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EPISODE · Jun 1, 2026 · 38 MIN

«Schmerzen - und wie unser Geschlecht beeinflusst, wie wir behandelt werden» | Susanne Wegener & Caroline Gebhard

from Über Gendermedizin – und warum sie uns alle betrifft · host Der Wissenspodcast mit Bigna Silberschmidt

Warum bekommen Frauen nach Operationen oft weniger starke Schmerzmittel, obwohl sie schmerzempfindlicher sind als Männer? Und warum fällt es Männern schwerer, ihre Schmerzen anzusprechen? Das Geschlecht wird in der Medizin noch immer zu wenig mitgedacht: Auf der Intensivstation, bei der Migränediagnose, nach dem Schlaganfall. Susanne Wegener, Professorin und leitende Ärztin an der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich, erklärt, welche Rolle Hormone beim Schmerzempfinden spielen und warum Migräne bei Männern wohl häufiger unerkannt bleibt als gedacht. Caroline Gebhard, leitende Ärztin am Institut für Intensivmedizin des Stadtspitals Zürich Triemli, zeigt, wo geschlechterspezifische Unterschiede in der Intensivmedizin noch zu wenig berücksichtigt werden – und weshalb Prävention und Patient:innenverfügungen dabei eine wichtige Rolle spielen. Take Home Messages - Frauen sind schmerzempfindlicher als Männer. Ihre Schmerzen werden häufiger unterschätzt und weniger passend behandelt. - Männer haben biologisch das schlechtere Immunsystem und sind bei Infektionen stärker gefährdet. Auch deshalb lohnt es sich, wenn in Studien das Geschlecht berücksichtigt wird. - Hormone beeinflussen Schmerzen stark. Sinkende Östrogenspiegel vor der Menstruation können etwa Migräneattacken auslösen. - Männer kriegen mehr Schlaganfälle, wenn sie jünger sind, Frauen in höherem Alter. Nach einem Schlaganfall erholen sich Frauen schlechter als Männer, obwohl die Akuttherapie gleich wirksam ist. Soziale Faktoren wie Alleinleben und Pflegeverantwortung spielen dabei eine grosse Rolle. - Eine Patient:innenverfügung kann auf der Intensivstation entscheidend sein. Es wird empfohlen, eine auszufüllen und mit nahen Menschen darüber zu sprechen. - Wer Schmerzen hat, soll nicht zu lange die Zähne zusammenbeissen. Hilfe suchen kann sich lohnen.

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