EPISODE · Jun 21, 2026 · 13 MIN
Selbstwahrnehmung trügt – Warum du dich selbst am schlechtesten kennst (und was du dagegen tun kannst)
Du hast bestimmt schon mal eine Sprachnachricht von dir selbst gehört und gedacht: „Klinge ich wirklich so?"Klar. Du klingst genau so. Andere hören dich jeden Tag so. Nur du selbst hörst dich anders – weil du deine eigene Stimme durch deinen Schädel hörst, mit Knochenleitung. Die Version, die du im Kopf hast, ist nicht die echte. Die echte ist die, die andere hören.Das ist eine kleine, fast banale Beobachtung. Aber sie ist ein perfektes Bild für etwas viel Größeres.Du glaubst, du kennst dich. Schließlich lebst du jeden Tag mit dir. Wer sonst sollte dich besser kennen als du selbst? Die ehrliche Antwort: fast jeder andere.Studien aus der Persönlichkeitspsychologie zeigen seit Jahrzehnten konsistent: Wenn man Menschen bittet, sich selbst einzuschätzen, und das mit der Durchschnittseinschätzung mehrerer enger Bezugspersonen vergleicht, ist die Fremdeinschätzung oft genauer – vor allem bei den Eigenschaften, die für Karriere und Beziehung am wichtigsten sind.In dieser Folge schließe ich einen Faden, den wir seit Folge 44 spinnen: Wie findest du eigentlich deinen inneren Kompass? Bisher haben wir vor allem nach innen geschaut. Heute drehen wir den Blick: Manche Antworten auf „Wer bin ich?" kannst du nicht durch Nachdenken finden. Du brauchst andere Menschen, um dich selbst zu sehen.Ich stelle dir das Johari-Fenster vor – das nützlichste Modell, das ich zum Thema Selbstwahrnehmung kenne. Mit seinen vier Quadranten zeigt es dir, wo dein blinder Fleck liegt – und warum gerade dort die wertvollste Selbstkenntnis schlummert.Du bekommst eine Feedback-Übung mit drei Fragen, die du heute Abend an drei vertraute Menschen stellen kannst. Die dritte Frage ist die magische – sie zwingt dein Gegenüber, über deinen blinden Fleck nachzudenken, nicht nur über das Offensichtliche.Und dann das Paradox der Stärken, das die meisten in ihrer Berufswahl übersehen: Deine echten Stärken erkennst du daran, dass sie sich nicht wie Stärken anfühlen. Sie fühlen sich an wie das Normale, wie das, was jeder kann. Aber das stimmt nicht. Das, was dir leichtfällt, fällt anderen schwer.Das Leitmotiv der Folge:Was dir leicht fällt, ist nicht selbstverständlich – es ist deine Stärke.🌐 www.clearvisioncoaching.de📩 [email protected]📸 @fabi_cvcoaching
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