EPISODE · Apr 1, 2026 · 15 MIN
Mythen rund um Gicht – aufgeklärt von Dr. Andrea Morawe
from LandMEDchen
Spargel, Steak, Bier und nachts Schmerzen im großen Zeh? Das schieben viele auf Gicht!Doch wie passen Gicht und Ernährung überhaupt zusammen?In den Frühlingsmonaten, in denen Grill- und Spargel-Saison beginnen, sehen wir in den Hausarztpraxen viele Gicht-Anfälle. Den dahinterstehenden Mythen will sich Dr. Andrea Morawe in ihrer neuen Folge von „LandMEDchen“ widmen!Gicht ist eine chronische Stoffwechsel-Erkrankung. In unserer Leber findet der Purinstoffwechsel statt und in diesem Rahmen fällt Harnsäure an. Bei einer Hyperurikämie kommt es zu einer Übersättigung von Harnsäure, bei welcher der kritische Punkt von 6,8mg pro Deziliter Harnsäure überstiegen wird. Dann werden die Mononatriumurat-Kristalle schlecht löslich und fallen aus. So kommt es zu Ablagerungen in Gelenken und im Gewebe – dadurch entstehen Schmerzen.Diese entstehen meist plötzlich in der Nacht.Gicht ist chronisch progredient und unbehandelt kann es zu weiteren Gicht-Anfällen kommen, aber auch zu Nierenschädigungen, chronischer Arthritis und Gicht-Knötchen.Meist hängt Gicht auch mit metabolischen Syndromen zusammen.Andrea schaut sich die Mythen an:Mytos 1: Gicht kommt vom FleischkonsumFleischkonsum beeinflusst den Purinstoffwechsel, doch der metabolische Status, die renale Ausscheidung und genetische Faktoren haben einen weiteren Einfluss.Mythos 2: Spargel ist gefährlichSpargel hat weniger Purin als ihm nachgesagt wird und ist somit kein Hauptträger für akute Gicht-Anfälle. Das Problem ist nicht der Spargel, sondern das Schnitzel und das Bier dazu.Mythos 3: Nach einem Anfall hat man GichtEin Anfall bleibt unbehandelt selten allein und kann unbehandelt auch zu Folgeschäden führen.Mythos 4: Ernährung reicht als TherapieErnährung ist ein wichtiger Baustein in der Therapie, doch eine medikamentöse Therapie ist die Grundlage.Mythos 5: Alkohol ist nicht relevantAlkohol reduziert die Harnsäureausscheidungen und enthält je nach Getränk zusätzliche Purine.Das Ziel der Therapie ist Treat to target – das heißt es gibt Zielwerte in der Harnsäure, die erzielt werden sollten. Diese sollte frühzeitig beginnen, die Langzeittherapie ist aber auch ein entscheidender Punkt – eine Akuttherapie alleine ist ein großer Fehler. Mehr als zwei Anfälle pro Jahr sind schon ein Grund dafür, eine Langzeittherapie zu starten. Allopurinol und Febuxostat sind die Klassiker.Fructose hat einen großen Einfluss auf die Entstehung von Gicht, denn diese wird fast vollständig in der Leber verstoffwechselt. Das Problem: Fructose ist nicht nur in Obst, sondern auch in Honig und in vielen hoch-verarbeiteten Lebensmitteln, z.B. Softdrinks.Die Ernährungsempfehlung ist zunächst: Gemüse! Außerdem hilft es, viel Wasser zu trinken, Alkohol, rotes Fleisch, Innereien und Zucker zu reduzieren. Fastenkuren können sogar zum Auslöser von Gicht-Anfällen werden!Eine Ernährungstherapie kann in diesem Fall unterstützen.Andrea’s Tipps für die Grillsaison sind: Fleischmenge reduzieren, mehr Gemüse auf den Grill, möglichst keine Kombination mit Softdrinks, möglichst kein Alkohol und ein Verdauungsspaziergang!Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ ZumPodcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen ZumPodcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu ZumPodcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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