EPISODE · Aug 10, 2026 · 13 MIN
Sich nicht so wichtig nehmen - Gespräch mit Matthias Drobinski
from Blick in die Bibel · host DOMRADIO.DE
Matthias Drobinski ist Chefredakteur der Zeitschrift "Publik Forum" und begleitet uns in dieser Woche im Gespräch über das Tagesevangelium. Vorab stellen wir ihn in einem Interview vor. Er sagt, er versteh sich nicht als „katholischer Journalist“, sondern als Journalist, der katholisch ist. Für ihn gelten zunächst dieselben Maßstäbe wie für jeden guten Journalismus: Neugier, sorgfältige Recherche, das Prüfen von Quellen und die Verpflichtung, Geschichten wahrheitsgemäß zu erzählen. Seine Religiosität prägt seine Arbeit dabei weniger durch eine bestimmte Agenda als vielmehr durch eine innere Haltung. Sie schärft seinen Blick für Fragen nach Gerechtigkeit, den Umgang mit Macht und die Situation der Schwachen. Drobinski betont jedoch ausdrücklich, dass er weder Missionar noch Vertreter des kirchlichen Lehramts sei, sondern Christ, der seinen Beruf nach journalistischen Grundsätzen ausübt.Die Worte Jesu aus dem Tagesevangelium vom 10. August, dass derjenige sein Leben gewinnt, der es gering achtet, wirken zunächst verstörend. Drobinski widerspricht ausdrücklich einer lebensfeindlichen Deutung. Er liebe sein eigenes Leben, achte auf Gesundheit, Familie und Beziehungen. Die Botschaft des Evangeliums versteht er vielmehr als Einladung, das eigene Ich nicht zum Mittelpunkt allen Handelns zu machen. Wer nur um die eigene Sicherheit, Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung kreise, könne kaum Frucht bringen. Wirkliches Leben entstehe dort, wo Menschen bereit seien, sich für andere einzusetzen, etwas von sich selbst zu verschenken und auch Opfer in Kauf zu nehmen.Aus dem Johannes Evangelium (12,24-26)In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren (Joh 12,24-26)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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