EPISODE · Mar 9, 2025 · 8 MIN
Shakespeare in Hamburg
from Auf den Tag genau · host Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich
Die Hamburger Theaterlandschaft galt auch schon in den 1920er Jahren als eine der interessantesten der Republik, das Genre der Theaterkritik präsentiert sich in den Hamburger Zeitungen dieser Jahre indes häufig erstaunlich unfeuilletonistisch-schematisch: Nacherzählung der Handlung, je ein Satz zu den Personen in den Hauptrollen, ein abschließender kurzer Allgemeinplatz zu Regie und Bühnenbild. Dass das so nicht sein muss, beweisen die Altonaer Neuesten Nachrichten vom 9. März 1925 mit ihrer Rezension einer Neuinszenierung von Der Widerspenstigen Zähmung im Deutschen Schauspielhaus. Shakespeares bis heute gern gespielte Komödie bildet erkennbar nicht nur deren Gegenstand, sondern hat ihren Autor mit den Initialen R.W. auch in der eigenen textlichen Form inspiriert – welche es ihm wiederum ermöglicht, eine bereits im 19. Jahrhundert einsetzende feministische Kritik an den Geschlechterbildern dieses Werkes elegant (und natürlich trotzdem etwas patriarchal) in seine Darstellung miteinzubeziehen. In beiden Rollen dieses Dramoletts: Frank Riede.
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Die Hamburger Theaterlandschaft galt auch schon in den 1920er Jahren als eine der interessantesten der Republik, das Genre der Theaterkritik präsentiert sich in den Hamburger Zeitungen dieser Jahre indes häufig erstaunlich unfeuilletonistisch-schematisch: Nacherzählung der Handlung, je ein Satz zu den Personen in den Hauptrollen, ein abschließender kurzer Allgemeinplatz zu Regie und Bühnenbild. Dass das so nicht sein muss, beweisen die Altonaer Neuesten Nachrichten vom 9. März 1925 mit ihrer Rezension einer Neuinszenierung von Der Widerspenstigen Zähmung im Deutschen Schauspielhaus. Shakespeares bis heute gern gespielte Komödie bildet erkennbar nicht nur deren Gegenstand, sondern hat ihren Autor mit den Initialen R.W. auch in der eigenen textlichen Form inspiriert – welche es ihm wiederum ermöglicht, eine bereits im 19. Jahrhundert einsetzende feministische Kritik an den Geschlechterbildern dieses Werkes elegant (und natürlich trotzdem etwas patriarchal) in seine Darstellung miteinzubeziehen. In beiden Rollen dieses Dramoletts: Frank Riede.
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