EPISODE · Oct 12, 2025 · 20 MIN
Pudendusneuralgie – Wenn der Nerv im Becken schmerzt
from Rückenschmerzen verstehen – Rückenschmerzen beheben. Neurochirurg und Rückenexperte Prof. Dr. Christian Woiciechowsky erklärt wie und warum · host Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky
Die Pudendusneuralgie ist eine schmerzhafte Reizung oder Einklemmung des Pudendusnervs, der Empfindungen im Dammbereich, an den Genitalien und rund um den After steuert. Typisch sind brennende, stechende oder ziehende Schmerzen, die sich beim Sitzen verschlimmern und im Stehen oder Liegen bessern. Ursachen können mechanischer Druck, Narben, Muskelverspannungen oder Fehlstellungen im Becken sein. Zur Diagnostik dienen vor allem Nervenblockaden. In der Behandlung steht zunächst die konservative Therapie im Vordergrund – also Physiotherapie zur Muskelentspannung, Medikamente gegen Nervenschmerz und gezielte Infiltrationen. Ein modernes, minimalinvasives Verfahren ist die gepulste Radiofrequenztherapie. Dabei werden kurze, hochfrequente Stromimpulse über eine feine Sonde an den Pudendusnerv abgegeben. Diese „beruhigen“ die Schmerzleitung, ohne den Nerv zu zerstören, und können so die Schmerzen über Wochen oder Monate deutlich lindern. Wenn alle konservativen Methoden versagen, kann in ausgewählten Fällen eine chirurgische Dekompression helfen, bei der der Nerv operativ entlastet wird. Studien zeigen hier besonders gute Ergebnisse für laparoskopische Techniken. Insgesamt gilt: Die Pudendusneuralgie ist selten und wird oft übersehen. Mit einer gezielten Diagnose und abgestuften Behandlung bestehen häufig gute Chancen auf nachhaltige Schmerzlinderung.
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