Weg zu gehen. So hätten es die Jäger- und Sammlergesellschaften davor getan, obwohl auch sie den Zustand latenter Gewalt kannten. Münkler zeichnet nach, wie sich Kriegsführung seit der Sesshaftwerdung entwickelt hat: von der frühzeitlichen Schlacht an der Tollense, über den Dreißigjährigen Krieg bis zur Zeit der Kabinettskriege und den Totalen Kriegen der Moderne. Münkler betont, dass die Auffassung von Krieg und Frieden als zwei unterschiedliche "politische Aggregatzustände" erst relativ spät aufkommt und erklärt, warum das trotz der Negativität des Krieges als zivilisatorische Errungenschaft gelten kann. Letztlich aber sei der Frieden immer auch eine Zeit zur Vorbereitung für den Ernstfall gewesen – ganz im Sinne des Philosophen Thomas Hobbes, sagt Münkler. Warum der Krieg trotz vermeintlicher zivilisatorischer Fortschritte und angesichts technologischer Errungenschaft ein ständiger und kostspieliger Begleiter der Politik bleibt, warum sich junge Männer zum Teil nach einer "Flucht aus dem Frieden" sehnen und ob künstliche Intelligenz eines Tages Kriege ohne Menschen möglich machen könnte – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von Nur eine Frage (N1F). Produktion: ifbbw Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier: https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast Abonnieren Sie auch unseren N1F-Newsletter: https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an [email protected].

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Muss es Kriege geben, Herfried Münkler?

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Alben für die Ewigkeit audiowest, Freddy Kappen, Stephan Kleiber, Dieter Kottnik Es gibt Alben, die sind etwas Besonderes. Da ist nicht einfach nur Musik drauf – sondern Musik, die bleiben wird. Vielleicht für immer. Es sind Alben, die die Geschichte der Rock- und Popmusik um entscheidende Entwicklungen bereichert haben. Die nicht nur Erfolg, sondern auch Wirkung haben. Und hier stellen wir sie vor.Bei uns könnt Ihr zeitlose Klassiker der Musikgeschichte kennenlernen. Oder sie noch einmal neu erleben und sozusagen ein zweites Mal kennenlernen. Ihr erfahrt die Geschichten, die hinter diesen Alben stecken: Wann und wo sind sie entstanden? Was lässt sie hervortreten aus der Menge? Warum sind sie so, wie sie sind? Und was ist das Besondere an ihnen? Und: Natürlich spielen wir auch Musik. Jede Menge sogar — denn darum geht‘s ja bei uns. Verfassungspod Verfassungsblog Wir nehmen uns die großen Themen vor, suchen die Leute, die davon wirklich etwas verstehen, und geben keine Ruhe, bevor wir der Sache nicht auf den Grund gegangen sind. Das Ergebnis: eine Podcast-Langstrecke, die sich wirklich lohnt.Jetzt auf Steady unterstützen! https://steadyhq.com/de/plans/7cdcee9d-d81e-4962-95b0-01b1b9ff9941 iChange Podcast – Für mehr Leichtigkeit Navanita & Khadro – Heart-Leadership, Mindset Mentoring & Authors Der «iChange Podcast» von Navanita und Khadro ist ein Podcast für alle Menschen, die die Wahrnehmung des Bewusstseins erweitern wollen. Wenn du dich für Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Leben, Lieben oder universelle Gesetze interessierst, findest du beim «iChange Podcast» viele spannende, inspirierende Geschichten und Interviews mit berühmten aber auch «normalen» Menschen, die über ihre Lebenserfahrungen und ihren Weg zum Erfolg berichten. Nicht nur auf der Tanz- oder Yogabühne waren Navanita und Khadro ein Paar; auch privat sind sie eng verbunden und es wäre nicht verwunderlich, wenn ihre Namen exemplarisch neben dem Wort «Liebe» stehen würden. Die beiden Seelenverwandten haben sich gefunden, um gemeinsam Menschen zu bewegen und Herzen zu berühren. Auch als Unternehmer sind sie erfolgreich und begleiten und führen Menschen zum Erfolg. Als Holistic Coaches - Ganzheitliche Lebensberater, unterstützen sie Menschen ihre Veränderungen konstruktiv zu nutzen und die Ursachen aufzude Soular Sisters Jana Liebig & Anka Goeker Zwei kosmisch verbundene Wassermann-Frauen, ein Podcast und unendlich Stoff zum reden.Jana ist Traumatherapeutin mit Herz & Tiefe, Anka kreative Brand- und Webdesignerin mit Blick für die Schönheit des Lebens. Zusammen sinnieren sie über innere Prozesse, Psychologie, spirituelle Aha-Momente, Selbstliebe und über das Leben - zwischen Sinnkrise und Magic Moments.Jana teilt dabei ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Traumatherapeutin, Anka bringt ihre kreative Perspektive als Brand- & Webdesignerin mit ein - mindestens genauso gerne reden (& judgen) sie aber auch über fünfzig offene Browser-Tabs, PMS-Mental-Breakdowns, warum man beim Meditieren plötzlich an das peinliche Referat in der fünften Klasse denkt und die Frage, warum das Leben manchmal einfach völlig absurd und dadurch irgendwie divinely aligned ist.Soular Sisters ist der Podcast für alles, was das Leben ausmacht – von früheren Leben über aktuelle Struggles bis hin zu visionären Zukunftsträumen. Sie garantieren für nichts, au

Frequently Asked Questions

How long is this episode of Nur eine Frage?

This episode is 1 hour and 37 minutes long.

When was this Nur eine Frage episode published?

This episode was published on January 14, 2026.

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Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das...

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