EPISODE · Aug 10, 2026 · 1H 59M
Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll
from Diskothek
Mit seinem 4. Klavierkonzert betritt Sergei Rachmaninow Neuland. Als er das Werk 1926 vollendete, lebte er bereits seit fast einem Jahrzehnt im amerikanischen Exil. Die Musikwelt hatte sich verändert: Jazz war allgegenwärtig, die Moderne auf dem Vormarsch. Auch Rachmaninow suchte nach neuen Ausdrucksformen. Das Ergebnis war ein Klavierkonzert, das sich deutlich von seinen berühmten Vorgängern unterscheidet – schlanker, rhythmisch markanter und überraschend modern. Die Uraufführung 1927 in Philadelphia verlief jedoch enttäuschend: Publikum und Kritiker vermissten die grossen, eingängigen Melodien der früheren Konzerte. Rachmaninow nahm sich die Kritik zu Herzen und überarbeitete das Werk gleich mehrfach. Die heute gespielte Fassung von 1941 ist deutlich kürzer und konzentrierter als das Original. Lange Zeit blieb das vierte Klavierkonzert ein Aussenseiter im Repertoire. Im Schatten des zweiten und dritten Konzerts wurde es nur selten aufgeführt. Erst in den letzten Jahrzehnten begann eine eigentliche Wiederentdeckung. Heute schätzen viele Pianistinnen und Pianisten gerade jene Qualitäten, die das Publikum einst irritierten: die raffinierte Harmonik, die rhythmische Energie und die ungewöhnliche Verbindung von russischer Spätromantik und amerikanischem Zeitgeist. In der Diskothek stehen fünf Aufnahmen von Rachmaminows g-Moll-Konzert zur Diskussion. Gäste von Eva Oertle sind die Pianistin Aglaia Graf und der Pianist Manuel Bärtsch.
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Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll
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